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Westliche vs. asiatische Führungs-, Produktions- und Qualitätsphilosophien - Konvergenzen oder Gegensätze?

Scholarly Research Paper, 2003, 21 Pages
Author: Manuela Schweizer
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2003
Pages: 21
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 53  Entries
Language: German
Archive No.: V76854
ISBN (E-book): 978-3-638-83438-4
ISBN (Book): 978-3-638-83440-7
File size: 447 KB

Abstract

Im Folgenden wird der Autor sich mit der Frage beschäftigen, ob westliche und asiatische Führungs-, Produktions- und Qualitätsphilosophien als Konvergenzen oder als Gegensätze aufzufassen sind. Dazu wird er eine kurze Eingrenzung der Begriffe "westlich" bzw. "asiatisch" vornehmen, um anschließend - ausgehend von Hofstede's fünf Dimensionen - die jeweiligen Einflussfaktoren, insbesondere die kulturellen, zu skizzieren. Im Anschluss daran wird er je ein Kapitel der jeweiligen Philosophie widmen, hierbei je westliche und asiatische Philosophien kurz darstellen, um im Anschluss ein kurzes Fazit zu ziehen. Wo es möglich ist, wird er der Anschaulichkeit und des Verständnisses wegen Beispiele verwenden. Nach einem Fazit, das die drei Teilfazite zusammenfasst, wird er mit einem Ausblick schließen.


Excerpt (computer-generated)

STUDIENARBEIT
AN DER FACHHOCHSCHULE LANDSHUT
VORLESUNG: INTERNATIONALES MANAGEMENT

Westliche vs. asiatische Führungs-, Produktions- und Qualitätsphilosophien 
- Konvergenzen oder Gegensätze?

von

Manuela Schweizer

EUROPEAN BUSINESS STUDIES – 8. SEMESTER
SS 2003

 

 

 

 

INHALTSVERZEICHNIS I

EINLEITUNG 1

II EINGRENZUNG UND EINFLUSSFAKTOREN 
HOFSTEDES 5 DIMENSIONEN; KULTUR; RELIGION; GESCHICHTE; POLITIK 1

III FÜHRUNGSPHILOSOPHIEN 
PERLMUTTERS EPRG-MODELL; UNTERNEHMENSKULTUR; UNTERNEHMENS-HIERARCHIEN; KOMMUNIKATION; VERHANDLUNGSSTIL; ENTSCHEIDUNGS-FINDUNG UND IMPLEMENTIERUNGSDAUER; FÜHRUNGS- UND PROBLEM-LÖSUNGSSTIL; FAZIT 4

IV PRODUKTIONSPHILOSOPHIEN 
PRODUKTIONSFORM – MASSENPRODUKTION/FORDISMUS BZW. LEAN PRODUC-TION; JUST IN TIME, ZERO-INVENTORY MANAGEMENT, KANBAN-SYSTEM; FERTIGUNGSTIEFE; RINGI-SYSTEM; POKA-YOKE; FAZIT 7

V QUALITÄTSPHILOSOPHIEN 
TOTAL QUALITY MANAGEMENT, EFQM-MODELL FÜR EXZELLENZ, KAIZEN/ CIP, QUALITÄTSZIRKEL, FAZIT 10

VI ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG UND AUSBLICK 13

VII APPENDIX – CHARTS, TABELLEN UND BEISPIELE ZU DEN FÜHRUNGS-, PRODUKTIONS- UND QUALITÄTSPHILOSOPHIEN I

VIII BIBLIOGRAPHIE IV

 

 

I EINLEITUNG

Im Folgenden werde ich mich mit der Frage beschäftigen, ob westliche und asiatische Führungs-, Produktions- und Qualitätsphilosophien als Konvergenzen oder als Gegensätze aufzufassen sind.

Dazu werde ich eine kurze Eingrenzung der Begriffe „westlich“ bzw. „asiatisch“ vornehmen, um anschließend – ausgehend von Hofstedes fünf Dimensionen – die jeweiligen Einflussfaktoren, insbesondere die kulturellen, zu skizzieren.

Im Anschluss daran werde ich je ein Kapitel der jeweiligen Philosophie widmen, hierbei je westliche und asiatische Philosophien kurz darstellen, um im Anschluss ein kurzes Fazit zu ziehen. Wo es möglich ist, werde ich der Anschaulichkeit und des Verständnisses wegen Beispiele verwenden.

Nach einem Fazit, das die drei Teilfazite zusammenfasst, werde ich mit einem Ausblick schließen.

II EINGRENZUNG UND EINFLUSSFAKTOREN

Eingrenzung

Zwischen dem Westen und Asien gibt es viele Unterschiede, aber auch innerhalb Asiens selbst. So kann man fortschrittliche Demokratien (Japan) aber auch totalitäre Regimes (Nord-Korea) vorfinden; Armut (West-China) aber auch Reichtum (Hong Kong). Wegen dieser Vielseitigkeit kann man Asien – besonders im Bereich Führungsphilosophien – nicht mit einem einzigen Land gleichsetzen, weshalb ich mich entschlossen habe, eine kurze Eingrenzung vorzunehmen. Im Folgenden werde ich mich, wenn ich von Asien spreche, in erster Linie mit Japan beschäftigen, bei bedeutenden Unterschieden innerhalb verschiedener Länder jedoch auch auf Süd-Korea, Indien und China eingehen. Dasselbe gilt für die westliche Welt, hier liegt mein Fokus auf den USA, bei Abweichungen werde ich aber auch auf Großbritannien sowie Deutschland eingehen.

Hofstedes Kulturindex für ausgewählte Länder

Um ein Verständnis für die kulturbedingten Unterschiede zwischen westlichen und asiatischen Verhaltensweisen, die letztlich die verschiedenen Philosophien geprägt haben, zu erkennen, ist es essentiell, sich die Hofstede’schen Dimensionen vor Augen zu führen. Wie sich der nachfolgenden Tabelle entnehmen lässt, lassen sich hierbei große Abweichungen in allen 5 Ausprägungen erkennen.


TABELLE 1 - HOFSTEDES KULTURINDEX FÜR AUSGEWÄHLTE LÄNDER 1

[...]

Vereinfacht lässt sich feststellen, dass im Westen die Akzeptanz für ungleichmäßig verteilte Macht viel geringer ist. Dies beinhaltet die Frage der Abhängigkeit und Gleichheit bzgl. sozialem Status, Wohlstand, Macht und Rechten.2 Ähnliches ist für die Individualität zu erkennen: Im Westen nimmt sie einen großen Stellenwert ein, während in Asien Gruppenzugehörigkeit sowie die Beziehungen der Einzelnen zur Gemeinschaft von hoher Bedeutung sind.3 Unsicherheitsvermeidung beschreibt den Grad, in dem sich die Mitglieder einer Kultur durch ungewisse Situationen bedroht fühlen. Um sich diese Ungewissheit zu nehmen, haben sie einen Glauben, Regeln und Institutionen entwickelt. Dies ist besonders in Japan und Süd-Korea der Fall.4 Maskulin geprägte Gesellschaften bestimmen sich durch Werte wie Arbeit als zentrale Stellung im Leben, während in feminin geprägten Gesellschaften Gleichberechtigung herrscht und mehr Wert auf Privatleben gelegt wird. Die hier betrachteten Länder weisen alle eine mehr oder weniger starke maskuline Tendenz aus – feminin geprägte Länder wie Schweden werden in dieser Studienarbeit vernachlässigt.5 Die konfuzianische Dynamik, auch lang- bzw. kurzfristige Orientierung genannt, kam erst später hinzu und spielt primär in ostasiatischen Ländern eine entscheidende Rolle, während sie in der westlichen Denkweise von geringerer Bedeutung ist. Zur langfristigen Orientierung gehören dynamische, auf die Zukunft ausgerichtete Werte wie Ausdauer, Sparsamkeit und Ordnung der Beziehungen nach dem Status, während zur kurzfristigen Orientierung vergleichsweise statische Werte gehören, die auf Vergangenheit und Gegenwart ausgerichtet sind, z.B. Wahrung des Gesichts und Respekt vor Tradition.6

Konfuzianismus und Daoismus

Ein weiteres Kultur- und damit Verhaltensmerkmal ist die Prägung durch verschiedene Lebensphilosophien, die in manchen Ländern sogar einen höheren Stellenrang einnehmen als Religion. Am bedeutendsten war hier der Einfluss des Konfuzianismus, der um 500 v. Chr. von Kung Fu Tse in China gegründet wurde und sich in nahezu allen ostasiatischen Länder verbreitet hat. Er ist keine Religion, da es keinen außerweltlichen Bezugspunkt gibt, sondern eine Art Verhaltenskodex mit pragmatischen Regeln für das tägliche Leben. Die Intention war es, Ordnung durch eine Gesellschaftsordnung zu erreichen, in der "jeder Mensch seinen Platz in der Gesellschaft [kenne] und sich gemäß seiner Rolle [verhalte]"7: maßvoll, klug und friedfertig. Der Einzelne spielt dabei eine untergeordnete Rolle, wobei der Frau andere Tugenden zukommen als dem Mann.8 Zur konfuzianischen Weltanpassung gehören die Zentralität der Familie verbunden mit der Ahnenverehrung, eine vertikale soziale und politische Ordnung, der Kontinuitätsgedanke, sowie der Gedanke des permanenten Lernens. Reichtum und Ansehen kommen vom Himmel – lebenslanges Lernen ist der Schlüssel dazu.9 Daneben gibt es als weitere Lebensphilosophie den Daoismus, der den Konfuzianismus als „Gegenpol“ ergänzt. Während das Ziel des Konfuzianismus die Harmonie zwischenmenschlicher Beziehungen ist, zielt der Daoismus auf die Harmonie mit der Natur.10 Als weitere geistige Traditionen lassen sich Shinto oder schamanistische Züge aufführen, die ich in dieser Arbeit jedoch vernachlässigen werde.11

[....]


1 Quelle: Hofstede, G & Usunier, JC (1996), in: Usunier, JC & Ghauri, P (1996) S. 123; für Konfuzianische Orientierung vgl. Hofstede, G (1993), S. 191, für Unsicherheitsvermeidung China: Kumar & Haussmann [Hrsg.] (1992), S. 316f.

2 vgl. Hofstede, Geert (1993), S. 37-64

3 vgl. Hofstede, Geert (1993), S. 65-96

4 vgl. Hofstede, Geert (1993), S. 129-159

5 vgl. Hofstede, Geert (1993), S. 97-128

6 vgl. Hofstede, G (1993), S. 188-198, basierend auf einer Studie von Michael Bond

7 Nutzinger, HG (2002), S.153

8 vgl. Rothlauf, J (1999), S. 168-172

9 vgl. Mead, R (1998), S. 383-384

10 vgl. Wienen, I (2002), S. 44f

11 vgl. Distelrath, G (1996), S. 7


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