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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 30 Pages
Author: Sonja Deml
Subject: Sociology - Law, Delinquency, Abnormal Behavior
Details
Institution/College: University of Regensburg (Soziologie)
Tags: Labeling, Approach, Howard, Becker, Siegfried, Lamnek, Fritz, Sack, Hauptseminar, Soziale, Probleme, Konformität, Abweichung
Year: 2002
Pages: 30
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-15392-8
ISBN (Book): 978-3-638-64040-4
File size: 144 KB
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Abstract
Der „Labeling Approach“ ist ein relativ neuer Ansatz der Soziologie abweichenden Verhaltens. Er beschreibt das Phänomen Kriminalität vor allem von den Reaktionen und Sanktionen der Gesellschaft her. Demnach ist Devianz keine im Handeln des betrachteten Täters auffindbare Qualität, sondern eine Konsequenz der Anwendung von Regeln und Sanktionen auf den Täter. Der Täter wird damit etikettiert, also „gelabelt". Beim „Labeling Approach" darf die Außenseiter-Theorie von Howard S. Becker natürlich nicht außen vor gelassen werden. Becker beschreibt abweichendes Verhalten am Beispiel von Außenseitern wie Marihuana-Raucher oder Tanzmusiker. Mit Siegfried Lamnek werden die Theorien, Gemeinsamkeiten und Variationen des „Labeling Approach" erklärt. Schließlich werden die vorgestellten Ausführungen mit den „Neuen Perspektiven in der Kriminologie" von Fritz Sack verglichen. Sack nennt zunächst die Ziele der Analyse abweichenden Verhaltens und wendet sich dann den Wurzeln der Kriminalität zu. Er beschäftigt sich schließlich mit der Pluralität von Normensystemen. Zur Autorin: Sonja Deml, geboren 1977, studierte Diplom-Pädagogik an der Universität Regensburg. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation im Fach Soziologie mit dem Arbeitstitel „Die Rede von der Single-Gesellschaft. Eine kritische und empirische Betrachtung am Beispiel der Stadt Regensburg.“ bei Prof. Dr. Dr. Robert Hettlage an der Universität Regensburg. Daneben ist sie als Psychosozialberaterin mit dem Schwerpunkt „Singleberatung“ tätig.
Excerpt (computer-generated)
Der Labeling Approach: Howard S. Becker,
Siegfried Lamnek und Fritz Sack
von Sonja Deml
Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung
2 Definition der zentralen Begriffe "Labeling Approach" und "abweichendes Verhalten
2.1 Labeling Approach
2.2 Abweichendes Verhalten
3 Howard S. Becker: Außenseiter
3.1 Definition des Begriffs "Außenseiter" nach Becker
3.2 Der Zusammenhang zwischen Außenseitern und abweichendem Verhalten
3.3 Verschiedene Arten abweichenden Verhaltens
3.4 Beispiele abweichenden Verhaltens
3.4.1 Der Marihuana-Raucher
3.4.2 Der Tanzmusiker
4 Siegfried Lamnek: Theorien abweichenden Verhaltens
4.1 Die Theorien des "Labeling Approach"
4.2 Siegfried Lamnek über abweichendes Verhalten nach Becker
4.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten im "Labeling Approach"
5 Fritz Sack: Neue Perspektiven in der Kriminologie
5.1 Ziele der Analyse abweichenden Verhaltens
5.2 Die Wurzeln der Kriminologie
5.3 Die Pluralität von Normensystemen
6 Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
1 Einleitung
Was ist "Labeling Approach"? Ich muß zugeben, daß ich als Pädagoge über "Labeling Approach" bisher nicht viel wußte. Um so interessanter erschien mir die Beschäftigung mit den Theorien abweichenden Verhaltens in Kombination mit dem "Labeling Approach".
Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht also der "Labeling Approach". Dabei wird zunächst der Begriff an sich definiert. Danach wird auf die "Außenseiter" nach Howard S. Becker eingegangen. Er beschreibt abweichendes Verhalten am Beispiel von Außenseitern wie Marihuana-Raucher oder Tanzmusiker. Siegfried Lamnek erklärt die Theorien, Gemeinsamkeiten und Variationen des "Labeling Approach", auf was dann in dieser Arbeit eingegangen wird. Außerdem äußert er sich zu Becker. Schließlich werden die vorgestellten Ausführungen mit den "Neuen Perspektiven in der Kriminologie" von Fritz Sack verglichen. Sack nennt zunächst die Ziele der Analyse abweichenden Verhaltens und wendet sich dann den Wurzeln der Kriminalität zu. Er beschäftigt sich schließlich mit der Pluralität von Normensystemen.
Am Ende dieser Arbeit steht eine kurze Zusammenfassung.
2 Definition der zentralen Begriffe "Labeling Approach" und "abweichendes Verhalten"
Um über "Labeling Approach" und "abweichendes Verhalten" diskutieren zu können, bietet es sich an, zunächst die für diese Arbeit zentralen Begriffe zu definieren, um eine Grundlage für die weitere Vorgehensweise zu haben.
2.1 Labeling Approach
"Labeling Approach" bedeutet zunächst Reaktionsansatz, Etikettierungsansatz beziehungsweise Definitionsansatz. Er stellt einen neueren Ansatz der Soziologie abweichenden Verhaltens dar, der das Phänomen Kriminalität vor allem von den Reaktionen und Sanktionen der Gesellschaft her beschreibt. Devianz ist demnach keine im Handeln des betrachteten Täters auffindbare Qualität. Sie ist vielmehr eine Konsequenz der Anwendung von Regeln und Sanktionen auf den Täter. Dieser Täter wird damit etikettiert, also "gelabelt". Der symbolische Interaktionismus gilt als substantielle soziologische Theorie des "Labeling Approach".
2.2 Abweichendes Verhalten
Unter abweichendem Verhalten versteht man eine Teilklasse des Verhaltens. Abweichendes Verhalten deckt sich nur teilweise mit kriminellem oder delinquenten Verhalten. Abweichendes Verhalten könnte man auch als Verletzung gesellschaftlich institutionalisierter Erwartungen definieren. Hingegen beschreibt der Reaktionsansatz abweichendes Verhalten als das Verhalten, welches von anderen Personen beziehungsweise hauptsächlich den offiziellen Sanktionsinstanzen negativ sanktioniert wird. Charakteristisch für jede Art von abweichendem Verhalten ist die Verletzung des Normensystems einer bestimmten Gesellschaft.
3 Howard S. Becker: Außenseiter
[...]
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