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Subtitle: Strukturierte Feedbackprozesse als Form von Mitarbeiterbeteiligung in Wirtschaftsunternehmen
Thesis (M.A.), 2007, 117 Pages
Author: Anna-Kathrin Janousek
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Tags: Mitarbeiterbefragung, Mitarbeiterpartizipation
Year: 2007
Pages: 117
Grade: Sehr gut
Bibliography: ~ 93 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04276-5
ISBN (Book): 978-3-638-94024-5
File size: 590 KB
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Abstract
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Anforderungen an Wirtschaftsunternehmen und Mitarbeiter stark verändert. Lange Zeit lag die Hoffnung von Firmeninhabern und Management auf der zunehmenden Technisierung, also der Überlegenheit und Unfehlbarkeit der Maschine gegenüber dem Menschen. Funktionierte der Mensch wie eine Maschine – exakt und ohne Störung – so war er ein guter Arbeiter im Sinne Taylors. Aufgrund steigender Individualisierung, Flexibilisierung und Schnelligkeit der Nachfrageanforderungen, der immer näher rückenden technischen Optimierungsgrenzen und veränderten Bedürfnissen der Mitarbeiter wurde jedoch eine Novellierung des unternehmerischen Mitarbeiterbildes notwendig. Das Bild des Mitarbeiters entwickelte sich weg von einem funktionalistischen hin zu einem partnerschaftlichen. Wie diese Partnerschaftlichkeit über Mitarbeiterbefragungen erhöht werden kann und welche Möglichkeiten in der Befragungsgestaltung gegeben sind, untersucht diese Arbeit.
Excerpt (computer-generated)
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Soziologie
Mitarbeiterbefragung
und
Mitarbeiterpartizipation
Strukturierte Feedbackprozesse als Form von
Mitarbeiterbeteiligung in Wirtschaftsunternehmen
Hausarbeit
zur Erlangung des Grades einer Magistra Artium
der Philosophischen Fakultät
der Westfälischen Wilhelms-Universität
Münster, Westfalen
vorgelegt von
Anna-Kathrin Janousek
2007
I
Inhaltsverzeichnis
Verzeichnis der Tabellen
IV
Verzeichnis der Abbildungen
V
Verzeichnis des Anhangs
VI
Verzeichnis der Abkürzungen
VII
Einleitung 1
1 Theoretischer
Hintergrund
4
1.1 Wandel der Arbeitskraftnutzung
4
1.1.1 Die Maschine im Taylorismus
5
1.1.2 Das Kind im Hawthorne-Werk
7
1.1.3 Die Bedürfnispyramide des Individuums
8
1.1.4 Der selbstständige Geschäftspartner
9
1.2 Notwendigkeit der veränderten Arbeitskraftnutzung
10
1.2.1 Technik und Qualifikation
10
1.2.2 Schneller Wandel der Märkte
11
1.3
Steigerung
des
Partizipationsbedarfs
13
2 Partizipation von Mitarbeitern
15
2.1 Definition von Partizipation
15
2.2 Partizipation in Organisationsentwicklungsprozessen
19
2.3 Partizipation und lernende Organisation
20
2.4 Partizipation und Motivation
21
2.5 Partizipation und Belastung
23
2.6
Hypothesenbildung
25
3 Mitarbeiterbefragung
27
3.1
Mögliche
Partizipationsinstrumente
27
3.2
Feedback
28
II
3.3 Definition von Mitarbeiterbefragung
30
3.4
Historische
Entwicklung
von Mitarbeiterbefragungen
31
3.5 Funktionen von Mitarbeiterbefragungen
32
3.5.1
Diagnose
32
3.5.2
Unternehmensbewertung
33
3.5.3
Symbolische
Kommunikation
34
3.5.4
Intervention
35
3.5.5 Orientierungs- und Steuerungsinstrument
35
3.6 Mitarbeiterbefragung als Partizipationsinstrument
36
3.6.1 Mitarbeiterbefragung als Partizipationsinstrument im
37
historischen Wandel
3.6.2 Mitarbeiterbefragung als Partizipationsinstrument mit unter-
37
schiedlichen Funktionen
3.7 Aufbau einer Mitarbeiterbefragung und Partizipation
41
3.7.1
Zieldefinition
42
3.7.2 Planung und Vorbereitung
42
3.7.2.1
Projektgruppe
42
3.7.2.2
Zeitpunkt
43
3.7.2.3 Konstruktion des Fragebogens
43
3.7.2.4
Pre-Test
46
3.7.3 Umfrage und Datenanalyse
46
3.7.4 Feedback und Diskussion
47
3.7.5 Problem- und Handlungsbedarfsanalyse
48
3.7.6
Aktionsplanung
48
3.7.7 Umsetzung und Vermarktung
49
3.7.8
Evaluation
49
3.7.9
Zusammenfassung
des
Ablaufs einer Mitarbeiterbefragung
50
und der möglichen Partizipation
3.8 Rücklaufquote und Partizipation
52
3.8.1 Ängste und Widerstände der Beteiligten
52
3.8.2
Information
im
Vorfeld
54
3.8.3
Unterstützende
Haltung
der einzelnen Beteiligtengruppen
54
III
3.8.4 Freiwilligkeit und Anonymität
55
3.8.5 Zusammenfassung zur Rücklaufquote und Partizipation
56
3.9 Zusammenfassung zur Mitarbeiterbefragung und Partizipation
57
4 Empirische Untersuchung einer Mitarbeiterbefragung
58
4.1
Das
Instrument
58
4.2
Methodische
Vorgehensweise
60
4.3
Ergebnisse
63
4.3.1
Faktorenstruktur
63
4.3.2
Itemkennwerte
66
4.3.2.1
Interne
Konsistenz
66
4.3.2.2
Trennschärfen
67
4.3.3 Summenwerte der Faktoren
68
4.3.3.1 Summenwerte in Abhängigkeit vom Geschlecht
69
4.3.3.2 Summenwerte in Abhängigkeit vom Alter
70
4.3.3.3 Summenwerte in Abhängigkeit von der Dauer der
71
Unternehmenszugehörigkeit
4.3.3.4
Summenwerte
in Abhängigkeit von
72
Führungsverantwortung
4.3.4 Zusammenhang von Partizipation mit Motivation und Belastung
73
4.3.4.1 Korrelationen in Abhängigkeit vom Geschlecht
75
4.3.4.2 Korrelationen in Abhängigkeit vom Alter
76
4.3.4.3 Korrelationen in Abhängigkeit von
77
Führungsverantwortung
4.3.5 Vorhersage von Motivation und Belastung durch Partizipation
78
4.4 Zusammenfassung der Empirie und Bewertung der Hypothesen
81
5 Fazit und Ausblick
85
Literatur 89
Anhang 102
IV
Verzeichnis der Tabellen
Tabelle 1
Übersicht der Partizipationsebenen
17
Tabelle 2
Das weitere Vorgehen in der Übersicht
26
Tabelle 3
Übersicht über Instrumente zur Nutzung von Mitarbeiterpotentialen
28
Tabelle 4
Historische Entwicklung von Mitarbeiterbefragungen 32
Tabelle 5
Funktionen einer Mitarbeiterbefragung und Mitarbeitermodelle 39
Tabelle 6
Übersicht über Möglichkeiten der Partizipation in einer MAB
51
Tabelle 7
Beispielitem
59
Tabelle 8
Wertebereiche des Measure of Sampling Adequacy und Beurteilung
61
nach Kaiser-Rice-Schema
Tabelle 9
Übersicht der in die Faktorenanalyse eingehenden Items
64
Tabelle 10
Mittlere Summenwerte der drei Faktoren in Abhängigkeit vom Ge-
69
schlecht
Tabelle 11
Mittlere Summenwerte der drei Faktoren in Abhängigkeit vom Alter
70
Tabelle 12
Mittlere Summenwerte der drei Faktoren in Abhängigkeit von der
71
Dauer der Unternehmenszugehörigkeit
Tabelle 13
Mittlere Summenwerte der drei Faktoren in Abhängigkeit von der
72
Position aufgeschlüsselt nach Führungsverantwortung
Tabelle 14
Information, Mitberücksichtigung und Eigenverantwortlichkeit
73
in Korrelation mit Motivation und Belastung
Tabelle 15
Vermutete Einflüsse demographischer Charakteristika auf die Korre-
74
lationen zwischen Partizipation und Motivation beziehungsweise
Belastung
Tabelle 16
Zusammenhänge zwischen den Partizipationsebenen und
75
Motivation beziehungsweise Belastung in Abhängigkeit vom Ge-
schlecht
Tabelle 17
Zusammenhänge zwischen den Partizipationsebenen und
76
Motivation beziehungsweise Belastung in Abhängigkeit vom Alter
Tabelle 18
Zusammenhänge zwischen den Partizipationsebenen und Motivation
77
beziehungsweise Belastung in Abhängigkeit von Führungsverantwor-
tung
V
Verzeichnis der Abbildungen
Abbildung 1
Maslows Bedürfnispyramide
8
Abbildung 2
Einzelbausteine einer MAB
41
Abbildung 3
Informationsfluss zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern
56
innerhalb einer MAB
Abbildung 4
Eigenwertediagramm (Scree-Test)
65
Abbildung 5
Häufigkeitsverteilungen der Summenwerte
68
Abbildung 6
Eine Mitarbeiterbefragung im Organisationsentwicklungsprozess 87
VI
Verzeichnis des Anhangs
Anhang 1
Beantwortungsquoten der relevanten Items
Anhang 2
Häufigkeitsverteilung der relevanten Items
Anhang 3
Angaben zu Mittelwerten, Standardabweichungen, rotierten Fakto-
renladungen und Kommunalitäten der Dreifaktorenlösung
Anhang 4
Berechnung von Cronbachs Alpha
Anhang 5
Korrelationen der Items der drei Faktoren
Anhang 6
Berechnung von Pearson mit Subskalen
Anhang 7
Übersicht über Mittelwerte, Mediane, Standardabweichungen und
Varianzen der Summenwerte
Anhang 8
Häufigkeitstabellen der drei Summenwerte Information, Mitbe-
rücksichtigung und Eigenverantwortung
Anhang 9
Demographische Verteilung der 1023 Befragten
VII
Verzeichnis der Abkürzungen
AEMP
Auftau- und Einbindungsmanagement-Programm
DBW
Die Betriebswirtschaftslehre (Zeitschrift)
EEA
EFQM Excellence Award
EFQM
European Foundation of Quality Management
EQA
European Quality Award
KVP Kontinuierlicher
Verbesserungsprozess
MAB Mitarbeiterbefragung
OE Organisationsentwicklung
SOFI Soziologisches
Forschungsinstitut Göttingen
TQM
Total Quality Management
VGB Vorgesetztenbeurteilung
Einleitung
1
Einleitung
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Anforderungen an Wirtschaftsunternehmen
und Mitarbeiter stark verändert. Lange Zeit lag die Hoffnung von Firmeninhabern und
Management auf der zunehmenden Technisierung, also der Überlegenheit und Unfehlbar-
keit der Maschine gegenüber dem Menschen. Funktionierte der Mensch wie eine Maschine
exakt und ohne Störung so war er ein guter Arbeiter im Sinne Taylors.
Aufgrund steigender Individualisierung, Flexibilisierung und Schnelligkeit der Nachfrage-
anforderungen, der immer näher rückenden technischen Optimierungsgrenzen und verän-
derten Bedürfnissen der Mitarbeiter wurde jedoch eine Novellierung des unternehmeri-
schen Mitarbeiterbildes notwendig. Das Bild des Mitarbeiters entwickelte sich weg von
einem funktionalistischen hin zu einem partnerschaftlichen. Die Potentiale ihrer Mitarbei-
ter werden heute immer mehr zum überlebensnotwendigen Produktionsfaktor der Unter-
nehmen.
Die Wichtigkeit vom Faktor Mensch und seinen Fähigkeiten nimmt immer weiter zu und
die Fokussierung auf den Menschen und seine Beteiligung in der Arbeitsorganisation ist
stärker denn je. Die Industrie- und Handelskammer ruft im März 2002 auf zu mehr ,,Mut
zu Mitarbeiterbeteiligung" und Altbundeskanzler Gerhard Schröder erklärt auf der 5. Jah-
restagung der Arbeitsgemeinschaft für Partnerschaft in der Wirtschaft e.V. im März 2000:
,,Ich will eine Gesellschaft der Teilhaber".
Der Mitarbeiter soll zum Mit-Arbeiter werden und rückt nach anthropozentrischer Sicht-
weise in den Mittelpunkt neuer Managementstrategien. Partizipation und Einbindung sind
Schlagworte zur Ausschöpfung von Mitarbeiterpotentialen. Als ,,Teilhabe an Entschei-
dungsprozessen" lässt sich Partizipation vorab definieren. Verschiedene Ebenen von Parti-
zipation, die sich in der Stärke der partizipativen Einbindung unterscheiden, können her-
ausgearbeitet werden. Sie lassen sich unterscheiden nach reiner Information, Mitberück-
sichtigung an Entscheidungen und alleiniger Verantwortung.
Die Meinungen der Arbeitsorganisationsmitglieder zählen und werden immer stärker
eingebunden in organisationsweite Entwicklungsprozesse. Diese Prozesse ihrerseits verlie-
ren mehr und mehr den Charakter temporärer Stadien, eine Organisation entwickelt sich
Einleitung
2
stetig und wird zur beständig lernenden Organisation. Wie aber wird der Mitarbeiter zu
einem teil-habenden Partner in sich ständig verändernden Wirtschaftsunternehmen?
,,Wer mitdenkende, eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiter haben will, wer das enorme Potential
ihrer Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen aktivieren möchte, der muß den Dialog zu ihnen su-
chen und sie befragen." (Comelli 1997, S. 58)
Eine Wiederbelebung des personalpolitischen Instruments der Mitarbeiterbefragung wurde
im vergangenen Jahrzehnt erkennbar. Es ist heute eine der häufigsten Personalentwick-
lungsmaßnahmen in Wirtschaftsunternehmen und beinhaltet primär eine systematische
Erhebung von Informationen zu Bedürfnissen, Einstellungen und Meinungen von Mitar-
beitern zu organisationsinternen Themen.
Mit den sich verändernden Ansprüchen an alle Unternehmensmitglieder haben sich auch
die Ansprüche an das Instrument der Mitarbeiterbefragung geändert. Weg von einem rei-
nen Diagnosewerkzeug in ihrer Entstehungszeit in den 30er-Jahren entwickelt sich die
Mitarbeiterbefragung mehr und mehr zu einem ganzheitlichen Interventionsinstrument.
Die Wichtigkeit von Partizipation ist gewachsen und die Durchführungszahlen von Mitar-
beiterbefragungen sind gestiegen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss
von Mitarbeiterbefragungen auf Mitarbeiterpartizipation in Wirtschaftsunternehmen.
Nachstehende Fragen sollen dabei beantwortet werden.
o
Wie gestalten sich die historischen Entwicklungen von Mitarbeiterpartizipation und
Mitarbeiterbefragungen?
o
Wie muss eine Mitarbeiterbefragung ausgestaltet sein, um Mitarbeiterpartizipation
zu erhöhen?
o
Kann die Rücklaufquote einer Mitarbeiterbefragung als Indikator für Partizipation
betrachtet werden?
o
Inwieweit können Mitarbeiter innerhalb einer Mitarbeiterbefragung partizipativ
einbezogen und tätig werden?
o
Lässt sich Mitarbeiterpartizipation in einer Mitarbeiterbefragung erfassen?
o
Wie unterscheiden sich Mitarbeitergruppen bezüglich ihre Partizipation?
In dieser Arbeit wird das Instrument der Mitarbeiterbefragung von einer theoretisch-
konzeptionellen und einer methodenkritischen Seite beleuchtet.
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