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Modell der Gesundheitsfinanzierung

Termpaper, 2006, 18 Pages
Author: Yvonne Mocker
Subject: Health Science

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 18
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V87076
ISBN (E-book): 978-3-638-01310-9
ISBN (Book): 978-3-638-91778-0
File size: 273 KB
Notes :
Im Literaturverzeichnis sind nur Internetquellen eingegeben.


Abstract

Das Deutsche Gesundheitssystem steht vor dem Wandel. Schon die vergangenen 3 Jahrzehnte versuchte die Politik mit zahlreichen Reformen den Kostenanstieg einzudämmen. Es gibt nur wenige Wirtschaftbereiche, die in solch kurzer Zeit mit so vielen Gesetzesänderungen zu tun hatten, wie das Deutsche Gesundheitssystem. Schlagworte wie demographischer Wandel, Kopfpauschale oder Bürgerversicherung fielen bereits in den vergangenen Jahren, doch blieb es lediglich bei Gesprächen und Diskussionen. 2003 wurde die Gesundheitsreform verabschiedet, deren Veränderungen aber nicht ausreichen, die Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu beheben. Anstatt die Strukturen und Anreize des Systems zu verändern, wurde weiterhin eine Budgetierung und Rationierung verfolgt und der entscheidende Durchbruch blieb bis heute aus. In der großen Koalition deutet sich jetzt eine Einigung auf das Modell eines Gesundheitsfonds an. SPD und Union können somit ein neues Finanzierungsmodell vorweisen, das weder Kopfpauschale noch Bürgerversicherung heißt. Ich möchte in meiner Hausarbeit mit dem jetzigen Ist-Zustand auseinander setzen, den demographischen Wandel erläutern, mich mit den verschiedenen Modellen der Bürgerversicherung und der Kopfpauschale auseinander setzen und zum Schluss die ersten Vorschläge des noch nicht beschlossenen Gesundheitsfonds untersuchen.


Excerpt (computer-generated)

Alice-Salomon-Fachhochschule

Studiengang

Gesundheits- und Pflegemanagement

Sommersemester 2006 (2. Fachsemester)

Seminar: Gesundheitsökonomie und Betriebswirtschaft

Modelle der Gesundheitsfinanzierung

Yvonne Mocker


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1.Derzeitige Situation 3

2.Betrachtung der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) 3

2.1 Zukünftige Entwicklung und Vorbereitung 4

3. Betrachtung der privaten Krankenversicherung (PKV) 7

3.1 Zukünftige Entwicklung und Vorbereitung 8

4. Bürgerversicherung, Kopfpauschale und Gesundheitsfonds 8

4.1 Kopfpauschale 8

4.1.1 Ziele und Mechanismen der Rürüp- und Herzog-Kommission 8

4.1.2 Fazit 9

4.2 Bürgerversicherung 10

4.2.1 Ziele und Mechanismen des Lauterbach-Modells 10

4.2.2 Fazit 11

4.3. Gesundheitsfonds 11

5. Abschließende Betrachtung 14

Literaturverzeichnis: 16

Bildquellen: 17

2


Einleitung

Das Deutsche Gesundheitssystem steht vor dem Wandel. Schon die vergangenen 3

Jahrzehnte versuchte die Politik mit zahlreichen Reformen den Kostenanstieg einzu-

dämmen. Es gibt nur wenige Wirtschaftbereiche, die in solch kurzer Zeit mit so vielen

Gesetzesänderungen zu tun hatten, wie das Deutsche Gesundheitssystem. Schlag-

worte wie demographischer Wandel, Kopfpauschale oder Bürgerversicherung fielen

bereits in den vergangenen Jahren, doch blieb es lediglich bei Gesprächen und Dis-

kussionen. 2003 wurde die Gesundheitsreform verabschiedet, deren Veränderungen

aber nicht ausreichen, die Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu behe-

ben. Anstatt die Strukturen und Anreize des Systems zu verändern, wurde weiterhin

eine Budgetierung und Rationierung verfolgt und der entscheidende Durchbruch

blieb bis heute aus. In der großen Koalition deutet sich jetzt eine Einigung auf das

Modell eines Gesundheitsfonds an. SPD und Union können somit ein neues Finan-

zierungsmodell vorweisen, das weder Kopfpauschale noch Bürgerversicherung

heißt.

Ich möchte in meiner Hausarbeit mit dem jetzigen Ist-Zustand auseinander setzen,

den demographischen Wandel erläutern, mich mit den verschiedenen Modellen der

Bürgerversicherung und der Kopfpauschale auseinander setzen und zum Schluss

die ersten Vorschläge des noch nicht beschlossenen Gesundheitsfonds untersuchen.

1.Derzeitige Situation

Die Ausgaben im Gesundheitswesen sind in den letzten 30 Jahren dramatisch ge-

stiegen. Während 1970 die Gesundheitsausgaben etwas über 6% des Inlandspro-

duktes lagen, war es 2002 knapp 11% allein nur in Westdeutschland (Bundesminis-

terium für Gesundheit 2005, Grafik 10.3)

Ziel der Gesundheitsreform ist es die Krankenkassenkosten langfristig zu senken

und das Gesundheitssystem zu sanieren.

2.Betrachtung der gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Derzeit sind alle abhängig Beschäftigte in einer gesetzlichen Krankenkasse versi-

chert, sofern ihr Monatsverdienst im Jahresdurchschnitt unter 3825 Euro beträgt

(Pflichtversicherungsgrenze). Der durchschnittliche Beitragssatz beträgt 14, 35% des

Bruttoeinkommens. Die Beitragsfinanzierung der gesetzlichen Krankenkasse ist der-

zeit paritätisch geregelt, was bedeutet dass der Beitrag von Arbeitgeber und Arbeit-

3


nehmer jeweils zur Hälfte bezahlt wird. Selbstständige, Beamte und Abgeordnete

sind nicht in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Die gesetzlichen Kranken-

kassen unterliegen einem Kontrahierungszwang, das heißt, dass die Krankenkassen

Patienten nicht wegen einem zu geringen Einkommens oder zu hohen Risikoprofils

ablehnen dürfen, wie es zur Zeit bei den privaten Krankenversicherungen der Fall ist.

Die ökonomischen Defizite der gesetzlichen Krankenkasse werden durch steigende

Beiträge, aber dennoch sinkende Beitragseinnahmen beschrieben. Die gesetzliche

Krankenkasse wird mit versicherungsfremden Zahlungen, wie zum Beispiel Mutter-

schaftsgeld oder beitragsfreie Mitversicherung von Familienmitgliedern, belastet.

Auch der medizinische Fortschritt und der demographische Wandel, die ich später

näher erläutern werde, bedingen steigende Kosten. Des Weiteren herrscht mangeln-

de Effizienz und wenig Wettbewerb im Gesundheitswesen (vgl. http://www.m-

v.gruene.de/Buergerversicherung.318.0.html). Auch gibt es viele politische Defizite

im System. Die Beschränkung bei der Beitragsbemessungsgrenze auf Erwerbsein-

kommen bedingt starke konjunkturelle Schwankungen, sowie eine Verteuerung des

Faktors Arbeit und birgt ein Gerechtigkeitsdefizit, denn auf einige Einkommensarten

wie etwa Versorgungsbezüge von Rentnern wird nur der halbe Beitragssatz berech-

net. Durch die Versicherungspflichtgrenze wird der Lastenausgleich der gesetzlichen

Krankenkasse überwiegend nur von geringem und mittlerem Einkommen getragen.

Durch die Beitragsbemessungsgrenze zahlen besser Verdienende einen relativ ge-

sehen geringeren Beitrag als geringer Verdienende, denn die Beiträge steigen nur

bis zur Beitragsbemessungsgrenze linear an (vgl. http://www.m-

v.gruene.de/Buergerversicherung.318.0.html).

Die Notwendigkeit einer Reform des Gesundheitswesens liegt in mehreren Punkten

begründet, ich möchte nur einige davon erörtern.

2.1 Zukünftige Entwicklung und Vorbereitung

Der demographische Wandel ist begründet durch den dauerhaften Rückgang der

Geburtenzahlen und der weiter steigenden Lebenserwartung der Menschen, das

heißt, es wird mehr ältere Menschen und weniger Beitragszahler geben. Unser mo-

mentan bestehendes Finanzierungsmodell der gesetzlichen Krankenversicherung ist

nicht ausreichend auf diesen Wandel und seine Folgen ausgerichtet.

1973 war die Bundesrepublik Deutschland das erste Land der Welt, in dem die Zahl

der Geburten die Zahl der Sterbefälle unterschritt. Der Höhepunkt der Geburtenrate

4



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