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Exegese des Alten Testaments: Ex. 3,7-14

Termpaper, 2007, 18 Pages
Author: Jana Marquardt
Subject: Theology - Biblical Theology

Details

Event: Einführung in die wissenschaftliche Arbeit am Alten Testament
Institution/College: University of Münster
Tags: Exegese, Alten, Testaments, Einführung, Arbeit, Alten, Testament
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V90238
ISBN (E-book): 978-3-638-04167-6

File size: 198 KB

Abstract

Der folgenden Exegese liegt die Bibelübersetzung Luthers zugrunde . Die Lutherübersetzung ist zwar nicht die erste, aber dennoch wohl bedeutendste und am weitesten verbreitete deutsche Bibelübersetzung, wodurch sie eine überkonfessionelle Gültigkeit erlangte. Bezeichnend für die Übersetzung Luthers ist es, dass er nicht, wie zu seiner Zeit üblich, an einer ‚Wort-für-Wort-Übersetzung’ interessiert war, sondern Sinnzusammenhänge in einer verständlichen Umgangssprache darzustellen versuchte. So ist die Lutherbibel, im Gegensatz beispielsweise zur Elberfelder Übersetzung , die sich sehr eng am ursprünglichen Text orientiert, weniger an der Form des Urtextes als vielmehr an einer genauen Wiedergabe des Inhalts interessiert. Dabei liegen die Grenzen einer formbetonenden Übersetzung auf der Hand. Bei einer konsequenten Anwendung entstehen oft unverständliche und sinnwidrige Übersetzungen, die am gemeinten Sinn des Textes, der sich häufig ja auch erst im Kontext erschließen lässt, vorbeigehen. Doch auch eine inhaltsbezogene Übersetzung wie diejenige Luthers kann nicht ohne Einschränkung als die beste Übersetzung gelten. Denn wie eine formbetonende Übersetzung den Leser mitunter überfordert, so enthalten ihm inhaltsbetonende Übersetzungen mitunter andere Übersetzungsmöglichkeiten vor oder führen ihn gedanklich in eine falsche Richtung, je nachdem welche theologische Richtung der betreffende Übersetzer vertritt. Da meiner Meinung nach jedoch der Inhalt eines Textes wichtiger für das Verständnis ist als die exakte Wiedergabe der ursprünglichen Form, habe ich mich für die ‚freiere‘ Bibelübersetzung Luthers entschieden. Um dennoch den kritischen Blick auf diese Bibelübersetzung nicht zu verlieren, ziehe ich zu vereinzelten Untersuchungen noch eine zweite, und zwar die 1980 erschienene Einheitsübersetzung hinzu, um zu prüfen, inwieweit sich bei diesen beiden Übersetzungen nicht nur der Wortlaut, sondern vor allem auch der Sinn, unterscheiden.


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms - Universität Münster

Institut für Evangelische Theologie und ihre Didaktik

Sommersemester 2007

Proseminar: Einführung in die wissenschaftliche Arbeit am Alten Testament






Exegese des Alten Testaments

Ex. 3,7-14


Jana Marquardt







Inhaltsverzeichnis

A. Vorbereitung der exegetischen Arbeit 3

1. Begründete Auswahl einer Bibelübersetzung 3

2. Reflexion meines hermeneutischen Vorverständnisses 4

3. Kreativer Zugang zum ausgewählten Text 5

B. Exegetische Arbeit am ausgewählten Text 6

1. Synchrone Arbeitsschritte 6

1.1 Abgrenzung der Texteinheit 6

1.2 Einbettung der Texteinheit in den Kontext 6

1.3 Strukturanalyse der Texteinheit 6

1.4 Erläuterung der Versunterteilungskriterien: 9

1.5 Erläuterung der Gliederungskriterien 9

2. Diachrone Arbeitsschritte 10

2.1 Der Exodus als historisches Ereignis 10

2.2 Die Entstehungs- bzw. Redaktionsgeschichte des Buches Exodus 10

2.3 Trennung von Tradition und Redaktion in Ex 3,7-14 11

2.4 Form- und Gattungskritik: 12

C. Abschließende Bemerkungen 14

D. Literaturangaben 17

2


A. Vorbereitung der exegetischen Arbeit

1.

Begründete Auswahl einer Bibelübersetzung

Der folgenden Exegese liegt die Bibelübersetzung Luthers zugrunde1. Die Lutherübersetzung

ist zwar nicht die erste, aber dennoch wohl bedeutendste und am weitesten verbreitete

deutsche Bibelübersetzung, wodurch sie eine überkonfessionelle Gültigkeit erlangte.

Bezeichnend für die Übersetzung Luthers ist es, dass er nicht, wie zu seiner Zeit üblich, an

einer ,Wort-für-Wort-Übersetzung′ interessiert war, sondern Sinnzusammenhänge in einer

verständlichen Umgangssprache darzustellen versuchte. So ist die

Lutherbibel

, im Gegensatz

beispielsweise zur

Elberfelder Übersetzung2

, die sich sehr eng am ursprünglichen Text

orientiert, weniger an der Form des Urtextes als vielmehr an einer genauen Wiedergabe des

Inhalts interessiert. Dabei liegen die Grenzen einer formbetonenden Übersetzung auf der

Hand. Bei einer konsequenten Anwendung entstehen oft unverständliche und sinnwidrige

Übersetzungen, die am gemeinten Sinn des Textes, der sich häufig ja auch erst im Kontext

erschließen lässt, vorbeigehen. Doch auch eine inhaltsbezogene Übersetzung wie diejenige

Luthers kann nicht ohne Einschränkung als die beste Übersetzung gelten. Denn wie eine

formbetonende Übersetzung den Leser mitunter überfordert, so enthalten ihm

inhaltsbetonende Übersetzungen mitunter andere Übersetzungsmöglichkeiten vor oder führen

ihn gedanklich in eine falsche Richtung, je nachdem welche theologische Richtung der

betreffende Übersetzer vertritt.

Da meiner Meinung nach jedoch der Inhalt eines Textes wichtiger für das Verständnis ist als

die exakte Wiedergabe der ursprünglichen Form, habe ich mich für die ,freiere`

Bibelübersetzung Luthers entschieden. Um dennoch den kritischen Blick auf diese

Bibelübersetzung nicht zu verlieren, ziehe ich zu vereinzelten Untersuchungen noch eine

zweite, und zwar die 1980 erschienene

Einheitsübersetzung3

hinzu, um zu prüfen, inwieweit

sich bei diesen beiden Übersetzungen nicht nur der Wortlaut, sondern vor allem auch der

Sinn, unterscheiden.

1

Lutherbibel

. Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers

,

Bibeltext in der revidierten Fassung von

1984, hrsg. von der Deutschen Bibelgesellschaft, Stuttgart 1985.

2

Elberfelder Bibel.

Revidierte Fassung. Wuppertal 1986.

3

Einheitsübersetzung

der Heiligen Schrift. Stuttgart 1980.

3


2.

Reflexion meines hermeneutischen Vorverständnisses

Der vorliegende Ausschnitt aus dem 2. Buch Mose, Ex 3,7-14, nimmt meiner Meinung nach

innerhalb des Pentateuch eine herausragende Stellung ein. Gerade aus theologischer

Perspektive ist die Offenbarung Jahwes auf dem Sinai sowie die Nennung seines Namens von

wesentlicher Bedeutung, da dadurch nicht nur auf die Existenz Gottes im Allgemeinen

verwiesen wird, sondern auch die auserwählte Stellung des Volkes Israel erläutert und

dokumentiert wird. Dennoch lässt gerade diese Texteinheit auch viele Fragen offen. Welche

Bedeutung hat beispielsweise die eher unklare Namensgebung Gottes als ,, Ich werde sein"?

Weshalb sind die Verse 7 und 9 sowohl inhaltlich als auch formal fast identisch? Oder was

genau ist mit dem Zeichen gemeint, das Gott Mose als Legitimation seiner Berufung schicken

will? Auf diese und weitere ungeklärte Fragen, die bei einer ersten Betrachtung der

ausgesuchten Texteinheit auftreten, sollen in der folgenden Exegese Antworten gefunden

werden.

Ganz allgemein betrachtet stellt sich bei einer Untersuchung des Alten Testaments jedoch

auch immer die Frage, inwieweit das Alte Testament im Ganzen als ein christlicher Text

verstanden werden kann. Denn aufgrund der Schilderung der Geschichte des Volkes Israel

und der damit verbundenen Darstellung dezidiert jüdischer Gebräuche und Riten gehört das

Alte Testament meiner Meinung nach weniger zum christlichen als vielmehr zum jüdischen

theologischen Kanon. Da jedoch auch das Christentum im Wesentlichen seine Gesetze (hier

ist vor allem der Dekalog zu nennen) aus diesen Texten bezieht, ist das Alte Testament als

Geschichts- und Gesetzestext für den christlichen Glauben ebenfalls grundlegend.

Insbesondere das Alte Testament ist daher für mich ein Beweis dafür, wie sehr der jüdische

und der christliche Glauben in Wahrheit miteinander verbunden sind. Da diese Ähnlichkeiten

in der Vergangenheit häufig ignoriert wurden und im Gegenteil sogar als Grundlage für die

Verfolgungen der Christen gegenüber den Juden dienten, kann in Gegensatz dazu eine genaue

Studie des Alten Testament und die Hervorhebung der gemeinsamen Wurzeln beider

Religionen ein gemeinsames friedliches Miteinander sichern helfen.

4



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