Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Diploma Thesis, 2005, 154 Pages
Author: Mag. Simone Seppele
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions
Details
Tags: Eine, Frage, Glaubwürdigkeit, Darstellung, Missbrauchs, Printmedien, Beispiel, Kinderarztes, Wurst
Year: 2005
Pages: 154
Grade: 1
Bibliography: ~ 45 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-07149-9
ISBN (Book): 978-3-638-95600-0
File size: 4256 KB
Simone Seppele bearbeitet in ihrer Diplomarbeit das Themenfeld "sexueller Missbrauch", das einen starken Niederschlag in den Medien fand und stellt sich dabei die Frage, in welcher Weise durch die Berichterstattung in den Medien spezifische Diskurse dazu konstruiert werden.
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
In dieser Arbeit wurde untersucht, wie sexueller Missbrauch in den Medien dargestellt wird. Die Diskussion über sexuellen Missbrauch unterlag im Laufe der Zeit einem großen Wandel. Seitdem Freud seine Verführungstheorie widerrief, wurden Kinder oft für das Vergehen an ihnen verantwortlich gemacht. Ende der 60er Jahre wurde sexueller Missbrauch als Einzelfall angesehen. Das sollte sich bald ändern. In den 70er und 80er Jahren machte die Frauenbewegung sexuellen Missbrauch zum Thema. Dabei spielten die Medien in punkto Aufklärungsarbeit eine große Rolle. In den letzten Jahrzehnten wurde der Frauenbewegung oft vorgehalten, das Thema grundlos aufzubauschen und die Dunkelziffer der Opfer kräftig in die Höhe zu treiben, um die Frauenfrage am Leben zu erhalten und einen weiteren Trumpf im Kampf gegen die Männerwelt auszuspielen. Heute weiß man weitgehend über die Fakten zum Thema bescheid. Aufklärungsarbeit gibt es für die Medien fast keine mehr zu leisten. Im Vordergrund steht genauso wie in den siebziger und achtziger Jahren die sensationalistische Berichterstattung. Aber wie wird mit dem Thema umgegangen? Wird der Täter immer noch dämonisiert? Oder wie geht man mit einem Sexualstraftäter um, der ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft ist? Werden die Erzählungen von Kindern immer noch ins Reich der Phantasie verbannt oder glaubt man ihnen ohne Wenn und Aber? Diese Fragen wurden anhand eines aktuellen Beispieles, das auch in den Medien breit diskutiert wurde, untersucht. Zu Beginn meiner Arbeit wird ein Überblick über die wichtigsten Fakten über sexuellen Missbrauch gegeben. Anschließend werden die wichtigsten Diskurse zum Thema skizziert. Darauf folgt die Analyse von zwei Artikeln, die den Fall des Kinderarztes Franz Wurst auf unterschiedliche Weise beleuchten.
Excerpt (computer-generated)
Simone Seppele
Eine Frage der Glaubwürdigkeit
Die Darstellung sexuellen Missbrauchs in den Printmedien am
Beispiel des Kinderarztes F. Wurst
DIPLOMARBEIT
Zur Erlangung des akademischen Grades
Magistra der Philosophie
Studium: Publizistik und Kommunikationswissenschaften
Universität Klagenfurt
Fakultät für Kulturwissenschaften
Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft
August 2005
1
EINLEITUNG 1
2
DEFINITION 3
3 DIE FAKTEN: WIE VIELE KINDER WERDEN SEXUELL
MISSBRAUCHT? 5
3.1 DER STREIT UM DATEN 6
3.2 WER SIND DIE OPFER ? 14
3.3 ALTER DER OPFER 15
4 WER SIND DIE TÄTER? 17
4.1 ALTER DER TÄTER 18
4.2 INNERFAMILIÄRER UND AUßERFAMILIÄRER SEXUELLER MISSBRAUCH 18
4.3 PSYCHOSOZIALE MERKMALE 19
4.4 STRATEGIEN UND VORGEHENSWEISEN DER TÄTER 22
5
DIE UMSTÄNDE 26
5.1 SOZIALE UND FAMILIÄRE HINTERGRÜNDE 26
5.2 HÄUFIGKEIT UND DAUER 32
5.3 DIE FOLGEN 33
5.3.1 Körperliche Verletzungen 34
5.3.2 Körperliche und psychosomatische Folgen 34
5.3.3 Emotionale Reaktion/Selbstwahrnehmung 35
5.3.4 Autoaggression 36
5.4 FOLGEN FÜR DAS SOZIALE VERHALTEN 36
5.5 FOLGEN FÜR DIE SEXUALITÄT 37
6
SEXUELLER MISSBRAUCH IM DISKURS 39
6.1 DIE ÖFFENTLICHE DISKUSSION AUCH EIN MEDIENEREIGNIS 39
6.1.1 Der Feministische Ansatz 45
6.1.2 Machtstrukturen und Klischees werden mit Hilfe der Medien
aufgedeckt 48
6.1.3 Der sexuelle Missbrauch als Sensation 50
2
6.1.4 Kritik an der feministischen Theorie 52
6.1.5 Missbrauch mit dem Missbrauch 57
6.2 DER FAMILIENDYNAMISCHE ANSATZ 62
6.2.1 Kritik am Familiendynamischen Ansatz 63
6.2.2 Feministischer contra familiendynamischer Ansatz 66
6.3 DER SURVIVOR-DISKURS 66
6.3.1 Das Geständnis und der Experte 69
6.3.2 Theoretikerinnen ihrer eigenen Erfahrungen 72
6.3.3 Den Opfern glauben? 73
7
DER FALL FRANZ WURST 77
7.1 SCHULDBEKENNTNISSE 78
7.2 DAS MOTIV 78
7.3 DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN THOMAS H. UND FRANZ WURST 78
7.4 FRANZ WURST WIRD DES SEXUELLEN MISSBRAUCHS UND DER ANSTIFTUNG
ZUM MORD BESCHULDIGT 80
7.5 MUTMAßLICHE MISSBRAUCHSOPFER MELDEN SICH 81
7.6 AUSSAGEN VON MUTMAßLICHEN MISSBRAUCHSOPFERN UND MITARBEITERN
81
7.7 DEUTSCHER SACHVERSTÄNDIGER BELASTET WURST SCHWER 83
7.8 PLÄDOYERS UND URTEIL 84
8
DISKURSANALYSE VON MEDIENBERICHTEN ÜBER DEN FALL
FRANZ WURST 88
8.1 METHODISCHER ZUGANG 88
8.1.1 Forschungsziel 90
8.1.2 Zur Methode der Diskursanalyse 91
8.1.3 Vorgehen bei der Untersuchung 92
8.2 INSTITUTIONELLER RAHMEN 94
8.2.1 Das General-Interest-Magazin ,,News" 94
8.2.2 Das Konzept 95
8.2.3 Leserschaft 96
8.2.4 Zur Heftausgabe des zu analysierenden Artikels 97
3
8.3 DAS NACHRICHTENMAGAZIN ,,PROFIL" 99
8.3.1 Das Konzept 100
8.3.2 Die Leserschaft 101
8.3.3 Zur Heftausgabe des zu analysierenden Artikels 102
8.4 ZUR TEXTOBERFLÄCHE DES NEWS-ARTIKELS 103
8.4.1 Text und Bildgestaltung des Artikels 104
8.4.2 Inhaltliche Gliederung 106
8.4.3 Zusammenfassung 108
8.4.4 Sprachliche Analyse 110
8.5 ZUR TEXTOBERFLÄCHE DES PROFIL-ARTIKELS 113
8.5.1 Text und Bildgestaltung 113
8.5.2 Inhaltliche Gliederung 114
8.5.3 Zusammenfassung 119
8.5.4 Sprachliche Analyse 121
9 ZUSAMMENFASSENDE INTERPRETATION 134
10 DISKUSSION 137
LITERATUR 140
ANHANG 145
4
1 Einleitung
Über sexuellen Missbrauch an Kindern lesen wir fast täglich in der Zeitung.
Sexuelle Gewalt ist ein Thema, das wohl leider nie an Aktualität verlieren wird,
denn wir alle können betroffen sein. Bei manchen Familien entsteht die Sorge, das
Kind könnte zum Opfer werden, überlässt man es nur eine Stunde dem Babysitter.
In dieser Arbeit möchte ich untersuchen, wie sexueller Missbrauch in den Medien
dargestellt wird. Schließlich unterlag die Diskussion über sexuellen Missbrauch
einem großen Wandel.
Seitdem Freud seine Verführungstheorie widerrufen hat und natürlich auch schon
in der Zeit davor, machte man Kinder, die von ihrem Missbrauchserlebnissen
berichtet haben, oft selbst verantwortlich für die Misere. Schließlich würden sich
Kinder nach körperlicher Zuwendung sehnen. Einfach war es natürlich, die
Erzählungen ins Reich der Phantasie zu verbannen. Jungen Mädchen wurde schon
einmal die Schuld in die Schuhe geschoben, war doch der Rock zu kurz und der
Ausschnitt zu üppig.
Ende der Sechziger wollte man alle Sexualtabus brechen und Sexualität zwischen
Erwachsenen und Kindern wurde zunehmend als positive Erfahrung gewertet. Die
spießige Moral und die Triebunterdrückung wurden aufs Schärfste kritisiert. Man
wertete die Unterdrückung von Sexualität als Fundament von Herrschaft und
Kommunen wurden gegründet. Solche Tumulte waren natürlich ein gefundenes
Fressen für die Medien.
Damals wurde sexueller Missbrauch als Einzelfall angesehen. Das sollte sich bald
ändern. In den 70er und 80er Jahren machten zuerst die Frauenbewegungen
sexuellen Missbrauch zum Thema. Dabei spielten die Medien in punkto
Aufklärungsarbeit eine große Rolle. Sie sprangen ein, wenn es darum ging,
Machstrukturen, die sexuellen Missbrauch begünstigen, aufzuzeigen, oder
Klischees, die kleinen Mädchen die Schuld am Missbrauch in die Schuhe schob,
1
zu demontieren. Auch mit dem Mythos vom unbekannten, geistig abnormen
Triebtäter wurde aufgeräumt. Natürlich waren den Medien Frauen, die ihr
Schweigen über ihre schrecklichen Erlebnisse in der Kindheit brachen, auch sehr
willkommen.
In den letzten Jahrzehnten wurde dieses Thema viel diskutiert. Den
Frauenbewegungen wurde oft vorgehalten, das Thema grundlos aufzubauschen
und die Dunkelziffer der Opfer kräftig in die Höhe zu treiben. Außerdem würden
sie dazu neigen, den Täter zu dämonisieren und sie hätten das Thema nur
aufgegriffen, um die Frauenfrage am Leben zu erhalten und einen weiteren
Trumpf im Kampf gegen die Männerwelt auszuspielen.
Heute wissen die Leser weitgehend über die Fakten zum Thema bescheid.
Aufklärungsarbeit gibt es für die Medien also fast keine mehr zu leisten. Im
Vordergrund steht heute genauso wie in den siebziger und achtziger Jahren die
etwas sensationalistische Berichterstattung. Aber wie wird mit dem Thema heute
umgegangen? Wird der Täter immer noch dämonisiert? Oder wie geht man mit
einem Täter um, der ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft ist? Werden die
Erzählungen von Kindern immer noch ins Reich der Phantasie verbannt, oder
glaubt man ihnen ohne wenn und aber? Diese Fragen sollen anhand eines
aktuellen Beispiels, das auch in den Medien breit diskutiert wurde, untersucht
werden.
Zu Beginn meiner Arbeit gebe ich einen Überblick über die wichtigsten Fakten
über sexuellen Missbrauch. Anschließend skizziere ich die wichtigsten Diskurse
zum Thema. Darauf folgt meine Analyse von zwei Artikeln, die den Fall des
Kinderarztes Franz Wurst auf unterschiedliche Weise beleuchten.
2
2 Definition
Um über ein Forschungsgebiet wissenschaftlich kommunizieren zu können und
mögliche Missverständnisse zu vermeiden, ist es notwendig, Ausdrücke genau zu
präzisieren. Definitionen sind beim Forschungs- und Arbeitsbereich und natürlich
auch in juristischer Hinsicht von großer Bedeutung, da durch sie dieser Bereich
genau umrissen wird. Ergebnisse von wissenschaftlichen Arbeiten und
epidemiologischen Ergebnissen, also z.B. Ergebnisse einer Erhebung von
Missbrauchsfällen, Ursachen und Folgen, werden erst verständlich und
aussagekräftig, wenn man weiß, auf welche Definition die Daten zurückzuführen
sind.
Besonders bei der Erhebung der Anzahl der Missbrauchsfälle ist die Definition
bedeutend. Hier können wesentliche Unterschiede bei den Ergebnissen auftreten.
Ohnehin ist die Anzahl der Missbrauchsfälle sehr umstritten.
In der deutschen Diskussion um sexuellen Missbrauch standen körperliche
Verletzungen lange Zeit im Mittelpunkt. Sexueller Missbrauch als eine Form der
körperlichen Misshandlung wurde dort zum Thema, wo er mit massiver
körperlicher Verletzung, Tötung oder Schwängerung von Kindern verbunden war.
Erst in den letzten zwanzig Jahren hat man das Verständnis von
Kindesmisshandlung erweitert und es wurde schließlich auch sexueller
Missbrauch als Kindesmisshandlung verstanden. 1
Bagley erklärt den Begriff des ,,Missbrauchs" wie folgt: ,,Sexueller
Kindesmissbrauch, ... , ist zumindest ein körperlicher Kontakt mit dem
unbekleideten Genital- oder Brustbereich des Kindes (eingeschlossen ist ein
Kontakt unter der Kleidung), der vom Kind oder Jugendlichen nicht gewollt ist.
Ein Kind oder ein Jugendlicher wird definiert als jemand, der den 17. Geburtstag
noch nicht erreicht hat." 2
1 Vgl. Trube-Becker, 1982, S. 104.
2 Bagley, 1985, S.12.
3
Hier sind wir schon bei einem Streitpunkt angelangt: Kann man kein Nein des
Kindes als Einverständnis zu sexuellen Handlungen werten? Und kann man eine
Zustimmung eines Kindes zu sexuellen Handlungen als vollwertig ansehen,
obwohl es die Situation nicht einschätzen kann?
Engfer erklärt den Begriff des Missbrauchs damit, dass meist ein männlicher, mit
dem Kind bekannter oder verwandter Erwachsener dieses zur eigenen sexuellen
Stimulierung und zu dessen Schaden unter Ausnutzung des vorhandenen Macht-
und Kompetenzgefälles missbrauche. Das Kind oder der Jugendliche könne
sexuellen Aktivitäten nicht verantwortlich zustimmen, weil die Tragweite, für es
bzw. ihn/sie nicht zu übersehen sei.3
In neueren Definitionen steht der Machtmissbrauch des Erwachsenen, die
Ausnutzung des Autoritätsverhältnisses, die Manipulation des Kindes im
Mittelpunkt.
,,Bestimmt man den Kindesmissbrauch aus psychosozialer Sicht, so ist jede
Handlung, die an einem Kind vollzogen wird und der sexuellen Erregung des
Täter oder der Täterin dient, als sexueller Missbrauch anzusehen gleichgültig,
ob jemand einem Kind pornographisches Material zeigt, sich exhibitioniert, um
seine sexuelle Erregung zu demonstrieren, oder unzüchtige Berührungen an einem
Kind durchführt bzw. an sich selbst durchführen lässt. Missbrauch liegt also vor,
wenn das Kind zu einem ,Objekt´ der Machtbegierde des Täters gemacht wird,
einschließlich der Tatsache, dass es sich aufgrund seiner körperlichen, geistigen,
emotionalen und sozialen Entwicklung sich noch nicht gegen Übergriffe von
Erwachsenen wehren kann und auch nicht in der Lage ist, die Tragweite von
Handlungen zu erfassen oder ihnen vollbewusst zuzustimmen. Sexualmissbrauch
ist Machtmissbrauch. Die ,,Tateinheit", ist daher häufig mit der Ausnutzung des
Autoritätsverhältnisses verknüpft. Die Machtstrukturen und die
3 Vgl. Engfer, 1986, S. 30.
4
Abhängigkeitsverhältnisse, unter denen das Kind aufwächst, sind also in diesem
Zusammenhang von großer Bedeutung." 4
3 Die Fakten: Wie viele Kinder werden sexuell
missbraucht?
Große Uneinigkeit herrscht, wenn man sich verschiedene Statistiken über die
Verbreitung sexuellen Missbrauchs von Kindern ansieht. Die Ergebnisse von
Studien, die die Anzahl von Opfern sexueller Gewalt erhoben haben, sind massiv
umstritten. Seit den 80er Jahren belegen Studien die dramatischen Ausmaße des
sexuellen Missbrauchs. Jedes vierte Mädchen und jeder zehnte Junge wird im
Schnitt als Opfer sexueller Misshandlungen gesehen. Andererseits wird von einer
Missbrauchspanik, mangelhaften Studien, fehlerhaften Auswertungen und
oberflächlicher Forschung gesprochen. In den Vereinigten Staaten diskutiert man
seit Mitte der 80iger Jahre heftig über das Ausmaß sexuellen Kindesmissbrauchs.
Über das Ausmaß sexuellen Missbrauchs gibt es eine ganze Reihe von
Untersuchungen. Bereits sehr früh wurden Studien über Kindesmissbrauch
gemacht (z.B. Hamilton, 1929; Landis et al. 1940). Einer breiteren Öffentlichkeit
wurden diese Studien aber nicht bekannt. Ende der siebziger Jahre interessierte
man sich wieder dafür, da in den USA vermehrt Fälle sexueller Ausbeutung von
Kindern im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses standen.
Verschiedene Studien und Institutionen liefern höchst unterschiedliche
Ergebnisse. Ein Blick auf derzeit vorliegende Studien ist daher nötiger denn je.
4 Friedrich, 1998, S. 12.
5
3.1 Der Streit um Daten
Dirk Bange befragte mittels Fragebogen 518 Studentinnen und 343 Studenten der
Universität Dortmund nach sexuellen Missbrauchserfahrungen. Als sexueller
Missbrauch wurden alle sexuellen Kontakte bewertet, die vor dem 16. Lebensjahr
gegen den Willen der Befragten geschahen oder bei denen kein wissentliches
Einverständnis möglich war. 130 der befragten Frauen (25 %) und 28 der Männer
(8 %) gaben an, zumindest einen solchen Übergriff erlebt zu haben. Bange rechnet
jährlich mit einer Anzahl von 300 000 missbrauchten Kindern.5
Deutlich höhere Ergebnisse erbrachten die Studien von Bagley und Ramsay
(1986), Bagley (1990), Russel (1983) und Wyatt (1985). Sie hatten Interviews mit
Frauen aus kanadischen bzw. US-amerikanischen Großstädten durchgeführt. Sie
verwendeten für die Städte repräsentative Stichproben, die nach dem
Zufallsprinzip ausgesucht wurden. 32 % der Frauen aus Calgary, 54 % der Frauen
aus San Francisco und 62 % der Frauen aus Los Angeles berichteten, das sie
sexuellen Missbrauch erlebt hatten.
Bagley und Ramsay setzten bei ihrer kanadischen Untersuchung voraus, dass ein
Altersunterschied von mindestens drei Jahren zwischen Opfer und Täter bestand
oder Drohungen bzw. Gewalt angewendet wurden. Weitere Kriterien waren, dass
die Handlungen vom Opfer ungewollt waren. Wyatt setzte entweder einen
Altersunterschied von fünf Jahren voraus oder setzte das Kriterium, dass die
sexuellen Handlungen ungewollt und mit Gewalt durchgesetzt worden waren. Die
hohen Ergebnisse lassen sich also nicht auf zu weit gefasste oder ungenaue
Definitionen zurückführen.6
5 Vgl. Bange, 1992, S. 86f.
6 Vgl . Bagley/Ramsay 1986, Bagley 1990, Russell 1983, Wyatt 1985 in: Bange, 1992, S. 29f.
6
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: