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Studienarbeit, 2007, 45 Seiten
Autor: Eva Leischner
Fach: Wirtschaft - Beschaffung, Produktion, Logistik
Details
Tags: Toyota-Produktionssystem
Jahr: 2007
Seiten: 45
Note: 1,2
Literaturverzeichnis: ~ 30 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-02487-7
ISBN (Buch): 978-3-638-92472-6
Dateigröße: 271 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Wettbewerbsbedingungen in der Automobilindustrie haben sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Wurde der Markt zunächst von nordamerikanischen und westeuropäischen Automobilkonzernen dominiert, drängen seit den 70er Jahren immer mehr japanische und südostasiatische Fahrzeughersteller hinzu. Der Verdrängungswettbewerb weitet sich immer mehr aus. Durch den enger werdenden Automobilmarkt, werden die Gewinnmargen immer kleiner, weshalb Produktivität und Qualität zu den zentralen Erfolgsfaktoren werden. Eine kostengünstige Produktion ist essentiell für das Überleben eines Automobilkonzerns geworden. Das Ziel dieser Arbeit ist, die Ursachen für den anhaltenden Erfolg und Aufstieg von Toyota zu analysieren. Zunächst wird kurz auf die Entwicklung der Produkionssysteme seit der Erfindung des Automobils eingegangen und die Erfolgsgeschichte der Toyota Motor Company mit seinen Begründern und der Philosophie des Unternehmens skizziert. Anschließend liegt der Fokus auf Toyotas Erfolgsfaktor – dem Toyota-Produktionssystem1. Mit Hilfe von Fallbeispielen werden die einzelnen Elemente sowie Ziele und Strategien des TPS ausführlich erläutert. Danach wird eine mögliche Schwäche des Produktionssystems - die Individualität der Fahrzeuge - aufgezeigt. Abschließend wird der Blick auf andere Automobilunternehmen gelenkt, denn seit den 90er Jahren haben viele versucht, das TPS zu kopieren. Die Gründe für das vielfache Scheitern werden zunächst untersucht, bevor zum Ende der Arbeit die Erfolgsgeschichte von Porsche, denen durch Einführung des TPS der Weg aus den roten Zahlen gelang, aufgezeigt wird.
Textauszug (computergeneriert)
Berufsakademie Mannheim
Staatliche Studienakademie
Studienbereich Wirtschaft
Studiengang Industrie
Studienarbeit im Vertiefungsfach Materialwirtschaft
Das TOYOTA-Produktionssystem
Vorgelegt von:
Eva Leischner
Studienjahrgang WIN05D
Abgabetermin: 20.11.2007
1
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 5
1. Einleitung und Zielsetzung 6
2. Die Entwicklung der Automobilbranche - Massenfertigung versus flexible
Fertigungssysteme 6
3. Hintergrund der Toyota-Methode 8
3.1 Der Aufstieg der Toyota Motor Company 8
3.2 Die Begründer des Toyota-Produktionssystems 9
3.3 Die Philosophie und Ziele des Toyota-Konzerns 10
4. Ziel und Strategie des TPS 11
4.1 Ziel: Produktion im Kundentakt 11
4.2 Strategie: Eliminierung von Verschwendung 12
4.2.1 Arten der Verschwendung 12
4.2.2 Die 5-S-Methode zur Vermeidung von Verschwendung 15
5. Methoden des TPS 16
5.1 Synchronisierung der Prozesse 16
5.1.1 Fließfertigung 16
5.1.2 Pull-Systeme (Kanban) 16
5.2 Standardisierung der Prozesse 17
5.3 Vermeidung von Fehlern 18
5.3.1 Total Quality Management 18
5.3.2 Jidoka (=Intelligente Maschine) 20
5.3.3 Poka Yoke (=narrensichere Mechanismen) 21
5.4 Verbesserung der Produktionsanlage 22
5.4.1 5-W-Methode 22
5.4.2 Total Productive Maintenance 22
5.4.3 Rüstzeit-Optimierung 23
5.5 Entwicklung von Mitarbeitern und Geschäftspartnern 24
6. Die Basis des TPS: Kaizen 26
7. Individualität Eine Schwäche des TPS? 27
2
8. Die TPS-Umsetzung in anderen Unternehmen 29
8.1 Die Probleme bei der Umsetzung 29
8.2. Die erfolgreiche Umsetzung des TPS durch Porsche 31
9. Fazit 36
Anhang I 37
Anhang II 38
Anhang III 40
Anhang IV 41
Anhang V 42
Literatur- und Quellenverzeichnis 43
3
Abkürzungsverzeichnis
Co. Company
DLZ Durchlaufzeit
F&E Forschung und Entwicklung
TPM Total Productive Maintenance
TPS Toyota-Produktionssystem
TQM Total Quality Management
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung der Produktionssysteme in USA und Japan 8
Abbildung 2: Entwicklung der Absatzzahlen an verkauften Fahrzeugen (in Millionen) 9
Abbildung 3: Architektur des TPS 11
Abbildung 4: Umwandlung: Nachfrage Produktionssystem 12
Abbildung 5: Verschwendungsquellen im Herstellungsrozess 13
Abbildung 6: Der 5S-Prozess 15
Abbildung 7: Ein Andon-Board 20
Abbildung 8: Supply-Chain-Prozess 26
Abbildung 9: Kaizen bei Toyota Vorschläge pro Mitarbeiter und Jahr 27
Abbildung 10: Hierarchieabbau bei Porsche (links: Juli 1992; rechts: August 1993) 31
Abbildung 11: Porsche-Ergebnis in Mio. vor Steuern 34
Abbildung 12: Arbeitsstation vorher 38
Abbildung 13: Arbeitsstation nachher (Frontansicht eines Flow Racks) 39
Abbildung 14: Werkstattfertigung 40
Abbildung 15: Fließfertigung 40
Abbildung 16: Lackierstraße 41
Abbildung 17Front-Stahlplatte der Schnellverschlüsse 42
4
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Unterschied Klassiches QM und Total QM 18
Tabelle 2: Fehlerursachen 21
Tabelle 3: Gewinnmargen bei starrer und flexibler Produktion 28
Tabelle 4: Auswirkungen der schlanken Produktion bei Porsche 35
Tabelle 5: Nivellierung 37
Tabelle 6: Glättung 37
5
1. Einleitung und Zielsetzung
Die Wettbewerbsbedingungen in der Automobilindustrie haben sich in den
vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Wurde der Markt zunächst von
nordamerikanischen und westeuropäischen Automobilkonzernen dominiert, drängen
seit den 70er Jahren immer mehr japanische und südostasiatische
Fahrzeughersteller hinzu.
Der Verdrängungswettbewerb weitet sich immer mehr aus. Durch den enger
werdenden Automobilmarkt, werden die Gewinnmargen immer kleiner, weshalb
Produktivität und Qualität zu den zentralen Erfolgsfaktoren werden. Eine
kostengünstige Produktion ist essentiell für das Überleben eines Automobilkonzerns
geworden.
Das Ziel dieser Arbeit ist, die Ursachen für den anhaltenden Erfolg und Aufstieg von
Toyota zu analysieren.
Zunächst wird kurz auf die Entwicklung der Produkionssysteme seit der Erfindung
des Automobils eingegangen und die Erfolgsgeschichte der Toyota Motor Company
mit seinen Begründern und der Philosophie des Unternehmens skizziert.
Anschließend liegt der Fokus auf Toyotas Erfolgsfaktor dem Toyota-
Produktionssystem1. Mit Hilfe von Fallbeispielen werden die einzelnen Elemente
sowie Ziele und Strategien des TPS ausführlich erläutert.
Danach wird eine mögliche Schwäche des Produktionssystems - die Individualität
der Fahrzeuge - aufgezeigt.
Abschließend wird der Blick auf andere Automobilunternehmen gelenkt, denn seit
den 90er Jahren haben viele versucht, das TPS zu kopieren. Die Gründe für das
vielfache Scheitern werden zunächst untersucht, bevor zum Ende der Arbeit die
Erfolgsgeschichte von Porsche, denen durch Einführung des TPS der Weg aus den
roten Zahlen gelang, aufgezeigt wird.
2. Die Entwicklung der Automobilbranche - Massenfertigung versus
flexible Fertigungssysteme
Als das Automobil Ende des 19. Jahrhunderts von Gottlieb Daimler und Carl Benz
erfunden wurde, waren die Kundenwünsche sehr verschieden und die
Serienfertigung noch nicht ausgereift.1
1 Im Folgenden mit TPS abgekürzt.
6
Zunächst wurden alle Einzelteile in Handwerksbetrieben getrennt gefertigt und
anschließend durch den eigentlichen Automobilhersteller aufwändig integriert.
Durch Henry Fords Fließbandproduktion fand kurze Zeit später, im Jahr 1913, der
gesamte Prozess entlang der Wertschöpfungskette von der Stahlproduktion bis
zum fertigen Fahrzeug in einem Unternehmen statt. Die Massenfertigung wurde
ermöglicht. Um die dadurch steigenden Qualitätsanforderungen zu gewährleisten,
wurden bald alle Komponenten selbst produziert. Mit der Masse stieg allerdings auch
der administrative Aufwand und das Unternehmen wurde zunehmend unflexibel. Die
Folgen waren Dezentralisierung und Fremdvergabe zur Reduzierung der
Komplexität.2
Toyota grenzte sich als einziger Automobilhersteller von der Fließbandproduktion ab,
da in Japan die Fließfertigung aufgrund des geringen Automobil-Bedarfs und dem
Mangel an qualifiziertem Personal und Rohmaterialien nicht möglich war.
In Japan benötigte man flexible Fertigungssysteme um verschiedene Modelle
synchron herstellen und dabei den Lagerbestand so gering wie möglich halten zu
können. Auch die rezessive Wirtschaftsentwicklung und Arbeitsunruhen der
Nachkriegszeit in Japan haben bei Toyota Spuren hinterlassen. Um die
Unternehmen zu sanieren, stimmten die Gewerkschaften der Arbeitsplätze-
Reduktion zu. Für die verbleibenden Arbeitnehmer wurde eine lebenslange
Arbeitsplatzsicherung und Gewinnbeteiligungen beschlossen. Dadurch wuchs die
Motivation, die Arbeitsprozesse im eigenen Interesse zu optimieren, Verschwendung
zu verringern und die Qualität zu steigern.3
Folgende Abbildung zeigt die sich immer weiter entfernende Entwicklung der
Produktionssysteme in den USA und Japan.
1 Vgl. Becker 2006, S.265 f.
2 Ebenda
3 Vgl. Becker 2006, S.266 ff.
7
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