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Alexander der Große und Aristoteles

Seminararbeit, 2005, 25 Seiten
Autor: Patrick Weber
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike

Details

Institution/Hochschule: Universität Zürich
Tags: Alexander, Große, Aristoteles
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 25
Note: angenommen
Literaturverzeichnis: ~ 30  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V76953
ISBN (E-Book): 978-3-638-81326-6
ISBN (Buch): 978-3-638-82566-5
Dateigröße: 230 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich gleich mit zwei historischen Persönlichkeiten, ohne deren Einfluss die Welt heute eine andere wäre: Alexander, den die Nachwelt infolge seiner unglaublichen militärischen Erfolge den Grossen nennen wird, und Aristoteles, dessen philosophische Schriften das abendländische Denken entscheidend geprägt haben. Staunend und fasziniert entnehmen wir den Quellen, wie der berühmte Philosoph an den makedonischen Königshof gerufen wurde, um den Welteroberer zu unterrichten. Nur zu leicht vergessen wir dabei, dass weder Alexander zu jener Zeit bereits sein Schicksal kannte, noch Aristoteles dieses Ansehen genoss, das ihm heute zuteil wird. Wir, die wir versuchen die Vergangenheit zu verstehen und zu erklären, können erkennen, wie Entscheidungen einzelner Personen, die Zusammenkunft verschiedener Charaktere, materielle Einflüsse oder auch der bloße Zufall sich im Nachhinein zu dem verdichten, was wir den Verlauf der Geschichte nennen.


Textauszug (computergeneriert)

Historisches Seminar Universität Zürich
Seminar: Alexander der Grosse

Alexander und Aristoteles

von Patrick Weber
2005

 

Inhalt

1. EINLEITUNG ... 2
1.1. ZUR PROBLEMATIK DES GEGENSTANDES ... 2
1.2. ZU DEN QUELLEN ... 3
1.3. ZUR VORGEHENSWEISE ... 4

2. DIE ERZIEHUNG ALEXANDERS ... 5
2.1 DIE JUGEND AM MAKEDONISCHEN KÖNIGSHOF ... 5
2.2. DER SCHÜLER DES PHILOSOPHEN ... 6
2.3. VERLORENE QUELLEN ... 8

3. DER FELDHERR UND DER PHILOSOPH ... 9
3.1. DIE SCHULE DER PERIPATETIKER ... 9
3.2. ALEXANDERS PHILOSOPHISCHE NEIGUNG ... 10
3.3. ENTFREMDUNG VON SEINEM LEHRER ... 11
3.3.1 DAS PROBLEM „KALLISTHENES“ ... 12

4. VORÜBERGEHENDE BEANTWORTUNG DER EINGANGS GESTELLTEN FRAGE ... 14
4.1. ARISTOTELES, DER ERZIEHER ... 14
4.2. ARISTOTELES, DER PHILOSOPH ... 15

5. ALEXANDER UND DIE ARISTOTELISCHE PHILOSOPHIE ... 16
5.1. DER IDEALE STAAT ... 17
5.2. ALEXANDER UND DIE BARBAREN ... 18
5.3. OFFENE FRAGEN - PERSPEKTIVEN ... 19

6. ABSCHLUSS UND AUSSICHT ... 20

ANHANG ... 23
QUELLEN ... 23
QUELLENEDITIONEN ... 23
LITERATUR ... 23
ARTIKEL AUS NACHSCHLAGEWERKEN ... 24

 

1. Einleitung

1.1. Zur Problematik des Gegenstandes

Die Geschichte neigt gelegentlich dazu, sich in einzelnen Namen zu zentrieren. Es ist dabei nicht so, dass diese Personen den Verlauf der Geschichte alleine bestimmen, doch finden sie sich in einer Position, die mit soviel Autorität verbunden ist, dass sie ihren Visionen eine gewisse Stosskraft verleihen können. Der Verlauf der Geschichte, wie wir ihn aus der Retrospektive betrachten können, gibt uns dann die Möglichkeit, erreichte Zustände oder einschneidende Ereignisse mit konkreten Namen in Verbindung zu bringen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich gleich mit zwei solchen historischen Persönlichkeiten, ohne deren Einfluss die Welt heute eine andere wäre: Alexander, den die Nachwelt infolge seiner unglaublichen militärischen Erfolge den Grossen nennen wird, und Aristoteles, dessen philosophische Schriften das abendländische Denken entscheidend geprägt haben. Staunend und fasziniert entnehmen wir den Quellen, wie der berühmte Philosoph an den makedonischen Königshof gerufen wurde, um den Welteroberer zu unterrichten. Nur zu leicht vergessen wir dabei, dass weder Alexander zu jener Zeit bereits sein Schicksal kannte, noch Aristoteles dieses Ansehen genoss, das ihm heute zuteil wird. Wir, die wir versuchen die Vergangenheit zu verstehen und zu erklären, können erkennen, wie Entscheidungen einzelner Personen, die Zusammenkunft verschiedener Charaktere, materielle Einflüsse oder auch der bloße Zufall sich im Nachhinein zu dem verdichten, was wir den Verlauf der Geschichte nennen. Die Geschichtsschreibung sieht sowohl die Ergebnisse als auch die Umstände ihrer Entstehung aus einer Perspektive, die es erlaubt Kausalketten zu erstellen, welche den Protagonisten so nicht bewusst waren. Wenn Droysen schreibt, Aristoteles gebühre der Ruhm, dem leidenschaftlichen Knaben die Weihe und Größe der Gedanken, ja sogar den Gedanken der Größe gegeben zu haben1 , setzt das den Verlauf der Geschichte voraus. Ebenso zeigt sich in der Aussage von Schachermeyr, Aristoteles habe gleich aller Welt in Alexander den zukünftigen Hegemon der Hellenen erblickt, ja überhaupt den dereinst mächtigsten Herrscher Europas2 , vor allem das Wunschdenken des Autoren und nicht etwa historische Faktizität. Denn zu dem Zeitpunkt, als Aristoteles als Lehrer an den makedonischen Hof gerufen wurde, war dessen Schüler nicht mehr als ein potenzieller Thronanwärter und hätte nicht der verfrühte Tod seines Vaters Alexander an die Spitze der hellenischen Koalition gebracht, wäre Philipp derjenige gewesen, der den Rachefeldzug gegen die Perser geführt hätte.3 Somit wäre die Geschichte Alexanders eine gänzlich andere geworden und die Nachwelt hätte ihn wohl kaum den Grossen genannt. Diese zwei Beispiele zeigen deutlich, welchen Gefahren der Verfasser eines Geschichtswerkes ausgesetzt ist, wenn er dank der Kenntnis aller Auswirkungen Rückschlüsse auf Ursachen oder Motive zieht.
Im Bewusstsein dieser Gefahr will ich mit dieser Arbeit untersuchen, was sich berechtigterweise über den Einfluss aussagen lässt, den Aristoteles auf den jungen Alexander ausübte. Dies ist zugegebenermaßen keine einfache Aufgabe, denn auch ich bin von der Faszination des Umstandes ergriffen, dass der sagenumwobene Welteneroberer von einem der einflussreichsten Weltbelehrer überhaupt mit erzogen wurde und wünschte mir, es fände sich in Alexander aristotelisches Gedankengut verwirklicht.

[...]


1 Droysen, Johann Gustav; Geschichte des Hellenismus, Darmstadt 1998; Band 1, Seite 66
2 Schachermeyr, Fritz; Alexander der Grosse - Ingenium und Macht, Graz – Salzburg – Wien 1949; Seite 68
3 Diese Arbeit setzt voraus, dass der Leser wenigstens in den Grundzügen mit der Geschichte Alexanders vertraut ist.


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