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Der Lebensborn – Lebenshilfe als Rassepolitik

Das Beispiel des Heims „Friesland“

Title: Der Lebensborn – Lebenshilfe als Rassepolitik

Bachelor Thesis , 2007 , 53 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dennis Krumwiede (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Das Bild der Öffentlichkeit von der Arbeit des „Lebensborn“ e.V. war stets von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Zu dieser Einschätzung mag der Verein durch seine bewusst reduzierte öffentliche Darstellung zu einem gewiss nicht unerheblichen Teil selbst beigetragen haben. Viele Menschen erfuhren erst nach dem Kriegsende durch die Nürnberger Prozesse überhaupt von der Existenz dieser Einrichtung, doch der Wunsch nach Aufklärung konnte auch dadurch noch nicht bedient werden. Um den Verein ranken sich daher bis heute verschiedenen Mythen, die größten Teils versuchen, den Lebensborn als eine Zuchtstätte des modernen, neuen arischen Menschentyps unter Anleitung der SS darzustellen. Die Geheimhaltung seiner Arbeit, zu der sich der Verein zum Schutz der ledigen, schwangeren Mütter vor der Verurteilung durch die Gesellschaft verpflichtete, führte zu der Entstehung zahlreicher Gerüchte. War es die Absicht von Himmlers SS mit dem Mittel der gelenkten Fortpflanzung in den Evolutionsprozess einzugreifen? Führte die SS geeignetes Menschenmaterial zusammen, um durch einen solchen gezielten Eingriff der Schaffung eines perfekten arischen Kindes ein Stück näher zu kommen? Wie sahen diese Kupplungsversuche der SS aus, war der Lebensborn vielleicht vielmehr eine Art „Luxusbordell“ für hohe SS-Bonzen, die dort auf Anweisung von Rasseforschern ihr Genmaterial möglichst weit verbreiten sollten? Gab es tatsächlich diese jungen Frauen, die sich bereit erklärten dem Führer ein Kind zu schenken, ohne Rücksicht auf die gesellschaftlichen Moralvorstellungen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Weltanschauliche Grundlagen – Die Verehrung der Ahnen

3. Hitlers Rassenideologie

4. Die SS als Wegbereiter nationalsozialistischer Bevölkerungs- und Rassepolitik

5. Das Problem der Kinderarmut

6. Der staatliche Eingriff in die Familie – Positive und negative Diskriminierung

7. Das Bild der Frau im Nationalsozialismus

8. Die Unehelichenpolitik der Nationalsozialisten

9. Gründung des Lebensborn e.V.

9.1 Zielsetzung

9.2 Die Heime

10. Die Führung des Lebensborn

11. Die Finanzierung

12. Die Sonderstellung des Vereins

13. Die Unehelichenfrage im Lebensborn

14. Das Gebot der Geheimhaltung

15. Die Aufnahme

16. Der Lebensborn am Beispiel Heim „Friesland“

16.1 Das Heim „Friesland“

16.2 Mythos Lebensborn

16.3 Das Personal

16.4 Wege in den Lebensborn

17. Der Heimalltag

17.1 Die Namensgebung

18. Die Entwicklung in den Kriegsjahren und die Abwicklung nach Kriegsende

19. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit setzt sich mit der weltanschaulichen Ideologie der Nationalsozialisten auseinander und untersucht die Rolle des Lebensborn e.V. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob es sich bei dem Lebensborn um eine karitative Einrichtung oder ein Instrument der rassenpolitischen Bevölkerungspolitik handelte.

  • Rassenideologische Grundlagen des Nationalsozialismus
  • Die SS als treibende Kraft in der Bevölkerungspolitik
  • Strukturen und Arbeitsweise des Lebensborn e.V.
  • Analyse des Beispiels Heim „Friesland“
  • Ideologische Beeinflussung von Müttern und Kindern
  • Die Rolle des Lebensborn am Ende des Zweiten Weltkriegs

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Das Bild der Öffentlichkeit von der Arbeit des „Lebensborn“ e.V. war stets von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Zu dieser Einschätzung mag der Verein durch seine bewusst reduzierte öffentliche Darstellung zu einem gewiss nicht unerheblichen Teil selbst beigetragen haben. Viele Menschen erfuhren erst nach dem Kriegsende durch die Nürnberger Prozesse überhaupt von der Existenz dieser Einrichtung, doch der Wunsch nach Aufklärung konnte auch dadurch noch nicht bedient werden. Um den Verein ranken sich daher bis heute verschiedenen Mythen, die größten Teils versuchen, den Lebensborn als eine Zuchtstätte des modernen, neuen arischen Menschentyps unter Anleitung der SS darzustellen.

Die Geheimhaltung seiner Arbeit, zu der sich der Verein zum Schutz der ledigen, schwangeren Mütter vor der Verurteilung durch die Gesellschaft verpflichtete, führte zu der Entstehung zahlreicher Gerüchte. War es die Absicht von Himmlers SS mit dem Mittel der gelenkten Fortpflanzung in den Evolutionsprozess einzugreifen? Führte die SS geeignetes Menschenmaterial zusammen, um durch einen solchen gezielten Eingriff der Schaffung eines perfekten arischen Kindes ein Stück näher zu kommen?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der öffentlichen Mythenbildung um den Lebensborn und Vorstellung der Forschungsabsicht.

2. Weltanschauliche Grundlagen – Die Verehrung der Ahnen: Darstellung der historischen und rassistischen Strömungen des 19. Jahrhunderts als Basis der NS-Ideologie.

3. Hitlers Rassenideologie: Analyse von Hitlers biologistischem Dogma und der angestrebten Schaffung einer nationalsozialistischen Elite.

4. Die SS als Wegbereiter nationalsozialistischer Bevölkerungs- und Rassepolitik: Himmlers Rekrutierungskriterien und die Rolle der SS als Keimzelle der rassenpolitischen Ziele.

5. Das Problem der Kinderarmut: Untersuchung des demografischen Geburtendefizits und dessen Bedeutung für die Kriegsvorbereitungen.

6. Der staatliche Eingriff in die Familie – Positive und negative Diskriminierung: Erläuterung der Ehegesetze und Zwangsmaßnahmen zur Steuerung des Fortpflanzungsverhaltens.

7. Das Bild der Frau im Nationalsozialismus: Beschreibung der propagierten Mutterrolle als zentrales Element der NS-Bevölkerungspolitik.

8. Die Unehelichenpolitik der Nationalsozialisten: Analyse der gesellschaftlichen Tabus und Himmlers Ansätze zur rechtlichen Gleichstellung unehelicher Kinder.

9. Gründung des Lebensborn e.V.: Entstehung des Vereins und Definition seiner Zielsetzungen als praktische Umsetzung rassenbiologischer Erkenntnisse.

10. Die Führung des Lebensborn: Organisatorische Strukturen und Machtkonzentration innerhalb der Vereinsführung unter Himmler.

11. Die Finanzierung: Analyse der Mischfinanzierung durch Mitgliedsbeiträge, staatliche Zuschüsse und Beschlagnahmung jüdischen Vermögens.

12. Die Sonderstellung des Vereins: Abgrenzung zu anderen Hilfseinrichtungen wie der NSV.

13. Die Unehelichenfrage im Lebensborn: Untersuchung der Diskrepanz zwischen öffentlicher Rhetorik und der tatsächlichen SS-zentrierten Ausrichtung.

14. Das Gebot der Geheimhaltung: Erläuterung der Mechanismen zur Anonymisierung von Geburten und zum Schutz der Mütter vor gesellschaftlicher Ächtung.

15. Die Aufnahme: Analyse der strengen Auswahlkriterien und der rassenbiologischen Begutachtung der Bewerberinnen.

16. Der Lebensborn am Beispiel Heim „Friesland“: Detaillierte Fallstudie zur Organisation, dem Personal und dem Alltag in einem spezifischen Lebensborn-Heim.

17. Der Heimalltag: Beschreibung des Tagesablaufs und der ideologischen Schulungen in den Einrichtungen.

18. Die Entwicklung in den Kriegsjahren und die Abwicklung nach Kriegsende: Darstellung der Radikalisierung, der „Eindeutschung“ geraubter Kinder und des Zusammenbruchs der Organisation.

19. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Lebensborn als Instrument der züchterischen Rassenpolitik.

Schlüsselwörter

Lebensborn, Rassenpolitik, Nationalsozialismus, SS, Himmler, Eugenik, Bevölkerungspolitik, Heim Friesland, Rassenhygiene, Selektion, Germanisierung, Uneheliche Kinder, Hohehorst, Erbgesundheit, Zwangssterilisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Ziele und die Arbeitsweise des Lebensborn e.V. im Kontext der nationalsozialistischen Rasse- und Bevölkerungspolitik.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der rassenhygienischen Ideologie, der Rolle der Frau und der Familie, der staatlichen Lenkung der Fortpflanzung sowie der praktischen Umsetzung dieser Ziele in den Lebensborn-Heimen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, den Lebensborn als Instrument der nationalsozialistischen Rassenpolitik kritisch einzuordnen und zu prüfen, ob es sich um eine soziale oder karitative Einrichtung handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Dokumente, Archivmaterialien sowie auf bestehende wissenschaftliche Fachliteratur zum Thema.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ideologische Herleitung, die Darstellung der Organisationsstrukturen und Finanzierung des Vereins sowie eine tiefgehende Fallstudie zum Heim „Friesland“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Lebensborn, Rassenhygiene, SS-Ideologie, Bevölkerungspolitik, Selektion und die Eindeutschungspolitik der Nationalsozialisten.

Wie wurde das Gebot der Geheimhaltung in den Heimen durchgesetzt?

Der Verein nutzte Deckadressen, legte eigene Standesämter in den Heimen an und erlaubte Deckidentitäten, um die Anonymität lediger Mütter sicherzustellen.

Welche Rolle spielte das Heim „Friesland“ in der Untersuchung?

Das Heim dient als exemplarisches Fallbeispiel, um die Auswahl der Heime, den Alltag, die Rolle des Personals und die praktische Umsetzung der Lebensborn-Ziele vor Ort zu verdeutlichen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Lebensborn gegen Ende des Zweiten Weltkriegs?

Die Arbeit beschreibt die verzweifelte Evakuierung der Einrichtungen und die Eindeutschungsaktionen geraubter ausländischer Kinder als Ausdruck des radikalisierten Rassenwahns.

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Details

Title
Der Lebensborn – Lebenshilfe als Rassepolitik
Subtitle
Das Beispiel des Heims „Friesland“
College
University of Hildesheim
Grade
1,0
Author
Dennis Krumwiede (Author)
Publication Year
2007
Pages
53
Catalog Number
V85663
ISBN (eBook)
9783638896603
ISBN (Book)
9783640101702
Language
German
Tags
Lebensborn Lebenshilfe Rassepolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Krumwiede (Author), 2007, Der Lebensborn – Lebenshilfe als Rassepolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85663
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