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Ästhetik der politischen Farben - Farbenlehre als Mittel der politischen Inszenierung

Hausarbeit, 2006, 14 Seiten
Autor: Anne Kaiser
Fach: Politik - Sonstige Themen

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 14
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V76347
ISBN (E-Book): 978-3-638-80084-6
ISBN (Buch): 978-3-638-82037-0
Dateigröße: 88 KB

Zusammenfassung / Abstract

Besonders durch die gegenwärtig hohe Stellung von Medien und praktizierter Medienpolitik nimmt die Bedeutung der Farbwahl einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert ein. Farben sind nicht nur optische Schmuckelemente – sie haben sich kulturell zu Symbolen entwickelt, welche vertreten, missbraucht und verklärt werden können. Dies gilt es zu hinterfragen.


Textauszug (computergeneriert)

Hochschule Zittau/ Görlitz
FB Wirtschaftswissenschaft

SG Kultur und Management

Ästhetik der politischen Farben - Farbenlehre als Mittel der politischen Inszenierung

Anne Kaiser

 

Inhalt


1. Stellenwert der Farben in der Politik ... 1

2. Semantik der Farben & politische Assoziationen ... 2

2.1 Die Farbe Rot ... 2
2.2 Die Farbe Schwarz ... 3
2.3 Die Farbe Gelb ... 3
2.4 Die Farbe Blau ... 4
2.5 Die Farbe Grün ... 4
2.6 Die Farbe Braun ... 5

3. Historische Entwicklung politischer Erscheinungsbilder in Deutschland ... 6

3.1 Deutschlands Schwarz-Rot-Gold ... 6
    3.1.1 Herausbildung der Deutschland-Flagge ... 6
    3.1.2 Gegenwärtige Festsetzung der Deutschland-Flagge ... 7
3.2 Farbiges Erscheinungsbild der SPD ... 8
3.3 Farbiges Erscheinungsbild der CDU ... 8
3.4 Farbiges Erscheinungsbild der FDP ... 8
3.5 Farbiges Erscheinungsbild Die Linke/PDS ... 9
3.6 Farbiges Erscheinungsbild der Bündnis 90/ Die Grünen ... 9

4. Farbige Inszenierung bei der Bundestagswahl 2005 ... 10

4.1 Neugestaltung der Parteien ... 10
    4.1.1 Schlammfarben als Verweis auf die politische Lage? ... 10
    4.1.2 Rot nur noch als Lippenbekenntnis ... 10
    4.1.3 Orange als ‚revolutionäre’ Neuerung ... 11

 

 

1. Stellenwert der Farben in der Politik

Bei Untersuchung historischer Entwicklungen konnte Bernd Schüler drei Schwerpunkte ausmachen, welche die Macht der Farben auf die Politik darstellen. Demnach dienen Farben dem Ausdruck und der Bekräftigung bestehender Herrschaften. Weiterhin sind sie Zeichen neuer politischer Bewegungen im Kampf gegen traditionelle Machthaber und als Drittes nutzt man Farben zur Werbung um Wählerstimmen zu gewinnen, welche wiederum die eigene Macht legitimieren.1

Farben waren deshalb so geeignet zur Demonstration von Machtansprüchen, da sie in ihrer Beschaffung aufwändig und kostenintensiv waren. Farbige Kleidung war ein Privileg, welches sich nicht jeder leisten konnte und viele nicht leisten durften!

Außerdem nutzte man die psychologische Wirkung von farbiger Einheitskleidung. Durch die Verwendung gemeinsamer Farben wurden diese zum Symbol einer Gemeinschaft. Man erkennt den anderen und seine Zugehörigkeit optisch. Die homogene Verschmelzung in einer farbigen Masse löst die Schwächen des Einzelnen auf und lässt ihn Bestandteil einer trauernden, feiernden, aufbegehrenden oder auch unterdrückten Gruppe werden.

Die Werbewirkung darf nicht unterschätzt werden. Rote Fahnen eigenen sich hervorragend als „Massenführungsmittel“2. Massen-mobilisierende Mittel waren vor allem in den Jahren der noch jungen Demokratie (Weimarer Republik) notwendig. Das instabile politische System erforderte regelmäßig Neuwahlen, bei denen mit Plakaten und Fahnen die Aufmerksamkeit der wahlmüden Wähler immer wieder neu motiviert werden mussten.

Auch können Farben ethisch aufgeladen werden. 1570 ernannte Papst Pius V. Weiß, Rot, Violett und Grün zu den liturgischen Farben, welchen ab diesem Zeitpunkt besondere Ehrerweisung zugebracht werden sollte. Braun wird seit der Hitlerdiktatur nur vorsichtig als politische Farbe genutzt. Und Rot ist als revolutionärer Stimmungsmacher für harmonische Mittelmäßigkeit unpassend.

Besonders durch die gegenwärtig hohe Stellung von Medien und praktizierter Medienpolitik nimmt die Bedeutung der Farbwahl einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert ein. Farben sind nicht nur optische Schmuckelemente – sie haben sich kulturell zu Symbolen entwickelt, welche vertreten, missbraucht und verklärt werden können. Dies gilt es zu hinterfragen.


2. Semantik der Farben & politische Assoziationen


2.1 Die Farbe Rot

Rot ist Jahrhunderte lang die Farbe der Herrscher gewesen. Grund dafür war die besonders aufwendige und kostenintensive Herstellung des roten Farbstoffes. Wer rote oder purpurne Kleider trug, demonstrierte Reichtum und somit Macht. Lediglich der obersten Hierarchie war es erlaubt, überhaupt farbige Kleidung zu tragen und diese sozialen Privilegien wurden in Kleiderordnungen festgehalten. Ein überschreiten dieser Verordnungen wurde mit der Todesstrafe geahndet, weil es mit einem Angriff auf die bestehenden politischen Strukturen verglichen werden konnte. Die sozialen Kämpfe zwischen Adel und Bürgertum drehten sich daher auch darum, wer in welcher Form Rot tragen durfte. Mit Verringerung der wirtschaftlichen Macht schwand der Einfluss des Adels und minderte dessen Privilegien zunehmend. „So verlor die Farbe Rot den Status eines Distinktionsmittels gehobener Stände – und wurde umso mehr zu einer Leitfarbe der unteren Schichten, ihres sozialen Protestes und schließlich der Arbeiterbewegung.“3

 

[...]


1 Vgl. Bernd Schüler. Farben als Wegweiser in der Politik. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Symbole. Ausgabe 20/2006. Bonn 2006, S. 32.
2 Arnold Rabbow. Dtv-Lexikon politischer Symbole A-Z. München 1970. S.199.
3 Schüler. 2006, S. 32.


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