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Anfangslektüre im Griechischunterricht

Termpaper, 2007, 17 Pages
Author: B.A. Karsten Schulze
Subject: Greek / Old Greek

Details

Event: Einführung in die Didaktik des Griechischunterrichts
Institution/College: Free University of Berlin (Seminar für Klassische Philologie)
Tags: Anfangslektüre, Griechischunterricht, Einführung, Didaktik, Griechischunterrichts
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V76778
ISBN (E-book): 978-3-638-88203-3
ISBN (Book): 978-3-638-89121-9
File size: 302 KB

Abstract

Der Griechischunterricht steht vor einer Wende in der Frage der Anfangslektüre. Gerade die sinkenden Stundenzahlen zwingen die Lehrkräfte dazu, bei der Textauswahl sorgfältiger vorzugehen und zwischen den Stofffen zu differenzieren. Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswahlkriterien für Anfangslektüre, stellt dann die bisher übliche Anabasis des Xenophon von Athen vor und weist dann noch zahlreiche Alternativen dazu aus. Als Abschluss der Arbeit werden einige methodische Anmerkungen gegeben. Grundlage dieser Arbeit sind die Rahmenlehrpläne, sowie publizierte Erfahrungen von Lehrern und fachdidaktische Aufsätze.


Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften
Wintersemester 2006/2007
30 LP-Modulangebot Lehramtsbezogene Berufswissenschaft
Modul: Fachdidaktik des 60 LP-Modulpakets
16210 PS: Einführung in die Didaktik des Griechischunterrichts
Hausarbeit, Modulteilprüfung

Anfangslektüre im Griechischunterricht

vorgelegt von:

Karsten Schulze

BA-Kernfach: Lateinische Philologie
60 LP-Modulangebot: Griechische Philologie

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Bedeutung der Anfangslektüre Seite 3

2. Auswahlkriterien der Lektüre Seite 4

3. Anfangslektüre mit Tradition: Xenophons Anabasis Seite 5

4. Vorstellung alternativer Autoren und Texte Seite 7
4.1 Lukian, Charon Seite 7
4.2 Neues Testament Seite 8
4.3 Xenophon Seite 10
4.3.1 Memorabilien Seite 10
4.3.2 Hellenika Seite 10
4.3.3 Hieron Seite 11
4.3.4 Agesilaos Seite 11
4.3.5 Kyrupädie Seite 12
4.4 Homer, Odyssee Seite 12
4.5 Xenophon von Ephesos, Ephesiaka Seite 13

5. Fazit Seite 14

6. Literaturliste Seite 16

 

 

1. Einleitung: Bedeutung der Anfangslektüre

Die Anfangslektüre stellt nach dem Beenden der Lehrbuchphase einen relativ wichtigen Teil der Ausbildung dar. Für die Nutzer der meisten Lehrbücher nämlich wird dies der erste Kontakt zu größeren und ziemlich geschlossenen Partien originaler griechischer Literatur sein, nachdem in den Lehrbüchern oft nur adaptierte Texte und bestenfalls Bruchstücke aus Originalliteratur übersetzt wurden. Die Schüler haben am Ende der Lehrbuchphase die wichtigen morphologischen und syntaktischen Erscheinungen der griechischen Sprache erlernt und einen groben Überblick über Geschichte, Kultur und Gesellschaft des antiken griechischsprachigen Raums erhalten, wie der Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I dies vorsieht.

In der daran anschließenden Lektürephase vertiefen die Schüler den selbstständigen Umgang mit griechischen Texten auf sprachlicher und inhaltlicher Ebene, d.h. sie lernen, Texte syntaktisch zu strukturieren und das Geschriebene zu interpretieren. Sie sollen in der gesamten Lektürephase die Kompetenz zu einem eigenständigen Zugang zu den schriftlichen Quellen der griechischen Kultur erhalten. Diesen Prämissen muss gerade die Anfangslektüre Genüge leisten. Dabei steht aber dieser Abschnitt des Griechischunterrichts in einer besonderen Verantwortung für das Fach: denn er kann maßgeblich bei der Entscheidung zur weiteren Teilnahme am Fach bzw. zur so genannten "Abwahl" des Faches beitragen. Er ist exemplarisch und trägt zur Entscheidungsfindung über die weitere Zukunft eines Schülers im Griechischunterricht bei. Gerade die Vielfältigkeit der antiken griechischen Literatur bietet hier viele Möglichkeiten für Lehrer das Fach attraktiv und anregend darzustellen, jedoch auch die Gefahr, dass die Schüler den Überblick verlieren und der Unterricht überfrachtet wirkt. So stehen hier die Werke des paganen vorchristlichen Zeitalters neben Dokumenten über das frühe Christentum und über das Judentum und den Kirchenvätern, Gattungen und Themen wie Lyrik und Drama neben Philosophie und Historiographie. Der Rahmenlehrplan bietet für diese Problematik eine skizzenhafte Orientierung, lässt aber den Lehrkräften eine relativ große Freiheit.

Die vorliegende Arbeit wird daher zuerst Auswahlkriterien für die Anfangslektüre im Griechischunterricht feststellen, wobei die Lernziele und Kompetenzfelder des Berliner Rahmenlehrplans Berücksichtigung finden werden. Daran anschließend wird dann der traditionelle Anfangsautor Xenophon mit seiner Anabasis vorgestellt. Als Kontrast dazu werde ich Alternativen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten diskutiert wurden, benennen, sowie Anregungen zur Interpretation dieser Stücke gegeben werden. Zu diesen Autoren bzw. Werken gehören Lukian, das Neue Testament, Xenophon aus Athen (außer Anabasis), Homer und Xenophon aus Ephesos. Den Abschluss der Arbeit bildet die zusammenfassende Beurteilung der vorgeschlagenen Autoren, Texte und Themen.

2. Auswahlkriterien der Lektüre

Bevor man überhaupt an die Auswahl geeigneter Texte geht, scheint es sinnvoll, einen Blick auf die Auswahlkriterien für Lektürearbeit im altsprachlichen Unterricht zu werfen. Immerhin ist die Fachdidaktik „geradezu als die Wissenschaft von der rechten Auswahl der Lerninhalte [definierbar.]“1 Hierfür bieten Fachliteratur und die Vorgaben der Rahmenpläne zahlreiche Ansätze. Saul B. Robinsohn sieht als Auswahlkriterien für den Lehrstoff die „Bedeutung des Gegenstandes im Gefüge der Wissenschaft“, „die Leistung eines Gegenstandes für das Weltverstehen“ und „die Funktion eines Gegenstandes in spezifischen Verwendungssituationen des privaten und öffentlichen Lebens.“2 Gerade der letzte Punkt, der in den Auswahlkriterien von Christine Möller3 mit der Frage „Ist der Lernstoff nützlich?“ noch deutlicher bezeichnet wird, ist für die Klassische Philologie ein viel diskutierter Punkt. Diese Problematik stellt gleichermaßen das gesamte Fach in Frage.

Klafki stellt zusätzlich noch im Rahmen seiner didaktischen Analyse4 den Anspruch eines „exemplarischen Prinzips“ bei der Auswahl von Unterrichtsstoffen. Auch in der Klassischen Philologie ist angesichts der vielen Epochen, Abschnitte und Umbrüche das exemplarische Prinzip sinnvoll. Ein weiterer Vorteil des exemplarischen Prinzips ist, dass „der gleiche Inhalt in manchen Fällen exemplarisch, repräsentativ usf. für verschiedene allgemeine Sachverhalte sein [kann.]“5 So bietet beispielsweise Herodot bei der Hauptlektüre die Möglichkeit Logographie/Historiographie als Literaturgattungen zu thematisieren, den ionische Dialekt kennen zu lernen und einen Einblick in die klassische Epoche zu erhalten ohne den enzyklopädischen Anspruch zu erheben die drei Bereich komplett behandelt zu haben. 

Nach diesem Prinzip scheinen auch die Verfasser der Berliner Rahmenlehrpläne verfahren zu wollen. So gibt der Rahmenlehrplan Themenvorschläge mit einigen Autorennamen für die Einführungslektüre an. Der Unterricht soll nach dem Abschluss der Lehrbucharbeit im Rahmen von „leichten bis mittelschweren Originaltexten“6 erfolgen.

[....]


1 NICKEL, Rainer: Die alten Sprachen in der Schule, Frankfurt/ M. 21978, S. 191

2 ROBINSOHN, Saul B.: Bildungsreform als Revision des Curriculums, Neuwied/Berlin 41972, S. 47

3 MÖLLER, Christiane: Zur Methodik der Lehrplanaufstellung. Eine Auswertung amerikanischer Forschungsergebnisse; in H. RÖHRS (Hgb.): Fachdidaktik, Frankfurt/ M. 1971, S. 241-259

4 KLAFKI, Wolfgang: Didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung; in ROTH, Heinrich/BLUMENTHAL, Alfred: Auswahl 1, Hannover 1964, S. 5-34

5 KLAFKI, 1964, S. 15

6 Rahmenlehrplan für die gymnasiale Oberstufe, Griechisch, herausgegeben von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin, 2006. S. VI

 


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