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Die Académie Française von ihrer Gründung bis ins 20. Jahrhundert

Termpaper, 2004, 19 Pages
Author: Claudia Fischer
Subject: Romance Languages - French Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V85183
ISBN (E-book): 978-3-638-00609-5

File size: 214 KB


Excerpt (computer-generated)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Romanisches Seminar
Proseminar II Sprachwissenschaft:
„Die sprachliche Situation Frankreichs: Von der Galloromania zu den heutigen sprachlichen Minderheiten“
WS 2003/04

 

Die Académie Française – von ihrer Gründung bis ins 20. Jahrhundert

 

Vorgelegt von:

Claudia Fischer

 

 

Inhaltsangabe

Einleitung S.3

1. Das 17. Jahrhundert – politische und kulturelle Situation   S.4

2. Die Gründung der Académie française   S.6

    2.1. Die Mitglieder   S.7
    2.2. Der Begriff „Akademie“  S.7

3. Aufgaben und Zielsetzungen der Académie française   S.9

    3.1. Nach der Gründung – 3.1.1. Lettres patentes und die Statuten   S.9

        3.1.2. Das Wörterbuch 1694   S.10

    3.2. Im 20. Jahrhundert – 3.2.1. Die Grammatik 1932  S.12

        3.2.2. Aufgaben und Funktionsweisen Ende des 20. Jahrhunderts  S.13

4. Sprachwissenschaftliche Bedeutung  S.16

Zusammenfassung S.17

 

 

Einleitung

Das erste Zeitzeugnis der französischen Sprache sind die Straßburger Eide von 842. In diesen Eiden geht es um Erbfolgestreitigkeiten der Söhne Ludwigs des Frommen, von denen sich zwei gegen den dritten Bruder mittels Eid verschwören. Von diesem Zeitpunkt an spricht man vom Altfranzösischen.1
Bis zum 13. Jahrhundert erlebte Frankreich eine immer stärkere Aufwertung seiner Stellung in ganz Europa:

- Die französische Literatur gewann an Ansehen gegenüber anderer Literatur.
- Die französische Sprache wurde zu einer übernationalen.
- Der König konnte seinen Einfluss auf den Midi ausweiten.

Einige innersprachliche Wandlungen2 veränderten das bisherige Altfranzösisch in dem Maße, dass ab dem 13. Jahrhundert vom Mittelfranzösischen gesprochen wurde. Schließlich blieb dieses etwa drei Jahrhunderte bestehen, bis mit der Renaissance im 16. Jahrhundert das Neufranzösische eingeleitet wurde. In diesem Zeitalter wurde immer mehr versucht die Sprache zu normieren und Regeln für sie aufzustellen.

„Die Bemühungen, die Sprache zu normieren, führten zur Entstehung der französischen Grammatik und Lexikographie im 16. und 17. Jh. Das staatliche Interesse an der Vereinheitlichung und Fixierung der Sprache zeigte sich in der Gründung der Académie française.“3

Die Académie française besteht nun seit über dreihundert Jahren und hat auch deshalb einen besonderen Platz gegenüber anderen Sprachpflegeeinheiten verdient.

In dieser Arbeit soll nun diese besondere Institution dargestellt werden. Zunächst wird die politische und kulturelle Situation zur Zeit ihrer Gründung aufgezeigt. Danach werden die Umstände des Zustandekommens der Académie beleuchtet. Des Weiteren beschäftigt sich diese Arbeit mit den Aufgaben und Zielsetzungen der Académie, von ihren Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. (Dabei wird beispielhaft näher auf die 9. Ausgabe des Wörterbuchs eingegangen).

Zuletzt soll noch ein Blick auf die sprachwissenschaftliche Bedeutung und ihre Veränderung im Laufe der Zeit geworfen werden.

 

1. Das 17. Jahrhundert – politische und kulturelle Situation

Das 17. Jahrhundert ist „ein Jahrhundert, das noch im Zwielicht zweier Epochen steht – es ist nicht mehr ganz dunkel, aber es ist auch nicht allenthalben hell.“4
Es war mit Blick auf die 1. politischen Aspekte zugleich ein absolutistisches, wirtschaftlich aufstrebendes, kriegerisches und religiöses Zeitalter. Betrachtet man 2. die kulturellen Aspekte, gilt es dieses Jahrhundert als „le grand siècle“ - ja das Zeitalter der Klassik zu qualifizieren:

1. Die bereits angefangene Entwicklung zum Absolutismus durch die Amtszeit von Franz I. (1515-1547) festigte sich im 17. Jahrhundert nun endgültig in Frankreich, das durch zahlreiche Bürger- und Religionskriege geschwächt worden war. Mit der Thronbesteigung von Heinrich IV. (1553-1610) schien sich nun die rechtliche und wirtschaftliche Situation für die Bürger zu verbessern. Jedoch wurde das Wesen der absoluten Monarchie bald deutlich, indem das Bürgertum nur scheinbar seine verlorenen Rechte zurückerlangte, eine enorme Stärkung der Zentralgewalt sich vollzog und die, während der Aufstände gewachsenen, Befugnisse der Parlamente wieder eingegrenzt wurden. Dennoch waren aufgrund der Bemühungen Heinrichs IV. einige Fortschritte im wirtschaftlichen Wohlstand zu verzeichnen. Die Stärkung der Landwirtschaft und Entwicklung der Manufakturen durch den Finanzminister Sully trieben die französische Wirtschaft an. Die aufstrebende Industrie sorgte für mehr Handelsbeziehungen, bessere Verkehrswege und einen aufkeimenden Außenhandel.5 Schließlich setzte dann Kardinal de Richelieu (1625-1642), der noch an späterer Stelle betrachtet wird, endgültig den Absolutismus durch.

[...]


1 Vgl. Berschin, Helmut, Felixberger, Josef, Goebl, Hans: Französische Sprachgeschichte. Lateinische Basis, Interne und externe Geschichte, Sprachliche Gliederung Frankreichs. Mit einer Einführung in die historische Sprachwissenschaft, München 1978, S.183.

2 s. dazu: Müller, Bodo: Das Französische der Gegenwart. Varietäten, Strukturen, Tendenzen. Heidelberg 1975, S.36.

3 Berschin, S.232.

4 Mönch, Walter: Frankreichs Kultur, Tradition und Revolte, von der Klassik bis zum Surrealismus, Berlin 1972, S.17.

5 Vgl. Sergijewskij, Maxim W. : Geschichte der französischen Sprache, München 1979, S.161.


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