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"In the German tongue..."

Subtitle: Sylvia Plaths Gedicht "Daddy" in der Übersetzung von Erich Fried

Scholary Paper (Seminar), 2006, 19 Pages
Author: Anna Lindner
Subject: American Studies - Comparative Literature

Details

Institution/College: University of Vienna
Tags: German
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 19
Grade: sehr gut (1,00)
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V87180
ISBN (E-book): 978-3-638-01382-6

File size: 96 KB

Abstract

In der Arbeit wird Erich Frieds Übersetzung von Sylvia Plaths Gedicht "Daddy" untersucht. Besonders eingegangen wird auf den Umgang mit deutschen Wörtern im amerikanischen Original und die Verwendung von Wörtern aus dem nationalsozialistischen Spracharchiv.


Excerpt (computer-generated)

,,In the German tongue..."

­

Sylvia Plaths

Daddy

in der Übersetzung

von

Erich Fried

PS: Rezeption und Übersetzung

Anna Lindner

,,US-amerikanische Literatur des 19. und 20.

Jahrhunderts in deutscher Übersetzung" WiSe

2005/06


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

3

2. BIBLIOGRAFISCHES UND TEXTEXTERNE MERKMALE

4

3. DADDY VS. PAPI ­ ERICH FRIEDS ÜBERSETZUNG

4

3.1. AUFBAU

4

3.1.1. SYNTAX

5

3.1.2. INTERPUNKTION

6

3.1.3. RHYTHMUS

6

3.1.4. ZUSAMMENFASSUNG

7

3.2. LEXIK

8

3.2.1. ERWEITERUNGEN / VERÄNDERUNGEN / HINZUFÜGUNGEN

8

3.2.2. SLANG-AUSDRÜCKE

9

3.3. DEUTSCHE SPRACHE UND NATIONALSOZIALISMUS 10

3.3.1. ,,AND THE LANGUAGE OBSCENE" ­ DEUTSCHE WÖRTER IM ORIGINAL 11

3.3.2. NATIONALSOZIALISTISCHES SPRACHARCHIV 11

3.3.3. DER DISKURS ÜBER DEN NATIONALSOZIALISMUS 12

4. RESÜMEE

15

5. BIBLIOGRAFIE 17

5.1. PRIMÄRLITERATUR 17

5.2. SEKUNDÄRLITERATUR 17

5.3. WEITERE QUELLEN 18

2


1. Einleitung

Erich Fried hat nicht nur als Dichter und Essayist gearbeitet, sein Werk umfasst auch

zahlreiche Übersetzungen. Diese gelten durchwegs als gelungen1, seine

Übertragung von Dylan Thomas`

Under Milk Wood

brachte ihm den Ruf ein ,,schwer

Übersetzbares übersetzen zu können."2

Vor allem die ersten Übersetzungen sind Produkte finanzieller Notwendigkeit.

Andere Werke übersetzte er aus eigenem Interesse und weil er sie für unterschätzt

und im deutschen Sprachraum zu wenig bekannt hielt ­ so auch Sylvia Plaths

Gedichtband

Ariel

.3 Damit dessen Publikation ermöglicht würde, hatte Fried ,,fast

zehn Jahre lang Unseld bekniet."4

Frieds Tätigkeit als Übersetzer hat also auch entscheidend dazu beigetragen, dass

manche Autoren überhaupt im deutschen Sprachraum rezipiert wurden.

Im Folgenden soll nun auf eines der Gedichte aus

Ariel

näher eingegangen werden:

Daddy5

soll untersucht und mit Frieds Übersetzung

verglichen werden.

Besonderes Augenmerk soll dabei auf die problematische Verwendung von Begriffen

aus dem nationalsozialistischen Spracharchiv, im Original und in der deutschen

Entsprechung, gelegt werden.6 Des Weiteren soll untersucht werden, ob Erich Fried

eine Strategie bei dieser Übersetzung angewandt hat, oder ob tatsächlich zutrifft,

was er zu

Daddy

anmerkt:

,,Dieses Gedicht ist meines Erachtens unübersetzbar. Der deutsche Text ist nur

der Versuch, einen ungefähren Eindruck zu vermitteln."7

1 Vgl.: Klaus Reichert: Die Herausforderung des Fremden. Erich Fried als Übersetzer. In: Text + Kritik.

Zeitschrift für Literatur. 2. revidierte Auflage. München: Edition Text + Kritik September 1997 (Nr. 91,

Fried)

2 Ingrid Schramm: Die Nachlassbibliothek Erich Frieds mit Schwerpunkt auf seiner Shakespeare-

Sammlung. Hausarbeit im Rahmen der Grundausbildung für das wissenschaftliche Bibliotheks-,

Dokumentations- und Informationswesen für die Informationsgruppe A. Wien 1994 S 25

3 Sylvia Plath: Ariel. Ed. by Ted Hughes. London: Faber and Faber 1965 (Originalausgabe)

bzw.: Dies.: Ariel. The restored edition. A facsimile of Plath`s manuscript, reinstating her original

selection and arrangement. London: Faber and Faber 2004

4 Erich Fried & Wolfgang Görtschacher: Vermittler zwischen den Literaturen. Erich Fried als

poet-
translator

. Ein Gespräch. In: `All right, what`s left`. Historische und kritische Positionen im Andenken

an Erich Fried. Texte zum Erich Fried Symposium 2001. Hrsg. v. Ursula Seeler, Heinz Lunzer, Walter

Hinderer. Wien: Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur 2001 (Zirkular,

Sondernummer 58) S 37-48; hier: S 41

Anm.: Gemeint ist der Leiter des SuhrkampVerlages Siegfried Unseld.

5 Sylvia Plaths: Daddy. In: Dies.: Ariel. The restored edition. A facsimile of Plath`s manuscript,

reinstating her original selection and arrangement. London: Faber and Faber 2004 S 73-75

6 Obwohl diesem Aspekt in der folgenden Arbeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll,

wird nicht näher darauf eingegangen, dass das Gedicht deshalb besonders umstritten ist. Dieser

Umstand ist für die Untersuchung der Übersetzung nicht von vordergründiger Bedeutung.

7 Erich Fried: Anmerkungen des Übersetzers. In: Sylvia Plath: Ariel. Gedichte deutsch und englisch.

Übersetzt von Erich Fried. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1974, S 176

3


2. Bibliografisches und textexterne Merkmale

Ariel

wurde 1965 posthum veröffentlicht, wobei der Herausgeber, Sylvia Plaths

Ehemann Ted Hughes, Veränderungen an dem von der Autorin hinterlassenen

Manuskript vornahm: Er veränderte die Reihenfolge der Gedichte, nahm einige

hinaus und fügte andere hinzu. Gegenüber der ersten in Großbritannien

erschienenen Ausgabe veränderte Hughes auch die erste US-amerikanische Edition

von 1966. Erst 2004 wurde unter dem Titel

Ariel ­ The restored edition

die originale

Zusammenstellung publiziert.8

Erich Fried kannte also nur Hughes` Ausgabe. Seine Übersetzung, erstmals 1974

erschienen, folgt der britischen. Das Gedicht

Daddy

ist auch im ursprünglichen

Manuskript enthalten und die Reihung der ihm unmittelbar vorausgehenden und

folgenden Gedichte wurde nicht verändert. Allerdings hatte Sylvia Plath

Daddy

weitaus später im Band vorgesehen: In ihrem Manuskript ist es das 34., in der

Ausgabe von Hughes und in der Übersetzung ist es das 22. von jeweils 40

Gedichten.9

Die deutsche Ausgabe weist, abgesehen von den Anmerkungen Frieds, die natürlich

im Original nicht enthalten sind, keine Paratexte auf. Außerdem ist der im Suhrkamp-

Verlag erschienene Band zweisprachig: Neben der Übersetzung sind auch Plaths

Originaltexte abgedruckt.10

3. Daddy vs. Papi ­ Erich Frieds Übersetzung

3.1. Aufbau

Daddy

besteht aus 16 Strophen à fünf Zeilen. Erich Fried behält diese Struktur bei.

Teilweise schließen die Verse mit einem Endreim, auch das behält der Übersetzer

bei.

8 Diese Angaben, siehe Frieda Hughes: Foreword. In: Sylvia Plaths: Ariel. The restored edition. A

facsimile of Plath`s manuscript, reinstating her original selection and arrangement. London: Faber and

Faber 2004 S IX-XVII

Hier finden sich auch genaue Inhaltsverzeichnisse der verschiedenen Ausgaben

9 Es wird argumentiert, dass Hughes diese Änderungen vornahm, da Ariel u. a. Plaths ,,Abrechnung"

mit ihm darstellte und durch die neue Reihung und das Weglassen bzw. Hineinnehmen ein besseres

Licht auf ihn fiele. Vgl. dazu: The poetry of Sylvia Plaths. Ed. by Claire Brennan. New York: Columbia

University Press 1999 (Columbia Critical Guides)

Eine relativierende Sicht vertritt Frieda Hughes in ihrem Vorwort zur

restored edition

.

10 Sylvia Plath: Papi. In: Ariel. Gedichte deutsch und englisch. Übersetzt von Erich Fried. Frankfurt a.

M.: Suhrkamp 1974 S 106-111(Ü: 107, 109, 111)

4



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