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Interkulturelle Kommunikation

Scholary Paper (Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Christin Wetzel
Subject: Romance Languages - General

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 2,1
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V76597
ISBN (E-book): 978-3-638-81904-6

File size: 141 KB


Excerpt (computer-generated)

Georg-August-Universität Göttingen
Hauptseminar: „Sprache als Handeln: Pragmalinguistik des Spanischen“
Wintersemester 2005/06

Interkulturelle Kommunikation

von

Christin Wetzel

 


Gliederung

1 Einleitung  3

2 Grundlagen der Pragmatik  3

2.1 Interkulturelle Pragmatik 7
2.2 Pragmatik im Fremdsprachenunterricht  10
2.3 Pragmatik des gesprochenen Spanisch 15

3 Schlussbetrachtung 18

4 Literaturverzeichnis 20



 

Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich einleitend mit den Grundlagen der Pragmatik auseinandersetzen und sie weitestgehend darstellen. Die Fragestellung hierbei ist: Was ist überhaupt Pragmatik bzw. Pragmalinguistik? Welche linguistische Disziplin stellt sie dar? Nach einer allgemeinen Begriffs- und Grundlagenerklärung werde ich mich der interkulturellen Pragmatik widmen. Dabei werde ich aufbauend die interkulturelle Kommunikation in Betracht ziehen, da sie die Grundlage der interkulturellen Pragmatik bildet. Gerade in unserer heutigen Zeit der Globalisierung sind Sprachbenutzer immer mehr darauf angewiesen interkulturell zu kommunizieren und hierbei kommt es oft zu schwerwiegenden Missverständnissen. Die pragmatische Untersuchung beschäftigt sich allerdings nicht mit den äußeren Umständen für das Misslingen von interkultureller Kommunikation, sondern vielmehr um die Faktoren, die ein Scheitern von Kommunikation hervorrufen. Auf diese Punkte möchte ich näher eingehen und sie ausführen. Der nächste Teilaspekt dieser Hausarbeit ist die Pragmatik im Fremdsprachenunterricht. Hierbei werde ich fünf Teilbereiche, die die Relevanz der interkulturellen Kommunikation im Fremdsprachenunterricht umfassen, aufgreifen und erläutern. Bei dem letzten Punkt handelt es sich um die Pragmatik des gesprochenen Spanisch. Unterpunkte sind hierbei, die Unterscheidung vom „español hablado“ und „español escrito“ und zudem wie eine Gesprächsstrukturierung sich zusammensetzt. Außerdem werde ich einige lexikalisierte und phraseologisierte Einheiten des Spanischen nennen. Die Hausarbeit werde ich mit einer Schlussbetrachtung abschließen.

1 Grundlagen der Pragmatik

„Die Pragmatik befasst sich mit der Frage, wie Sprache in Rede- und Schreibsituation verwendet wird. Dabei geht es um die kommunikative Kompetenz der Sprachbenutzer, die über die einfache Kompetenz (=Beherrschung des Sprachsystems; Gegenbegriff: Performanz= tatsächliche Verwendung der Sprache einschließlich der Fehler dabei) hinausgeht.“1
Hierzu möchte ich ein Dialog-Beispiel zur Veranschaulichung geben. Vater: Wie oft soll ich Dir noch sagen, dass du in der Schule besser aufpassen sollst? Kind: Noch fünf Mal, bitte. Um die Bedeutung dieser Aussage zu verstehen, muss man den semantischen Gehalt der Wörter kennen und darüber hinaus die Aussage interpretieren können. Um den Sinn des Dialogs verstehen zu können, muss man auf seine Erfahrungen mit der realen Welt zurückgreifen.
Eine mögliche Übersetzung dieses Dialogs könnte sein: Vater: Pass doch bitte mehr in der Schule auf, damit sich deine Noten verbessern. Kind: Ich habe dazu aber keine Lust. Solche Äußerungen heißen indirekte Sprechakte, da zwischen der wortwörtlichen Interpretation und der tatsächlichen Sprecherabsicht eine Diskrepanz besteht.

Sprechakttheorie2

In der alltäglichen Sprachverwendung gibt es also Regeln, die über die grammatikalischen Regeln hinausgehen. Diese Regeln sorgen dafür, dass eine Kommunikation zwischen Sprecher und Hörer erfolgreich verläuft und mit dem Phänomen setzt sich die Sprechakttheorie auseinander.
Die Sprechakttheorie hat ihren Ursprung in der Vorlesung „Word and Deeds“ von J. L. Austin in Oxford. Über die Vorlesungen verfasst Austin ein Manuskript und diese wurde 1962 unter dem Titel „How to do things with words“ publiziert. Eine deutsche Übersetzung erschien erstmals 1972 unter dem Titel „Zur Theorie der Sprechakte“ in Deutschland. Seine Grundüberlegung war die Trennung von konstativen und performativen Äußerungen. Sätze können nicht nur wahr oder falsch sein (konstative Sätze), sondern sie können auch etwas bewirken (performative Sätze). Hier ein Beispiel für einen konstativen Satz:

1. „Ich habe gestern fünf Stunden spanische Grammatik geübt.“

Dieses ist eine allgemeine Behauptung, die wahr oder falsch sein kann. Beispiele für performative Sätze:

2. „Ich taufe Dich hiermit auf den Namen Romeo.“
3. „Ich befehle Dir hiermit, für die Zwischenprüfung zu lernen.“
4. „Ich danke Ihnen sehr für ihre engagierte Mitarbeit.“

Laut Austin sind solche Äußerungen performativ, d.h. vollziehende Handlungen. Verben wie taufen, befehlen, danken sind dementsprechend performativ. Die performative Verwendung von Verben wird gerne mit dem Partikel hiermit begleitet.

[...]


1 Best, Karl-Heinz: Linguistik in Kürze. Mit einem Ausblick auf die Quantitative Linguistik.3., überarbeitete Auflage. Skript. Göttingen 2005. S.75.

2 Vgl. hierzu: Ernst, P.: Pragmalinguistik: Grundlagen, Anwendungen, Probleme. Berlin 2002. S.72


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