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Diploma Thesis, 2007, 84 Pages
Author: Elisabeth Kutschka
Subject: Economics / Business: Economic Policy
Details
Tags: Wachstumseffekte, Entwicklungshilfe
Year: 2007
Pages: 84
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 56 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-89430-2
File size: 555 KB
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Excerpt (computer-generated)
OTTO-VON-GUERICKE-UNIVERSITÄT
MAGDEBURG
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
Diplomarbeit
Wachstumseffekte von Entwicklungshilfe
von Elisabeth Kutschka
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ... II
Symbolverzeichnis ... III
Abbildungsverzeichnis ... V
Tabellenverzeichnis ... VI
1 Einleitung ... 1
2 Entwicklungshilfe: kurzer Abriss ... 2
3 Empirische Betrachtung: Entwicklungshilfe und Wachstum ... 10
3.1 Entwicklungshilfe und Wachstum: Ausgewählte empirische Studien ... 10
3.2 Entwicklungshilfe und Investitionen: Ausgewählte empirische Studien ... 17
3.3 Zentrale Aussagen der Empirie ... 21
4 Theoretische Betrachtung: Wachstumswirkung eines Entwicklungshilfetransfers ... 22
4.1 Modelltheoretischer Rahmen ... 24
4.2 Wirkung einer permanenten Transferzahlung ... 38
4.3 Wirkung einer temporären Transferzahlung ... 44
4.4 Wirkung bei elastischem Arbeitsangebot ... 49
4.5 Zentrale Aussagen der Theorie ... 51
5 Modellkritische Betrachtung: Wachstumshemmende Faktoren ... 53
5.1 Verschwendung von Entwicklungshilferessourcen ... 53
5.2 Geringe private Investitionstätigkeit ... 57
5.3 Starker Verschleiß von öffentlichem und privatem Kapital ... 61
5.4 Zentrale Aussagen der modellkritischen Betrachtung ... 63
6 Schlussfolgerung ... 64
Anhang ... 66
Literaturverzeichnis ... 73
1 Einleitung
Im Herbst 2000 verabschiedeten 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf der bis dahin größten Zusammenkunft von Staats- und Regierungschefs die Milleniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG). An erster Stelle der MDG steht die Halbierung der extremen Armut bis zum Jahr 2015 (Sachs 2005). Um dieses Ziel zu erreichen wird vielfach eine Aufstockung der geleisteten Entwicklungshilfezahlungen gefordert. Dies wird unter anderem damit begründet, dass die Grundvoraussetzung für eine dauerhafte Reduktion der Armut das langfristige und nachhaltige Wachstum der Entwicklungsländer ist und Entwicklungshilfe dazu beitragen soll, das Wachstum dieser Länder zu fördern. Die bisher gezahlten Gelder reichten nach den Befürwortern dieser Aufstockung jedoch nicht aus, um das zu finanzieren, was Entwicklungsländer für ein nachhaltiges Wachstum am nötigsten brauchen: Investitionen in physisches Kapital wie den Ausbau von Verkehrswegen, Brücken, Wasser- und Elektrizitätsversorgung und in humanes Kapital wie Bildung und Gesundheit. Im Zusammenhang mit der Diskussion über eine Erhöhung der internationalen Kapitalhilfe macht es Sinn, zu überprüfen, ob und inwieweit Ent-wicklungshilfe dazu beitragen kann, das Wachstum der Empfängerländer zu fördern. Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, die Wachstumseffekte von Entwicklungshilfe zu analysieren.
Zunächst erfolgt ein kurzer Abriss zum Thema „Entwicklungshilfe“, der unter anderem einen geschichtlichen Rückblick sowie notwendige Definitionen beinhaltet. Daran anschließend gibt das dritte Kapitel einen Überblick über ausgewählte empirische Studien, die sich sowohl mit dem Zusammenhang zwischen Entwicklungshilfe und Wachstum, als auch mit der Wirkung von Entwicklungshilfe auf die für den Wachstumsprozess notwendigen Investitionen in den Empfängerländern beschäftigt haben. Im vierten Teil wird anhand eines ausgewählten Wachstumsmodells die Wirkung eines Entwicklungshilfetransfers aus theoretischer Sicht beleuchtet. Abschließend erfolgt im fünften Kapitel eine kritische Betrachtung des zuvor dargestellten Modells. Dabei werden unterschiedliche Faktoren angesprochen, welche die wachstumsfördernde Wirkung von Entwicklungshilfe beeinträchtigen können und in dem Modell nicht berücksichtigt werden.
2 Entwicklungshilfe: kurzer Abriss
Die Anfänge der internationalen Entwicklungshilfe liegen in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Damals sollte der im Jahr 1947 von den USA verkündete Marshallplan den Wiederaufbau Europas vorantreiben. Da sich der Marshallplan als erfolgreich erwies und zu einer Phase der Industrialisierung und einem verstärkten Wachstum der europäischen Staaten während der 1940er und 1950er Jahre führte, bestand die Überzeugung, diesen Plan auch auf Entwicklungsländer übertragen zu können (McGillivray et al. 2006). Zunächst kamen die Hilfeleistungen jedoch hauptsächlich den in die Unabhängigkeit entlassenen Kolonien zu Gute. Darüber hinaus fand eine internationale Koordination nicht statt, bis Anfang der 1960er Jahre mit Gründung der OECD die Vergabe von Entwicklungshilfe auf internationaler Ebene besser koordiniert und untereinander abgestimmt wurde (Lachmann 1999).
Zu dieser Zeit wurde angenommen, dass Entwicklungsländer unterentwickelt waren, weil sie aufgrund eines zu geringen Investitionsniveaus unter Kapitalmangel litten und somit nur eine geringe Produktivität und ein geringes Wachstum aufwiesen (Lachmann 1999). Das geringe Investitionsniveau wurde wiederum auf zu geringe Ersparnisse in den Ländern zurückgeführt. Es wurde davon ausgegangen, dass die internationale Finanzhilfe dazu beitragen könne, die heimischen Ersparnisse und dadurch die für den Wachstumsprozess notwendigen Investitionen zu erhöhen und somit zu einer Beschleunigung der Kapitalakkumulation beizutragen. Dies würde letztendlich zu einem höheren und nachhaltigem Wachstum führen und so eine Anhebung des Lebensstandards der Bevölkerung in den Entwicklungsländern ermöglichen. Diesbezüglich wurde angenommen, dass ein ausreichend hohes Wachstum zu einem „Durchsickern“ des Wohlstandes in rückständige Regionen und Sektoren und in tiefere soziale Schichten bewirken würde und somit auch der arme Teil der Bevölkerung davon profitieren würde (Trickle-Down-Effekt). Mit der Zeit würde sich das Wachstum der Empfängerländer zudem selber tragen, wodurch die Hilfezahlungen schließlich nicht mehr notwendig wären. Die Idee war demnach, durch Entwicklungshilfe den Wachstumsprozess in den unterentwickelten Ländern zu stimulieren („Hilfe zur Selbsthilfe“). Bald stellte sich jedoch heraus, dass sich die Stimulation des Entwicklungsprozesses in den Empfängerländern weitaus schwieriger gestaltete, als man zu Beginn glaubte.
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