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Studienarbeit: Unternehmensbewertung

Intermediate Examination Paper, 2004, 23 Pages
Author: Stephan Weber
Subject: Economics / Business: Revision, Auditing

Details

Category: Intermediate Examination Paper
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V80905
ISBN (E-book): 978-3-638-87427-4
ISBN (Book): 978-3-638-94750-3
File size: 148 KB

Abstract

Die Bewertung von Unternehmen gewinnt im Zuge der international und national ansteigenden Zahl von Unternehmenskäufen zunehmend an Bedeutung in der Betriebswirtschaft. Kauf und Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen sind ebenso wie Beteiligungen und Fusionen - insbesondere für Großbetriebe - zu einem wichtigen Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden. Die Unternehmensbewertung hat als Teilbereich der Investitionsrechnung aber auch eine starke Bedeutung für die Klein- und Mittelbetriebe. Einsatzgebiete in diesem Bereich sind z. B. der Gang an die Börse sowie die Vermögensübertragung auf die nachfolgende Generation aus Altersgründen. Daneben können auch die Beurteilung der finanziellen Situation von Unternehmen sowie Schadensersatzleistungen, Verschmelzungen, der Austritt von Gesellschaftern aus Personengesellschaften, Abfindungen in bar (Squeeze-out) bzw. Aktien, die Bewertung von Marken, die zur Zeit ca. 50 % des Gesamtwerts eines Unternehmens ausmacht (Brand Valuation) und der Zugewinnausgleich bei Ehegatten gemäß §§ 1372-1390 BGB, Anlässe für eine Bestimmung des Unternehmenswerts sein. Zur Bewertung von Unternehmen stehen der Betriebswirtschaftslehre als Gesamtbewertungsverfahren die Discounted Cash flow-Methode, die Ertragswertmethode sowie das Vergleichswertverfahren zur Verfügung. Diesen Bewertungsmethoden liegt zugrunde, dass der Unternehmenswert auf der Eigenschaft beruht, Gewinne zu erwirtschaften, die anschließend den Eigentümern des Unternehmens zufließen. Des Weiteren sind noch als Einzelbewertungsverfahren das Substanzwertverfahren auf der Basis von Reproduktionswerten sowie auf der Basis von Liquidationswerten und als so genannte Mischverfahren das Mittelwert- sowie das Übergewinnverfahren bekannt.


Excerpt (computer-generated)

Berufsakademie Villingen-Schwenningen, Studienbereich Wirtschaft
Fachbereich Steuern und Prüfungswesen
2. Semester

Studienarbeit: Unternehmensbewertung

von

Stephan Weber

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 5

2. Grundlagen der Unternehmensbewertung... 6

2.1 Unternehmenswert versus Unternehmenspreis... 6
2.2 Funktionsabhängigkeit des Unternehmenswerts... 7

2.2.1 Objektive Unternehmensbewertung... 7
2.2.2 Subjektive Unternehmensbewertung... 8
2.2.3 Funktionale Unternehmensbewertung... 8

2.3 Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensbewertung (GoU)... 9

3. Grundlagen ausgewählter Bewertungsverfahren... 10

3.1 Das Ertragswertverfahren... 12

3.1.1 Grundlagen... 12
3.1.2 Die Elemente des Ertragswertverfahrens... 12

3.1.2.1 Die Ertragsgröße... 12
3.1.2.2 Schritte zur Ermittlung des Ertragswertes... 12
3.1.2.3 Der Kapitalisierungszinsfuß (Diskontierungssatz)... 13

3.2 Das Discounted Cash flow-Verfahren... 14

3.2.1 Grundlagen... 14
3.2.2 Ansätze der DCF-Methode... 15

3.2.2.1 Equity-Ansatz (Nettoverfahren)... 15
3.2.2.2 Entity-Ansatz (Bruttoverfahren)... 15
3.2.2.3 Adjusted Present Value-Verfahren (APV-Ansatz)... 15

4. Ertragswert- versus DCF-Verfahren... 17

5. Resümee... 18

Gesetze, Rechtsverordnungen und Verwaltungsanweisungen... 19

Literaturverzeichnis... 20

 

 

1. Einleitung

Die Bewertung von Unternehmen gewinnt im Zuge der international und national ansteigenden Zahl von Unternehmenskäufen zunehmend an Bedeutung in der Betriebswirtschaft.1 Kauf und Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen sind ebenso wie Beteiligungen und Fusionen - insbesondere für Großbetriebe - zu einem wichtigen Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden.2 Die Unternehmensbewertung hat als Teilbereich der Investitionsrechnung aber auch eine starke Bedeutung für die Klein- und Mittelbetriebe. Einsatzgebiete in diesem Bereich sind z. B. der Gang an die Börse sowie die Vermögensübertragung auf die nachfolgende Generation aus Altersgründen.3 Daneben können auch die Beurteilung der finanziellen Situation von Unternehmen sowie Schadensersatzleistungen, Verschmelzungen, der Austritt von Gesellschaftern aus Personengesellschaften, Abfindungen in bar (Squeeze-out) bzw. Aktien, die Bewertung von Marken, die zur Zeit ca. 50 % des Gesamtwerts eines Unternehmens ausmacht (Brand Valuation) und der Zugewinnausgleich bei Ehegatten gemäß §§ 1372-1390 BGB, Anlässe für eine Bestimmung des Unternehmenswerts sein. 4 5 Zur Bewertung von Unternehmen stehen der Betriebswirtschaftslehre als Gesamtbewertungsverfahren die Discounted Cash flow-Methode, die Ertragswertmethode sowie das Vergleichswertverfahren zur Verfügung. Diesen Bewertungsmethoden liegt zugrunde, dass der Unternehmenswert auf der Eigenschaft beruht, Gewinne zu erwirtschaften, die anschließend den Eigentümern des Unternehmens zufließen.6 Des Weiteren sind noch als Einzelbewertungsverfahren das Substanzwertverfahren auf der Basis von Reproduktionswerten sowie auf der Basis von Liquidationswerten und als so genannte Mischverfahren das Mittelwert- sowie das Übergewinnverfahren bekannt.7

2. Grundlagen der Unternehmensbewertung

2.1 Unternehmenswert versus Unternehmenspreis

Zwischen Unternehmenswert und Unternehmenspreis besteht ein wichtiger Unterschied. Das Sprichwort „Preis ist, was man zahlt, Wert das, was man bekommt“ macht diesen Unterschied deutlich. Transaktionen finden nur statt, wenn der Wert für den Käufer den Kaufpreis, den der Verkäufer des Unternehmens fordert, übersteigt.8 Ein Wert hat nur Bedeutung in Verbindung mit einem Menschen dem der Nutzen gespendet wird und ist abhängig von den Vorstellungen dieses Individuums.9 Will man den Wert eines Unternehmens bestimmen, muss man den Nutzen kennen, den dieses Unternehmen seinem Eigentümer bzw. Investor stiftet. Der Wert eines Unternehmens wird von dem Nutzen bestimmt, den sein Inhaber aus ihm ziehen kann. Der betriebswirtschaftliche Nutzen beruht auf der Fähigkeit, Bedürfnisse des Wirtschaftssubjektes zu befriedigen. Er beruht daher auf quantifizierten Prognosen und gibt den Marktwert des Eigenkapitals wieder. Der Preis hingegen ergibt sich aus Angebot und Nachfrage, wird also wesentlich von der Nutzenschätzung der jeweiligen Käufer und Verkäufer bestimmt 10 und kann somit vom Unternehmenswert abweichen. Bei der Bewertung von Unternehmen sind aber neben den eben genannten monetären Nutzenströmen, wie zum Beispiel Entnahmen, auch nicht-monetäre Nutzenkomponenten, (Erhalt der Arbeitsplätze, Prestige, Macht) zu beachten. Im Prozess der Unternehmensbewertung wird den verschiedenen Nutzenströmen ein Wert, meist in Form eines Geldbetrages, zugeordnet.
Vom Wert eines Unternehmens ist also der Preis desselben abzugrenzen. Preise sind in Geld bezifferte Tauschwerte für verschiedenste Güter und werden in Verhandlungen oder auf den jeweiligen Gütermärkten gebildet. Aufgrund der Individualität der Unternehmen gibt es für sie regelmäßig keine Marktpreise. Der Wert ist also ein Faktor, der in die Preisbildung eingeht. Er ist aber immer vom Preis verschieden.

Für den Unternehmenskauf lässt sich folgende Gleichung aufstellen:
mit: Wk = Wert, den der Käufer dem Unternehmen zumisst
P = Preis des Unternehmens.
Umgekehrt lässt sich die Bedingung für den Verkauf eines Unternehmens wie folgt formulieren:
Wv ≤ P
mit: Wv = Wert, den der Verkäufer dem Unternehmen zumisst.11

2.2 Funktionsabhängigkeit des Unternehmenswerts

Da die an der Unternehmensbewertung interessierten Kontrahenten unterschiedliche subjektive Erwartungshaltungen gemäß der Risiko- und Ertragsentwicklung des zu bewertenden Unternehmens haben und eine Informationsasymetrie zwischen Käufer und Verkäufer besteht, gibt es keinen objektiven Wert. Es sind also Grenzpreise für Eigenkapitalanteile oder Volumina für Übernahmetransaktionen zu ermitteln. Ein Unternehmen zu bewerten bedeutet, es mit einer alternativen Anlagemöglichkeit zu vergleichen. Es gibt nach heutiger Bewertungslehre immer nur Werte, die auf den jeweiligen Zweck bzw. die jeweilige Funktion der Bewertung Gültigkeit besitzen. Folgende Hauptfunktionen werden unterschieden.

2.2.1 Objektive Unternehmensbewertung

[...]


1 Vgl. Mandl / Rabel, Unternehmensbewertung, S. 1.

2 Vgl. Jacob, ABWL, 5. Auflage, S. 708.

3 Vgl. Peemüller, Schwerpunkte der Unternehmensbewertung, UM 1/2003, S. 5 f.

4 Vgl. Olbrich, Unternehmensbewertung, S. 14 ff.

5 Vgl. Ernst / Schneider / Thielen, Unternehmensbewertungen, S. 1.

6 Vgl. von Borstel, Bewertung von StB-Praxen, UM 1/2003, S. 28 ff.

7 Vgl. Mandl / Rabel, Unternehmensbewertung, S. 28 ff.

8 Vgl. Picot / Jansen, Moderne Bewertungsverfahren, Handelsblatt vom 16./17.04.1999, S. K 3.

9 Vgl. Behringer, Unternehmensbewertung KMU, 2. Auflage, S. 26.

10 Vgl. IDW Prüfungsstandards CD-ROM 2003 IDW S 1: Grundsätze zur Durchführungen von Unternehmensbewertungen, Punkt 2.4.

11 Vgl. Behringer, Unternehmensbewertung KMU, 2. Auflage, S. 26 ff.


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