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Termpaper, 2007, 22 Pages
Author: Jakob Holstiege
Subject: Health Science
Details
Tags: Medizinische, Versorgungszentrum, Versorgungskonzept, Beitrag, Zusammenarbeit, Intergrierte Versorgung, Versorgungsmanagement, mvz, Versorgungsforschung, Polyklinik
Year: 2007
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-00298-1
File size: 92 KB
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Abstract
Einleitung In der politischen und wissenschaftlichen Diskussion scheint ein breiter Konsens darüber zu herrschen, dass die gesundheitliche Versorgung in Deutschland von erheblichen Ineffizienzen gekennzeichnet ist. Eine intensive Arbeitsteilung hochspezialisierter in starren sektoralen Grenzen agierender Leistungserbringer führt zu mangelhaft koordinierten Versorgungsprozessen. Gleichzeitig nimmt die Verschiebung des gesellschaftlichen Krankheitspanoramas hin, zu einer stetig wachsenden Bedeutung chronischer und multimorbider Krankheitsverläufe in einer alternden Bevölkerung, zu. Immer mehr Menschen sind auf langfristige mehrdimensionale Behandlungsformen angewiesen. All diese Entwicklungen tragen neben geringeren Einnahmen maßgeblich dazu bei, dass die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung zunehmend unter Druck gerät. In den Augen des Gesetzgebers sind Teilaspekte des historisch gewachsenen Ordnungsrahmens als Ursache für eine unangemessene Verzahnung medizinischer Einzelleistungen zu sehen. Eine Modifizierung der rechtlichen Vorgaben soll die Implementierung neuartiger und die Weiterentwicklung schon vorhandener Versorgungsformen ermöglichen und so Defizite in der Leistungserbringung beseitigen. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wurde zu Beginn des Jahres 2004 das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) verabschiedet, welches unter anderem die integrierte Versorgung reformiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Medizinische Versorgungszentren schafft. Beide Konzepte zielen darauf ab, die Kommunikation und Kooperation in der medizinischen Leistungserbringung zu verbessern.
Excerpt (computer-generated)
Universität Bremen
Public Health BA/ Gesundheitswissenschaften
Krankenhausmanagement – Managementmethoden - Organisationslehre
SS 2006
Das Medizinische Versorgungszentrum -
Ein modernes Versorgungskonzept und sein Beitrag zur interdisziplinären
und sektorübergreifenden Zusammenarbeit
von:
Jakob Holstiege
Inhalt
Inhalt 2
1. Einleitung 3
2. Ausgangslage für das Krankenkassenmodernisierungsgesetz 4
3. Das MVZ und seine gesetzlichen Grundlagen 6
3.1 Gründung und Trägerschaft eines MVZ 7
3.2 Zulassung eines MVZ 7
3.3 Gesellschaftsformen 8
4. Das ambulante Vergütungssystem 8
5. Ausgestaltungsvarianten 9
5.1 Das intrasektorale MVZ 10
5.2 Das MVZ am Krankenhaus 10
6. Beteiligungs- und Gründungsanreize aus der Sicht eines Krankenhauses 11
7. Interdisziplinäre und sektorübergreifende Zusammenarbeit 13
7.1 Räumliche Nähe 13
7.2 Organisationsform und Hierarchie eines MVZ 14
7.3 Vergütungsanreize 15
7.4 Ergebnisse
8. Ausblick
Literatur 19
1. Einleitung
In der politischen und wissenschaftlichen Diskussion scheint ein breiter Konsens darüber zu herrschen, dass die gesundheitliche Versorgung in Deutschland von erheblichen Ineffizienzen gekennzeichnet ist. Eine intensive Arbeitsteilung hochspezialisierter in starren sektoralen Grenzen agierender Leistungserbringer führt zu mangelhaft koordinierten Versorgungsprozessen. Gleichzeitig nimmt die Verschiebung des gesellschaftlichen Krankheitspanoramas hin, zu einer stetig wachsenden Bedeutung chronischer und multimorbider Krankheitsverläufe in einer alternden Bevölkerung, zu. Immer mehr Menschen sind auf langfristige mehrdimensionale Behandlungsformen angewiesen. All diese Entwicklungen tragen neben geringeren Einnahmen maßgeblich dazu bei, dass die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung zunehmend unter Druck gerät. In den Augen des Gesetzgebers sind Teilaspekte des historisch gewachsenen Ordnungsrahmens als Ursache für eine unangemessene Verzahnung medizinischer Einzelleistungen zu sehen. Eine Modifizierung der rechtlichen Vorgaben soll die Implementierung neuartiger und die Weiterentwicklung schon vorhandener Versorgungsformen ermöglichen und so Defizite in der Leistungserbringung beseitigen. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wurde zu Beginn des Jahres 2004 das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) verabschiedet, welches unter anderem die integrierte Versorgung reformiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Medizinische Versorgungszentren schafft. Beide Konzepte zielen darauf ab, die Kommunikation und Kooperation in der medizinischen Leistungserbringung zu verbessern.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) nach § 95 SGB V und schwerpunktmäßig mit der Frage, welches pragmatische Potential diese Organisationsform für die Verbesserung von Interdisziplinarität und sektorübergreifender Zusammenarbeit liefert. Um den Umfang dieser Arbeit zu begrenzen, wird die Integrierte Versorgung trotz der thematischen Nähe und ähnlicher gesundheitspolitischer Zielsetzungen in der Betrachtung ausgeklammert.
Die Ausführungen beginnen mit näheren Erläuterungen zur gesundheitspolitischen Ausgangssituation für die Implementierung neuartiger Versorgungsformen. Anschließend werden wesentliche Aspekte der Konzeption und der rechtlichen Rahmenbedingungen Medizinischer Versorgungszentren dargestellt. Auf Grundlage der so gewonnen Erkenntnisse ist es Ziel, mögliche Ausgestaltungsformen von MVZ vorzustellen. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Konzept des an ein Krankenhaus angelagerten MVZ, das aufgrund seines intersektoralen Ansatzes besondere Beachtung verdient. Da die Initiative für diese Ausgestaltungsvariante gewöhnlich vom Krankenhaus ausgeht, sollen anschließend die Beteiligungs- und Gründungsanreize aus Sicht eines Krankenhauses gesammelt und bewertet werden. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den möglichen Vorteilen, die sich hieraus für den stationären Anbieter in einem zunehmenden Klinikwettbewerb, ergeben. Den Abschluss der Arbeit bildet eine Untersuchung des tatsächlichen Verbesserungspotentials der Versorgungsform für die Verzahnung gesundheitlicher Dienstleistungen. Die konkrete Fragestellung lautet:
Welchen Beitrag liefert das Versorgungskonzept MVZ für die interdisziplinäre Verzahnung, der medizinischen Leistungserbringung im ambulanten Sektor und zur Verbesserung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit des ambulanten und stationären Bereichs?
2. Ausgangslage für das Krankenkassenmodernisierungsgesetz
Die Gesetzliche Krankenversicherung hat seit Jahren mit einer angespannten Finanzierungslage zu kämpfen. Ständig steigende Ausgaben stehen sinkenden Einnahmen gegenüber. Grund dafür ist zum einen, eine Zunahme kostenintensiver Behandlungsmethoden, aber auch ein massenhafter Wegbruch sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze aufgrund wachsender Arbeitslosigkeit (vgl. Pelleter 2005, S.1). Zum anderen sorgt der demographische Wandel dafür, dass eine stetig wachsende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen von immer weniger Beitragszahlern finanziert wird. Damit geht eine Veränderung der gesellschaftlichen Krankheitslast einher: Innerhalb des Morbiditätsspektrum gewinnen chronische Krankheiten, Multimorbidität und langfristige Krankheitsverläufe immer mehr an Gewicht. Die Vielschichtigkeit der gesundheitlichen Problemlagen zwingt Betroffene zu einem oftmals parallelen Aufsuchen unterschiedlichster Leistungserbringer. Empirische Untersuchungen die neben der Sicht von Leistungsempfängern auch die der Leistungserbringer erfassen, kommen zu dem Ergebnis, dass das Ausmaß eines systematischen Informationsaustauschs und einer koordinierter Zusammenarbeit, insbesondere bezogen auf die Belange chronisch kranker und multimorbider Menschen, unangemessen ist. An den Übergängen zwischen unterschiedlichen Versorgungseinrichtungen sind Kontinuitätsbrüche vorprogrammiert, da Leistungen der einzelnen Glieder der Versorgungskette nur selten ineinander greifen (vgl. Höhmann 2003, S.7). Hochspezialisierte Gesundheitsdienstleister sind durchaus in der Lage in ihrem jeweiligen Teilbereich beträchtliche Versorgungsqualität zu liefern, verlieren aber oftmals die Gesamtsituation der Betroffenen aus dem Blick, die immer häufiger von komplexen Problemlagen gekennzeichnet ist (vgl. Baumann 2006, S.1).
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