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Das Finanz-Controlling als Teil der Unternehmenssteuerung am Beispiel eines Baudienstleisters

Diploma Thesis, 2007, 92 Pages
Author: Dipl.-Wirtsch.-Ing. Raphael Kowalczykowski
Subject: Industrial Engineering and Management

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2007
Pages: 92
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 23  Entries
Language: German
Archive No.: V80534
ISBN (E-book): 978-3-638-83035-5

File size: 455 KB

Abstract

"Die Bauwirtschaft in Deutschland befand sich seit Mitte der 90er Jahre bis ins Jahr 2005 in einer schweren ökonomischen Krise. Seither sind es vor allem der globale Wirtschaftsaufschwung sowie die kräftigen Gewinneinnahmen der deutschen Unternehmen, die für höhere Investitionen im Bausektors sorgen. Zudem begünstigen steigende Steuereinnahmen die Finanzlage der Kommunen, die zur Zunahme der öffentlichen Bauinvestitionen führen. Trotz des sich derzeit abzeichnenden Aufschwungs in der Bauwirtschaft, aber auch gerade aus diesem Grund heraus, ist es doch für jedes Bauunternehmen existenzsichernd und gewinnbringend, sich in Zeiten ändernder Marktbedingungen über die eigene Kapazitäts-, Kapital-, und Finanzlage sowie den jeweiligen Strukturen und Abhängigkeiten untereinander bewusst zu werden." "Ziel dieser Arbeit wird es daher sein, die einzelnen Bestandteile des Finanzcontrollings wiederzugeben, die Abhängigkeiten dieser Bestandteile untereinander darzustellen sowie jene an einzelnen Beispielen zu verdeutlichen."


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Lippe und Höxter

Das Finanz-Controlling als Teil der
Unternehmenssteuerung am Beispiel eines Baudienstleisters

Diplomarbeit
in der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen Bau

Eingereicht von: Raphael Kowalczykowski

Erarbeitet im: 8. Semester

Abgegeben am: 03. August 2007

 

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis ... III

1 Einleitung ... 1

1.1 Problemstellung und Zielsetzung ... 1
1.2 Das Controlling als essentielle Instanz ... 2
1.3 Das Finanzcontrolling als Teil der Unternehmenssteuerung ... 4

2 Finanzplanung ... 6

2.1 Definition ... 6

2.2 Der Finanzplan / Liquiditätsplan ... 7

2.3 Der Investitionsplan ... 11
2.3.1 Investitionsrechnungen ... 12

2.4 Kapitalbedarf ... 16

3 Finanzkontrolle ... 19

3.1 Definition ... 19

3.2 Kennzahlenanalyse ... 20
3.2.1 Definition ... 20
3.2.2 Bestandsorientierte Kennzahlenanalyse ... 22
3.2.2.1 Vertikale Bilanzstruktur ... 23
3.2.2.1.1 Analyse der Vermögensstruktur ... 23
3.2.2.1.2 Analyse der Kapitalstruktur ... 31
3.2.2.2 Horizontale Bilanzstruktur ... 41
3.2.2.2.1 Horizontale Finanzierungsregeln ... 41
3.2.2.2.2 Liquiditätsregeln und –kennzahlen ... 46
3.2.3 Stromgrößenorientierte Kennzahlenanalyse ... 52
3.2.3.1 Erfolgskennzahlen ... 53
3.2.3.1.1 Absolute Erfolgskennzahlen ... 53
3.2.3.1.2 Relative Erfolgskennzahlen ... 62
3.2.3.2 Aktivitätskennzahlen ... 67

4 Finanzsteuerung ... 68

4.1 Definition ... 68

4.2 Kennzahlensysteme ... 68
4.2.1 Logisch-deduktive Kennzahlensysteme ... 69
4.2.2 Empirisch-induktive Kennzahlensysteme ... 74

5 Informationsversorgung ... 77

5.1 Definition ... 77
5.2 Informationssysteme ... 79

6 Zusammenfassung ... 81

7 Fazit und Ausblick Hochtief AG ... 82

Anhang

Anlage 1: Konzernbilanzen 2005/2006 der Hochtief AG ... 83
Anlage 2: Konzernbilanzen 2005/2006 der Bilfinger Berger AG ... 84
Anlage 3: Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungen 2005/2006 der Hochtief AG ... 85
Anlage 4: Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungen 2005/2006 der Bilfinger Berger AG ... 86

Literaturverzeichnis ... 87


1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Die Bauwirtschaft in Deutschland befand sich seit Mitte der 90er Jahre bis ins Jahr 2005 in einer schweren ökonomischen Krise.1 Seither sind es vor allem der globale Wirtschaftsaufschwung sowie die kräftigen Gewinneinnahmen der deutschen Unternehmen, die für höhere Investitionen im Bausektors sorgen. Zudem begünstigen steigende Steuereinnahmen die Finanzlage der Kommunen, die zur Zunahme der öffentlichen Bauinvestitionen führen. Trotz des sich derzeit abzeichnenden Aufschwungs in der Bauwirtschaft, aber auch gerade aus diesem Grund heraus, ist es doch für jedes Bauunternehmen existenzsichernd und gewinnbringend, sich in Zeiten ändernder Marktbedingungen über die eigene Kapazitäts-, Kapital-, und Finanzlage sowie den jeweiligen Strukturen und Abhängigkeiten untereinander bewusst zu werden. Speziell auf den Wandel in der Unternehmensumwelt, der unter anderem auf die Globalisierung der Weltwirtschaft sowie auf die Liberalisierung und Deregulierung der Märkte zurückzuführen ist, sollten sich Bauunternehmen einstellen. Zudem sind es der Hyperwettbewerb, die Entmaterialisierung und Digitalisierung der Produkte im Zusammenhang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der demografische und ökologische Wandel, die auch die Finanzlage eines Bauunternehmens beeinflussen können.2 Die Anpassung und gezielte Steuerung dieser Faktoren wird es ermöglichen, Konjunkturzyklen effizient zu nutzen, um Wettbewerbsfähigkeit zu generieren. Betrachtet man jedoch den mittelständisch geprägten Bausektor, so stellt man fest, dass das Management über eine unterentwickelte Planung verfügt, eine informelle Steuerung und Kontrolle besitzt und die Verbreitung von Kostenrechnung und Budgetierung unterdurchschnittlich Anwendung findet.3 „Entweder werden wichtige Daten gar nicht erhoben oder mit erhobenen Daten wird nicht konsequent gesteuert.“4 Aufgrund der hohen Finanzierungsaufwendungen im Baugewerbe sind es weiterhin die finanztechnischen Kriterien wie geringe Eigenkapitalquoten und Liquiditätsengpässe, die die Unternehmensexistenz bedrohen. Zudem sind es die „unzureichenden bzw. nicht vorhandenen Arbeitskalkulationen und Terminpläne der Bauprojekte, die mangelnde Zuverlässigkeit von Bauleistungsmeldungen, fehlende Soll/Ist-Vergleiche sowie das lückenhafte Nachtragsmanagement“5, die zu einem unbefriedigenden Zustand führen. Jene Tatsachen unterstützten zahlreiche Insolvenzen im Bausektor in den letzten Jahren. Weiterhin bestätigen sie die These, dass ein Controllingsystem, welches die Planung, Steuerung, Kontrolle und Informationsversorgung eines Unternehmens sicher stellen soll, unentbehrlich ist. Speziell das Finanzcontrolling, welches im finanzwirtschaftlichen Bereich eines Unternehmens das finanzielle Gleichgewicht zur Aufgabe hat, ist und bleibt ein existenzieller Bestandteil des Gesamtcontrollings zur Erzielung unternehmensrelevanter und finanztechnischer Ziele. Ziel dieser Arbeit wird es daher sein, die einzelnen Bestandteile eines solchen Finanzcontrollings wiederzugeben, die Abhängigkeiten dieser Bestandteile untereinander darzustellen sowie jene an einzelnen Beispielen zu verdeutlichen. Dazu werden innerhalb der Kapitel Finanzkontrolle und Finanzsteuerung einzelne Beispiele auf die Jahresabschlüsse eines Baudienstleisters übertragen, um den Bezug zur aktuellen Finanzlage der Bauwirtschaft zu erlangen. Als Bezugspunkt wird hier die Hochtief AG gewählt, da diese als Global Player sehr erfolgreich wirtschaftet. Als internationaler Baudienstleister bietet Hochtief für komplexe Projekte aller Art eine breite Leistungspalette. Diese reicht von Entwicklung und Bau über Dienstleistungen bis hin zu Konzessionen und Betrieb.


1.2 Das Controlling als essentielle Instanz

Der aus dem angelsächsischen Raum stammende Begriff “to control“ wird mit “Steuern“ und “Beeinflussen“, aber auch mit “Orientierung geben“ und “Unter-Kontrolle-Halten“ übersetzt und bedeutet, eine Sache im Griff zu haben, über Vorgänge und Ereignisse informiert zu sein sowie empfehlen und eingreifen zu können, um die Vorstellungen der Unternehmensleitung zu verwirklichen. Trotz der vielen in der Literatur vorzufindenden Versuche, den Begriff “Controlling“ zu beschreiben, ist es bislang nicht zu einer verbindlichen Begriffsdefinition gekommen. Reichmann6 z.B. beschreibt das Controlling als die zielbezogene Unterstützung von Führungsaufgaben, die der systemgestützten Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung zur Planerstellung, Koordination und Kontrolle dient. Er betont damit das Controlling als eine Stabsfunktion oder ein Subsystem im Unternehmen, welches beratende und unterstützende Aufgaben gegenüber dem Management erfüllt. Ziegenbein7 sieht zusätzlich das Controlling als die Bereitstellung von Methoden und Informationen für arbeitsteilig ablaufende Planungs- und Kontrollprozesse sowie die funktionsübergreifende Koordination dieser Prozesse. Folglich haben beide gemeinsam, dass die Hauptaufgaben des Controllings in der Planung, Kontrolle, Steuerung und Informationsversorgung liegen und diese der Erfüllung von Unternehmenszielen dienen. Verdeutlichen kann man die Zusammenhänge zwischen den Aufgaben des Controllings wie folgt:

[...]


1 Vgl. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bericht zur Lage und Perspektive der Bauwirtschaft, 2006, S.1

2 Vgl. Ziegenbein, K.: Controlling, 2002, S.21

3 Vgl. Klinke, A.: Finanzcontrolling in mittelständischen Bauunternehmen, 2005, S.18

4 Pressemitteilung des Rechnungshofes der Freien Hansestadt Bremen, Lothar Spielhoff, 21.03.2006

5 Wirth, V.: Unternehmenscontrolling im Baubetrieb, 1996, S.28

6 Vgl. Friedl, B.: Controlling, 2003, S.1

7 Vgl. Ziegenbein, K.: Controlling, 2002, S.23

8 Eigene Darstellung in Anlehnung an Ziegenbein, K.: Controlling, 2002, S.24


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