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Scholarly Essay, 2001, 9 Pages
Author: Thomas Paster
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Details
Institution/College: Vienna University of Technology (Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung)
Tags: Politische Theorie, Politische Psychologie, Ideengeschichte, Sozialpsychologie, Politische Soziologie, Sachzwänge, Sozialisation, Klaus Horn, Gestaltungssoziologie, Wirkungssoziologie
Year: 2001
Pages: 9
Grade: 1
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-10559-0
File size: 62 KB
Die Arbeit gibt eine Einführung in den theoretischen Ansatz Klaus Horns zur Politischen Theorie. Der präsentierte Ansatz beruht auf einer Weiterentwicklung der Kritischen Theorie Adornos und Horkheimners . Diese Arbeit wurde als Teil einer umfangreicheren Teamarbeit vorgelegt und wurde mit sehr gut bewertet.
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Abstract
Die Arbeit gibt eine Einführung in den theoretischen Ansatz Klaus Horns zur Politischen Theorie. Der präsentierte Ansatz beruht auf einer Weiterentwicklung der Kritischen Theorie Adornos und Horkheimners . Diese Arbeit wurde als Teil einer umfangreicheren Teamarbeit an der Universität Wien vorgelegt und wurde mit sehr gut bewertet.
Excerpt (computer-generated)
Politische Sozialisationsrisken - Die Dominanz der Sachzwänge:
Thomas Paster
In diesem Abschnitt untersuchen wir, v.a. anhand eines Textes von Klaus Horn (Horn, 1996) die psychosozialen Probleme im Zusammenhang mit politischer Partizipation in den heutigen Gesellschaften aus der Perspektive der Kritischen Theorie des Subjekts. Seit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist ein Rückgang bei der Betätigung in konventionellen politischen Organisationen beobachtbar. Diese These kann z.B. durch die Mitgliederstärke von politischen Jugendorganisationen oder der Gewerkschaften operationalisiert werden. Unter vielen Leuten macht sich heute ein Gefühl des "Sich-Fügen-Müssens" breit. In etwa zur gleichen Zeit entstehen allerdings auch neue, unkonventionelle politische Partizipationsformen: Die Protest- und Jugendbewegungen, wie z.B. die Friedensbewegung, die Anti-Atom-Bewegung, die Grünbewegung bzw. auch der neue Feminismus. Aktuelle Beispiele sind etwa die StudentInnenstreikbewegung 1996 in Österreich oder die Anti-Maastricht-Bewegung in vielen EU-Ländern, welche sich v.a. gegen den starren EU-Zentralismus richtet und wie sie z.B. in den europaweiten Märschen gegen Arbeitslosigkeit im Frühjahr 1997 zum Ausdruck kommt. Die Mittel dieser unkonventionellen Protestformen sind z.B. unangemeldete Demonstrationen, Besetzungen von Häusern und öffentlichen Verkehrsmitteln oder "Widerstand gegen die Staatsgewalt". Diese Handlungen erheben einen subversiven Anspruch; sie verstehen sich daher als eine Strategie der "Untergrabung" eines Systems, welches als erstarrt und nicht aktiv gestaltbar wahrgenommen wird. Diese Protestbewegungen werden zwar meistens von Jugendlichen und StudentInnen initiiert, sie artikulieren allerdings Probleme, welche die gesamte Gesellschaft betreffen und nicht nur jene einer kleinen Minorität. Auch von der Altersstruktur her kann man keineswegs nur von "Jugendprotesten" sprechen, da viele der Beteiligten bereits als erwachsen gelten. Hier muß jedoch auch der Zusammenhang mit dem Aspekt der lebenslangen Sozialisation aufgrund sich ständig ändernder sozialer Rahmenbedingungen, wie er von Johann August Schülein beschrieben wird, gesehen werden: "Wo lebenspraktische Orientierungen nicht mehr selbstverständlich vorgegeben sind, müssen sie individuell hergestellt und legitimiert werden"(Schülein 1988, S.404). Diese Notwendigkeit zur individuellen Sinnsuche endet heute nicht mit einem bestimmten Alter, sondern besteht ständig weiter. Sie schwächt die Tendenz zum "Sich-Fügen" bzw. "Sich-gemütlich-in-den-Verhältnissen-einrichten" und fördert die Suche auch nach dem gesellschaftlichen Sinn.
Im folgenden untersuchen wir die Ursachen für das Entstehen alternativer Protestbewegungen und wie die gesellschaftlich etablierten Gruppen und Institutionen (Politik, Bürokratie, Polizei, etc.) mit diesen Phänomenen umgehen aufgrund des Textes von Klaus Horn "Sozialisationsrisiken heute" (Horn 1996) näher.
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