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Bachelor Thesis, 2007, 26 Pages
Author: Henner Kaatz
Subject: Sport - Sport Pedagogy, Didactics
Details
Tags: Didaktische, Konzepte, Bewegung, Spiel, Sport, Ganztagsschule
Year: 2007
Pages: 26
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-05342-6
File size: 254 KB
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Abstract
Die folgende Hausarbeit gilt als Prüfungsleistung in dem Erweiterungsmodul 1 (E1) und ist Teil des Seminars „Ausgewählte Konzepte von Sport- und Bewegungspädagogik“ im Sommersemester 2007. Aus den verschiedenen Konzepten wurde das Thema „Didaktische Konzepte von Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule“ ausgewählt und im Folgenden vorgestellt, erläutert und bewertet. Das Thema Ganztagsschule spielt momentan in der öffentlichen Schulreform-Diskussion eine wichtige Rolle. Seitdem Schüler- und Ländervergleiche innerhalb Bildungssystemen publik wurden, wobei PISA wohl das bekannteste Beispiel ist, häufen sich Reformforderungen, Vorschläge und Ideen, die allesamt eine Veränderung des deutschen Schulsystems herbeisehnen. Obwohl das Konzept der Ganztagsschule schon seit über 30 Jahren in Deutschland, in verschiedenen Ausführungen, einen Platz in dem Bildungswesen einnimmt, wird erst seit PISA ausführlich über Veränderung der pädagogischen Konzeptionen diskutiert und eine Erhöhung der Anzahl von Ganztagsschulen gefordert. Dabei ist jedoch zu bemerken, dass das Halbtagsschulwesen generell nicht vollendet in Frage gestellt wird, d.h. eine totale Ablösung ist bisher nicht in Aussicht (vgl. Appel, 2005, S. 14). Dessen ungeachtet, dass Bewegung, Spiel und Sport im (überwiegend nachmittäglichen) Angebot der meisten schon existierenden Ganztagsschulen quantitativ weit oben stehen, (vgl. Holtappels, in Höhmann, Holtappels, Kamski und Schnetzer, 2005, S. 21f), gibt es bisher nur vereinzelte ausgereifte theoretische Aufzeichnungen, die Sport, Spiel und Bewegung in den Schullalltag und die Schulkultur konzeptionell und pädagogisch integrieren (vgl. Stibbe, 2004, S. 179). Genau diese Thematik wird im Folgenden aufgegriffen, dargestellt und interpretiert. Vorab werden die Begründungen, Formen und Merkmale des allgemeinen Ganztagsschulkonzeptes dargelegt, bevor auf die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagschule eingegangen wird. Die didaktischen Konzepte werden detailliert beschrieben und daraufhin erfolgt eine Bewertung.
Excerpt (computer-generated)
TECHNISCHE UNIVERSITÄT BRAUNSCHWEIG
Fachbereich für Geistes- und Erziehungswissenschaft
Seminar für Sportwissenschaft und Sportpädagogik
Didaktische Konzepte von Bewegung, Spiel
und Sport in der Ganztagsschule
Hausarbeit zur Veranstaltung im Erweiterungsmodul 1 (E1)
Ausgewählte Konzepte
von Sport- und Bewegungspädagogik
Vorgelegt von: Henner Kaatz
Datum der Abgabe: 29.07.07
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
1
2. Begründungen für eine ganztägige Schulkonzeption
2
2.1 Sozial-politische Motive 2
2.2 Schulreformerisch-pädagogische Motive 3
3. Formen von Ganztagsschule
5
3.1 Allgemeine Merkmale 5
3.2 Offene Ganztagsschule 7
3.3 Gebundene Ganztagsschule 7
4. Didaktische Konzepte von Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule
8
4.1 Kompensatorisches Modell (Additiv-duales Konzept) 8
4.1.1 Argumentation 8
4.1.2 Modell 9
4.2 Kooperatives Modell (Additiv-kooperatives Konzept) 10
4.2.1 Argumentation 11
4.2.2 Modell 12
4.3 Integratives Modell (inklusiv-kooperatives Konzept) 13
4.3.1 Argumentation 13
4.3.2 Modell 14
4.4 Erfahrungsschule, Bewegungsraumschule und Bewegte Schule 15
4.5 Rhythmisierung des Schultages 17
4.6 Bewertung der Konzepte 18
5. Fazit
22
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die folgende Hausarbeit gilt als Prüfungsleistung in dem Erweiterungsmodul 1 (E1) und
ist Teil des Seminars ,,Ausgewählte Konzepte von Sport- und Bewegungspädagogik"
im Sommersemester 2007. Aus den verschiedenen Konzepten wurde das Thema
,,Didaktische Konzepte von Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule"
ausgewählt und im Folgenden vorgestellt, erläutert und bewertet.
Das Thema Ganztagsschule spielt momentan in der öffentlichen Schulreform-
Diskussion eine wichtige Rolle. Seitdem Schüler- und Ländervergleiche innerhalb
Bildungssystemen publik wurden, wobei PISA wohl das bekannteste Beispiel ist,
häufen sich Reformforderungen, Vorschläge und Ideen, die allesamt eine Veränderung
des deutschen Schulsystems herbeisehnen. Obwohl das Konzept der Ganztagsschule
schon seit über 30 Jahren in Deutschland, in verschiedenen Ausführungen, einen Platz
in dem Bildungswesen einnimmt, wird erst seit PISA ausführlich über Veränderung der
pädagogischen Konzeptionen diskutiert und eine Erhöhung der Anzahl von
Ganztagsschulen gefordert. Dabei ist jedoch zu bemerken, dass das Halbtagsschulwesen
generell nicht vollendet in Frage gestellt wird, d.h. eine totale Ablösung ist bisher nicht
in Aussicht (vgl. Appel, 2005, S. 14).
Dessen ungeachtet, dass Bewegung, Spiel und Sport im (überwiegend
nachmittäglichen) Angebot der meisten schon existierenden Ganztagsschulen
quantitativ weit oben stehen, (vgl. Holtappels, in Höhmann, Holtappels, Kamski und
Schnetzer, 2005, S. 21f), gibt es bisher nur vereinzelte ausgereifte theoretische
Aufzeichnungen, die Sport, Spiel und Bewegung in den Schullalltag und die
Schulkultur konzeptionell und pädagogisch integrieren (vgl. Stibbe, 2004, S. 179).
Genau diese Thematik wird im Folgenden aufgegriffen, dargestellt und interpretiert.
Vorab werden die Begründungen, Formen und Merkmale des allgemeinen
Ganztagsschulkonzeptes dargelegt, bevor auf die Bedeutung von Bewegung, Spiel und
Sport in der Ganztagschule eingegangen wird. Die didaktischen Konzepte werden
detailliert beschrieben und daraufhin erfolgt eine Bewertung. Diese Bewertung und die
Hausarbeit im Allgemeinen beschäftigen sich mit der Frage:
Welches didaktisches Konzept ist am sinnvollsten, um Bewegung, Spiel und Sport in
der Ganztagschule so zu etablieren, dass eine ganzheitliche Erziehung gewährleistet
1
wird, eine Leistungssteigerung der Schüler sowohl im kognitiven, als auch motorischen
Bereich erreicht wird und eine (bewegte) Schulkultur sich dadurch entfalten lässt?
2. Begründungen für eine ganztägige Schulkonzeption
In der Fachliteratur gibt es mehrere Ansichten über die Beweggründe für die
Ganztagschule. Die signifikanten Begründungsstränge ähneln sich dabei oft, wobei
jedoch die Anzahl der zentralen Thesen variiert. Diese werden im folgenden Kapitel auf
zwei repräsentative Ansichten reduziert: Sozial-politische Motive und
Schulreformerisch-pädagogische Motive.
2.1 Sozial-politische Motive
Die sozial-politischen Motive beziehen sich hauptsächlich auf eine veränderte
Gesellschaft mit "nicht-traditionellen Familienstrukturen", vermehrten
Medieneinflüssen, hohem Integrationsbedarf und sozialer Ungleichheit. Politiker und
Reformer, die Ganztagsschule so begründen sehen dabei in erster Linie veränderte
Schülerpopulationen, Konkurrenz der Schulen, Schulstandortgefährdung etc. und
vergessen bei ihrer Argumentation oft die Bedürfnisse der Schüler (vgl. Appel, 2005, S.
29). Appel (2005, S. 14) sieht die Bedürfnisse und die damit verbundenen nötigen
pädagogischen Überlegungen als erst ,,sekundär" berücksichtigt und bezeichnet eine so
begründete Schulform als ,,soziale Reparaturwerkstatt". Dass sich die Gesellschaft mit
der Zeit ändert, ist in jeder Kultur als normal anzusehen. Auch dass veränderten
sozialen Konstellationen und Umfeldern mit Hilfe von Reformen an Erziehungs- und
Bildungsstätten entgegengewirkt wird, erscheint als sinnvoll. Doch dabei wäre es fatal
nicht nur die äußeren Umstände zu bedenken, sondern auch die "inneren" Bedürfnisse
müssen einbezogen werden. Durch ganzheitliche Erziehung und differenzierte
pädagogische Auffassungen kann auch bei den individuellen, personalen Problemen
angesetzt werden.
Des Weiteren ist der Faktor Kompensation - als entscheidend bei der sozial-
politischen Argumentation anzusehen. Tillmann (in Höhmann et al., 2005, S. 49) sieht
dort insbesondere kompensatorische Leistungen bei sozialem Lernen und
Sozialerziehung, wobei Holtappels (1994, S. 15) auch auf die Kompensation fehlender
2
Bewegungsmöglichkeiten im Freien und in Wohnungen aufmerksam macht. Die sozial-
politische Argumentation bezieht sich also vordergründig auf Ausgleich und
Verbesserung gesellschaftlicher Phänomene. Soziale Erfahrungsmöglichkeiten
erscheinen ausgedünnt und die gesellschaftlichen Lebensräume sind zerstückelt und
funktionalisiert (vgl. Hildebrandt-Stramann, 1999, 16f). Ob die Ganztagsschule dafür
"aufkommen" kann und soll oder ob sie sich mehr auf die pädagogischen und
erzieherischen Erfordernisse konzentrieren sollte, steht somit zur Diskussion. Im
nächsten Kapitel wird auf diese besagten Erfordernisse eingegangen.
2.2 Schulreformerisch-pädagogische Motive
Die Schulreformerisch-pädagogischen Beweggründe für eine ganztägige
Schulkonzeption beschäftigen sich größtenteils mit einer Verbesserung der
unterrichtlichen pädagogischen Verhältnisse und dem damit verbundenen
Erziehungsverständnis. Außerdem wird häufig von Schulprogrammen gesprochen, die
eine neue Sichtweise im Hinblick auf Schulkultur und Schulleben beinhalten und somit
als reformerisch gelten. In der ganztägigen Schullandschaft in Deutschland sind viele
Schulen nur als ,,Betreuungsschulen" anzusehen, da dessen Ganztagskonzept jeglichen
Bezug zum vormittäglichen Unterricht und dem allgemeinen Erziehungsauftrag
vermissen lässt. Damit Ganztagsschule nicht die Legitimation gegenüber
Halbtagsschule verliert, müssen die zusätzlichen Möglichkeiten auch dementsprechend
genutzt werden. Ein Ganztagsschulkonzept darf sich also nicht ausschließlich auf
gesellschaftliche Kompensation konzentrieren. Es muss infolgedessen die Zeit, die zur
Verfügung steht vernünftig umsetzen, denn kindgemäße Entwicklung und kindgemäßes
Lernen und Erkennen benötigen mehr Zeit, als an Halbtagschulen verfügbar ist, da
Schule mehr als nur Unterricht ist bzw. sein sollte (vgl. Appel, 2005, S. 21).
Im Bezug dazu werden schülerische Partizipation, Vermeidung bzw. Reduzierung von
Stresssituationen, Verbesserung/Veränderung/Öffnung von Unterricht, Selbsttätigkeit,
verändertes Lehrerverhalten und ein ,,freiraumbetontes Bewegungsumfeld" (Appel,
2005, S. 21) gefordert. Holtappels (1994, S. 15) betont bei seiner ,,schulpädagogischen
und bildungssoziologischen Argumentation" die Bildungsaufgaben der Schule, wobei er
diese als ,,Vermittlung von Zugängen zur Welt" und ,,Förderung der allseitigen
Persönlichkeitsentwicklung" (ebenda, S. 21) umschreibt. Allerdings sieht er außerdem
3
die Gefahr einer ,,Verschulung" und ,,sozialer Kontrolle" (ebenda, S. 22) bei einer
ganztägigen Schulzeit. Kritiker der Ganztagsschule beziehen sich vorwiegend auf diese
Argumente in ihren Ausführungen, bei denen immer wieder darauf hingewiesen wird,
dass Ganztagschule zu sozialer Segregation, kultureller Verarmung, Individualverlust,
und Familienentzug führen kann (vgl. Appel, 2005, S. 26).
In der Literatur sind sich die Autoren dessen ungeachtet einig, dass Ganztagsschule als
reine "Betreuungsschule" [,,halbherzige Nachmittagsschule" (Höhmann et al., 2005, S.
41); ,,verlängerte Halbtagsschule mit Suppenausgabe" (Appel, 2005, S. 39)] lediglich
als zeitlich begrenzte Umwandlungslösung beibehalten werden kann. Um der Kritik der
Verschulung entgegenzuwirken meint Holtappels (in Höhmann et al., 2005, S. 55), dass
vor allem der freizeitpädagogische Bereich als ,,Integrationselement" der ganztägigen
Schulkonzeption begriffen werden muss, der somit Erziehung, Bildung und
Jugendbedürfnisse miteinander vereinigt. Bewegung, Spiel und Sport spielt dabei eine
wichtige Rolle, denn der bereits erwähnte Zugang zur Welt wird erst durch "bewegte"
aktive Auseinandersetzung mit der Welt und durch die ,,lustbetonte Vergegenwärtigung
des Seins" (Hildebrandt-Stramann, 1999, S. 13) hergestellt. Damit dieses ganzheitliche
Erziehungsverständnis auch wirksam werden kann, muss eine erweiterte Lern- und
Schulkultur gefordert werden, die durch die schulpädagogisch-didaktischen Motive
begründet wird. Holtappels (1994, S. 24) sieht eine ,,Konzeption von Ganztagsschule
als pädagogisch gestalteter ganzheitlicher Bildungs- und Erziehungszusammenhang, in
dem schul- und sozialpädagogische Handlungsbereiche in einem integrierten
Schulprogramm aufgehen" als Lösung. Inwiefern diese Ideen und Reformvorschläge in
den momentanen Ganztagsschulkonzepten bisher realisiert werden konnten, wird im
nächsten Abschnitt kurz erläutert. Darauf folgend wird die Bedeutung und Stellung von
Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagschule geschildert.
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