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Subtitle: Die Synkrisis Caesar – Cato (53,2-54)
Termpaper, 2006, 19 Pages
Author: Anne-Mareike Franz
Subject: Latin
Details
Institution/College: University of Trier
Tags: Sallust, Coniuratio, Catilinae, Proseminar, Sallust, Coniuratione, Catilinae
Year: 2006
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-88820-2
ISBN (Book): 978-3-640-38668-0
File size: 188 KB
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Abstract
„Aber da steht vor uns die Synkrisis (53f.), rätselhaft gleich dem Antlitz der Sphinx, die uns mit ebenso faszinierenden wie unergründlichen Augen anstarrt“ - C. Sallustius Crispus charakterisiert in Kapitel 53,2 –54 seines Werkes Coniuratio Catilinae in einer Synkrisis die beiden wohl bedeutendsten politischen Persönlichkeiten seiner Zeit: Gaius Juli-us Caesar und Marcus Porcius Cato. Im Mittelpunkt der folgenden Analyse werden zwei essentielle Fragen stehen: Sympathisiert Sallust mit einem der beiden Charaktere und was ist seine Intention Caesar und Cato in einer Synkrisis gegenüberzustellen? Zur Beantwortung dieser Fragen sollen folgende Werke herangezogen werden: Der zu behandelnde lateinische Text basiert auf der Tusculum Ausgabe von Josef Lindauer, zudem werden zur weiteren In-terpretation und Vertiefung die Kommentare zu Coniuratio Catilinae von Ableitinger, Büchner, Lämmli, Schmid und Schmüdderich, des weiteren die Dissertation von Sabine Wussow hinzugezogen.
Excerpt (computer-generated)
Universität Trier, SS 2005
Proseminar: Sallust: De Coniuratione Catilinae
Sallust: Coniuratio Catilinae
Die Synkrisis Caesar – Cato (53,2-54)
von
Anne-Mareike Franz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung... 3
2. Einordnung in die Handlung... 3
2.1 Die Rede des Caesar (Kapitel 51)... 4
2.2 Die Rede des Cato (Kapitel 52)... 7
2.3 Interpretation der Rede des Caesar und des Cato... 11
3. Interpretation der Synkrisis (53,2-54)... 12
3.1 Erklärung der Größe Roms (53,2-53,6)... 12
3.2 Sallusts Stellung zu Caesar und Cato... 13
3.2.1 Neutrale Haltung Sallusts... 14
3.2.2 Sichtweise der Synkrisis zugunsten des Cato... 15
3.2.3 Sichtweise der Synkrisis zugunsten des Caesar... 16
3.3.4 Abwertung des Caesar und des Cato... 16
4. Schlussfolgerung... 18
5. Literaturverzeichnis... 19
1. Einleitung
„Aber da steht vor uns die Synkrisis (53f.), rätselhaft gleich dem Antlitz der Sphinx, die uns mit ebenso faszinierenden wie unergründlichen Augen anstarrt“1 - C. Sallustius Crispus charakterisiert in Kapitel 53,2 –54 seines Werkes Coniuratio Catilinae in einer Synkrisis die beiden wohl bedeutendsten politischen Persönlichkeiten seiner Zeit: Gaius Julius Caesar und Marcus Porcius Cato. Im Mittelpunkt der folgenden Analyse werden zwei essentielle Fragen stehen: Sympathisiert Sallust mit einem der beiden Charaktere und was ist seine Intention Caesar und Cato in einer Synkrisis gegenüberzustellen? Zur Beantwortung dieser Fragen sollen folgende Werke herangezogen werden: Der zu behandelnde lateinische Text basiert auf der Tusculum Ausgabe von Josef Lindauer2, zudem werden zur weiteren Interpretation und Vertiefung die Kommentare zu Coniuratio Catilinae von Ableitinger3, Büchner4, Lämmli, Schmid5 und Schmüdderich6, des weiteren die Dissertation von Sabine Wussow7 hinzugezogen.
2. Einordnung in die Handlung
Bei der Analyse der Synkrisis ist es unerlässlich, diese zuvor in den genaueren Kontext des Catilina einzuordnen. Im Mittelpunkt dieser Betrachtung stehen die vorangehenden Reden des Caesar (Kap. 51) und des Cato (Kap. 52), da hier bereits die Intentionen und Vorstellungen der beiden Charaktere vorgestellt werden. Hintergrund der Reden ist der gestellte Antrag auf Todesstrafe für die Anhänger des Catilina und die folgende Verhandlung im Senat.
2.1 Die Rede des Caesar (Kapitel 51)
Die Rede des Caesar kann laut Doris Ableitinger in eine allgemeine Einführung und in fünf darauffolgende Abschnitte unterteilt werden.8 Die Einleitung (51,1-3) ist als Appell zur Leidenschaftslosigkeit an die Senatoren gestaltet, ihre Entscheidungen sollen weder durch Hass und Zuneigung noch durch Zorn und Mitleid beeinflusst werden (ab odio amicitia,ira atque misericordia vacuos esse decet9). Den Kontrast zwischen dem Einfluss der Vernunft und der Leidenschaft verdeutlicht er auch durch die folgende Sentenz: ubi intenderis ingenium, valet; si lubido possidet, ea dominatus, animus nihil valet10. Die Affekte schalten seiner Meinung nach den Verstand aus, der aus diesem Grund nichts mehr bewirken kann. Diese Feststellung nutzt Caesar, um in Abschnitt I (51,4-8) auf die maiores des römischen Volkes überzuleiten, die sich gegen die Affekte gewehrt und recte atque ordine11 gehandelt haben. Er nennt an dieser Stelle zwei Beispiele. Im Makedonischen Krieg ließen die maiores die Rhodier trotz ihres Treuebruchs straflos, damit man ihnen nicht unterstellen könnte, sie wollten nur deren Reichtum und nicht deren Bestrafung. In den Punischen Kriegen legten die maiores stets mehr Wert darauf, das zu tun, was ihrer selbst würdig war, als auf das, was die Gesetzgebung als Bestrafung vorsah. „Magis, quid se dignum foret, quam quid in illos iure fieri posset, quaerebant“12 verwendet Caesar als Vorbild für die Senatoren und appelliert im Folgenden an sie, es den maiores gleich zu tun und bei der Urteilsfindung ihre Würde und ihren Ruf über den Zorn zu stellen.13
In Abschnitt II (51,9-15) spielt Caesar in ironischer Weise auf die Aussagen seiner Vorredner an, die mit wohlgeformten Worten (conposite atque magnifice)14 über das Unglück des Staates klagen. Da aber das persönliche Leid (iniuriae suae)15 durch einen Betroffenen meist schwerer bewertet wird, erklärt sich für Caesar hieraus der Grund für den Erfolg dieser Personen, das Volk aufzuwiegeln, und spricht ihnen die nötige Distanz zu einer objektiven Urteilsfindung ab. Aus dieser Feststellung folgert er, dass es Privatpersonen erlaubt sei, Affekte zuzulassen, da sie keinen großen Einfluss besäßen, dass aber Personen der Öffentlichkeit - wie die Senatoren - aufgrund der hohen Position keine Fehlentscheidungen, beeinflusst durch Affekte, treffen dürften. Denn diese Affekte werden bei Senatoren nicht Jähzorn (ira- cundia)16, wie bei Privatpersonen, sondern Überheblichkeit und Grausamkeit (superbia atque crudelitas)17 genannt. Diesen Eindruck verstärkt Caesar durch die Warnung, dass das Volk dazu tendiert, sich stärker an die zuletzt geschehenen Ereignisse, also an das zu strenge Urteil, zu erinnern als an die Taten der Verurteilten, und somit aufbegehren wird.18
[...]
1 Lämmli, Franz: Sallusts Stellung zu Cato, Caesar, Cicero, in: Wege der Forschung 46, S. 529.
2 Lindauer, Josef (Hrsg): Sallust: Die Verschwörung Catilinas - Catilinae Coniuratio, 2.Aufl., Düsseldorf / Zürich 2003.
3 Ableitinger, Doris: Beobachtungen zur Caesar-Rede in der Coniuratio Catilinae des Sallust, in: Festschrift Karl Vretska, Heidelberg 1970.
4 Büchner, K.: Zur Synkrisis Cato-Caesar in Sallusts Catilina, in: Studien der römischen Literatur IX: Römische Prosa, Wiesbaden 1978.
5 Schmid, Walter: Sallust: Die Reden Caesars und Catos, Terminologie und Ideologie, in: Gymnasium 69,1962.
6 Schmüdderich, L.: Das Bild Caesars in Sallusts „Verschwörung des Catilina“, in: Der Altsprachliche Unterricht 5, 1962.
7 Wussow, Sabine: Die Persönlichkeit des Cato Uticensis – Zwischen stoischer Moralphilosophie und republi- kanischem Politikverständnis, Diss. Düsseldorf 2004.
8 Vgl. Ableitinger, S. 334-346.
9 Catilina, 51,1.
10 Catilina, 51,3.
11 Catilina, 51,4.
12 Catilina, 51,6.
13 Vgl. Schmid, S. 338.
14 Catilina, 51,9.
15 Catilina, 51,11.
16 Catilina, 51,14.
17 Catilina, 51,14.
18 Vgl. Schmid, S. 339.
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