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Untertitel: Ein Vergleich
Hausarbeit, 2007, 24 Seiten
Autor: Marion Röbkes
Fach: Kulturwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: FernUniversität Hagen (Hitorisches Institut - Lehrgebiet Geschichte und Gegenwart Alteuropas)
Tags: Schrift, Informationsvermittlung, Höhlenmalereien, Modul, Geschichte, Schriftentwicklung, Symbol, Ritzung, Petroglyphen, Lascaux, Niaux, Rouffignac, Altamira, Ekain, Altxerri
Jahr: 2007
Seiten: 24
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 35 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-02207-1
ISBN (Buch): 978-3-638-92518-1
Dateigröße: 420 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Gezielte Informationsweitergabe, die sich von der mündlichen Tradierung unabhängig macht, wird mit der Entstehung der Schrift und der Entwicklung von Schriftzeichen in Verbindung gebracht. Schrift ermöglicht es, Kenntnis der Schriftzeichen und ihrer Bedeutung, wie auch ihrer kombinatorischen Verwendung (Semiotik) vorausgesetzt, Texte zu erstellen und über weite Zeiträume und unabhängig vom verfassenden Urheber zu überliefern und so Informationen zu vermitteln. Schrift abstrahiert, was in Bildzeichen evident ist, in lautsprachlichen Ausdruck. Bildzeichen hingegen bezeichnen – ohne den linguistischen Hintergrund zu kennen – universal in allen Sprachen das Gegenständliche. Über einen Zeitraum von mehreren zehntausend Jahren (ca. 35.000 – 11.500 vor unserer Zeit) gestaltete der damalige Mensch – auf allen Kontinenten - Wandflächen (Höhlen und Felsen) und Deckenflächen (Höhlen) mit bildhaften Darstellungen und hinterließ so, im wahrsten Sinne des Wortes, Zeichen seiner Existenz an der Wand. Hierbei finden sich in der Hauptsache Tier- und Men-schendarstellungen, aber auch so genannte tectiforme, claviforme u.a. Zeichen. Je abstrakter die Darstellung, desto weniger offenkundige Information findet sich; je bildhafter, desto deutlicher treten Informationsinhalte und Informationsdifferenzen im Dargestellten zutage. ...
Textauszug (computergeneriert)
(Vor-)Stufen der Schrift
Informationsvermittlung in
prähistorischen Höhlenmalereien
Ein Vergleich
Hausarbeit im Rahmen der
"Geschichte der Schriftkultur"
des B. A. Studiengangs Kulturwissenschaften an der Fernuni Hagen
Marion Röbkes
02.11.2007
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ________________________________________________________ 3
2. Vorbetrachtungen
und
Begriffsklärungen _____________________________ 5
2.1.
′Schrift und Information′- Eine Begriffsbestimmung
______________________ 5
2.2
Petroglyphen, Speläoglyphen... Die Definitionen
______________________ 7
2.2
Petroglyphen, Speläoglyphen... Die Definitionen
______________________ 8
3. Zeichen an der Wand ______________________________________________ 9
3.1.
Kurzer Überblick über die internationale Forschung
______________________ 9
3.2.
Zur Forschungssituation in Deutschland
_______________________________ 10
3.3.
Höhlenmalereien (Speläogramme ) und Höhlenritzungen (Speläoglyphen)
_ 11
3.3.1.
Die Höhlen Kurzdokumentation _____________________________ 11
3.3.2.
Typologie der verwendeten Figuren und Zeichen _________________ 11
3.3.3.
Vergleichende Analyse von Informationsmerkmalen ______________ 13
3.3.4. ′Fehlende
Informationen′ ____________________________________ 15
4. Schlussbetrachtungen _____________________________________________ 17
5. Quellennachweise ________________________________________________ 18
5.1.
Literaturverzeichnis
________________________________________________ 18
5.2.
Film- und Bildmaterial:
_____________________________________________ 20
5.3.
Abbildungsverzeichnis
______________________________________________ 20
5.4.
Endnoten
__________________________________________________________ 21
2
1. Einleitung
Gezielte Informationsweitergabe, die sich von der mündlichen Tradierung unabhängig
macht, wird mit der Entstehung der Schrift und der Entwicklung von Schriftzeichen in
Verbindung gebracht.
Schrift ermöglicht es, Kenntnis der Schriftzeichen und ihrer Bedeutung, wie auch ihrer
kombinatorischen Verwendung (Semiotik) vorausgesetzt, Texte zu erstellen und über
weite Zeiträume und unabhängig vom verfassenden Urheber zu überliefern und so In-
formationen zu vermitteln. Schrift abstrahiert, was in Bildzeichen evident ist, in laut-
sprachlichen Ausdruck1. Bildzeichen hingegen bezeichnen ohne den linguistischen
Hintergrund zu kennen universal in allen Sprachen das Gegenständliche.
Über einen Zeitraum von mehreren zehntausend Jahren (ca. 35.000 11.500 vor unserer
Zeit) gestaltete der damalige Mensch auf allen Kontinenten - Wandflächen (Höhlen
und Felsen) und Deckenflächen (Höhlen) mit bildhaften Darstellungen und hinterließ so,
im wahrsten Sinne des Wortes, Zeichen seiner Existenz an der Wand. Hierbei finden
sich in der Hauptsache Tier- und Menschendarstellungen, aber auch so genannte tecti-
forme2, claviforme3 u.a. Zeichen. Je abstrakter die Darstellung, desto weniger offen-
kundige Information findet sich; je bildhafter, desto deutlicher treten Informationsinhal-
te und Informationsdifferenzen im Dargestellten zutage.
Pferd (dt.) / Horse (engl.) / Cavallo (ital.) /
Cheval (franz.) / Equus (lat.) / Paard (ndl.)
(Abb.
2)
Unter Zuhilfenahme des "semiotischen Dreiecks"4 nach ECO, wird hier das Dargestellte
im Spannungsfeld von Signifikat, Signifikant und Referent betrachtet5. Im Rahmen
hermeneutischer Interpretation sind damit andere Deutungsweisen und Sinnvermutun-
gen denkbar. Hier soll jedoch anhand einiger ausgewählter Beispiele, eine erste Analyse
von Darstellungsvarianten vorgenommen werden, um auf die Komplexität der Darstel-
lungen und als gewollt(!) gedachte Informationsunterschiede hinzuweisen und somit
einen Ansatz für eine später zu erfolgende semiotische Bildanalyse zu schaffen.
Daher erfolgt zunächst eine kurze Situationsbestimmung der gegenwärtigen Forschung
zum Komplex paläolithischer6 Höhlen- und Wandmalereien. Aufgrund der Fundsituati-
on der
Bilderhöhlen
wird hierbei in den "internationalen" und "nationalen" Teil unter-
schieden.
Im Anschluss daran wird eine Unterscheidung zwischen den Felsmalereien und Felsrit-
zungen (allgemein) und den Höhlenmalereien und Höhlenritzungen vorgenommen. Die
Hausarbeit wird sich weiterhin nur mit den Höhlenmalereien und -ritzungen, hauptsäch-
lich der Fundorte in Frankreich und Spanien (Festland), auseinandersetzen. Nach einer
Kurzdokumentation der ausgewählten und zu betrachtenden Höhlen, wird eine Typolo-
gie der dort vorgefundenen und zum Teil bereits wissenschaftlich dokumentierten und
bewerteten Darstellungen vorgenommen. Diese sekundäranalytische Auswertung beruht
auf einer Literaturauswahl, wie auch auf der Bilddokumentation "Bilder im Dunkeln" -
der Sammlung Wendel. Damit liegt nur ein Teil des gesamten Bild- und Forschungsma-
terials vor. Die sekundäranalytische Auswertung und auch die vergleichende Betrach-
tung von Darstellungsmerkmalen kann somit nur auf der Basis einer willkürlichen
Auswahl vorgenommen werden und bezieht sich deshalb auf eher "typische Fälle". Aus
diesem Grunde erfolgt auch teils eine Gegenüberstellung kontrastierender Motive, ohne
damit in einem engen räumlich-zeitlichen Zusammenhang mit der Fundstelle zu bleiben.
Insofern weicht die hiesige Methodik von den bisher praktizierten Verfahren und Vor-
stellungen im wissenschaftlichen Diskurs ab.
Bei WENIGER/PASTOORS heißt es:
"Die umfassende Bildanalyse kann nur mit Hilfe statistischer Verfahren erfol-
gen. Leroi-Gourhan (1965; 1984) hatte hier mit den Mitteln seiner Zeit die ers-
ten Schritte zur Quantifizierung von Anwesenheiten und der Kombinationen
von Motiven unternommen. Heute ist aber eine komplexere Statistik erforder-
lich, die den quantitativen Abgleich unter Einbeziehung der Ausdehnung der
bedeckten Flächen und des Raumes zwischen den Darstellungen ermöglicht
[...]. Hinter dieser Vorgehensweise steht letztendlich, wie bei Leroi-Gourhan,
die Überzeugung, dass Bildstrukturen und Raumstrukturen aufeinander Bezug
nehmen, und dass durch die quantitative Analyse dieser Beziehungen zumin-
dest ein Verständnis über die Anordnung der Darstellungen möglich wird."7
Daneben wird von WENIGER/PASTOORS auf die analytischen Methoden nach
Taçon/Chippindale verwiesen, die nach "informierter" und "formalisierter Methodik"
unterscheiden, wobei
4
"die informierte Methodik [...] auf direkte oder indirekte historische Informa-
tionen der Hersteller der Wandkunst zurückgreifen [kann]"
und die
"formalisierte Methodik [...] auf "Insiderwissen" verzichten und sich aus-
schließlich auf immanente Strukturen in der Felskunst stützen [muss], die
durch überprüfbare Verfahren erkannt werden können."
Weiter heißt es, sei dieser
"formalisierte Zugang [...] nur über mathematische Verfahren möglich."8
Das Verfahren der vorliegenden Hausarbeit beschreitet genau den entgegen gesetzten
Weg, nämlich mittels einzelner kontrastierender Fälle auf Differenzen und damit auf
unterschwellige Ausdrucksformen und varianzen hinzuweisen oder im engen Sinne
des Begriffes die oben erwähnte "informierte Methodik".
2. Vorbetrachtungen und Begriffsklärungen
2.1. ′Schrift und Information′- Eine Begriffsbestimmung
In der (nationalen und internationalen) Forschung vergangener Jahrzehnte hat es zahl-
reiche Auseinandersetzungen und Kontroversen über die Motivation und Zielsetzung
der paläolithischen Urheber gegeben. Jagdmagische Beschwörungen, Höhlenheiligtü-
mer, "l′art pour l′art", genealogische Überlieferungen in Clanhöhlen mit Totemsymbolen,
oder die Darstellung von Fruchtbarkeitssymbolen und -riten, etc. wurden in diesen
Zeichnungen gesehen9.
Will man sich der Theorie einer
Bilderschrift
nähern, ist zunächst die Frage danach zu
stellen, was denn unter
Schrift
und
Information
zu verstehen sei und warum es sich bei
der
Höhlenmalerei
um eine
Vorstufe der Schrift
handelt. Greift man die Definition
HAARMANNS auf, so handelt es sich bei der Schrift um eine "Technologie, die sich der
Mensch geschaffen hat, um Informationen für den Wiedergebrauch zu konservieren"10.
Der BROCKHAUS hingegen definiert Schrift als "System graf. Zeichen, die zum Zweck
menschl. Kommunikation verwendet werden"11 und Information im Allgemeinen als
"Auskunft, Nachricht, Unterrichtung, Belehrung, Mitteilung"12. Hier zeigt sich, dass die
Definition HAARMANNS mehr auf die Technologie13, damit die praktizierbaren Ausfor-
mungen und Verfahrensweisen der Schrift, hier also mehr des Schreibens als Technik
zielt, der BROCKHAUS in seiner Definition jedoch auf das jeweilige Zeichensystem, im
eher phänomenologischen Verständnis des Gegenstandes, verweist. Beiden Definitio-
5
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