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Text-Analyse des Modus-Briefes von Nicolas Poussin

Other, 2005, 2 Pages
Author: M.A. Melitta Töller
Subject: Art - Painting

Details

Event: Propädeutikum Bildkünste
Institution/College: LMU Munich (Institut für Kunstgeschichte)
Tags: Text-Analyse, Modus-Briefes, Nicolas, Poussin, Propädeutikum, Bildkünste
Category: Other
Year: 2005
Pages: 2
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V82978
ISBN (E-book): 978-3-638-88721-2

File size: 50 KB

Abstract

(Auszug:) Poussin bezieht die Anregungen für seine Modus-Argumentation aus der griechischen Antike , auf die Entwicklung des Modus-Begriffes in der antiken Dichtkunst und Rhetorik. Dort gab es bereits eine Unterteilung in fünf verschiedene Modi: für ernste und strenge Themen verwendete man den dorischen Modus, für angenehme und lustige den phrygischen, für Klagethemen den lydischen, für Freude und göttliche Sujets den hypolydischen und für lustige Themen den ionischen Modus. Je nach Typus, Thema und Inhalt des Werkes kann sich ein Künstler in einem der Modi ausdrücken, ohne dabei seinen individuellen Stil, seine Künstlerhandschrift, zu verlieren.


Excerpt (computer-generated)

LMU München – Institut für Kunstgeschichte

Propädeutikum Bildkünste, SS 2005

Text-Analyse des Modus-Briefes von Poussin

von

Melitta Töller

 

 

Der „Modus-Brief“, den Nicolas Poussin1 am 24.November 1647 an seinen Auftraggeber Paul Fréart de Chantelou sandte, entstand im Zusammenhang von Poussins Anfertigung des Gemäldes „Ordination“. Chantelou war mit der ihm gelieferten „Ordination“ sehr unzufrieden, weil er fand, dass das kurz zuvor von Poussin angefertigte Bild „Auffindung Mosis im Nil“, das Poussin für einen anderen Auftraggeber gemalt hatte, viel schöner und liebenswerter sei als das Bild, das er selbst erhalten hat.2

Poussin verteidigt sich nun in seinem Brief damit, dass „die Art des Gegenstandes die Wirkung bedingt“3. Beide Bilder seien von ihm mit derselben Liebe und Hingabe, aber in einem völlig anderen, dem Sujet angemessenen „Modus“ gemalt. Modus4 bezeichnet dabei für Poussin eine Art Grundstimmung, die beim Ansehen des Bildes im Betrachter erzeugt wird, und auf die alle Elemente in einem Bild harmonisch einwirken müssen.5

[....]


1 Französischer Maler, geboren Juni 1594, gestorben November 1665.

2 Vgl.: Kirchner, Thomas: Kommentar, in: Thomas W. und Uwe Fleckner (Hrsg.): Historienmalerei, Berlin 1996, S. 145

3 Poussin, Nicolas: Brief an Paul Fréart de Chantelou, Paris 1647, zit. nach: Gaehtgens, Thomas W. und Uwe Fleckner (Hrsg.): Historienmalerei. Eine Geschichte der klassischen Bildgattungen, Band 1 Historienmalerei, Berlin 1996, S. 143

4 lat. „Maß, Art und Weise“, bzw., in Grammatik und Rhetorik, „Aussageweise“. (Vgl. „Modus“, in: Lexikon der Kunst, Band 4, München 1996, S. 796)

5 Vgl. Poussin 1996, S. 143


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