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Subtitle: Praktische Anwendung bei der Dimensionierung
Diploma Thesis, 2002, 62 Pages
Author: Dipl.-HTL-Ing. Herbert Schwaiger
Subject: Technology
Details
Year: 2002
Pages: 62
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04730-2
ISBN (Book): 978-3-638-94509-7
File size: 2776 KB
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Abstract
Der Thyristor ist eines der wichtigsten Bauelemente der Leistungselektronik. Dieses Halbleiterbauelement ist für den Bau von gesteuerten Stromrichteranlagen unersetzlich. In den Datenblättern der Hersteller findet man eine Vielzahl von Kennwerten und Parametern. Die genaue Definition und praktische Bedeutung dieser Daten findet man selten und sie werden in der einschlägigen Literatur meist nur am Rande behandelt. Das vorliegende Buch stellt alle wichtigen Kennwerte und die praktische Anwendung dieser Daten bei der Dimensionierung einer Thyristoranwendung ausführlich dar. Damit ist diese Arbeit eine Hilfe für die betriebssichere Dimensionierung einer Thyristorschaltung. Die folgenden Themen werden ausführlich dargestellt: • Alle wesentlichen Kennwerte in den Herstellerangaben und deren praktische Bedeutung. • Die dynamischen und statischen Betriebszustände eines Thyristors. • Das Sperrverhalten und die richtige Thyristorwahl in Hinblick auf die Spannungsbelastungen. • Das Einschaltverhalten und das sichere Zünden bei allen Betriebszuständen. • Das Durchlassverhalten mit den dabei wichtigen Grenzwerten. • Die zeitlichen Vorgänge beim Ausschalten und die TSE Beschaltung. • Die Verlustleistung im Thyristor bei den verschiedenen Betriebszuständen. • Die Bedeutung der Stromangaben in den Datenblättern für die Belastbarkeit des Bauteiles. • Die thermischen Grenzen bei unterschiedlichen Formfaktoren des Betriebsstromes. • Die Grundlagen der thermischen Dimensionierung eines Halbleiterbauteiles. • Die Bemessung von Kühlkörpern. • Berechnung des zulässigen Thyristorstromes bei einer gegebenen Kühlung. • Der transiente thermische Widerstand. • Erwärmungsvorgänge bei statischer Belastung sowie bei Impulsstrombelastungen. • Überstromschutz und die Festlegung einer korrekten Sicherung. • In einem kompletten Berechnungsbeispiel mit einem typischen, handelsüblichen Thyristor, werden alle angeführten Berechnungsverfahren praktisch durchgeführt. Anhand vieler Berechnungsbeispiele und ergänzender Messungen wird das Thema verständlich und für die praktische Anwendung leicht zugänglich. Zusätzlich findet man eine Zusammenstellung der Kurzzeichen für die Thyristorkennwerte mit den deutschen und englischen Bezeichnungen.
Excerpt (computer-generated)
Die Kenndaten des Thyristors
Praktische Anwendung bei der Dimensionierung
Herbert Schwaiger
1. Der Thyristor
Vorwort
Inhalt der vorliegenden Arbeit ist die Erklärung der üblichen Datenblattangaben sowie die
Dimensionierung von Thyristoren für Klein- und Mittelleistungen anhand dieser
Datenblattangaben. Zu diesem Zweck werden exemplarisch die Daten des Thyristors CS8
verwendet. Alle Angaben, Berechnungen und Messungen beziehen sich auf diesen
Thyristor. Das Datenblatt findet man im Internet auf der Seite des Herstellers unter
www.ixys.com
.
In jedem Abschnitt sind praktische Berechnungsbeispiele mit dem Thyristor CS8 vorhanden.
Am Schluss wird ein gesamtes, zusammenhängendes Dimensionierungsbeispiel
durchgeführt.
Die vorliegende Arbeit setzt vorhandene Grundkenntnisse über die Funktion des Thyristors
voraus. Es werden ausschließlich Fragen, die mit der Dimensionierung im weiteren Sinne im
Zusammenhang stehen, behandelt. Probleme im Halbleiterbereich stehen nicht zur
Diskussion.
Die Abkürzungen für die einzelnen Größen werden in jedem Abschnitt erklärt.
Am Ende der Arbeit befindet sich eine Übersicht über sämtliche verwendete Kurzzeichen
in Deutsch und Englisch.
So weit wie möglich wurden praktische Messungen mit diesem Thyristor durchgeführt. Diese
Messungen konnten nicht immer unter den exakt definierten Bedingungen des Herstellers
durchgeführt werden. Für die praktische Anwendung dürfte die Aussagekraft trotzdem
ausreichend sein.
Innsbruck,
im
Feber
2008
Herbert
Schwaiger
2
1. Der Thyristor
INHALT
1. Der
Thyristor
4
2.
Die
Sperreigenschaften
des
Thyristors
6
2.1
Sperrzustand
in
Rückwärtsrichtung
6
2.2
Sperrzustand
in
Vorwärtsrichtung
7
2.3
Die
Spannungsbelastung 9
3.
Das Einschalten des Thyristors
10
3.1
Die
Steuerkennlinie 11
3.2
Der
Zündbereich
12
3.3
Der
Einschaltvorgang
14
4. Die
Durchlasseigenschaften
18
4.1
Die
Durchlasskennlinie:
18
4.2
Messung
der
Durchlasskennlinie 20
4.3
Wichtige
Grenzwerte
21
5. Der
Ausschaltvorgang
24
5.1
Das
Zeitverhalten
24
5.2
Die
TSE-Beschaltung
25
6.
Die
Verlustleistung
26
6.1
Berechnung
der
mittleren
Durchlassverluste
26
6.2
Berechnung
der
Verlustleistung
28
6.3
Die
Grenzwerte
der
Durchlass
Ströme: 29
6.4
Bestimmung
des
Formfaktors
30
7. Thermisches
Verhalten
32
7.1
Arten
der
Wärmeübertragung
32
7.2
Der
thermische
Widerstand
33
7.3
Berechnung
des
zulässigen
Durchlass-Stromes
36
7.4
Die Gehäusetemperatur abhängig vom Thyristorstrom
37
7.5
Transienter
thermischer
Widerstand
38
7.6
Die
Belastungsarten 39
7.6.1 Thyristorbelastung bei einer stationären Belastung
39
7.6.2 Erwärmungsvorgang bei einer gleichmäßigen Belastung
39
7.6.3
Praktische
Messung
der
Erwärmungskurve
44
7.6.4.
Impulsstrombelastung
im
Dauerbetrieb 46
7.6.5 Impulsstrombelastung während der Erwärmungsphase
48
7.6.6
Impulsstrombelastung
mit
Aussetzbetrieb
49
7.7
Mehrere
Thyristoren
auf
einem
Kühlkörper
50
8. Überstromschutz
51
9.
Berechnungsbeispiel
54
10. Der
Steuersatz
57
11.
Quellenangaben
59
12.
Kurzzeichen
60
3
1. Der Thyristor
1. Der
Thyristor
Für gesteuerte, netzgeführte Gleichrichter ist der Thyristor derzeit das Mittel der Wahl.
Grundsätzlich hat der Thyristor das Verhalten einer Diode. Der Durchlasszustand wird
jedoch durch einen Strom am Gate dem Steueranschluss ausgelöst. Dieser leitende
Durchlasszustand bleibt erhalten bis der Strom in Durchlassrichtung den Haltestrom wieder
unterschreitet. Ein Thyristor ist also nicht abschaltbar und er wird in der Hauptsache für
netzgeführte Stromrichter verwendet.
Werden abschaltbare Leistungshalbleiter benötigt stehen GTOs und vor allem IGBTs zur
Verfügung.
Die Thyristorkennlinie:
I T
Durchlassbereich
Übergang
Haltestrom
Sperrbereich
Blockierbereich
Kippspannung
UT
Bild 1.1.
Thyristorkennlinie:
Der Durchlassbereich ist in einem anderen Maßstab wie der Sperrbereich dargestellt.
4
1. Der Thyristor
Idealisierte Kennlinie
Der Thyristor durchläuft im Betrieb vier Betriebszustände.
1.
Sperrzustand
(statischer Dauerzustand)
Der Sperrzustand ist in beiden Spannungsrichtungen möglich
2.
Einschalten
(dynamischer Kurzzeitvorgang)
3.
Durchlass
(statischer Dauerzustand)
4.
Ausschalten
(dynamischer Kurzzeitvorgang)
I T
3 Durchlaß (statisch)
2 Einschalten (dynamisch)
Ausschalte 4
n
(dynamisch)
1 Sperren (statisch
UT
1
Bild 1.2 Die vier Betriebszustände anhand einer idealisierten Kennlinie
Im Folgenden werden diese vier Betriebsfälle eingehend behandelt. Alle Angaben beziehen
sich exemplarisch auf den Thyristor CS8.
Hinweis: Das Datenblatt des Thyristors CS8 findet man im Internet unter
www.ixys.com
.
5
2. Die Sperreigenschaften des Thyristors
2. Die Sperreigenschaften des Thyristors
Wenn der Thyristor nicht gezündet ist, dann ist er in Vorwärts- und Rückwärtsrichtung
gesperrt.
2.1 Sperrzustand in Rückwärtsrichtung
Liegt zwischen Anode und Kathode eine gegenüber Kathode negative Spannung UR, dann
sperrt der Thyristor. In diesem Betriebszustand fließt nur ein kleiner Sperrstrom IR, der von
den folgenden Größen abhängig ist:
Sperrschichttemperatur
j
Sperrspannung
UR
Bild 2.1.
Sperrstrom abhängig von der Sperrspannung
bei verschiedenen Sperrschichttemperaturen
Man erkennt aus dem obigen Diagramm:
Übersteigt die anliegende Spannung den Wert der negativen Durchbruchsspannung UBR,
dann steigt der Sperrstrom lawinenartig an (Kennlinie 1). In der Folge steigen auch die
Sperrverluste dramatisch an und der Thyristor wird thermisch zerstört.
Eine überhöhte Sperrschichttemperatur führt bereits bei einer relativ geringen
Sperrspannung zu einem erheblichen Anstieg des Sperrstromes und damit zur
Zerstörung des Thyristors (Kennlinien 2,3).
6
2. Die Sperreigenschaften des Thyristors
Da der Wert der negativen Durchbruchspannung UBR keinesfalls erreicht werden darf, wird in
den Datenblättern üblicherweise die maximal zulässige periodische, negative
Spitzensperrspannung URRM und der dabei auftretende Sperrstrom IRRM bei Jmax angegeben.
Meistens bieten die Hersteller ihre Thyristortypen selektiert für verschiedene
Spannungswerte an.
Datenblattangabe Thyristor CS8:
URRM Type
200 V
CS8-02g o2
400
CS8-04g o2
600
CS8-06g o2
800
CS8-08i o2
1000 CS8-10i
o2
1200 CS8-12i
o2
2.2 Sperrzustand in Vorwärtsrichtung
Grundsätzlich ergeben sich in Vorwärtsrichtung sehr ähnliche Verhältnisse wie in der
Rückwärtsrichtung. Auch hier hat bei gesperrtem Thyristor die anliegende positive Spannung
einen stark temperaturabhängigen Sperrstrom zur Folge.
Bild 2.2.
Bild 2.3.
Kippen des Thyristors in den leitenden Zustand
Abhängigkeit der Nullkippspannung
beim Überschreiten der Nullkippspannung UB0(0).
von der Sperrschichttemperatur.
7
2. Die Sperreigenschaften des Thyristors
Beim Überschreiten der positiven Durchbruchsspannung UB0 steigt der Sperrstrom
exponentiell an. Wenn der Wert IDkipp bei der Spannung UB0(0)l überschritten wird, zündet der
Thyristor auch ohne Zündstrom am Gate.
UB0(0) = Nullkippspannung beim Steuerstrom Null
Im Gegensatz zur Sperrrichtung führt dieser Durchbruch im allgemeinen nicht zur Zerstörung
des Thyristors. Allerdings macht diese Betriebsart keinen Sinn, weil man den Zeitpunkt einer
Zündung ausschließlich über die Gateansteuerung exakt festlegen will.
Aus den vorstehenden Diagrammen ist zu erkennen, dass auch UB0(0)l stark von der
Sperrschichttemperatur J abhängig ist. Aus diesem Grunde, muss die anliegende
periodische Spitzenspannung in beiden Richtungen deutlich unter der Durchbruchsspannung
liegen.
Die entsprechenden Grenz- und Kennwerte sind für beide Sperrrichtungen etwa gleich groß.
Die Werte der maximalen Spannungsbeanspruchung werden für die zulässige
Höchsttemperatur der Sperrschicht von 125°C, also für den ungünstigsten Fall, angegeben.
Datenblattangabe Thyristor CS8:
Periodische
UDRM, URRM
200 V, 400 V, 600 V
Spitzensperrspannung
800 V, 1000 V; 1200 V
maximale, negative
URSM
300V, 500 V, 700 V,
Stoßspannung
900 V, 1100 V, 1300 V
IRRM, IDRM 3 mA J = 125°C
8
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