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Termpaper, 2007, 18 Pages
Author: Jana Marquardt
Subject: Theology - Biblical Theology
Details
Institution/College: University of Münster
Tags: Exegese, Alten, Testaments, Einführung, Arbeit, Alten, Testament
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04167-6
File size: 198 KB
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Abstract
Der folgenden Exegese liegt die Bibelübersetzung Luthers zugrunde . Die Lutherübersetzung ist zwar nicht die erste, aber dennoch wohl bedeutendste und am weitesten verbreitete deutsche Bibelübersetzung, wodurch sie eine überkonfessionelle Gültigkeit erlangte. Bezeichnend für die Übersetzung Luthers ist es, dass er nicht, wie zu seiner Zeit üblich, an einer ‚Wort-für-Wort-Übersetzung’ interessiert war, sondern Sinnzusammenhänge in einer verständlichen Umgangssprache darzustellen versuchte. So ist die Lutherbibel, im Gegensatz beispielsweise zur Elberfelder Übersetzung , die sich sehr eng am ursprünglichen Text orientiert, weniger an der Form des Urtextes als vielmehr an einer genauen Wiedergabe des Inhalts interessiert. Dabei liegen die Grenzen einer formbetonenden Übersetzung auf der Hand. Bei einer konsequenten Anwendung entstehen oft unverständliche und sinnwidrige Übersetzungen, die am gemeinten Sinn des Textes, der sich häufig ja auch erst im Kontext erschließen lässt, vorbeigehen. Doch auch eine inhaltsbezogene Übersetzung wie diejenige Luthers kann nicht ohne Einschränkung als die beste Übersetzung gelten. Denn wie eine formbetonende Übersetzung den Leser mitunter überfordert, so enthalten ihm inhaltsbetonende Übersetzungen mitunter andere Übersetzungsmöglichkeiten vor oder führen ihn gedanklich in eine falsche Richtung, je nachdem welche theologische Richtung der betreffende Übersetzer vertritt. Da meiner Meinung nach jedoch der Inhalt eines Textes wichtiger für das Verständnis ist als die exakte Wiedergabe der ursprünglichen Form, habe ich mich für die ‚freiere‘ Bibelübersetzung Luthers entschieden. Um dennoch den kritischen Blick auf diese Bibelübersetzung nicht zu verlieren, ziehe ich zu vereinzelten Untersuchungen noch eine zweite, und zwar die 1980 erschienene Einheitsübersetzung hinzu, um zu prüfen, inwieweit sich bei diesen beiden Übersetzungen nicht nur der Wortlaut, sondern vor allem auch der Sinn, unterscheiden.
Excerpt (computer-generated)
Westfälische Wilhelms - Universität Münster
Institut für Evangelische Theologie und ihre Didaktik
Sommersemester 2007
Proseminar: Einführung in die wissenschaftliche Arbeit am Alten Testament
Exegese des Alten Testaments
Ex. 3,7-14
Jana Marquardt
Inhaltsverzeichnis
A. Vorbereitung der exegetischen Arbeit 3
1. Begründete Auswahl einer Bibelübersetzung 3
2. Reflexion meines hermeneutischen Vorverständnisses 4
3. Kreativer Zugang zum ausgewählten Text 5
B. Exegetische Arbeit am ausgewählten Text 6
1. Synchrone Arbeitsschritte 6
1.1 Abgrenzung der Texteinheit 6
1.2 Einbettung der Texteinheit in den Kontext 6
1.3 Strukturanalyse der Texteinheit 6
1.4 Erläuterung der Versunterteilungskriterien: 9
1.5 Erläuterung der Gliederungskriterien 9
2. Diachrone Arbeitsschritte 10
2.1 Der Exodus als historisches Ereignis 10
2.2 Die Entstehungs- bzw. Redaktionsgeschichte des Buches Exodus 10
2.3 Trennung von Tradition und Redaktion in Ex 3,7-14 11
2.4 Form- und Gattungskritik: 12
C. Abschließende Bemerkungen 14
D. Literaturangaben 17
2
A. Vorbereitung der exegetischen Arbeit
1.
Begründete Auswahl einer Bibelübersetzung
Der folgenden Exegese liegt die Bibelübersetzung Luthers zugrunde1. Die Lutherübersetzung
ist zwar nicht die erste, aber dennoch wohl bedeutendste und am weitesten verbreitete
deutsche Bibelübersetzung, wodurch sie eine überkonfessionelle Gültigkeit erlangte.
Bezeichnend für die Übersetzung Luthers ist es, dass er nicht, wie zu seiner Zeit üblich, an
einer ,Wort-für-Wort-Übersetzung′ interessiert war, sondern Sinnzusammenhänge in einer
verständlichen Umgangssprache darzustellen versuchte. So ist die
Lutherbibel
, im Gegensatz
beispielsweise zur
Elberfelder Übersetzung2
, die sich sehr eng am ursprünglichen Text
orientiert, weniger an der Form des Urtextes als vielmehr an einer genauen Wiedergabe des
Inhalts interessiert. Dabei liegen die Grenzen einer formbetonenden Übersetzung auf der
Hand. Bei einer konsequenten Anwendung entstehen oft unverständliche und sinnwidrige
Übersetzungen, die am gemeinten Sinn des Textes, der sich häufig ja auch erst im Kontext
erschließen lässt, vorbeigehen. Doch auch eine inhaltsbezogene Übersetzung wie diejenige
Luthers kann nicht ohne Einschränkung als die beste Übersetzung gelten. Denn wie eine
formbetonende Übersetzung den Leser mitunter überfordert, so enthalten ihm
inhaltsbetonende Übersetzungen mitunter andere Übersetzungsmöglichkeiten vor oder führen
ihn gedanklich in eine falsche Richtung, je nachdem welche theologische Richtung der
betreffende Übersetzer vertritt.
Da meiner Meinung nach jedoch der Inhalt eines Textes wichtiger für das Verständnis ist als
die exakte Wiedergabe der ursprünglichen Form, habe ich mich für die ,freiere`
Bibelübersetzung Luthers entschieden. Um dennoch den kritischen Blick auf diese
Bibelübersetzung nicht zu verlieren, ziehe ich zu vereinzelten Untersuchungen noch eine
zweite, und zwar die 1980 erschienene
Einheitsübersetzung3
hinzu, um zu prüfen, inwieweit
sich bei diesen beiden Übersetzungen nicht nur der Wortlaut, sondern vor allem auch der
Sinn, unterscheiden.
1
Lutherbibel
. Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers
,
Bibeltext in der revidierten Fassung von
1984, hrsg. von der Deutschen Bibelgesellschaft, Stuttgart 1985.
2
Elberfelder Bibel.
Revidierte Fassung. Wuppertal 1986.
3
Einheitsübersetzung
der Heiligen Schrift. Stuttgart 1980.
3
2.
Reflexion meines hermeneutischen Vorverständnisses
Der vorliegende Ausschnitt aus dem 2. Buch Mose, Ex 3,7-14, nimmt meiner Meinung nach
innerhalb des Pentateuch eine herausragende Stellung ein. Gerade aus theologischer
Perspektive ist die Offenbarung Jahwes auf dem Sinai sowie die Nennung seines Namens von
wesentlicher Bedeutung, da dadurch nicht nur auf die Existenz Gottes im Allgemeinen
verwiesen wird, sondern auch die auserwählte Stellung des Volkes Israel erläutert und
dokumentiert wird. Dennoch lässt gerade diese Texteinheit auch viele Fragen offen. Welche
Bedeutung hat beispielsweise die eher unklare Namensgebung Gottes als ,, Ich werde sein"?
Weshalb sind die Verse 7 und 9 sowohl inhaltlich als auch formal fast identisch? Oder was
genau ist mit dem Zeichen gemeint, das Gott Mose als Legitimation seiner Berufung schicken
will? Auf diese und weitere ungeklärte Fragen, die bei einer ersten Betrachtung der
ausgesuchten Texteinheit auftreten, sollen in der folgenden Exegese Antworten gefunden
werden.
Ganz allgemein betrachtet stellt sich bei einer Untersuchung des Alten Testaments jedoch
auch immer die Frage, inwieweit das Alte Testament im Ganzen als ein christlicher Text
verstanden werden kann. Denn aufgrund der Schilderung der Geschichte des Volkes Israel
und der damit verbundenen Darstellung dezidiert jüdischer Gebräuche und Riten gehört das
Alte Testament meiner Meinung nach weniger zum christlichen als vielmehr zum jüdischen
theologischen Kanon. Da jedoch auch das Christentum im Wesentlichen seine Gesetze (hier
ist vor allem der Dekalog zu nennen) aus diesen Texten bezieht, ist das Alte Testament als
Geschichts- und Gesetzestext für den christlichen Glauben ebenfalls grundlegend.
Insbesondere das Alte Testament ist daher für mich ein Beweis dafür, wie sehr der jüdische
und der christliche Glauben in Wahrheit miteinander verbunden sind. Da diese Ähnlichkeiten
in der Vergangenheit häufig ignoriert wurden und im Gegenteil sogar als Grundlage für die
Verfolgungen der Christen gegenüber den Juden dienten, kann in Gegensatz dazu eine genaue
Studie des Alten Testament und die Hervorhebung der gemeinsamen Wurzeln beider
Religionen ein gemeinsames friedliches Miteinander sichern helfen.
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