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Subtitle: Ein kurzer Überblick
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Svenja Schäfer
Subject: Sociology - Consumption and Advertising
Details
Institution/College: RWTH Aachen University (Institut für Soziologie und Erziehungswissenschaften )
Tags: Jugend, Massenmedien, Theorien, Sozialisation-, Adoleszenz
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-87087-0
ISBN (Book): 978-3-638-87092-4
File size: 142 KB
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Abstract
Wie zu keiner anderen Zeit findet das heutige Heranwachsen Jugendlicher in der Begleitung von Massenmedien statt und so wird die Jugend- zur Medienzeit. Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Nivellierungs- und Passivitätsthese (Vogelsang 1994: S.464) zeigt die vorliegende Arbeit, dass Massenmedien keinesfalls auf Gleichmacher-Prozesse und inaktiven Konsum reduziert werden dürfen. Es handelt sich vielmehr um einen Produktivitäts- und Kreativitätsprozess: Medien ermöglichen die freie Wahl von Peer-Groups und damit einen ersten Schritt zum selbst gewählten Leben. Ihre Vielfalt hilft sowohl bei der Selbstinszenierung, als auch bei der Stilbildung. Ihre weltumspannenden Informationen und Angebote erweitern den geistigen Horizont, fördern Bildung und Wissen. Zur näheren Erläuterung dieser Zusammenhänge werden die Facetten des Begriffes „Jugend“ in den ersten Kapiteln detailliert erklärt. Zunächst werden signifikante Merkmale des “Erwachsenwerdens“ aufgeführt. Die Phase der Adoleszenz verläuft parallel zu der Entwicklung persönlicher Rezeptionsweisen und -stilen. Die Einwirkung der Medien auf den persönlichen, familiären und allgemein/sozialen Bereich erfordert eine nähere Betrachtung. Darauf aufbauend befassen sich die anschließenden Abschnitte mit dem Ausdruck „Massenmedien“. Was genau bedeutet dieser Begriff in den Bereichen Audio, Video, Print und Internet? Wo werden besonders junge Menschen angesprochen und beeinflusst? Nutzen die sich Ihnen bietenden Möglichkeiten aktiv, werden sie manipuliert oder werden sie durch ein Überangebot zu passiven Konsumenten? Zur Beantwortung dieser Fragen soll Abschnitt 4 Aufschluss geben. Hier werden auch die speziellen Jugend-Medien-Gruppen vorgestellt. „Videofans“(4.1), „Computerfreaks“(4.2), „Grufties“(4.3). Sie stehen für eine charakteristischen, wenn auch extravaganten Umgang mit Medien.
Excerpt (computer-generated)
Institut für Soziologie und Erziehungswissenschaften RWTH Aachen
Hauptseminar: Theorien der Sozialisation: Adoleszenz
Jugend und Massenmedien
von
Svenja Schäfer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung... 2
2. Signifikatoren der Adoleszenz... 2
3. Massenmedien... 5
3.1 Medienbeispiel Internet... 6
3.2 Medienbeispiel Print... 7
3.3 Medienkultur... 9
3.4 Aktiver und passiver Medienkonsum... 10
4 Jugend hat viele Gesichter... 11
4.1 „Videofans“... 12
4.2 „Computerfreaks“... 13
4.3 „Grufties“... 14
4.4 Fazit... 16
5. Ausblick... 17
6 Literatur... 19
1. Einleitung
Wie zu keiner anderen Zeit findet das heutige Heranwachsen Jugendlicher in der Begleitung von Massenmedien statt und so wird die Jugend- zur Medienzeit. Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Nivellierungs- und Passivitätsthese (Vogelsang 1994: S.464) zeigt die vorliegende Arbeit, dass Massenmedien keinesfalls auf Gleichmacher-Prozesse und inaktiven Konsum reduziert werden dürfen. Es handelt sich vielmehr um einen Produktivitäts- und Kreativitätsprozess: Medien ermöglichen die freie Wahl von Peer-Groups und damit einen ersten Schritt zum selbst gewählten Leben. Ihre Vielfalt hilft sowohl bei der Selbstinszenierung, als auch bei der Stilbildung. Ihre weltumspannenden Informationen und Angebote erweitern den geistigen Horizont, fördern Bildung und Wissen. Zur näheren Erläuterung dieser Zusammenhänge werden die Facetten des Begriffes „Jugend“ in den ersten Kapiteln detailliert erklärt. Zunächst werden signifikante Merkmale des “Erwachsenwerdens“ aufgeführt. Die Phase der Adoleszenz verläuft parallel zu der Entwicklung persönlicher Rezeptionsweisen und -stilen. Die Einwirkung der Medien auf den persönlichen, familiären und allgemein/sozialen Bereich erfordert eine nähere Betrachtung. Darauf aufbauend befassen sich die anschließenden Abschnitte mit dem Ausdruck „Massenmedien“. Was genau bedeutet dieser Begriff in den Bereichen Audio, Video, Print und Internet? Wo werden besonders junge Menschen angesprochen und beeinflusst? Nutzen die sich Ihnen bietenden Möglichkeiten aktiv, werden sie manipuliert oder werden sie durch ein Überangebot zu passiven Konsumenten? Zur Beantwortung dieser Fragen soll Abschnitt 4 Aufschluss geben. Hier werden auch die speziellen Jugend-Medien-Gruppen vorgestellt. „Videofans“(4.1), „Computerfreaks“(4.2), „Grufties“(4.3). Sie stehen für eine charakteristischen, wenn auch extravaganten Umgang mit Medien.
2. Signifikatoren der Adoleszenz
Was genau kennzeichnet diese persönlichkeitsprägende Phase, das „Erwachsenwerden“? Hierzu sind viele Theorien und Erklärungsversuche entwickelt worden. Im Folgenden stützt sich meine Ausarbeitung auf die meiner Meinung nach wichtigsten Faktoren, die Ferchhoff und Neubauer zusammengetragen haben (Ferchhoff; Neubauer 1997: S.117f). Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind in ihrer Art teilweise idealtypisch und plakativ, was jedoch ihre Aussagekräftigkeit noch unterstützt.
Die Adoleszenz ist eine Phase massivster physischer und psychischer Veränderung. denen der menschliche Körper und Geist unterliegen. Im Laufe der Pubertät verwandelt sich nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Körpers, sondern es findet auch eine Modifikation Gedankenmusters statt. Parallel zu diesem Prozess geht eine Umstrukturierung des Netzwerkes, in dem man lebt, einher. Das soziale Umfeld, Freunde, Familie, Bekannte verändern ihr Benehmen und erwarten ebenso ein entsprechend anderes Verhalten des Heranwachsenden. Er wird als zunehmend eigenverantwortlich für sein Handeln angesehen und die Ansprüche, die man an ihn stellt, steigen. Auf der anderen Seite nimmt die Gesellschaft ihn zunehmend als wichtiges Mitglied wahr. Aus dem Kind wird ein Jugendlicher und dieser befindet sich in der Phase der Adoleszenz. In der Wissenschaft wird letztere durch das Erlangen bzw. den Erwerb von „Familie“ und „Beruf“ als abgeschlossen gesehen.
Die Pubertät ist die Phase, in der körperliche Veränderungen am deutlichsten zu Tage treten und die den größten Einfluss auf unser späteres Leben hat. Zu diesem Zeitpunkt wird ein neues, eigenes Körpergefühl, ein Körperbewusstsein erworben, das bald zu einer Körperwirkung heranwächst. Hier steht die Frage der Akzeptanz der eigenen physischen Erscheinung im Vordergrund. Da nicht alle Gliedmaßen gleichzeitig wachsen, oft auch noch Hautprobleme auftauchen, Stimmbruch oder die Periode einsetzen gibt es Zeitbereiche, in denen sich Heranwachsende selber als abstoßend betrachten. Bei Freizeitaktivitäten, wie dem Sport, kann der Umgang mit der neuen Körperlichkeit spielerisch erworben werden. Hier sind Gleichaltrige mit den gleichen Problemen ein wichtiger Halt.
Diese Entwicklung geht untrennbar mit dem Leben und Bewusstwerden der eigenen Geschlechtsrolle einher. Das heutige Gesellschaftsgefüge ist von (teilweise noch stereotypen) geschlechtsspezifischem Verhalten geprägt. Durch den Erwerb der männlichen bzw. weiblichen Rolle wird jeder Persönlichkeit erst einmal ein individueller, standardisierter Platz in der Gesellschaft zugewiesen. Er lässt sich nur durch aktives Arbeiten an der eigenen Struktur verändern. Geschlechtsumwandlungen, ausgelebte Homosexualität, Lesbische Vorlieben, berufliche Karriere in Männer- oder Frauendomänen heben die klassischen Rollen von Mann und Frau auf und verändern so den ursprünglichen Status in der Gesellschaft.
Doch nicht nur der Körper verändert sich, sondern auch der Charakter von Beziehungen erfährt einen Wandel. Die Kontakte zu älterer, jüngeren oder gleichaltrigen Mitmenschen, Freunden, vor allem andersgeschlechtliche Personen, verändern sich. Beziehungen werden reifer und intensiver. Eine „neue“ Beziehungsfähigkeit entsteht: Die Aufnahme intimer und emotionaler Verbindung zu einem ausgewählten Partner, was keineswegs genitaler Sexualität entspricht. Die Phase des Heranwachsens beginnt mit der Suche nach der eigenen Identität und endet mit der Bildung einer komplexen Persönlichkeitsstruktur, die im Laufe des Lebens immer weiter verfeinert und ausgeprägter wird.
[...]
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