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Termpaper, 2007, 29 Pages
Author: Sandra Kittner
Subject: Sport - Sport Pedagogy, Didactics
Details
Tags: Bewegte, Schule, Beispiel, Ganztagsgrundschule
Year: 2007
Pages: 29
Grade: 13 Punkte
Bibliography: ~ 25 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-82824-6
File size: 188 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Bewegte Schule am Beispiel einer Ganztagsgrundschule
von
Sandra Kittner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Bewegte Schule 4
2.1. Begründung der Bewegten Schule 4
2.1.1 Anthropologische Begründung 5
2.1.2 Gesundheitliche Begründung 5
2.1.3 Sozialökologische Begründung 6
2.2 Das Konzept der Bewegten Schule 8
2.2.1 Der Schulsport 9
2.2.2. Bewegter Unterricht 10
2.2.3 Bewegte Pausen 10
2.3 Zusammenfassung: Bewegte Schule 13
3. Das Bewegte Schulkonzept am Beispiel der Ganztagsgrundschule XXX 15
3.1. Das Konzept der Ganztagsschule 15
3.2 Die Ganztagsgrundschule XXX 18
4. Bewegte Schulen und Ganstagsschulkonzepte 20
4.1 Die Bewegte Schule am Beispiel der Ganztagsgrundschule XXX 20
4.2 Bewegte Schulen und Ganztagsschulkonzepte 23
5. Abschließende Bemerkung 26
6. Literaturverzeichnis 27
1. Einleitung
„Wollt ihr also die Intelligenz eures Zöglings fördern, so fördert die Kräfte, die sie beherrschen muss. Trainiert ständig seinen Körper, macht ihn robust und gesund damit er klug und vernünftig wird. Haltet ihn dauernd in Bewegung, lasst ihn rennen, schreien, sich anstrengen, lasst ihn durch Kraft ein Mensch sein und bald wird er es durch die Vernunft.“ (Jean-Jacques-Rousseau, 1762/1987. In Müller, 2003, 16) Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts erkannte Rousseau in seinem Erziehungsroman „Emile“, einen positiven Zusammenhang von Bewegung und Lernen. Körperliche Bewegung schafft das Erlangen der Vernunft, welche seit Immanuel Kants „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) im Zuge der Aufklärung, den Mut sich seines eigenen Verstandes zu bedienen – Sapere aude! – beschreibt.
Rousseau ist hier kein Einzelfall. Etwa zwanzig Jahre vor ihm äußerte GutsMuths einen ähnlichen Anspruch. „Ihr lehrt Religion, ihr lehrt sie Bürgerpflicht. Auf ihres Körpers Wohl und Bildung seht ihr nicht.“ (GutsMuths, 1739/1970, 290) GutsMuths setzte als einer der Ersten ein pädagogisches System der Leibesübungen in die Praxis um. In seiner Erziehungsanstalt, dem Schnepfenthal, übten seine Schüler körperliches Wohl zur Ertüchtigung der geistigen Entwicklung.
Auch Maria Montessori oder Peter Petersen stellen zu einem späteren Zeitpunkt ähnliche Behauptungen auf. Ihnen allen ist gemein, dass sie die vermeintlich positive Eigenschaft der sportlichen und körperlichen Ertüchtigung in Bezug auf das Lernen bzw. der kognitiven Entwicklung unterstützen. Aktuelle Pädagogen greifen diesen Ansatz in Debatten um geeignete Schultheorien/modelle ebenfalls auf. Einen primären Bezugspunkt stellt das Konzept der Bewegten Schule dar. So beschäftigt sich, seit etwa Mitte der 80er Jahre, der Schweizer Pädagoge Urs Illi mit dieser Thematik (vgl. Betrifft Sport. 6/05, 14). Das Konzept der Bewegten Schule möchte ich in einem ersten Teil der Arbeit, neben deren Begründungslinien und Problemfelder, näher erläutern. In einem zweiten Schritt, werde ich mich mit dem bereits in der Überschrift dieser Hausarbeit vorfindbaren Thema, der Ganztagsschule befassen. Hierfür empfand ich es zunächst als notwendig grundlegende Konzepte der Ganztagsschulen zu erläutern, um anschließend am Beispiel der Ganztagsgrundschule XXX ein mögliches Konzept der Bewegten Schule mit deren Perspektiven und Chancen zu erörtern. Abschließend möchte ich eine daraus resultierende Kombination der beiden Schulkonzepte verallgemeinernd formulieren.
Das von mir dargelegte Konzept der Bewegten Schule bezieht sich vor allem auf Müllers (2003) „Bewegte Schule“. Im Rahmen eines Forschungsprojektes an vier Sächsischen, sowie einer Grundschule Rheinland-Pfalz, wurde diese Schulform von 1996-2000 erprobt. Müllers (2003) Monografie überzeugte mich, aufgrund seiner Vielschichtigkeit und der stark ausgeprägten Praxisnähe. So werden beispielsweise im Anhang des Werkes praktische Anregungen, in Form von Bildern für Bewegungsgeschichten, Anleitungen zu Massage- und Entspannungsgeschichten, sowie Gehirngymnastik und Gummitwist, gegeben.
Als ein weiteres Werk diente mir Hildebrandt-Stramanns (1999) „Bewegte Schulkultur“. Auch hier werden sehr umfangreich Praxistipps dargestellt. „Das mobile Klassenzimmer“, eine von ihm dargelegte Alternative zur gewohnten „Sitzpraxis“, soll als ein Beispiel gelten. Der zweite Teil meiner Hausarbeit richtet sich an die Ganztagsschulen. Hierbei half mir, um grundsätzliche Kenntnisse zu erlangen, das „Handbuch Ganztagsschule“ von Appel (2002). Zudem waren mir eigene praktische Erfahrungen an der Ganztagsgrundschule XXX und der Mittelschule Niederwiesa, welche während meines Orientierungspraktikums noch in den Anfängen der Ganztagskonzeption stand, sehr nützlich. Meine Ausführungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Institution der Grundschule. Daher möchte ich darauf hinweisen, dass ich bei der Verwendung des Begriffes Schule oft eine Grundschule „vor Augen hatte“. Jedoch sind die angesprochenen Konzepte nicht ausschließlich für die Grundschule konzipiert. In der Literatur werden diese Vorschläge auch für die weiterführenden Schulen dargelegt.
2. Die Bewegte Schule
2.1. Begründung der Bewegten Schule
Die bereits in der Einleitung vorgetragenen Zitate bekannter Schulpädagogen, bilden eine Begründungslinie der Bewegten Schule. Ich möchte sie im Rahmen dieser Arbeit als die historischen Beweggründe bezeichnen. In der Literatur wird im Wesentlichen zwischen drei Begründungsansätzen unterschieden. Diese sind die anthropologischen, sozialökologischen, sowie gesundheitserzieherischen Gründe einer Bewegten Schule (vgl. Hildebrandt-Stramann, 1999; Müller, 2003; Thiel et al., 2006). Im Folgenden werde ich versuchen die drei genannten Begründungslinien in ihren wesentlichen Zügen darzustellen.
2.1.1 Anthropologische Begründung
Anthropologische Grundsätze beurteilen körperliche Bewegung, neben dem Sprechen und Denken, als fundamentale Daseinsweise des Menschen. Bewegung wird als Ausgangspunkt für sämtliche Leistungen und Werte wie Intelligenz, Sprache, Denken oder Sozialkompetenz betrachtet.
„Durch Bewegung erkunden Kinder ihre Umwelt, sie verständigen und vergleichen sich, sie drücken sich aus und strengen sich beim Bewegen körperlich an.“ (Kretschmer, 1981. In Müller, 2003, 17) Über Bewegungen schaffen sich Kinder Verbindungen zwischen Sich, den Dingen und den Menschen. Bereits im frühkindlichen Alter stellt das Greifen nach dargebotenen Dingen ein Erforschen der Umwelt, auf der Basis von Bewegung, dar. Bewegung wird als Mittler zwischen der Mit- und Umwelt erfahren. Die kindliche Neugier lässt die Welt erleben, erfahren und erkunden, gleichzeitig aber auch gestalten und formen. Vielfältige Materialerfahrungen der Umwelt werden ermöglicht. In Mannschaftsspielen werden soziale Kompetenzen, wie Siegen und Verlieren oder Kooperieren und Verständigen, verlangt. Diese werden auf kindliche und spielerische Weise erprobt und gelernt. Obwohl die Behauptung, Kinder würden gelernte Verhaltensweisen des Spiels nicht automatisch in die Wirklichkeit umsetzen, dem gegenübersteht, werden dennoch Sozialerfahrungen im Zuge dessen gesammelt. Sie bilden einen weiteren Beweggrund. Körpererfahrungen werden durch Ausdruck und Anstrengung, über die direkte Auseinandersetzung mit dem Körper und der Bewegung, verstärkt. Das emotionale Erleben wird unter anderem beim Siegen und Verlieren angeregt. Der Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes wird mittels körperlichem Schaffen unterstützt.
2.1.2 Gesundheitliche Begründung
[...]
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