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1 Kor 13, Das Hohelied der Liebe - Eine Exegese

Quellenexegese, 2007, 18 Seiten
Autor: Sören Barnkothe
Fach: Theologie - Biblische Theologie

Details

Institution/Hochschule: Universität Kassel
Tags: Hohelied, Liebe, Eine, Exegese
Kategorie: Quellenexegese
Jahr: 2007
Seiten: 18
Note: 1,1
Literaturverzeichnis: ~ 22  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V79430
ISBN (E-Book): 978-3-638-86369-8
ISBN (Buch): 978-3-638-86379-7
Dateigröße: 149 KB

Zusammenfassung / Abstract

Das 13. Kapitel des ersten Korintherbriefes wird gern als das „Hohelied der Liebe“ bezeichnet. Es handelt sich allerdings hierbei nicht um ein Gedicht, sondern vielmehr um ein Lobpreis der Liebe in einer hohen sprachlichen Form . Es ist ein ebenso bekannter und hochgeschätzter wie wissenschaftlich oft bearbeiteter Text aus der paulinischen Korrespondenz mit der korinthischen Gemeinde. Motiv für die Bearbeitung des Textes war sein besonderer literarischer und theologischer Charakter sowie der hohe theologische Anspruch, den er stellt. Diese Komplexität macht eine umfassende Analyse und Interpretation sowie eine Kontextdarstellung besonders schwierig. Diese Arbeit hat sich daher zum Ziel gemacht, den Text so gut wie möglich zu verstehen. Es soll hierbei auf die in Frage kommenden Kriterien der neutestamentarischen Exegese, soweit sie für den Text besonders charakteristisch sind, zurückgegriffen werden.


Textauszug (computergeneriert)

1 Kor 13, Das Hohelied der Liebe - Eine Exegese

von

Sören Barnkothe

WS 2006/2007

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung... 3

2. Übersetzung... 3

2.1. Verfasser, Empfänger und Historischer Ort... 4
2.2. Integrität des 1 Korinther... 5
2.3. Überblick des 1 Kor... 5
2.4. Textabgrenzung und Kontextstellung... 6
2.5. Strukturanalyse... 9
2.6. Gattungszuordnung... 10
2.7. Motivgeschichte... 10

3. Textanalyse „Hohelied der Liebe“... 12

3.1. Nutzlosigkeit der Charismen, ohne Liebe (Vers 1-3)... 12
3.2. Beschreibung, Funktion und Wesen der Liebe (Vers 4-7)... 13
3.3. Unvergänglichkeit der Liebe (Vers 8-13)... 15

Literatur... 17

 


 

1. Einführung

Das 13. Kapitel des ersten Korintherbriefes wird gern als das „Hohelied der Liebe“ bezeichnet. Es handelt sich allerdings hierbei nicht um ein Gedicht, sondern vielmehr um ein Lobpreis der Liebe in einer hohen sprachlichen Form1. Es ist ein ebenso bekannter und hochgeschätzter wie wissenschaftlich oft bearbeiteter Text aus der paulinischen Korrespondenz mit der korinthischen Gemeinde. Motiv für die Bearbeitung des Textes war sein besonderer literarischer und theologischer Charakter sowie der hohe theologische Anspruch, den er stellt. Diese Komplexität macht eine umfassende Analyse und Interpretation sowie eine Kontextdarstellung besonders schwierig. Diese Arbeit hat sich daher zum Ziel gemacht, den Text so gut wie möglich zu verstehen. Es soll hierbei auf die in Frage kommenden Kriterien der neutestamentarischen Exegese, soweit sie für den Text besonders charakteristisch sind, zurückgegriffen werden.

2. Übersetzung

Einheitsübersetzung
1. Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
2. Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts.
3. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte / und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts.
4. Die Liebe ist langmütig, / die Liebe ist gütig. / Sie ereifert sich nicht, / sie prahlt nicht, / sie bläht sich nicht auf.
5. Sie handelt nicht ungehörig, / sucht nicht ihren Vorteil, / lässt sich nicht zum Zorn reizen, / trägt das Böse nicht nach.
6. Sie freut sich nicht über das Unrecht, / sondern freut sich an der Wahrheit.
7. Sie erträgt alles, / glaubt alles, / hofft alles, / hält allem stand.
8. Die Liebe hört niemals auf. / Prophetisches Reden hat ein Ende, / Zungenrede verstummt, / Erkenntnis vergeht.
9. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, / Stückwerk unser prophetisches Reden;
10. Wenn aber das Vollendete kommt, / vergeht alles Stückwerk.
11. Als ich ein Kind war, / redete ich wie ein Kind, / dachte wie ein Kind / und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, / legte ich ab, was Kind an mir war.
12. Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
13. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

2.1. Verfasser, Empfänger und Historischer Ort

Die neutestamentliche Forschung geht ohne Zweifel davon aus, dass der Apostel Paulus den 1. Korintherbrief selbst verfasst hat, und zwar vermutlich geschrieben während der Osterzeit2 in der Stadt Ephesus3 ungefähr im Frühjahr 55 n.Chr.4 Empfänger des Briefes war die christliche Gemeinde in Korinth. Es handelt sich hierbei auch tatsächlich um einen Brief im engeren Sinne, der von einer ganz bestimmten Person in eine ganz bestimmte Situation einer ganz bestimmten Gemeinde hineingeschrieben ist5.
Korinth war zu dieser Zeit eine aufblühende Handelsstadt, mit einer sehr verkehrsgünstigen Lage an der so genannten Landenge von Korinth. Sie bildete neben Ephesus den wichtigsten Stützpunkt der paulinischen Mission6. Dieses ergibt sich sowohl aus den Informationen der Paulusbriefe als auch aus der Apostelgeschichte (Apg 18-20). Paulus selbst war demnach mindestens zweimal, vielleicht aber auch ein drittes Mal in Korinth. Im Zuge seiner Mission in Städten Kleinasiens und Griechenlands hatte er die Gemeinde Korinth gegründet und ihren Aufbau eine Zeit lang begleitet7.
Eine große Zahl von verschiedenen angesiedelten Religionsgruppen prägten das Bild der Stadt. Im Blick auf die Missstände in der christlichen Gemeinde, welche aus dem 1 Kor hervorgehen (Teilnahme an kultischen Festessen, Prozesse vor heidnischen Gerichten, Prostitution), bestand diese allem Anschein nach überwiegend aus ehemaligen Heiden8. Des weiteren scheinen sich innerhalb der Gemeinde verschiedene rivalisierende Gruppen gebildet zu haben, was Paulus innerhalb des Briefes auch thematisiert9.
Seine Gegner sind durch die angesprochenen Missstände eindeutig als Gnostiker zu erkennen. Damit sind sämtliche Themen, die Paulus im 1 Kor thematisiert, zu verstehen. Es ging ihm um die Abwehr des in die korinthische Gemeinde eingedrungenen gnostischen Einflusses. Paulus spricht exemplarisch Konflikte, Kontakte und Konzepte an, die für das frühe Christentum zumindest im Bereich der paulinischen Mission prägend geworden sind. Somit vermittelt der Brief einen genauen Einblick in geschichtliche Vorgänge, Herausforderungen und Spannungen im Urchristentum10.

2.2. Integrität des 1 Korinther

[...]


1 Harbsmeier, Götz: Das Hohelied der Liebe, Biblische Studien Bd. 3, Neukirchen 1952, S. 7.

2 1 Kor 5,7f.

3 Vgl. 1 Kor 16,8

4 Vgl. Schnelle, Udo: Einleitung in das Neue Testament, 3. Aufl., Göttingen 1999, S. 71f. und Conzelmann, Hans & Lindemann, Andreas: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, 13. Aufl., Tübingen 2000, S. 267.

5 Vgl. Klauck, Hans-Josef: 1. Korintherbrief, Würzburg 1984, S. 5-13.

6 Niebuhr, Karl-Wilhelm: Grundinformation Neues Testament. Eine bibelkundlich-theologische Einführung, 2. Aufl., Göttingen 2003, S.226.

7 Vgl. Apg 18,1-18; 1 Kor 2,1-4.

8 Vgl. 1 Kor 12,2

9 Vgl. 1 Kor 1,10-4,21

10 Vgl. Niebuhr, Karl-Wilhelm: Grundinformation Neues Testament, S. 229.


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