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Scholarly Essay, 2007, 11 Pages
Authors: Dipl.-Ing. Alexander Schnell, L. Goretzki, W .P. Weinhold
Subject: Civil Engineering
Details
Year: 2007
Pages: 11
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06314-2
File size: 986 KB
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Abstract
Eingangsbereiche mit glatten, meist unprofilierten Belägen stellen vor allem bei eingetragener, kaum wahrnehmbarer Nässe einen Unfallschwerpunkt dar. Die Verwendung rutschhemmender und das Unfallrisiko mindernder Bodenbeläge ist besonders hier sowohl aus bautechnischer Sicht als auch für Versicherer von großer Bedeutung. Das aktuelle Vorschriften- und Regelwerk BGR 181 verlangt für diese Bereiche die Rutschhemmungsklasse R9. Dennoch kommt es auf unprofilierten Belägen dieser Rutschsicherheitsklasse zu Sturzunfällen. Die Prüfung mit einigen mobilen Gleitreibungsmessgeräten erbringt auf diesen Böden bei Nässe unrealistische Reibwerte. Auch stellen sich diese Prüfgeräte und -verfahren bei der Optimierung von rutschhemmenden Oberflächen als wenig zielführend heraus. Im Rahmen eines von der Bauhaus-Universität Weimar in Zusammenarbeit mit der INNOWEP Mess- und Prüftechnik GmbH Würzburg durchgeführten Forschungsprojekts wurden unprofilierte Bodenbeläge (Fliesen, Feinsteinzeug, Naturstein, Betonwerkstein und Laminat) untersucht. Die Beläge wurden mit verschiedenen Verfahren zur Verbesserung der Rutschsicherheit nachbehandelt. Insgesamt wurden damit 27 Oberflächen aus den 5 verschiedenen Produktgruppen im Hinblick auf ihre rutschhemmenden Eigenschaften untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse sind in diesem Text zusammengefasst.
Excerpt (computer-generated)
Oberflächencharakteristik von Bodenbelägen und deren
Rutschhemmung
A. Schnell, L. Goretzki, W. P. Weinhold
Einleitung
Eingangsbereiche mit glatten, meist unprofilierten Belägen stellen vor allem bei
eingetragener, kaum wahrnehmbarer Nässe einen Unfallschwerpunkt dar. Die
Verwendung rutschhemmender und das Unfallrisiko mindernder Bodenbeläge ist
besonders hier sowohl aus bautechnischer Sicht als auch für Versicherer von großer
Bedeutung.
Das aktuelle Vorschriften- und Regelwerk BGR 181 verlangt für diese Bereiche die
Rutschhemmungsklasse R9. Dennoch kommt es auf unprofilierten Belägen dieser
Rutschsicherheitsklasse zu Sturzunfällen. Die Prüfung mit einigen mobilen
Gleitreibungsmessgeräten erbringt auf diesen Böden bei Nässe unrealistische
Reibwerte. Auch stellen sich diese Prüfgeräte und -verfahren bei der Optimierung
von rutschhemmenden Oberflächen als wenig zielführend heraus.
Die WTA beabsichtigt, eine Arbeitsgruppe zum Themengebiet Rutschsicherheit bzw.
Rutschhemmung zu bilden.
Durchgeführte Untersuchungen
Im Rahmen eines kürzlich von der Bauhaus-Universität Weimar in Zusammenarbeit
mit der INNOWEP Mess- und Prüftechnik GmbH Würzburg durchgeführten
Forschungsprojekts wurden unprofilierte Bodenbeläge (Fliesen, Feinsteinzeug,
Naturstein, Betonwerkstein und Laminat) untersucht. Die Beläge wurden mit
verschiedenen Verfahren zur Verbesserung der Rutschsicherheit nachbehandelt.
Insgesamt wurden damit 27 Oberflächen aus den 5 verschiedenen Produktgruppen
im Hinblick auf ihre rutschhemmenden Eigenschaften untersucht.
Im ersten Schwerpunkt wurden die Oberflächen der Bodenbeläge und der
Reibkörper hinsichtlich ihrer Makro- und Mikrotopografie, Rauheit und
Werkstofflichkeit charakterisiert. Es fanden taktile Abtastungsverfahren, Messungen
zum Verformungsverhalten sowie licht- und elektronenmikroskopische Methoden
Anwendung. Im zweiten Schwerpunkt wurden vergleichende Untersuchungen mit
unterschiedlichen Reibungsmessverfahren durchgeführt. Neben Messungen mit
bekannten Verfahren wie Gleitreibungsmessgerät (GMG), Pendelgleiter
beziehungsweise Slip Resistance Tester (SRT) und Abrollgleiter (ARG) wurde auch
die Mikrotribologie der Bodenbeläge untersucht. Das Reibungsverhalten bei feuchter
Oberfläche (Zwischenmedium Wasser) stand bei allen Untersuchungen im
Vordergrund.
2
Ergebnisse
Korrelationen zwischen Reibungsmessungen und Rauheitskennwerten
Bei den Untersuchungen zu linearen Korrelationen der Ergebnisse der
unterschiedlichen Reibungsmessungen zueinander sowie zum Rauheitskennwert
Rz
(DIN) wurden die Ergebnisse mit dem Reibpartner 4S-Gummi (für die
Mikroreibung Silikon-Papillartaster) berücksichtigt. Der lineare Zusammenhang wird
durch den Korrelationskoeffizient nach Pearson beschrieben. Ein Ergebnis von +1
bzw. -1 steht für einen vollständig positiven bzw. negativen Zusammenhang, wobei
Korrelationskoeffizienten > 0,80 als gut zu bewerten sind.
Werden die Ergebnisse für alle Oberflächen in die Berechnung aufgenommen,
ergeben sich zwischen den mit 4S-Gummi durchgeführten Reibungsmessungen
Korrelationskoeffizienten von 0,49 bis 0,91. Vor allem die mittels GMG, Abroll- und
Pendelgleiter gewonnenen Ergebnisse weisen hier einen guten linearen
Zusammenhang auf. Korrelationen zur Mikroreibung bestehen dagegen nicht.
Jedoch wurde ein geringer linearer Zusammenhang zwischen dem Rauheitskennwert
Rz und den mittels Pendel- und Abrollgleiter ermittelten Ergebnissen festgestellt
(Kor 0,6). Diese Verfahren arbeiten mit höheren Prüfgeschwindigkeiten und liefern
bei den Bodenbelägen mit geringer Rautiefe sehr niedrige Reibungskoeffizienten,
verursacht durch die dominierende Flüssigkeitsreibung. Dieser Sachverhalt erklärt
auch die gute lineare Korrelation der Verfahren GMG, Abroll- und Pendelgleiter bei
nasser Oberfläche.
Bei der Korrelationsfindung zeigte sich, dass die Ergebnisse offenbar von der Wahl
der einbezogenen Bodenbeläge abhängen. Daher wurde der lineare Zusammenhang
nicht nur bezogen auf alle Bodenbeläge untersucht, sondern auch auf
Bodenbelagsarten mit vergleichbaren Topografien und Rauheitskenngrößen,
beispielsweise die Gruppen Fliesen und Feinsteinzeug.
Werden lediglich die Ergebnisse der Fliesen in die Untersuchungen aufgenommen,
ergeben sich geringe bis sehr gute Korrelationen innerhalb aller
Reibungsmessungen, einschließlich der Mikroreibung. Ein linearer Zusammenhang
zwischen der Rautiefe Rz und den ermittelten Reibwerten besteht dagegen nicht
(Kor = -0,09 bis 0,26).
Das Ergebnis der Korrelationsrechnung für die Feinsteinzeug-Oberflächen
unterscheidet sich von dem für die Fliesen erzielten Ergebnis in erster Linie durch
geringere lineare Zusammenhänge beim Prüfverfahren Pendelgleiter. Mit dem
Verfahren wurden an den glatten Oberflächen des Feinsteinzeugs sehr niedrige
Reibwerte ermittelt. Der Grund liegt wiederum in verstärkt auftretender
Flüssigkeitsreibung.
Die untersuchten Bodenbeläge unterscheiden sich bezüglich ihrer Rauhigkeit sehr
deutlich voneinander. Deshalb wurde versucht, die untersuchten Bodenbeläge nach
ihrer gemittelten Rautiefe Rz (DIN) zu unterteilen. Die Rautiefe dient damit als
Parameter zur Einteilung der Bodenbeläge nach ihrer Oberflächenstruktur, nicht als
Kennwert für die Rutschhemmung. Hierzu wurde die Korrelationsfindung auf
Oberflächen mit Rautiefen Rz in definierten Bereichen eingeschränkt (Rz > oder < 5,
10, 15, 20 µm).
3
Abb. 1
Lineare Korrelationskoeffizienten bei unterschiedlichen Rz (Auszug)
Es wird deutlich, dass eine Einschränkung auf Bodenbelagsproben mit großen Rz
(z.B. Rz > 10 bis > 20 µm) zu einer Erhöhung der Korrelationskoeffizienten der
Reibungsmessungen mittels Tensor-SF, GMG und Abrollgleiter führt. Geringe bis
gute Korrelationen der Reibungsmessungen werden hier auch zu den
Mikroreibwerten und zur gemittelten Rautiefe Rz verzeichnet.
Wird die Korrelationsfindung auf Oberflächen mit kleinen Rz eingeschränkt, ergeben
sich wesentlich geringere Korrelationskoeffizienten. Lediglich für Rz < 5 µm ist eine
deutliche Verbesserung der linearen Zusammenhänge der mit herkömmlichen
Verfahren ermittelten Reibwerte zu den Mikroreibwerten sowie der Ergebnisse der
Tensor-SF-Messungen zu Abrollgleiter und Pendel erkennbar. Gleichzeitig fallen die
Korrelationskoeffizienten zwischen GMG und ARG bzw. SRT hier deutlich ab. Diese
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