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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 17 Pages
Author: Benjamin Finkenrath
Subject: Theology - Systematic Theology
Details
Tags: Lessings, Nathan, Weise, Eine, Deutung, Ringparabel
Year: 2008
Pages: 17
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03476-0
ISBN (Book): 978-3-638-93211-0
File size: 162 KB
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Abstract
Es gibt viele verschiedene Religionen, deren Anhänger überzeugt sind dem wahren Glauben anzugehören. Da es keine objektiven Kriterien gibt, die von allen Gruppen anerkannt werden um zu klären, wer den wahren Glauben besitzt, ist diese Frage nicht zu beantworten. Es bleibt dem Gläubigen nur an die seine zu glauben. Diese Ungewissheit und die daraus resultierende Intoleranz Andersgläubigen gegenüber führ-ten schon immer zu Konflikten zwischen den Menschen. So gab es z.B. die Kreuzzüge, zu deren Zeit das hier behandelte Bühnenstück spielt; es gibt den Konflikt in Nordirland, die nicht enden wollenden Kämpfe im heutigen Israel und den islamistischen Terror. Viele der Konflikte sind zwar politischen Ursprungs und wurden erst im Nachhinein als Konflikte der Religionen bezeichnet und "gerechtfertigt". Doch diese "Rechtfertigung" reichte und reicht noch immer aus um die verschiedenen Gläubigen gegeneinander aufzubringen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem 1779 von Gotthold Ephraim Lessing geschriebenen Stück „Nathan der Weise“. Es handelt von den drei monotheistischen Religionen, ihrem sub-jektivem Wahrheitsanspruch und ihrem Verhältnis zu einander. Um sich den Aussagen, die Lessing mit seinem Werk vermitteln wollte, anzunähern werden zunächst das Stück und sein Inhalt vorgestellt. Der darauf folgende Abschnitt beschäftigt sich kurz mit Lessing selbst. Im Anschluss daran werde ich die Hauptaussagen und die Wirkungs-geschichte des Dramas herausarbeiten. Dabei ist besonders erwähnenswert, dass Lessing nicht wie die Ringparabel ein harmonisches Nebeneinander der Religionen anstrebt, sondern seine Wunschvorstellung deutlich weiter geht. Nach der allgemeinen Betrachtung des Stückes folgt eine kurze Vorstellung des Berliner Ensembles und dessen Inszenierung des "Nathan", die am 5. Januar 2002 Premiere feierte und nun seid über sechs Jahren zum Repertoire des Brechtschen Theaters gehört. Am Ende der Arbeit wird die „Ringparabel“ mit einer dazu gehörigen Interpretation stehen.
Excerpt (computer-generated)
Katholisch Theologische Fakultät
,,Religion auf der Bühne"
Seminararbeit
Thema:
,,Nathan der Weise"
WS 07/08
Vorgelegt am:
Institut für Christliche Sozialwissen-
schaften
Name:
Benjamin Finkenrath
Fachsemester:
9
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Das Stück 3
3. Die Handlung des Stücks 5
4. Die Komposition der Handlung 6
5. Gotthold Ephraim Lessing 7
6. Die Aussage des Stücks 8
7. Die Geschichte des Stücks 9
8. Das Berliner Ensemble und seine Inszenierung 9
9. Die Ringparabel 12
10. Literaturverzeichnis 15
1
1. Einleitung
Es gibt viele verschiedene Religionen, deren Anhänger überzeugt sind dem wahren Glauben
anzugehören. Da es keine objektiven Kriterien gibt, die von allen Gruppen anerkannt werden
um zu klären, wer den wahren Glauben besitzt, ist diese Frage nicht zu beantworten. Es bleibt
dem Gläubigen nur an die seine zu glauben.
Diese Ungewissheit und die daraus resultierende Intoleranz Andersgläubigen gegenüber führ-
ten schon immer zu Konflikten zwischen den Menschen. So gab es z.B. die Kreuzzüge, zu
deren Zeit das hier behandelte Bühnenstück spielt; es gibt den Konflikt in Nordirland, die
nicht enden wollenden Kämpfe im heutigen Israel und den islamistischen Terror.
Viele der Konflikte sind zwar politischen Ursprungs und wurden erst im Nachhinein als Kon-
flikte der Religionen bezeichnet und "gerechtfertigt". Doch diese "Rechtfertigung" reichte und
reicht noch immer aus um die verschiedenen Gläubigen gegeneinander aufzubringen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem 1779 von Gotthold Ephraim Lessing geschriebenen
Stück ,,Nathan der Weise". Es handelt von den drei monotheistischen Religionen, ihrem sub-
jektivem Wahrheitsanspruch und ihrem Verhältnis zu einander.
Um sich den Aussagen, die Lessing mit seinem Werk vermitteln wollte, anzunähern werden
zunächst das Stück und sein Inhalt vorgestellt. Der darauf folgende Abschnitt beschäftigt sich
kurz mit Lessing selbst. Im Anschluss daran werde ich die Hauptaussagen und die Wirkungs-
geschichte des Dramas herausarbeiten. Dabei ist besonders erwähnenswert, dass Lessing nicht
wie die Ringparabel ein harmonisches Nebeneinander der Religionen anstrebt, sondern seine
Wunschvorstellung deutlich weiter geht.
Nach der allgemeinen Betrachtung des Stückes folgt eine kurze Vorstellung des Berliner En-
sembles und dessen Inszenierung des "Nathan", die am 5. Januar 2002 Premiere feierte und
nun seid über sechs Jahren zum Repertoire des Brechtschen Theaters gehört.
Am Ende der Arbeit wird die ,,Ringparabel" mit einer dazu gehörigen Interpretation stehen.
2
2. Das Stück
Das Bühnenwerk ,,Nathan der Weise" wurde 1779 von Gotthold Ephraim Lessing geschrie-
ben und 1783 in Berlin uraufgeführt. Das Stück ist das letzte von Lessing. Er schrieb es nach-
dem seine Streitschriften gegen den orthodoxen Aufklärungskritiker Goeze, im so genannten
,,Fragmentenstreit"1, verboten wurden. Gleichzeitig untersagte man Lessing Texte mit religiö-
sem Inhalt zu verfassen. So verlagerte er die Diskussion auf die Bühne. Er wollte sie als ,,sei-
ne Kanzel"2 nutzen.
Das Bühnenwerk ist ein Ideendrama in fünf Akten. Im Zentrum des Stücks steht die Ringpa-
rabel, die fälschlicherweise oft für die Hauptaussage des Stückes gehalten wird. In Wirklich-
keit geht es um die Aufhebung der verschiedenen Offenbarungsreligionen hin zu einer natür-
lichen Vernunftsreligion. Darauf werde ich später zurückkommen.
Das Stück spielt im Jerusalem des 12. Jahrhunderts, während des Waffenstillstandes im drit-
ten Kreuzzug.
Bevor ich im nächsten Abschnitt die Handlung des Stückes darstelle, möchte ich hier noch die
handelnden Personen und deren Beziehung zu einander vorstellen:
N
Sultan Saladin
, der islamische Herrscher in Jerusalem
N
Sittah
, dessen Schwester
N
Nathan
, ein reicher Jude in Jerusalem
N
Recha
, dessen angenommene christliche Tochter
N
Daja
, eine Christin im Hause des Juden
als Kindermädchen und Gesellschafterin der Recha
N
Ein junger
Tempelherr
N
Ein
Derwish
N
Der christliche
Patriarch
von Jerusalem
N
Ein
Klosterbruder
N
Ein
Emir
nebst verschiedenen
Mamelucken
des Saladin
1 Lessing veröffentlichte Fragmente aus der Schrift ,, Die Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Ver-
ehrer Gottes" eines Hamburger Gymnasialprofessoren. Darin werden zum Beispiel die Auferstehung und Gottes-
sohnschaft Jesu nicht anerkannt, und alle von denen gesagt wird sie haben Wunder getan als Lügner bezeichnet.
Diese Veröffentlichung zog viel Kritik auf sich. Den Höhepunkt des Streits bildet die Auseinandersetzung Les-
sings mit Goeze, der in der Schrift ,,Anti Goeze" gipfelt.
2 ,,Ich muss versuchen, ob man mich auf meiner alten Kanzel, auf dem Theater wenigstens, noch ungestört will
predigen lassen." (aus einem Brief an Elise Reimarus vom 6. September 1778; in: Lachmann XVIII, Seite 287)
in: R. Laufen in: Pastoralblatt, 2/2003, Gotthold Ephraim Lessings Religionstheologie, Eine bleibende Heraus-
forderung, 4. Die Ringparabel nur eine Interimslösung
3
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