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Stadtstrukturen in den USA

Scholary Paper (Seminar), 2005, 16 Pages
Author: Andreas Kaul
Subject: Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning

Details

Event: Spezialseminar: Südwesten der USA
Institution/College: University of Bonn (Geographisches Institut der Universität Bonn)
Tags: Stadtstrukturen, Spezialseminar, Südwesten
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 16
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V79674
ISBN (E-book): 978-3-638-85736-9

File size: 1024 KB

Abstract

Auf den europäischen Besucher wirken die Städte in den Vereinigten Staaten von Amerika eher befremdlich: Schon aus dem Flugzeug erkennt man weit ausufernde Stadtlandschaften, welche von schachbrettartig gebauten Straßen durchzogen sind. Bei näherem Betrachten der Stadt fällt zudem auf, dass ein historischer Kern nicht auszumachen ist, dass breite Straßen das Bild dominieren, eine "Einkaufsstraße" nach europäischen Vorbild meist nicht existiert und die Städte in ihren Ausmaßen so riesig sind, dass man die meisten Wege mit dem Auto zurücklegen muss. Die Städte in den USA spiegeln die Werte, Normen und Einstellungen der US-Bürger wieder. Wie es zu solchen Stadtstrukturen gekommen ist, soll die vorliegende Abhandlung verdeutlichen. So soll im folgenden Abschnitt dargelegt werden, welche historischen Hintergründe der US-Städtebau hat und welche Leitlinien ihn prägten. Im dritten Kapitel dieser Arbeit sollen die Merkmale der US-Stadt dargelegt werden. Diese Abhandlung wird sich hierbei von "innen" nach "außen" arbeiten. Begonnen wird in der "Kernstadt", dem inneren Siedlungs- und Wirtschaftskern der US-amerikanischen Stadt. Es sollen zum einen die historischen Hintergründe erläutert werden, zum anderen aber auch auf die Entwicklungen und die aktuellen Probleme eingegangen werden. Im darauffolgenden Abschnitt wird die "Außenstadt" im suburbanen Raum behandelt. Es soll beschrieben werden, wie diese "Außenstädte" entstanden sind, wie sie sich gliedern und welche Probleme sie verursacht haben. Im vierten Kapitel werden einige Modelle des US-Städtebaus erörtert. Durch das Ausufern der Städte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden die klassischen Stadtentwicklungsmodelle der Chicagoer Schule überholt. In dieser Arbeit soll eine Auswahl neuerer Stadtmodelle dargelegt werden. So wird das "Modell der Viertelsbildung US-amerikanischer Städte" nach Lutz Holzner, das "Muster einer amerikanischen Stadt" nach R. Hahn sowie das Modell "Stadtland USA" nach Lutz Holzner behandelt.


Excerpt (computer-generated)

Geographisches Institut
Spezialseminar C: Der Südwesten der USA
Wintersemester 2004/2005

Thema der Referatslangfassung:

Stadtstrukturen in den USA

vorgelegt von

Andreas Kaul

 

 

Gliederung:

1. Einleitung Seite 3

2. Stadtentstehung in den USA
2.1 Geschichtlich/kulturelle Hintergründe Seite 4
2.2 Traditionen, Werte und Normen im US-Städtebau Seite 5

3. Grund- und Aufrissgestaltung der US-Stadt
3.1 Merkmale der US-Städte Seite 5
3.2 Die Kernstadt / Downtown Seite 6
3.3 Innerstädtische Wohngebiete Seite 8
3.4 Die Außenstadt Seite 9
3.5 Edge Cites“: Die Außenstadt Zentren Seite 11
3.6 Die "gated community" Seite 11

4. Modelle der Stadtentwicklung Seite 12
4.1 Das Modell der Viertelsbildung amerikanischer Städte Seite 12
4.2 Das "Muster einer amerikanischen Stadt" Seite 13
4.3 Das "Modell der Stadtlandschaft USA" Seite 13

5. Literatur Seite 16

 

 

 

1. Einleitung

Auf den europäischen Besucher wirken die Städte in den Vereinigten Staaten von Amerika eher befremdlich: Schon aus dem Flugzeug erkennt man weit ausufernde Stadtlandschaften, welche von schachbrettartig gebauten Straßen durchzogen sind. Bei näherem Betrachten der Stadt fällt zudem auf, dass ein historischer Kern nicht auszumachen ist, dass breite Straßen das Bild dominieren, eine "Einkaufsstraße" nach europäischen Vorbild meist nicht existiert und die Städte in ihren Ausmaßen so riesig sind, dass man die meisten Wege mit dem Auto zurücklegen muss.

Die Städte in den USA spiegeln die Werte, Normen und Einstellungen der US-Bürger wieder. Wie es zu solchen Stadtstrukturen gekommen ist, soll die vorliegende Abhandlung verdeutlichen. So soll im folgenden Abschnitt dargelegt werden, welche historischen Hintergründe der US-Städtebau hat und welche Leitlinien ihn prägten. Im dritten Kapitel dieser Arbeit sollen die Merkmale der US-Stadt dargelegt werden. Diese Abhandlung wird sich hierbei von "innen" nach "außen" arbeiten. Begonnen wird in der "Kernstadt", dem inneren Siedlungs- und Wirtschaftskern der US-amerikanischen Stadt. Es sollen zum einen die historischen Hintergründe erläutert werden, zum anderen aber auch auf die Entwicklungen und die aktuellen Probleme eingegangen werden. Im darauffolgenden Abschnitt wird die "Außenstadt" im suburbanen Raum behandelt. Es soll beschrieben werden, wie diese "Außenstädte" entstanden sind, wie sie sich gliedern und welche Probleme sie verursacht haben. Im vierten Kapitel werden einige Modelle des US-Städtebaus erörtert. Durch das Ausufern der Städte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden die klassischen Stadtentwicklungsmodelle der Chicagoer Schule überholt. In dieser Arbeit soll eine Auswahl neuerer Stadtmodelle dargelegt werden. So wird das "Modell der Viertelsbildung US-amerikanischer Städte" nach Lutz Holzner, das "Muster einer amerikanischen Stadt" nach R. Hahn sowie das Modell "Stadtland USA" nach Lutz Holzner behandelt.

2. Stadtentstehung in den USA

2.1 Geschichtliche und kulturelle Hintergründe

Städte in den Vereinigten Staaten von Amerika zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie, verglichen mit europäischen Städten, relativ jung sind. Die Gründung erfolgte durch die Kolonialmächte. Das waren in den östlichen Bundesstaaten die britischen, im Süden die französischen und die spanischen Kolonialmächte sowie im Südwesten die spanischen Kolonialmächte. Eine Stadtgründung wurde als "Instrument imperialer Herrschaft" verstanden, die Kolonialherren versuchten ihre Werte und Leitlinien auf die neu gegründeten Siedlungen zu übertragen. Die Gründung neuer Städte war ein Ausdruck des gesellschaftlich-ideologischen Ordnungsaufbaus der Kolonialländer. Diese Grundstruktur ist in den Kernen der heutigen US-Städte noch rudimentär vorhanden. Zwar wurden die historischen Gebäude vielerorts durch moderne Glaspaläste ersetzt oder die Städte durch umfangreiche Baumaßnahmen erweitert, das historische Straßennetz ist in den Siedlungskernen jedoch vielerorts noch vorzufinden. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und besonders ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die US-amerikanischen Städte umfangreich erweitert (Zehner [2001]).

Für die weitere Stadtentwicklung in den USA waren britische Einflüsse maßgebend, da sich die Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung von der Ostküste hin zur Westküste ausbreiteten. Waren die Städte zunächst noch von den Kolonialherren bestimmt, übernahmen die zugezogenen Siedler aus den östlichen Staaten die dortigen Leitbilder. Da die Städte erst in der Neuzeit, im Südwesten größtenteils erst im 19. Jahrhundert gegründet wurden, ist kaum eine Stadt älter als 400 Jahre. Wegen dem jungen Alter der Städte fehlen traditionelle Elemente fast völlig. Städte waren zudem nie als kulturelle Zentren konzipiert. In den puritanisch geprägten Gebieten galten Städte als verrucht und als "Hort der Sünden". US-Präsident Jefferson lehnte die europäische Stadtidee schlichtweg ab: Er schrieb den Städte alles moralische Übel zu (Lichtenberger [2002], Seite 90). Somit spiegeln die Städte auch die Werte, Normen und Einflüsse der US-Gesellschaft wider, dem "american way of life".

Geprägt sind die US-Städte vor allem dadurch, dass sie nach ökonomischen und pragmatischen Gesichtspunkten gegliedert sind. Hauptaugenmerk galt der Profitabilität der Städte. Oft erfolgten Stadtgründungen aus wirtschaftlicher Motivation. Im Südwesten der USA waren dies vor allem Minen, die Stadtgründungen mit sich zogen oder auch der Eisenbahnbau. Geriet der Hauptwirtschaftszweig einer Ortschaft allerdings in eine Krise, so konnte dies den Niedergang der Stadt bedeuten. So gibt es vor allem im Südwesten der Vereinigten Staaten zahlreiche so genannte "ghost towns" oder "mining camps". Städte wurden in den USA immer als Prozess gesehen, es gab nie eine über Generationen reichende Stabilität, wie es in europäischen Städten zu beobachten ist (Lichtenberger [2002], Seite 89).

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