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Scholary Paper (Seminar), 2001, 20 Pages
Author: Jan Rochus
Subject: Pedagogy - Pedagogic Sociology
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Erziehungswissenschaften)
Tags: Sozialisation, Durkheim, Parsons, Mead, Blumer, Symbolischer Interaktionismus, Strukturfunktionalismus
Year: 2001
Pages: 20
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-15208-2
File size: 256 KB
Der Begriff der Sozialisation wird aus strukturfunktionalistischer und interaktionistischer Perspektive diskutiert. Unzulänglichkeiten beider Ansätze werden aufgezeigt. Neben der klassischen Primärliteratur (Durkheim, Parsons, Mead, Blumer) wurden auch aktuelle Veröffentlichungen einbezogen. 370 KB
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Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin SoSe 2001
FB Erziehungswissenschaften
Seminararbeit
Thema:
Die Bedeutung des Sozialisationsprozesses
aus strukturfunktionalistischer und
interaktionistischer Perspektive
Seminar:
(12227) Schlüsselbegriffe der Sozialisation
Vorgelegt von: Jan Rochus
(Germ./Grundschulpäd.)
Berlin, den 4. Dezember 2001
Inhalt
0. Einleitung 3
1. Funktionale Systeme: Parsons′ Strukturfunktionalismus 4
1.1 Der Einfluss Durkheims 4
1.1.1 Soziologische Tatbestände und Kollektivbewusstsein 5
1.1.2 Internalisierung von Normen 7
1.2 Das System, die Struktur und der funktionale Mechanismus als Determinanten gesellschaftlicher Ordnung 8
1.2.1 Rollen 9
1.2.2 Sozialisation als Faktor der Selbsterhaltung von Systemen 10
1.3 Kritische Einwände 11
2. Symbolischer Interaktionismus 14
2.1 Methodische Voraussetzungen 14
2.2 Wahrnehmung, Symbole und Geist 15
2.3 ,,I" and ,,Me" und das Hineinversetzten in den ,,generalisierten Anderen" 17
3. Fazit 18
Literaturangaben 21
0. Einleitung
Ausgehend von dem Vorverständnis, Sozialisation als ,,Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt"1 zu begreifen, diskutiere und kritisiere ich zwei einflussreiche Theorien, die für die Entstehung dieses Vorverständnisses und Sozialisationstheorien von entscheidender Bedeutung waren:
1. In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwarf Talcott Parsons in den USA den vor allem durch Emile Durkheims Werk beeinflussten strukturfunktionalistischen Ansatz.
2. Ebenfalls in den USA entstand etwa 1920 die sozialbehavioristische Theorie von Georg Herbert Mead, die später durch Herbert Blumer bekannt wurde.
Die Schlussfolgerungen der beiden Ansätze wurden zwar durch den jeweiligen gesellschaftlich-historischen Kontext, in dem sie gezogen wurden, beeinflusst. Ihre Fragestellungen jedoch gingen in ihrer Zeit nicht auf, sondern wiesen über sie hinaus. Sie leben sozusagen als Prinzipien fort.
Die Gegenüberstellung dieser beiden Theorien kann keinen umfassenden Überblick darüber geben, wie der Prozess der Sozialisation theoretisch zu fassen sein könnte, was im Rahmen einer Seminararbeit (selbst bei veränderter Themenstellung) in differenzierter Weise auch nicht möglich wäre.2 Ziel dieser Arbeit ist es, zwei grundsätzliche, ehemals entgegengesetzte soziologische Hauptrichtungen mit ihren Stärken und Schwächen zu charakterisieren und Gründe für die Überwindung ihrer paradigmatischen Trennung, Modernisierung und Erweiterung aufzuzeigen.
1. Funktionale Systeme: Parsons′ Strukturfunktionalismus
1.1 Der Einfluss Durkheims
Parsons (1902-1979) führt in seiner strukturfunktionalistischen Theorie weiter, was Emil Durkheim (1858-1917) gegen Ende des 19. Jahrhunderts begründete.
In der noch heute bedeutenden Arbeit Die Regeln der soziologischen Methode thematisiert Durkheim die Konstruktion gesellschaftlicher Ordnung.3 Ebenso entscheidend wie die Problemstellung ist die Methode, die zu ihrer Bewältigung angewendet wird. Die soziologische Methode wird als eine von allen praktischen Doktrinen unabhängige vorgestellt, die gesellschaftliche Wirklichkeit beschreibt und nicht bewertet.
,,Die [...] Soziologie wird weder individualistisch, noch kommunistisch, noch sozialistisch sein, wie man gewöhnlich diese Ausdrücke versteht. Sie wird diese Theorien, denen sie keinen wissenschaftlichen Wert zuerkennen kann, prinzipiell ignorieren, da sie nicht darauf gerichtet sind, die Tatsachen auszudrücken, sondern sie zu reformieren".4
Durkheim geht über den Versuch hinaus, Objektivität und praktische Relevanz herzustellen, er will ahistorische gesellschaftliche Gesetzmäßigkeiten formulieren. Das wird besonders deutlich, wenn im zweiten Kapitel der Regeln die Rede davon ist, Vorstellungen und moralisch relevante Handlungen wie ,,Dinge" zu analysieren.5 Die methodischen Prinzipien positiver Wissenschaft sollen bei der empirischen Behandlung moralischer Akte Anwendung finden. ,,Die Perspektive des Handelnden, der notwendig wertet, sich entrüstet, sich freut etc., soll zwar vom Beobachter wissenschaftlich erfasst sein, darf jedoch nicht selbst zum Prinzip dieser Erfassung werden".6
1.1.1 Soziologische Tatbestände und Kollektivbewusstsein
[...]
1 Geulen/ Hurrelmann (1980), S. 51
2 Überblicke und Einführungen geben z.B. Hurrelmann/Ulich (1980), Tillmann (2000) und Zimmermann (2000), auf die ich mich in dieser Arbeit auch zum Teil beziehe.
3 Vgl. Durkheim (1976).
4 Durkheim (1976); S. 219.
5 Vgl. Durkheim (1976), S. 115ff.
6 Braun/ Hahn (1973) S. 80.
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