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Antiautorität! Und was bedeutet sie für die Autorität?

Hausarbeit, 2006, 20 Seiten
Autor: Diplom Sozialpädagogin Darina Chronz
Fach: Ethik

Details

Veranstaltung: Ethik
Institution/Hochschule: Berufsakademie Nordhessen Heidelberg
Tags: Antiautorität, Autorität, Ethik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 20
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 18  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V82218
ISBN (E-Book): 978-3-638-87031-3

Dateigröße: 104 KB

Zusammenfassung / Abstract

In meinen Praxisfeldern, einer Mädchenwohngruppe für weibliche Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren und einer städtischen Kindertagesstätte, wurde und werde ich weiterhin ständig mit unterschiedlichen Erziehungsvorstellungen und –idealen konfrontiert. Im Arbeitsfeld mit jüngeren Kindern teilten sich diese Sichtweisen besonders stark in unterschiedliche Richtungen. Auf der einen Seite steht der eigene pragmatische Wert der ErzieherInnen, welcher für sie die Rechtfertigung einer eher autoritären Erziehungsweise darstellt, und auf der anderen Seite stehe ich als auszubildende Studentin, welche selbst aus einem autoritär geprägten Elternhaus stammt. Als solche hinterfrage ich die Notwendigkeit bestimmter Eingriffe in die Entfaltung des kindlichen Erfahrungshorizontes. Deswegen ist es für mich besonders interessant, die so genannte antiautoritäre Erziehung näher kennen zu lernen und ihre Bedeutung in Bezug auf und für bestehende Erziehungssysteme zu erörtern. Wichtig ist für mich in diesem Zusammenhang die generelle Definition der Begrifflichkeiten, mit welcher ich mich im folgenden Abschnitt auseinander setzen werde. Im Anschluss werde ich einige explizite bekannte Beispiele für antiautoritäre Erziehungsgedanken aufführen, wobei ich diese, auf Grund des begrenzten Rahmens dieser Seminararbeit, nur oberflächlich betrachte.


Textauszug (computergeneriert)

Antiautorität! Und was bedeutet sie für die Autorität?

von

Darina Chronz

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG  1

2. KLÄRUNG DER BEGRIFFE  2
2.1. ERZIEHUNG  2
2.2 AUTORITÄRE ERZIEHUNG  3
2.3. ANTIAUTORITÄRE ERZIEHUNG  4

3. BEISPIELE UNTERSCHIEDLICHER ERZIEHUNGSSTILE  5
3.1. ROUSSEAU: EMILE  5
3.2. REFORMPÄDAGOGIK  7
3.3. NEILL: SUMMERHILL  9

4. ETHISCHES GRUNDVERSTÄNDNIS  11
4.1. DIE WÜRDE DES MENSCHEN  11
4.2.ETHISCHES PRINZIP UND MORALVORSTELLUNGEN  12
4.3. KINDER- UND JUGENDRECHT  13
4.4 HEUTIGE SICHTWEISEN  14

5. SCHLUSS  17

6. ANHANG  19
6.1. LITERATURVERZEICHNIS  19
6.2 INTERNETVERZEICHNIS  19

 

 

1. Einleitung

In meinen Praxisfeldern, einer Mädchenwohngruppe für weibliche Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren und einer städtischen Kindertagesstätte, wurde und werde ich weiterhin ständig mit unterschiedlichen Erziehungsvorstellungen und -idealen konfrontiert.

Im Arbeitsfeld mit jüngeren Kindern teilten sich diese Sichtweisen besonders stark in unterschiedliche Richtungen. Auf der einen Seite steht der eigene pragmatische Wert der ErzieherInnen, welcher für sie die Rechtfertigung einer eher autoritären Erziehungsweise darstellt, und auf der anderen Seite stehe ich als auszubildende Studentin, welche selbst aus einem autoritär geprägten Elternhaus stammt. Als solche hinterfrage ich die Notwendigkeit bestimmter Eingriffe in die Entfaltung des kindlichen Erfahrungshorizontes.

Deswegen ist es für mich besonders interessant, die so genannte antiautoritäre Erziehung näher kennen zu lernen und ihre Bedeutung in Bezug auf und für bestehende Erziehungssysteme zu erörtern.

Wichtig ist für mich in diesem Zusammenhang die generelle Definition der Begrifflichkeiten, mit welcher ich mich im folgenden Abschnitt auseinander setzen werde.

Im Anschluss werde ich einige explizite bekannte Beispiele für antiautoritäre Erziehungsgedanken aufführen, wobei ich diese, auf Grund des begrenzten Rahmens dieser Seminararbeit, nur oberflächlich betrachte.

Im vierten Kapitel werde ich mich mit dem Begriff der Würde des Menschen und den ethische Grundsätzen, welche sich daraus ergeben, auseinandersetzen. Um diese auf den Umgang innerhalb der Erziehung beziehen zu können, empfinde ich die Kinder- und Jugendrechte als eine Notwendigkeit. Im Anschluss möchte ich einige Beispiele für heutige Ansichten, Sichtweisen und Meinungen wiedergeben.

Abschließend werde ich im letzten Kapitel meine Resultate und Erfahrungen, die durch diese Arbeit entstanden sind, zusammenfassen.

2. Klärung der Begriffe

2.1. Erziehung

Laut Definition eines Lexikons ist der Begriff der Erziehung sehr widersprüchlich, denn er wird beschrieben, als alle Maßnahmen und Methoden, mit denen man jemanden erzieht. Einerseits ist in dem Definitionsrahmen die strenge, autoritäre Erziehung, und andererseits die nachsichtige, liebevolle, also antiautoritäre Erziehung enthalten. Als Ergebnisse dessen werden das Benehmen und die Manieren der einzelnen Personen bezeichnet1.

Des Weiteren stellt Erziehung auch die soziale Interaktion zwischen Menschen dar, welche zum Ziel hat, die zu erziehenden Personen an gültige gesellschaftliche Normen und Wertvorstellungen heranzuführen und unerwünschtes Verhalten gegebenenfalls zu unterbinden.

Folglich lässt sich der Prozess der Erziehung mit dem Prozess der Sozialisation gleichsetzen. Sozialisation bezeichnet die Gesamtheit der Phasen, durch die der Mensch zur sozialen und gesellschaftlichen, handlungsfähigen Persönlichkeit wird. Dies geschieht z.B. in der primären Sozialisationsphase, in welcher wichtige Persönlichkeitsmerkmale ausgeformt werden, die Sprache, Denken, Fühlen und Handeln betreffen. Diese befähigen den Menschen dazu, die Bedingungen und Formen des sozialen Handelns und Erlebens in der Gesellschaft zu verstehen und selbst daran teilzunehmen.

Deshalb beinhaltet Erziehung das Ziel, eine freie und unabhängige Persönlichkeit herauszubilden, welche sich dennoch im gesellschaftlichen Bezugssystem sicher bewegen kann. Daraus schlussfolgernd lässt sie sich als „Vermittlung der Mündigkeit an Unmündige“2 bezeichnen. Diese Prozesse der Sozialisation finden normalerweise in gesellschaftlichen Einrichtungen, wie z.B. der Familie, statt. Diese Einrichtungen steuern bewusst und unbewusst bestimmte Normen sowie Wertevorstellungen und vermitteln Verhaltensformen und stellenweise auch Ziele.

Betrachtet man dieses komplexe Zusammenspiel von Erziehungs- und Sozialisationsprozess, so wird deutlich, dass Erziehung vor allem abhängig ist von der Mentalität, dem Charakter und der Einstellung der Erzieher. Gleichzeitig wird die Erziehung aber auch von den Zielen der unterschiedlichen Erziehungseinrichtungen, wie Kindergarten, Schule, Vereine, oder z.B. Wohnheime geprägt.

[....]


1 Vgl. dazu Digel, W., Kwiatkowski, G.; 1990, S. 70

2 Ritzel, W.; 1973; zitiert nach Menck, P.; 1998, S. 23


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