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Das Rätsel der Menhire

Title: Das Rätsel der Menhire

Textbook , 2003 , 124 Pages

Autor:in: Detert Zylmann (Author)

Archaeology
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Summary Excerpt Details

Was hat die Menschen der jüngeren Steinzeit ab Mitte des 5. Jahrtausends v.Chr. bewogen, tonnenschwere und bis zu 21 Meter hohe Steinmale, die Menhire oder „Hinkelsteine“, zu errichten? Wie schaffte man es, diese Kolosse zu transportieren und aufzustellen? Welchen Zweck hatten die meistens freistehend, einzeln, in Kreisen oder manchmal sogar zu Tausenden in Reihen angeordneten Kolosse? Mit solchen Fragen befasst sich der Mainzer Archäologe Dr. Detert Zylmann in seinem Buch „Das Rätsel der Menhire“.
Obwohl Wissenschaftler sie sorgfältig untersuchten und mancherlei Fantasten glaubten, das Rätsel um diese Steine gelöst zu haben, blieben die Menhire bis heute von Geheimnissen umwittert. Unbestritten ist nur, dass sie eine kultisch-religiöse Funktion hatten. Vielleicht dienten diese eindrucksvollen Steinmale einst als Götteridole, phallische Kultdenkmäler, Opferpfähle, Gerichtsstätten, Ahnenkultmale, Ruhesitze für umherschwebende Seelen oder als „Ersatzleiber“ Verstorbener, an denen die Hinterbliebenen Abschied nehmen konnten.
Über Jahrtausende hinweg – von der Steinzeit bis in die Gegenwart – zogen Menhire immer wieder Menschen in ihren Bann. Einige der mysteriösen Steinmale konnten sich angeblich zu hohen Feiertagen drehen oder sie gaben Weh- und Klagelaute von sich, wenn jemand sein Ohr an sie legte. Von anderen erhofften sich Abergläubische durch ihre Berührung einen segensreichen Einfluss auf die Liebe und den Kindersegen oder die Heilung von Krankheiten.
Menhire hat man zu unterschiedlichen Zeiten in Europa, Asien, Afrika und Amerika aufgestellt. Besonders eindrucksvoll wirken die Menhir-Alleen von Ménec, Kermario und Kerlescan im französischen Departement Morbihan auf Betrachter. In Deutschland können die letzten steinernen Zeugen eines unbekannten prähistorischen Kultes in Baden-Württemberg, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bewundert werden.

Der Archäologe Detert Zylmann wurde 1944 in Hamburg geboren. Nach dem Studium der Vor- und Frühgeschichte, Ethnologie und Anthropologie in Hamburg und Mainz promovierte er 1980 in Mainz. Nach zweijähriger Tätigkeit am Institut für Denkmalpflege in Hannover, Dezernat Inventarisation, übernahm er 1983 die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters bei der Archäologischen Denkmalpflege Mainz. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

2. Was ist ein Menhir?

3. Das archäologische Umfeld

4. Megalithische Steinmonumente

5. Die Gewinnung des Baumaterials

6. Der Transport der Steine

7. Das Aufrichten der Steine

8. Deutungsversuche

9. Menhire in Glauben und Brauchtum

10. Menhire in Legenden, Märchen und Sagen

11. Menhire als Orte der Kraft?

12. Menhire und Comic

13. Megalithe und Menhire in der Bildenden Kunst

14. Datierung der Menhire

20. Der Autor

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch und sachlich mit den archäologischen und kulturgeschichtlichen Hintergründen von Menhiren und anderen megalithischen Steinmonumenten auseinander. Dabei wird das Ziel verfolgt, den wissenschaftlichen Informationswert dieser Denkmäler zu beleuchten, aktuelle Forschungsergebnisse zur Entstehung und Datierung darzulegen sowie die Rezeption der Steine in Legenden, Brauchtum und Kunst zu untersuchen.

  • Wissenschaftliche Analyse der Entstehung und bautechnischen Aspekte von Megalithanlagen.
  • Untersuchung der kulturellen und religiösen Bedeutung der Steine in vorgeschichtlicher Zeit und ihrer späteren Rezeption.
  • Kritische Auseinandersetzung mit esoterischen Interpretationen und dem "Mythos" um Orte der Kraft.
  • Dokumentation der Bedeutung von Menhiren in der Kunstgeschichte und modernen Populärkultur.

Auszug aus dem Buch

6. Der Transport der Steine

Wie der Name schon sagt, sind Megalithe sehr große und schwere Steinmonumente, deren Transport unter vorgeschichtlichen Bedingungen mit einfachen technischen Hilfsmitteln die Archäologen lange Zeit vor erhebliche Probleme stellte und Anlass zu vielerlei Spekulationen gab. Es wurden die ausgefallendsten Hypothesen über die verwendeten Techniken aufgestellt. Man brachte die gewaltigen Steine mit übernatürlichen Wesen in Verbindung. So soll nach einem Manuskript aus dem 14. Jahrhundert der Riese Merlin, Zauberer und Prophet der Artussage, der legendäre Erbauer von Stonehenge gewesen sein. Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein wurde die Auffassung vertreten, nur Riesen seien imstande gewesen, derartige Steine zu bewegen.

Die verfügbaren Energiequellen in der Vorgeschichte waren im Vergleich mit unseren heutigen sehr begrenzt. Im wesentlichen wurde alle Arbeit vom Menschen oder vom Tier verrichtet. Wie zahlreiche Experimente zeigen, hat es verschiedene Möglichkeiten gegeben, schwere Steine ohne komplizierte Maschinen zu bewegen. Besonders eindrucksvoll ist eine Darstellung aus dem Alten Ägypten (Abb. 12). Dort wird über den Transport einer 7 m hohen Alabasterstatue des Prinzen Djehutihetep berichtet. 90 Personen ziehen die Statue, deren Gewicht mit 60 Tonnen angenommen wird, auf einem hölzernen Schlitten. Auf den Knien der Statue steht ein Mann, der mit den Händen den Arbeitstakt schlägt. Die Laute werden von einem Mann mit einer Klapper verstärkt. Um die Gleitfähigkeit zu erhöhen, gießt ein anderer Wasser vor den Schlitten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Einführung in die Faszination und das historische Interesse an vorgeschichtlichen Steinmonumenten sowie Einordnung des Forschungsfeldes.

2. Was ist ein Menhir?: Definition und etymologische Herleitung des Begriffs Menhir sowie eine erste Beschreibung ihrer physischen Beschaffenheit und Standorte.

3. Das archäologische Umfeld: Einbettung der Menhire in den breiteren Kontext der Megalithkultur und der jungsteinzeitlichen Lebensverhältnisse.

4. Megalithische Steinmonumente: Überblick über verschiedene Monumenttypen wie Großsteingräber und Steinalleen sowie deren bauliche Merkmale.

5. Die Gewinnung des Baumaterials: Erörterung der Techniken der Steinbeschaffung und Bearbeitung durch prähistorische Menschen.

6. Der Transport der Steine: Analyse der logistischen und technischen Herausforderungen beim Bewegen tonnenschwerer Gesteinsblöcke.

7. Das Aufrichten der Steine: Zusammenfassung der experimentell-archäologischen Erkenntnisse zum Aufstellen großer Monumente.

8. Deutungsversuche: Kritische Betrachtung der vielfältigen, oft spekulativen Interpretationsansätze zur Funktion der Steine.

9. Menhire in Glauben und Brauchtum: Historische Analyse des Konflikts zwischen heidnischem Steinkult und der christlichen Kirche.

10. Menhire in Legenden, Märchen und Sagen: Untersuchung der volkstümlichen Überlieferungen rund um die Entstehung und Sagenhaftigkeit von Menhiren.

11. Menhire als Orte der Kraft?: Auseinandersetzung mit geomantischen und esoterischen Lehren über die angebliche Strahlungsenergie von Megalithbauten.

12. Menhire und Comic: Betrachtung der modernen Rezeption von Menhiren am Beispiel der Asterix-Comics.

13. Megalithe und Menhire in der Bildenden Kunst: Analyse der Darstellung von Menhiren in der Malerei und Skulptur vom 14. Jahrhundert bis zur Moderne.

14. Datierung der Menhire: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Methoden und Probleme bei der zeitlichen Einordnung dieser Monumente.

20. Der Autor: Kurzbiografie von Detert Zylmann.

Schlüsselwörter

Menhire, Megalithkultur, Großsteingräber, Stonehenge, Archäologie, Experimentelle Archäologie, Vorzeit, Neolithikum, Geomantie, Kraftorte, Denkmalschutz, Steinkreise, Volkssagen, Datierung, Kulturdenkmäler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Werk grundsätzlich?

Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die archäologische Erforschung von Menhiren, ihre bauliche Beschaffenheit, die Techniken ihrer Errichtung sowie ihre Bedeutung im gesellschaftlichen und kulturellen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der archäologischen Einordnung, der experimentellen Erforschung technischer Leistungen der Vorzeit, der Rezeption im Brauchtum sowie der Darstellung der Steine in der Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den wissenschaftlichen Informationswert von Menhiren gegen spekulative oder esoterische Interpretationen abzugrenzen und ein sachliches Bild dieser Kulturdenkmäler zu zeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf archäologische Quellen, historische Berichte sowie Ergebnisse der experimentellen Archäologie, um Hypothesen über den Bau und die Nutzung der Steine zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in technische Analysen zur Steinbearbeitung und zum Transport, die kulturhistorische Bedeutung im Rahmen von Religion und Brauchtum sowie die künstlerische Rezeption durch die Jahrhunderte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Megalithkultur, archäologische Bestandsaufnahme, prähistorische Bautechnik und die Abgrenzung von Wissenschaft und Esoterik stehen im Zentrum.

Wie geht der Autor mit der "Christianisierung" von Menhiren um?

Das Werk beschreibt detailliert, wie die Kirche heidnische Kultsteine durch das Aufsetzen von Kreuzen oder das Eingravieren christlicher Symbole in den eigenen Kontext zu integrieren versuchte.

Welche Bedeutung haben Comics wie Asterix für das Verständnis von Megalithen?

Obwohl wissenschaftlich ungenau, dienen sie laut Autor als "erster Zugang" für Laien und Jugendliche zum Thema Altertum und Megalithen.

Wie bewertet der Autor Theorien über "Orte der Kraft"?

Er betrachtet diese esoterischen Ansätze kritisch und weist darauf hin, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Erdstrahlung und der Platzierung prähistorischer Denkmäler wissenschaftlich nicht belegbar ist.

Sind Menhire generell als Grabmäler zu verstehen?

Nein, der Autor betont, dass sie zwar gelegentlich mit Bestattungen verknüpft sind, ihre primäre Funktion jedoch kultisch-religiöser Natur war und nicht zwingend als Grabmal interpretiert werden kann.

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Details

Title
Das Rätsel der Menhire
Author
Detert Zylmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
124
Catalog Number
V92304
ISBN (eBook)
9783640131617
ISBN (Book)
9783640138951
Language
German
Tags
Rätsel Menhire
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Detert Zylmann (Author), 2003, Das Rätsel der Menhire, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92304
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