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Seminararbeit, 2001, 16 Seiten
Autor: Babette Kuhfahl
Fach: Agrarwissenschaften
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule Osnabrück
Tags: Stereotypien, Nutztieren, Macke, Problem, Umweltschonende, Tierproduktion
Jahr: 2001
Seiten: 16
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-02613-0
Dateigröße: 76 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Vermutlich jeder Halter von landwirtschaftlichen Nutztieren hat schon einmal abnormes Verhalten bei seinen Tieren beobachtet. Stereotypien stellen hierbei eine besonders bemerkenswerte, manchmal sogar bizarre Form der Verhaltensstörungen dar, die oft sinnlos erscheinen und nicht auf den ersten Blick zu verstehen sind. Es stellt sich die Frage, wie diese Art der Verhaltensstörung zu bewerten ist. Ist eine Stereotypie nur eine Macke oder ist sie ein ernstzunehmendes Problem für das Tier und vielleicht auch für den Landwirt? In der folgenden Seminararbeit soll am Beispiel landwirtschaftlicher Nutztiere geklärt werden, was Stereotypien sind, warum und wie sie entstehen und was für Folgen sie haben. Des Weiteren soll auf die Frage eingegangen werden, ob Stereotypien Ausdruck von Leiden des betreffenden Tieres sind und ob sich daraus Konsequenzen für den Tierschutz ergeben.
Textauszug (computergeneriert)
Fachhochschule Osnabrück
Fachbereich Agrarwissenschaften
Studiengang Landwirtschaft
Seminar: Umweltschonende Tierproduktion WS 01/02
SEMINARARBEIT
Stereotypien bei landwirtschaftlichen Nutztieren: Macke oder Problem?
Verfasst von:
Babette Kuhfahl
Abgabedatum: 14.11.2001
1
1 Inhalt
1 Einleitung 2
2 Begriffsbestimmung 2
3
Beispiele für Stereotypien 3
3.1 Schweine 3
3.2 Rinder 3
3.3 Pferde 3
4
Zur Entstehung von Stereotypien 4
4.1 Charakteristik von Stereotypien 5
4.2 Zusammenhang zwischen Stereotypien und Haltungsbedingungen 6
5
Auswirkungen von Stereotypien 7
6
Stereotypien als Ausdruck von Leiden? 8
7 Tierschutz 10
8 Fazit 11
9
Literatur- und Quellenverzeichnis 13
2
2 Einleitung
Kaum ein Halter von landwirtschaftlichen Nutztieren kann von sich behaupten, er hätte noch
nie abnormes Verhalten bei seinen Tieren beobachtet. Stereotypien stellen hierbei eine
besonders bemerkenswerte, manchmal sogar bizarre Form der Verhaltensstörungen dar, die
oft sinnlos erscheinen und nicht auf den ersten Blick zu verstehen sind. Es stellt sich dann die
Frage, wie diese Art der Verhaltensstörung bewertet wird. Ist eine Stereotypie nur eine
Macke, die schon so alltäglich geworden ist, dass man ihr kaum noch Beachtung schenkt?
Oder ist sie ein ernstzunehmendes Problem für das Tier und vielleicht auch für den Landwirt?
Im Folgenden soll am Beispiel landwirtschaftlicher Nutztiere geklärt werden, was
Stereotypien sind, warum und wie sie entstehen und was für Folgen sie haben. Des Weiteren
soll auf die Frage eingegangen werden, ob Stereotypien Ausdruck von Leiden des
betreffenden Tieres sind und ob sich daraus Konsequenzen für den Tierschutz ergeben.
3 Begriffsbestimmung
Stereotypien sind gleichförmige Bewegungsabläufe eines Individuums, die ständig zum Teil
bis zur Erschöpfung wiederholt werden. Dabei erfüllen diese Bewegungsabläufe häufig keine
offensichtliche Funktion. Stereotypien sind Verhaltensstörungen, die klar von stereotypem
Normalverhalten (z.B. der stereotype, d.h. gleichförmige Ablauf des Wiederkäuens)
abzugrenzen sind. Nur durch die gute Kenntnis des Normalverhaltens einer Tierart können
Verhaltensstörungen auch als solche bewertet werden (SAMBRAUS 1997, S. 59).
Verhaltensstörungen sind im Hinblick auf Modalität, Intensität oder Frequenz erhebliche und
andauernde Abweichungen vom Normalverhalten (SAMBRAUS 1997, S. 59). Sie lassen sich
im Wesentlichen in vier Kategorien unterscheiden: sie sind zentral-nervösen,
mangelbedingten, endogenen oder reaktiven Ursprungs (SAMBRAUS 1993, S. 39).
Stereotypien zählen zu den reaktiven Verhaltensstörungen (BRUMMER 1978, S. 283). Sie
sind allerdings nicht grundsätzlich von den anderen Kategorien abgrenzbar (SAMBRAUS
1993, S. 40). So können reaktiv bedingte Verhaltensstörungen unter bestimmten
Voraussetzungen eher auftreten, z.B. bei einer genetischen Prädisposition.
Es gibt zahlreiche verschiedene Stereotypien, die in jedem Funktionskreis auftreten können.
Bei landwirtschaftlichen Nutztieren sind sie vermehrt im Fressverhalten und der Lokomotion
zu beobachten (SAMBRAUS 1991, S. 88).
3
Sie kommen häufiger bei Haustieren und Wildtieren in Gefangenschaft vor, selten jedoch bei
frei lebenden Tieren (MEYER 1976, S. 36). Stereotypien treten objektbezogen (z.B.
Stangenbeißen bei Schweinen) oder als Leerlaufhandlung (z.B. Weben bei Pferden) auf
(SAMBRAUS 1997, S. 62).
4 Beispiele für Stereotypien
4.1 Schweine
Eine häufig auftretende Stereotypie bei Schweinen ist das Stangenbeißen. Sie ist dem
Fressbereich zuzuordnen und tritt bei fixierten Zuchtsauen auf, die konzentriertes Futter in
geringer Menge bekommen. Dabei nehmen die Tiere die Rohre ins Maul, die den Standplatz
begrenzen, bebeißen die Stangen und/oder führen seitliche Wischbewegungen aus.
(SAMBRAUS 1991, S. 93 )
Ebenfalls bei Sauen kommt das Leerkauen vor. Dabei führen die Tiere Kaubewegungen aus,
ohne Futter im Maul zu haben. Dadurch wird Speichel zu Schaum geschlagen und tropft zu
Boden. (SAMBRAUS 1991, S.94)
4.2 Rinder
Eine bei Rindern vorkommende Stereotypie ist das Zungenspielen. Dabei machen die Rinder
unabhängig von der Futteraufnahme eigenartige Zungenbewegungen wie rasches Verdrehen
und Aufrollen der Zunge. Bei manchen Rindern leidet aufgrund der Intensität dieser
Stereotypie die Futteraufnahme (SAMBRAUS 1991, S. 94). Selten kommt das Hin- und
Herpendeln des Kopfes, das so genannte Weben, bei Rindern vor. Diese Verhaltensstörung
wird dann meist zeitlebens beibehalten (BRUMMER 1978, S. 285). Eine weitere Stereotypie
ist das Hornreiben. Dabei reiben die Tiere ihre Hörner an Teilen der Stalleinrichtung. Bei
entsprechender Intensität dieses Verhaltens können die Hörner im Laufe der Zeit erheblich
kürzer werden. (SAMBRAUS 1997, S.68)
4.3 Pferde
Das oben aufgeführte Weben kommt bei Pferden häufiger vor als bei Rindern. Die Tiere
halten dabei die Vordergliedmaßen leicht gespreizt und führen Pendelbewegungen mit dem
Kopf unter Mitschwingen von Hals und Vorderkörper aus. Je nach Intensität des Webens
heben die Pferde auch die Vorderbeine wechselseitig an. Eine gewisse Disposition für das
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