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Bedürfnisorientierung und psychodynamische Krankenpflege

Subtitle: Die Pflegetheorien von Virginia Henderson und Hildegard Peplau im Vergleich

Termpaper, 2006, 22 Pages
Author: Yvonne Mocker
Subject: Health Science

Details

Event: Gesundheits- und pflegewissenschaftliche Handlungstheorien und -methoden
Institution/College: Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Tags: Bedürfnisorientierung, Krankenpflege, Gesundheits-, Handlungstheorien
Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V87079
ISBN (E-book): 978-3-638-01211-9
ISBN (Book): 978-3-638-91779-7
File size: 134 KB

Abstract

Pflege gibt es seit Menschengedenken. Seit Jahrhunderten werden Menschen gepflegt, sei es von Familienangehörigen oder professionell. Die Unterstützung der Pflegekraft, die eine Beziehung mit dem Kranken aufbaut und ihm dabei hilft zu genesen ist wichtig. Besonders in den USA begann man frühzeitig theoretische Grundlagen der Pflege zu untersuchen und zu professionalisieren. In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit zwei Pflegetheoretikerinnen aus den USA auseinandersetzen, die grundlegende Meilensteine für die Theorie der Krankenpflege gesetzt haben. Ich werde auf die Theorie und den historischen Hintergrund der Bedürfnistheoretikerin Virginia Henderson und der Interaktionstheoretikerin Hildegard Peplau eingehen (Klassifikation nach Meleis 1999, S.302) Anschließend werde ich mich mit den verschiedenen Aussagen über die Metaparadigmen auseinandersetzen, die Theorie in der Ausbildung darstellen und wichtige Kritikpunkte beider Theorien hervorheben. Beide Theoretikerinnen sind Pioniere der Pflegetheorie. Sie haben sich als eine der Ersten mit den Fragen. Was ist Pflege? und Wie wird gepflegt? auseinandergesetzt. Beide nähern sich von unterschiedlichen Ausgangspunkten dem Phänomen Pflege und gelangen durch die verbundene Schwerpunktsetzung zu unterschiedlichen Modellen. Ich habe sie ausgewählt um verschiedenen Ansätze der Pflegetheorie zu untersuchen und um die verschiedenen Sichtweisen zu betrachten..


Excerpt (computer-generated)

Alice-Salomon-Fachhochschule

Studiengang

Gesundheits- und Pflegemanagement

Sommersemester 2006 (2. Fachsemester)

Seminar: Gesundheits- und pflegewissenschaftliche Handlungstheorien und -methoden

Bedürfnisorientierung und psychodynamische Krankenpflege

Pflegetheorien von

Virginia Henderson und Hildegard Peplau im Vergleich

Yvonne Mocker

Berlin, 28.06.2006


Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung

3

2. Virginia Henderson

3

2.1

Historische

Hintergründe

3

2.2

Theorie

4

3. Hildegard Peplau

6

3.1

Historische

Hintergründe

6

3.2

Theorie

8

3.2.1

Das

Konzept

der

Wechselseitigkeit

8

3.2.2

Das

Konzept

der

Phasenbezogenheit

9

3.2.3

Bedürfnisse

und

Stufen

der

Angst

10

3.2.4

Das

Konzept

des

Interpersonalen

Lernens

11

4. Metaparadigmen im Vergleich

Henderson-Peplau

11

4.1

Person

11

4.2

Gesundheit 12

4.3

Umgebung 13

4.4

Pflege

13

5. Abstraktionsniveau und Ziel

14

6. Pflegeausbildung

15

7. Kritische Aspekte

16

8. Schlussbetrachtung

19

8.1

Virginia

Henderson

19

8.2

Hildegard

Peplau

19

Literaturverzeichnis

21

2


1. Einleitung

Pflege gibt es seit Menschengedenken. Seit Jahrhunderten werden Menschen gepflegt, sei es

von Familienangehörigen oder professionell. Die Unterstützung der Pflegekraft, die eine Be-

ziehung mit dem Kranken aufbaut und ihm dabei hilft zu genesen ist wichtig.

Besonders in den USA begann man frühzeitig theoretische Grundlagen der Pflege zu unter-

suchen und zu professionalisieren.

In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit zwei Pflegetheoretikerinnen aus den USA ausei-

nandersetzen, die grundlegende Meilensteine für die Theorie der Krankenpflege gesetzt ha-

ben. Ich werde auf die Theorie und den historischen Hintergrund der Bedürfnistheoretikerin

Virginia Henderson und der Interaktionstheoretikerin Hildegard Peplau eingehen (Klassifika-

tion nach Meleis 1999, S.302) Anschließend werde ich mich mit den verschiedenen Aussagen

über die Metaparadigmen auseinandersetzen, die Theorie in der Ausbildung darstellen und

wichtige Kritikpunkte beider Theorien hervorheben.

Beide Theoretikerinnen sind Pioniere der Pflegetheorie. Sie haben sich als eine der Ersten mit

den Fragen. Was ist Pflege? und Wie wird gepflegt? auseinandergesetzt. Beide nähern sich

von unterschiedlichen Ausgangspunkten dem Phänomen Pflege und gelangen durch die ver-

bundene Schwerpunktsetzung zu unterschiedlichen Modellen. Ich habe sie ausgewählt um

verschiedenen Ansätze der Pflegetheorie zu untersuchen und um die verschiedenen Sichtwei-

sen zu betrachten..

2. Virginia Henderson

2.1 Historische Hintergründe

Virginia Henderson wurde 1897 als fünftes von acht Kindern einer Anwaltsfamilie in Kansas

geboren. Ihr Interesse für Krankenpflege entwickelte sich im Zeitraum des ersten Weltkrieges,

wo sie von 1918 bis 1921 in der Heeresschule der Krankenpflege in Washington, D.C. arbei-

tete.

Die wichtigste Erfahrung während ihrer Ausbildung erlangte sie im ,,Henry-Street­Visiting-

Service" in New York, wo sie in der ambulanten Pflege tätig war.

In ihrer dortigen Tätigkeit wurden ihr besonders die Grenzen der Pflege bewusst. Ihrer An-

sicht nach wurden die Lebensbedingungen der Patienten nicht berücksichtigt und das Kran-

3


kenhaus entlässt die Patienten wieder in eine Umgebung, die möglicherweise genau die Ursa-

che der Erkrankung waren (vgl. Henderson in Steppe 1990 a, S.585).

Henderson beschreibt diese Überlegungen und Feststellungen als erste Skepsis gegenüber der

Pflege im Krankenhaus, wo nur die Symptome der Patienten behandelt werden, ohne mögli-

che andere Problemursachen zu erkennen.

In Columbia begann sie 1927 ihr Studium, welches sie 1929 mit dem Magister als Lehrerin

der Pflege abschloss. Dort unterrichtete sie Krankenpflege bis 1948. Ab den frühen fünfziger

bis in die achtziger Jahre forschte und unterrichtete sie an der Universität von Yale, wo sie

1955 erstmals ihre eigene Definition der Krankenpflege veröffentlichte.

Die ursprüngliche Quelle für das Pflegemodell war das ,,Textbook of the principles and Prac-

tices of Nursing" der kanadischen Krankenschwester Bertha Harmer, welches von Henderson

überarbeitet wurde. Darüber hinaus ist der Einfluss Maslows mit seinem Konzept des der Be-

dürfnispyramide in der Konzeptualisierung der vierzehn Grundbedürfnisse deutlich zu erken-

nen (vgl. van Kampen, 1998, S. 153)

In der Bundesrepublik Deutschland wurde das Modell erst in den späten 60er Jahren durch die

deutschsprachige Übersetzung der ,,Grundregeln der Krankenpflege" des International Coun-

cil of Nurses (ICN) bekannt (vgl. Drerup, 1998, S.16). Sie ist am 19. März 1996 im Alter von

99 Jahren verstorben. Henderson beschreibt selbst ihre Arbeit in der Pflege als Definition und

nicht als Theorie. Ihre Interpretation sieht sie als

,,Synthese vieler Einflüsse, sowohl positiver

als auch negativer"

(Henderson in Steppe 1990 a, S.585). Virginia Henderson eine der Theo-

retikerinnen, die bezugnehmend auf das Werk Florence Nightingales in den 50er Jahren den

Grundstein für die Etablierung der Pflege als eigene Wissenschaftsdisziplin gelegt hat und

damit einen erheblichen Einfluss auf alle folgende Pflegemodelle hatte (vgl. van Kampen,

1998, S.149).

2.2 Theorie

Der Grundgedanke der Theorie ist, dass jeder Mensch Bedürfnisse hat, die erfüllt werden

müssen. Jeder Mensch ist in der Lage diese Bedürfnisse selbst zu befriedigen. Henderson sagt

zusätzlich, dass jeder Mensch diese Bedürfnisse und ihre Befriedigung anders erlebt und da-

mit umgeht, unabhängig von seinem kulturellen, sozialen und individuellen Hintergrund. Als

Einflussfaktoren der Bedürfnisse sind der soziokulturelle Hintergrund, die psychischen und

physischen Faktoren, der Wille, die Energie, die Motivation und das Alter benannt (vgl. Hen-

derson in Kirkevold, 1997, S.52).

4


Nach Henderson entsteht ein Pflegebedarf, wenn Menschen aus den unterschiedlichsten

Gründen nicht mehr in der Lage sind, diese Bedürfnisse selbst zu befriedigen.

Virginia Hendersons berühmte Definition über die einzigartige Funktion der Pflege sagt aus,

dass die Aufgabe einer Pflegekraft darin besteht,

,,dem kranken oder auch gesunden Indivi-

duum bei der Verrichtung von Aktivitäten zu helfen, die seine Gesundheit oder Wiederherstel-

lung (oder auch einem friedlichen Sterben) förderlich sind und die er ohne Beistand selbst

ausüben würde, wenn er über die dazu erforderliche Stärke, Willenskraft oder Kenntnis ver-

fügte. Sie leistet ihre Hilfe auf eine Weise, dass er seine Selbständigkeit so rasch wie möglich

wiedergewinnt"

(Henderson 1997, S.42).

Virginia Henderson hat insgesamt 14 Grundbedürfnisse erstellt, welches die Hauptelemente

der Theorie darstellen:

1. normale Atmung

2. ausreichend Essen und Trinken

3. körperliche Abbauprodukte ausscheiden

4. sich bewegen und an der Körperhaltung arbeiten

5. Schlaf und Ruhe

6. passende Kleidung auswählen, sich an- und ausziehen

7. Aufrechterhaltung der Körpertemperatur durch passende Kleidung

8. Sauberhalten des Körpers, sowie Pflege und Schutz der Haut

9. Vermeidung von Gefahren in der Umgebung und Vermeidung der Verletzung anderer

10. Kommunikation mit Anderen durch das Ausdrücken von Gefühlen, Bedürfnissen, Be-

fürchtungen oder Meinungen

11. sich entsprechend seiner Religion betätigen

12. in einer Art und Weise arbeiten, die das Gefühl vermittelt, etwas Sinnvolles zu leisten

13. spielen oder an Freizeitaktivitäten teilnehmen

14. lernen, entdecken oder die Neugier befriedigen, die eine ,,normale" Entwicklung und

Gesundheit zur Folge hat

Laut Henderson unterstützt die Pflegekraft nur, wenn die Grundbedürfnisse des Patienten

nicht selbständig von ihm selbst ausgeführt werden können. Sie sagt, dass die Kranken-

schwester als selbständige Kraft für die Befriedigung der Bedürfnisse alleine verantwortlich

und zuständig ist (vgl.Henderson1997, S.47). Die Pflegekraft muss die Bedürfnisse erkennen

und sich voll und ganz in den Patienten hineinversetzen können.

5



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