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Presentation (Elaboration), 2006, 23 Pages
Author: Sandra Ohlenforst
Subject: Psychology - Clinic and Health Psychology, Abnormal Psychology
Details
Tags: Lerntheorien, Bedeutung, Entstehung, Panikstörungen, Phobien
Year: 2006
Pages: 23
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04343-4
File size: 802 KB
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Abstract
Menschen mit Angststörungen empfinden eine überwältigende und eine ungerechtfertigte Furcht. Unter Phobien werden intensive, unbegründete Ängste verstanden, wohingegen ein Patient mit Panikstörung unter plötzlichen, unerklärlichen und wiederkehrenden Panikattacken leidet. Phobien und Panikstörungen beeinträchtigen stark das Leben eines an sich gesunden Menschen. Die Panikstörung kann laut DSM-IV auch in Verbindung mit einer Agoraphobie auftreten. Patienten mit Panikstörung neigen dazu, über mögliche schwere körperliche oder psychische Krankheiten nachzudenken. Sie fürchten ihre eigenen normalen körperlichen Empfindungen und messen ihnen gleichzeitig so viel Bedeutung zu, dass sie schließlich von ihnen überwältigt werden. Die Lerntheorie hat unterschiedliche Erklärungen dafür, wie Phobien und Panikstörungen entstehen. Die Demonstration von Rayner und Watson (1920) gilt als Modell dafür, wie eine Phobie erworben werden kann. Die Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer sagt aus, dass an der Entstehung von Phobien sowohl die klassische als auch die operante Konditionierung beteiligt sind. Beide Konditionierungsarten werden in meiner Hausarbeit behandelt. Auch mit Hilfe des Modelllernens nach Bandura und der sozial-kognitiven Lernmodelle kann die Entstehung von Phobien erläutert werden. Barlow´s kognitiv-behaviorale Modell integriert biologische und psychologische Vulnerabilitätsfaktoren.
Excerpt (computer-generated)
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
-Institut für Psychologie-
Hausarbeit zum Thema Lernen und Gedächtnis
WS 2006/07
Lerntheorien und ihre Bedeutung für die Entstehung von Panikstörungen
und Phobien
Sandra Ohlenforst
Abgabe: 14.12.2006
Inhaltsverzeichnis
Abstract
1. Einleitung 1
2. Angst 2
2.1. Einteilung der Angsterkrankungen nach DSM-IV 3
2.2. Panikstörung mit Agoraphobie 3
2.3. Neuroanatomie der Angst und Neurophysiologie der Panikstörung 5
3. Lernen 7
4. Lerntheoretische Angsttheorien 8
4.1. Klassische Konditionierung 8
4.1.1.Reizgeneralisation 10
4.1.2. Reizdiskrimination 10
4.1.3. Löschung 10
4.2. Operante Konditionierung 11
4.2.1. Positive und negative Verstärkung 12
4.2.2. Bestrafung 12
4.2.3. Löschung 13
4.3. Die Zwei-Faktoren-Theorie der Angstentstehung 13
4.4. Lernen am Modell 15
4.5. Sozialkognitive Lernmodelle 16
4.6. Kognitiv-behaviorales Modell nach Barlow 16
5. Fazit 17
Literaturverzeichnis
Abstract
Menschen mit Angststörungen empfinden eine überwältigende und eine
ungerechtfertigte Furcht. Unter Phobien werden intensive, unbegründete Ängste
verstanden, wohingegen ein Patient mit Panikstörung unter plötzlichen,
unerklärlichen und wiederkehrenden Panikattacken leidet. Phobien und
Panikstörungen beeinträchtigen stark das Leben eines an sich gesunden
Menschen. Die Panikstörung kann laut DSM-IV auch in Verbindung mit einer
Agoraphobie auftreten. Patienten mit Panikstörung neigen dazu, über mögliche
schwere körperliche oder psychische Krankheiten nachzudenken. Sie fürchten ihre
eigenen normalen körperlichen Empfindungen und messen ihnen gleichzeitig so
viel Bedeutung zu, dass sie schließlich von ihnen überwältigt werden. Die
Lerntheorie hat unterschiedliche Erklärungen dafür, wie Phobien und
Panikstörungen entstehen. Die Demonstration von Rayner und Watson (1920) gilt
als Modell dafür, wie eine Phobie erworben werden kann.
Die Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer sagt aus, dass an der Entstehung von
Phobien sowohl die klassische als auch die operante Konditionierung beteiligt
sind. Beide Konditionierungsarten werden in meiner Hausarbeit behandelt. Auch
mit Hilfe des Modelllernens nach Bandura und der sozial-kognitiven Lernmodelle
kann die Entstehung von Phobien erläutert werden. Barlow´s kognitiv-behaviorale
Modell integriert biologische und psychologische Vulnerabilitätsfaktoren.
1. Einleitung
Angst ist ein normaler menschlicher Gefühlszustand wie Liebe, Freude, Ärger
oder Wut. Sie tritt in der Regel als Reaktion im Rahmen bedrohlich, ungewiss
oder unkontrollierbar beurteilter Ereignisse im Leben eines Menschen auf und
hilft ihm viele Gefahrensituationen zu entgehen. Angst ist ein biologisch
festgelegtes Alarmsignal wie Schmerz oder Fieber. Wenn Angst aber ein so
extremes Ausmaß annimmt, dass es zum Zusammenbruch des gesamten
geordneten Denkens und Handelns kommt, spricht der klinische Psychologe von
Panik. Panikattacken und Phobien machen vielen Menschen in unserer
Gesellschaft das Leben im Alltag sehr schwer. Sie stellen eine massive
Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Folgeprobleme wie sozialer Rückzug
führen zu einer Abwährtsspirale, die häufig in Depression, Alkoholabhängigkeit,
Medikamentenmissbrauch und erhöhter Suizidgefahr münden. Bei Menschen mit
Panikattacken ist das Angstempfinden gestört, die Biochemie in ihrem Gehirn
gerät außer Kontrolle. In meiner Hausarbeit wird der Begriff Angst definiert und
sowohl die neurophysiologischen als auch die neuroanatomischen Hintergründe
erläutert. Ich beschäftige mich in meiner Hausarbeit mit der Panikstörung mit
Agoraphobie als führende Angststörung in unserer Gesellschaft. Für die
Bearbeitung habe ich das Lehrbuch der Klinischen Psychologie von Davison und
Neale, das Lehrbuch Angststörungen von Hans Morschitzky und das Lehrbuch
Panik und Agoraphobie von Borwin Bandelow herangezogen. Außerdem habe ich
den Text ,,A Modern Learning Theory Perspective on the Etiology of Panic
Disorder" von Barlow hinzugezogen, um auch die modernen Lerntheorien zur
Erklärung der Entstehung der Panikstörung darzulegen. Die verschiedenen
Lerntheorien bieten unterschiedliche Erklärungen dafür, wie Phobien entstehen.
Um die Entstehung von Ängsten lerntheoretisch zu erklären, werden in der
Hausarbeit unter anderem die Zwei-Faktoren-Theorie der Angstentstehung nach
Mowrer, das Lernen am Modell und neuere Lerntheorien vorgestellt.
Abschließend werde ich zu ausgewählten Lerntheorien kritisch Stellung beziehen.
1
2. Angst
Einerseits bezeichnet Angst
,,emotionale Erregungszustände, die auf die Wahrnehmung von Hinweisen,
auf mehr oder weniger konkrete bzw. realistische Erwartungen oder
allgemeine Vorstellungen physischer Gefährdung oder psychischer
Bedrohung zurückgehen. Angstzustände äußern sich Gefühlen der
Spannung bzw. Betroffenheit und gehen mit ausgeprägten autonomen
Veränderungen einher" (Fröhlich, 2005).
Ein solcher emotionaler Angstzustand wird hervorgerufen, wenn ein Mensch eine
Situation oder einen Reiz als für ihn bedrohlich, erschreckend oder gefährlich
ansieht.
Andererseits versteht man unter Angst eine relativ stabile
Persönlichkeitseigenschaft. Menschen unterscheiden sich durch eine mehr oder
weniger ausgeprägte Ängstlichkeit oder Angstbereitschaft, wobei Menschen mit
einer hohen überdauernden Angstbereitschaft, wie zum Beispiel Neurotiker, ihre
Umwelt als gefährlicher und belastender erleben als Menschen mit einer geringen
dispositionellen Angst. Daher erleben sie Angstzustände häufiger als auch mit
größerer Intensität (vgl. Buser, 2003). Dagegen muß Furcht, die in der
Fachliteratur definiert wird als
,,zweckmäßige emotionale Reaktion, die aufgrund der Wahrnehmung einer
objektiven Gefahr auftritt. Die Stärke der Furchtreaktion ist dabei der
Bedrohlichkeit oder Größe der auftretenden Gefahr proportional" (Buser et
al., 2003).
von der Angst begrifflich abgegrenzt werden.
Alle Angstzustände, die eine längere Zeit andauern, sind klinisch relevant. Solche
Angstzustände können Ausmaße annehmen, die ein normales Alltagsleben nahezu
unmöglich machen. Betroffene verstehen die Mechanismen, nach denen Ängste
entstehen, in der Regel nicht und scheuen sich davor, anderen ihre Angstgefühle
mitzuteilen. Über die Entstehung von Ängsten gibt es neben der
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