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Ansätze zur Messung der Risikowahrnemung

Scholary Paper (Seminar), 2008, 29 Pages
Author: Sascha Kwasniok
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 29
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 32  Entries
Language: German
Archive No.: V93457
ISBN (E-book): 978-3-638-06533-7

File size: 331 KB

Abstract

Der Begriff des Risikos begegnet uns alltäglich. Ein einheitliches Verständnis existiert hingegen nicht. So findet sich eine Vielzahl gängiger Definitionen, die je nach Erklärungsversuch unterschiedliche Schwerpunkte legen. Den klassischen Ansatz bildet dabei der aktuarwissenschaftlich geprägte Risikobegriff, der das Risiko als Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenausmaß begreift. Diese Definition nutzen insbesondere Experten. Im Gegensatz dazu beziehen Laien jedoch eine Vielzahl weiterer Faktoren in ihre Risikowahrnehmung ein. Risiko stellt in diesem Kontext vielmehr ein komplexes, mehrdimensionales Konstrukt dar. In der folgenden Arbeit sollen drei konkrete Ansätze präsentiert werden, die diese multikontextuellen Aspekte bei der Erklärung und Messung der Risikowahrnehmung berücksichtigen. Hierzu werden im folgenden zweiten Kapitel am Beispiel der präskriptiven Entscheidungstheorie zunächst die Schwächen eines auf rein rationalem Kalkül abgestellten Erklärungsansatzes aufgezeigt. Im dritten Kapitel wird mit dem psychometrischen Paradigma ein Ansatz vorgestellt, der insbesondere die unterschiedliche Risikowahrnehmung zwischen Experten und Laien unter Berücksichtigung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse erklärt. Das anschließend vierte Kapitel untersucht die Risikowahrnehmung aus einer psychologisch geprägten Perspektive. Hier wird aufgezeigt, dass eine verzerrte Wahrnehmung hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeiten vorgegebener Ereignisse herrscht. Der kulturtheoretische Ansatz, der Thema des fünften Kapitels ist, unternimmt den Versuch, die Erkenntnisse der Risikowahrnehmung in einen theoretischen Gesamtkontext zu integrieren. Die Risikowahrnehmung hängt hier von der Zugehörigkeit zu einem der definierten idealtypischen sozialen Organisationsformen ab. Das abschließend sechste Kapitel fasst die wesentlichen Aussagen dieser Arbeit zusammen und bildet zugleich ihren Abschluss.


Excerpt (computer-generated)

Universität Karlsruhe (TH)

Lehrstuhl für Versicherungswissenschaft

Seminar:

Risikokommunikation

Ansätze zur Messung der

Risikowahrnehmung

Sascha Kwasniok

Wintersemester 2007/08


2

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis 3

Abkürzungsverzeichnis 4

1 Einleitende

Worte 5

2

Zur Notwendigkeit der Erweiterung der präskriptiven Entscheidungstheorie 6

3

Der psychometrische Ansatz zur Untersuchung der Risikowahrnehmung 7

3.1

Untersuchungsansatz und -aufbau 7

3.2 Untersuchungsergebnisse 9

3.3 Kritische

Würdigung 11

4

Der unrealistische Optimismus zur Erklärung der Risikowahrnehmung 12

4.1

Untersuchungsansatz 12

4.2 Untersuchungsaufbau

Weinsteins 14

4.3

Erklärungsansätze und Untersuchungsergebnisse 15

4.4 Kritische

Würdigung 17

5

Kulturtheoretische Aspekte der Risikowahrnehmung 18

5.1

Hintergrund des kulturtheoretischen Ansatzes 18

5.2

Soziale Organisationsformen der Cultural Theory 19

5.3

Ableitung der Kulturtypen 20

5.4 Risikowahrnehmung

der

unterschiedlichen Kulturtypen 22

5.5 Kritische

Würdigung 22

6

Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen 24

Literaturverzeichnis 25


3

Abbildungsverzeichnis


Abb. 1:

Quantitative Beurteilung der Risikoquellen 8

Abb. 2:

Beurteilung von Risikoquellen anhand von Risikomerkmalen 9

Abb. 3:

Beziehung der übergeordneten Risikofaktoren 10

Abb. 4:

Einschätzung der Wahrscheinlichkeit positiver und

negativer Ereignisse 14

Abb. 5:

Korrelation zwischen Wahrscheinlichkeit der Ereignisse und ihrer

Merkmale 15

Abb. 6:

Grid/Group-Schema der Cultural Theory 20


4

Abkürzungsverzeichnis


Abb. Abbildung

BBK

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

bzgl. bezüglich

bzw. beziehungsweise

d.h.

das heißt

et al.

et alii

f. folgende

(Seite)

ff.

fortfolgende (Seiten)

Hrsg. Herausgeber

i.d.R.

in der Regel

Jg.

Jahrgang

u.a. unter

anderem

USA

United States of America

vgl.

vergleiche

vglw.

vergleichsweise

z.B. zum

Beispiel


5

1 Einleitende

Worte

Der Begriff des Risikos begegnet uns alltäglich. Ein einheitliches Verständnis existiert

hingegen nicht. So findet sich eine Vielzahl gängiger Definitionen, die je nach Erklä-

rungsversuch unterschiedliche Schwerpunkte legen. Den klassischen Ansatz bildet da-

bei der aktuarwissenschaftlich geprägte Risikobegriff, der das Risiko als Produkt aus

Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenausmaß begreift. Diese Definition nutzen insbe-

sondere Experten. Im Gegensatz dazu beziehen Laien jedoch eine Vielzahl weiterer

Faktoren in ihre Risikowahrnehmung ein. Risiko stellt in diesem Kontext vielmehr ein

komplexes, mehrdimensionales Konstrukt dar.1 In der folgenden Arbeit sollen drei kon-

krete Ansätze präsentiert werden, die diese multikontextuellen Aspekte bei der Erklä-

rung und Messung der Risikowahrnehmung berücksichtigen.

Hierzu werden im folgenden zweiten Kapitel am Beispiel der präskriptiven Entschei-

dungstheorie zunächst die Schwächen eines auf rein rationalem Kalkül abgestellten Er-

klärungsansatzes aufgezeigt. Im dritten Kapitel wird mit dem psychometrischen Para-

digma ein Ansatz vorgestellt, der insbesondere die unterschiedliche Risikowahrneh-

mung zwischen Experten und Laien unter Berücksichtigung sozialwissenschaftlicher

Erkenntnisse erklärt. Das anschließend vierte Kapitel untersucht die Risikowahrneh-

mung aus einer psychologisch geprägten Perspektive. Hier wird aufgezeigt, dass eine

verzerrte Wahrnehmung hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeiten vorgegebener

Ereignisse herrscht. Der kulturtheoretische Ansatz, der Thema des fünften Kapitels ist,

unternimmt den Versuch, die Erkenntnisse der Risikowahrnehmung in einen theoreti-

schen Gesamtkontext zu integrieren. Die Risikowahrnehmung hängt hier von der Zuge-

hörigkeit zu einem der definierten idealtypischen sozialen Organisationsformen ab. Das

abschließend sechste Kapitel fasst die wesentlichen Aussagen dieser Arbeit zusammen

und bildet zugleich ihren Abschluss.

1 Vgl. Slovic (1987), S. 285.


6

2 Zur Notwendigkeit der Erweiterung der präskriptiven

Entscheidungstheorie

Bevor mit einer tieferen Untersuchung der Risikowahrnehmung auf Basis sozialwissen-

schaftlicher und psychologischer Erklärungsansätze begonnen werden kann, bedarf es

vorab, ihre Notwendigkeit zu erläutern. So stellt sich die berechtigte Frage, warum nicht

auf die bereits vorhandenen Erkenntnisse der präskriptiven Entscheidungstheorie zur

Untersuchung der Risikoeinstellung eines Individuums zurückgegriffen wird.2 Eine Er-

klärung lässt sich durch einen Verweis auf ihre Annahmen geben. Die präskriptive Ent-

scheidungstheorie unterstellt ein rein rationales Verhalten entsprechend einer individu-

ellen Nutzenfunktion sowie symmetrisch verteilte Informationen zwischen den han-

delnden Akteuren.3

Tatsächlich ist allerdings zu beobachten, dass diese Prämissen in vielen Fällen alltägli-

cher Entscheidungssituationen nicht gegeben sind.4 In diesen Fällen behelfen sich die

Entscheidungsträger einer Vielzahl intuitiver Heuristiken. Die wesentlichen, für diese

Arbeit relevanten seien hier kurz vorgestellt.5

· Verfügbarkeitsheuristik

Einschätzung einer höheren Wahrscheinlichkeit für Ereignisse, die leichter ins Ge-

dächtnis gerufen werden können, d.h. verfügbar sind.

· Verankerungsheuristik

Einschätzungen von unsicheren Ereignissen werden von einem Startpunkt (Anker)

aus schrittweise angepasst. Hierbei spielen verfügbare Information und ihre wahrge-

nommene Bedeutung eine wesentliche Rolle.

· Repräsentativitätsheuristik

Orientierung an repräsentativen Charakteristika einer Teilmenge der Grundgesamt

2 Die präskriptive Entscheidungstheorie bietet z.B. mit dem Arrow-Pratt-Maß auf Basis der individuel-

len Nutzenfunktion die Möglichkeit zur Messung der Risikoeinstellung eines Individuums; vgl. Pratt

(1964), S. 135 f. sowie zusammenfassend Laux (2005), S. 199.

3 Vgl. Eisenführ; Weber (2003), S. 4 f.

4 Vgl. u.a. Kahneman (2003).

5 Eine ausführliche Übersicht relevanter intuitiver Heuristiken geben Eisenführ; Weber (2003), S. 366-

372.



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