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Die Rolle der UdSSR bei der Entstehung des Koreakrieges close

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Die Rolle der UdSSR bei der Entstehung des Koreakrieges

Subtitle: Forschungsstand und -geschichte

Scholary Paper (Seminar), 2007, 42 Pages
Author: Dominik Heck
Subject: Orientalism / Sinology - General

Details

Event: Einübung koreanistischer Arbeitsmethoden
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Fakultät für Ostasienwissenschaften)
Tags: Rolle, UdSSR, Entstehung, Koreakrieges, Einübung, Arbeitsmethoden
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 42
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 38  Entries
Language: German
Archive No.: V93588
ISBN (E-book): 978-3-640-09833-0
ISBN (Book): 978-3-640-11943-1
File size: 334 KB

Abstract

Wohl kaum ein Ereignis der modernen koreanischen Geschichte ist historiographisch derart umstritten wie der von 1950 drei Jahre lang währende Koreakrieg, der unvorstellbare humanitäre und materielle Opfer forderte und die bis heute andauernde Teilung der Landes endgültig besiegelte. Insbesondere die Hintergründe und Ursachen für den Ausbruch des Krieges werden in der historischen Debatte des Westens bis heute höchst kontrovers diskutiert. Eine der zentralen Streitfragen ist dabei, ob es sich beim Koreakrieg um einen Bürgerkrieg und damit eine innerkoreanische Angelegenheit handelt, oder ob die nördliche Invasion des Südens als Teil einer von der UdSSR betriebenen Aggressionspolitik zur Ausdehnung ihrer kommunistischen Einflusssphäre angesehen werden kann. Bedingt durch die Ost-West-Konfrontation im Kalten Krieg war die stark von antikommunistischer Ideologie geprägte Position, der Koreakrieg sei allein auf Befehl Stalins initiiert und durch einen vollständig sowjetisch kontrollierten Sattelitenstaat Nordkorea letztendlich ausgeführt worden, bis in die 70er Jahre die vorherrschende Meinung im historischen Diskurs der westlichen Welt. Auf Grund des Fehlens relevanter Informationen beruhten die historischen Interpretationen und Bewertungen der sowjetischen Politik größtenteils auf Mutmaßungen. Erst die Öffnung russischer Archive im Jahr 1991 im Zuge des Kollapses der UdSSR erlaubte eine differenziertere Betrachtung der sowjetischen Rolle in Zusammenhang mit den Vorgängen auf der koreanischen Halbinsel zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieg 1945 und den durch einen Waffenstillstand beendeten Koreakrieg im Jahr 1953. Nach einer Einführung in den historischen Kontext nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dem die staatliche Teilung Koreas hervorging, und einem komprimierten Überblick der wichtigsten Kriegsereignisse, folgt eine Darstellung der politischen Entwicklung Nordkoreas in den Jahren von 1945 bis 1950 mit besonderer Betonung der Beziehungen zur UdSSR. Im Rahmen des ersten Teils dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden, inwieweit die UdSSR in den Ausbruch des Krieges verstrickt war, an dem sie formal betrachtet gar nicht beteiligt war.


Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität Bochum

Fakultät für Ostasienwissenschaften

Sektion Sprache und Kultur Koreas

SS2007

Einübung koreanistischer Arbeitsmethoden

Die Rolle der UdSSR bei der

Entstehung des Koreakrieges

Forschungsstand ­ und geschichte

Dominik Heck

6. Semester


Inhaltsverzeichnis


1.

Einleitung

2

2.

Politisch-historischer Kontext der Jahre 1945 - 1953

3

2.1. Ende der Kolonialzeit & Beginn der Besatzung

3

2.2.

Politische Entfremdung im Zuge der Teilung

4

2.3.

Entstehung der koreanischen Teilstaaten

6

2.4. Ausbruch & Verlauf des Koreakrieges

7

3.

Nordkoreanisch-sowjetische Beziehungen zwischen 1945 und 1950

10

3.1. 1945 - 1948: Errichtung & Konsolidierung der kommunistischen Herrschaft

11

3.2.

1948 - 1950: Nordkoreas Kriegsinitiative

15

4.

Diskursgeschichte der sowjetischen Involvierung in den Koreakrieg

19

4.1. 50er - 70er Jahre:

Dominanz ,,traditioneller" Interpretationen

20

4.2.

70er - 90er Jahre:

Durchbruch

&

Vorherrschaft

,,revisionistischer" Positionen

22

4.3.

Ab den frühen 90er Jahren: Abkehr von Maximalpositionen

27

4.4.

Diskursgeschichtliche Entwicklungen in Südkorea

29

5.

Zusammenfassung & Ausblick

32

6.

Glossar

34

7.

Literaturverzeichnis

36

1


1. Einleitung

Wohl kaum ein Ereignis der modernen koreanischen Geschichte ist historiographisch derart

umstritten wie der von 1950 drei Jahre lang währende Koreakrieg, der unvorstellbare

humanitäre und materielle Opfer forderte und die bis heute andauernde Teilung der Landes

endgültig besiegelte.

Insbesondere die Hintergründe und Ursachen für den Ausbruch des Krieges werden in der

historischen Debatte des Westens bis heute höchst kontrovers diskutiert. Eine der zentralen

Streitfragen ist dabei, ob es sich beim Koreakrieg um einen Bürgerkrieg und damit eine

innerkoreanische Angelegenheit handelt, oder ob die nördliche Invasion des Südens als Teil

einer von der UdSSR betriebenen Aggressionspolitik zur Ausdehnung ihrer kommunistischen

Einflusssphäre angesehen werden kann.

Bedingt durch die Ost-West-Konfrontation im Kalten Krieg war die stark von

antikommunistischer Ideologie geprägte Position, der Koreakrieg sei allein auf Befehl Stalins

initiiert und durch einen vollständig sowjetisch kontrollierten Sattelitenstaat Nordkorea

letztendlich ausgeführt worden, bis in die 70er Jahre die vorherrschende Meinung im

historischen Diskurs der westlichen Welt. 1Auf Grund des Fehlens relevanter Informationen

beruhten die historischen Interpretationen und Bewertungen der sowjetischen Politik

größtenteils auf Mutmaßungen.2 Erst die Öffnung russischer Archive im Jahr 1991 im Zuge

des Kollapses der UdSSR erlaubte eine differenziertere Betrachtung der sowjetischen Rolle

in Zusammenhang mit den Vorgängen auf der koreanischen Halbinsel zwischen dem Ende

des Zweiten Weltkrieg 1945 und den durch einen Waffenstillstand beendeten Koreakrieg im

Jahr 1953.

Nach einer Einführung in den historischen Kontext nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dem die

staatliche Teilung Koreas hervorging, und einem komprimierten Überblick der wichtigsten

Kriegsereignisse, folgt eine Darstellung der politischen Entwicklung Nordkoreas in den

Jahren von 1945 bis 1950 mit besonderer Betonung der Beziehungen zur UdSSR. Im

Rahmen des ersten Teils dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden, inwieweit die UdSSR in

den Ausbruch des Krieges verstrickt war, an dem sie formal betrachtet gar nicht beteiligt war.

1 Vgl. Weathersby 1993, S.7.

2 Vgl. hierzu Park 1994, S.341.

2


Basierend auf diesen Ausführungen soll daran anknüpfend im zweiten Teil auf die

Diskursgeschichte der Krieges und der sowjetischen Involvierung eingegangen werden, die

sowohl in der internationalen als auch in der südkoreanischen Diskussion - insbesondere seit

dem Ende des Kalten Krieges und der Demokratisierung Südkoreas - einem Wandel

unterliegt.3

Für die Transkription koreanischsprachiger Namen und Begriffe wird in dieser Arbeit das

System nach McCune-Reisschauer verwendet.

2. Politisch-historischer Kontext4 der Jahre 1945 - 1953

2.1. Ende der Kolonialzeit & Beginn der Besatzung

Mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945 als unmittelbare Folge der amerikanischen

Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki endete die seit der Annexion von 1910 bestehende

koloniale Herrschaft Japans in Korea. Da noch im Sommer 1945 ein rasches Kriegende in

Asien nicht abzusehen war, verständigten sich die verbündeten Großmächte USA und UdSSR

auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam auf eine Neuausrichtung ihrer Kriegsstrategie im

Kampf gegen Japan. Während sich die USA ganz auf den Krieg auf den japanischen Inseln

konzentrieren wollten, sollte die UdSSR ­ nach dem Ende des Krieges in Europa als Ergebnis

der Kapitulation Deutschlands - gegen den japanischen Marionettenstaat Mandschuko

(Mansh koku

)

sowie das von Japan kolonialisierte Korea kämpfen. Damit hätte Korea im

Fall einer japanischen Niederlage vollständig in den Einflussbereich der UdSSR fallen sollen.

Am 8. August 1945 trat die UdSSR formal in den Krieg gegen Japan ein, woraufhin bereits

am 9. und 10. August erste sowjetische Truppen in den Norden Koreas vorstießen.5 Nachdem

die Abwürfe der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki die militärische Stellung Japans

erheblich schwächten und eine Kapitulation in greifbarer Nähe schien, änderten die USA ihre

Strategie in Bezug auf Korea. Eine sowjetische Dominanz in einem befreiten Korea sollte aus

Furcht vor einer Ausbreitung des Kommunismus unbedingt vermieden werden, weshalb die

USA der UdSSR einen Plan vorlegten, der eine Teilung Korea in zwei Besatzungszonen am

38. Breitengrad vorsah. Diese innerhalb von dreißig Minuten vom späteren amerikanischen

3 Vgl. hierzu Kim Dong Choon 2002, S.61f, Kim Chull Baum 1996, S.157.

4 Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die nachfolgenden Ausführungen auf Eckert et. al. 1990, S.327-

347.

5 Zu den ersten von der Sowjetarmee eroberten Gebiete in Nordkorea gehören die Häfen der Städte S nbong,

Ras n und Ch′ ngjin. Vgl. hierzu Armstrong 2003, S.41.

3


Außenminister Dean Rusk (1909-1994) und Charles H. Bonesteel (1909-1977) ausgearbeitete

Grenzziehung, die kulturelle Gegebenheiten und selbst bestehende Provinzgrenzen nicht

berücksichtigte6, wurde am 15. August von sowjetischer Seite überraschend akzeptiert. Wie

vereinbart zogen Soldaten der UdSSR in das Gebiet nördlich des 38. Breitengrades nach der

bedingungslosen Kapitulation Japans ein. Die ersten US-amerikanischen Einheiten landeten

erst am 8. September in der Gegend um Inch′ n und nahmen ihrerseits ihre vorab definierte

Besatzungszone ein.

2.2. Politische Entfremdung im Zuge der Teilung

In Anbetracht der zu erwartenden militärischen Niederlange traf das japanische

Generalgouvernement in Korea (Chos n ch′ongdokpu)

politische Vorkehrungen, um

zumindest einen geordneten Rückzug japanischer Bürger und Truppen aus Korea zu

ermöglichen. Japan installierte eine koreanische Übergangsregierung unter dem zur

politischen Linken tendierenden Y Un-hy ng (1886-1947), die dies garantieren sollte. Y ,

der während der Kolonialzeit mehrfach in Haft war7 und seit 1944 das antijapanische Bündnis

zur Gründung eines Staates Chos n (Chos n k n′guk tongmaeng) leitete, gründete im Zuge

des japanischen Rückzuges das Komitee zur Vorbereitung der koreanischen Unabhängigkeit

(Chos n k n′guk chunbi wiw nhoe), dem sich bis Ende August landesweit 145 so genannter

Volkskomitees (

inmin wiw nhoe

) anschlossen, die auf lokaler Ebene die Verwaltung

übernahmen. Als Vorsitzender des Chos n k n′guk chunbi wiw nhoe proklamierte Y am 6.

September 1945 die Volksrepublik Korea (Chos n inmin konghwaguk) und wurde im

Folgenden Vizepremier einer gesamtkoreanischen Regierung, die jedoch von beiden

Besatzungsmächten nicht anerkannt wurde.

Die Vereinigten Staaten erkannten weder diese Regierung noch die seit 1919 bestehende

Exilregierung in Shanghai (Taehan min′guk imsi ch ngbu)

an und errichten stattdessen eine

Militärherrschaft (USAMGIK)8 unter der Führung von General John R. Hodge (1893-1963),

die als eine ihrer ersten Maßnahmen die lokalen Volkskomitees auflösen ließ. Der spätere

erste Präsident der Republik Korea (Taehan min′guk), Syngman Rhee [Yi S ng-man] (1875-

1965), der in den Jahren von 1919 bis 1925 der Shanghaier Exilregierung als Präsident

vorstand und knapp 33 Jahre in den USA lebte, avancierte in dieser Zeit zur Hauptfigur der

6 Vgl. Cumings 1998, S.186. Die Grenzziehung entlang des 38. Breitengrades hatte unter anderem die Teilung

der Stadt Kaes ng zu Folge, die während der Kory -Zeit (918-1392) als Hauptstadt Koreas fungierte.

7 Vgl. Cumings 1998, S.191.

8 Abkürzung für United States Army Military Government in Korea.

4


südkoreanischen Politik. Bedingt durch seinen langen Aufenthalt in den USA verband man

mit dem aus einer hoch angesehenen

yangban

-Familie stammenden Rhee die Hoffnung eines

,,echten" Demokraten9, was sich jedoch als Trugschluss erweisen sollte. Im Folgenden leitete

Rhee in Zusammenarbeit mit der USAMGIK einen strikt antikommunistischen Kurs ein und

bekämpfte sämtliche politische Gruppen, die in Opposition zu ihm standen.10 Angehörige und

Sympathisanten linker Organisationen und Parteien, insbesondere diejenigen der

südkoreanischen Arbeiterpartei (Nam chos n nodong-dang), wurden reihenweise verhaftet

und inhaftiert, obwohl laut den Gesetzen der amerikanischen Militärregierung eine

Mitgliedschaft in diesen Organisationen nicht verboten war.11 Die größte und wichtigste

Gewerkschaft, die Ch np′y ng, wurde verboten, an dessen Stelle eine staatlich gelenkte

Einheitsgewerkschaft (Taehan nodong ch′ong y nmaeng) trat.12

Im Zuge des sich zuspitzenden Ost-West-Konflikts, der spätestens ab 1947 durch die von US-

Präsident Truman verkündete Politik der Eindämmung (Containment) an Schärfe gewann,

sollte der Süden Koreas schrittweise zu einem Bollwerk gegen den Kommunismus ausgebaut

werden. Die Maßnahmen der Besatzungsmacht und der mit ihr kooperierenden

südkoreanischen Organe, wo an dieser Stelle insbesondere die Koreanische Nationalpolizei

(KNP, Ky ngch′alch ng) zu nennen ist, die ab Dezember 1945 mit Hilfe der Amerikaner

aufgebaut wurde und deren Mitglieder sich zu 80% aus Angehörigen der japanischen

Sicherheitsorgane der Kolonialzeit, zusammensetzten13, stießen in den linken Kreisen der

Bevölkerung auf Ablehnung. Rhee und die ab 1945 entstandene sowie von ihm geführte

Koreanische Demokratische Partei (KDP, Han′guk Minju-dang), der größtenteils

Großgrundbesitzer und Angehörige der alten Eliten der Kolonialzeit angehörten14, regierten

autokratisch in der Tradition des koreanischen Aristokratie. Auf Grund dieser personalen

Zusammensetzung hatte die Partei insbesondere auf dem Land keinerlei Basis und wurde

dementsprechend von weiten Teilen der Bevölkerung abgelehnt. Resultierend hieraus kam es

im Süden in der Phase von 1946 bis zum Ausbruch des Koreakrieges zu

bürgerkriegsähnlichen Unruhen zwischen linken und rechten Kräften. Die provisorische

südkoreanische Regierung unter Syngman Rhee war bei der Niederschlagung solcher

Aufstände zumeist auf die militärische Unterstützung der USAMGIK angewiesen. Diese

9 Vgl. Oh 1999, S.31.

10 Eine vertiefende Darstellung der Rolle der USAMGIK im Vorfeld der südkoreanischen Staatsgründung findet

sich bei Kim Bong-jin 2003.

11 Vgl. Cumings 1990, S.187.

12 Vgl. Cumings 1990, S.203.

13 Vgl. Cumings 1990, S.201.

14 Vgl. Cumings 1998, S.193f.

5


Unruhen setzen sich auch ungeachtet der Gründung der Republik Korea am 15. August 1948

fort, wobei hier als ein Beispiel nur der Aufstand auf der Insel Cheju angeführt werden soll.

Seit dem Zusammenbruch der japanischen Kolonialregierung galt Cheju neben den Cholla-

Provinzen 15 als eine der linken Hochburgen Koreas, wo sich die schon angesprochenen

Volkskomitees eines besonders starken Rückhalts bei der Bevölkerung erfreuten. Während

der Auseinandersetzungen zwischen linken Guerillas und Regierungstruppen, die ab dem 1.

März 1948 im Zuge einer Massenverhaftung von 2500 linksgerichteten Jugendlichen 16 ,

entbrannten und mehr als ein Jahr andauerten, wurden laut US-amerikanischen Schätzungen

zwischen 15000 bis 20000 Menschen getötet oder verhaftet. 17 Die südkoreanischen

Schätzungen der lokalen Behörden liegen dagegen weit höher bei rund 60000 Toten, was

zirka 20% der Gesamtbevölkerung von Cheju darstellt.18

Infolge der Rebellion von Y su, die im Zuge von Demonstrationen linker Bürger gegen die

Vorgänge auf Cheju entbrannte, wurden die Nationalen Sicherheitsgesetze (Kukka poanbp)

im Dezember 1948 erlassen, die sich offiziell nur gegen staatsfeindliche Aktivitäten in

Zusammenhang mit der Verbreitung des Kommunismus richteten, allerdings insbesondere

nach dem Ende des Koreakrieges für die Unterdrückung jeglicher Opposition missbraucht

wurden. Diese Gesetze bremsten die demokratische Entwicklung Südkoreas nachhaltig und

sind zu Teilen bis heute in Kraft.

2.3. Entstehung der koreanischen Teilstaaten

Vor dem Hintergrund des sich dramatisch verschlechternden Klimas zwischen den beiden

Weltmächten drifteten die Besatzungszonen politisch und ideologisch zunehmend

auseinander. Die ursprünglichen Pläne der Alliierten, die sich während des Moskauer Treffens

im Dezember 1945 ­ unter Einbeziehung Großbritanniens und Chinas ­ auf eine fünfjährige

Treuhänderschaft über Korea mit anschließender Entlassung in die Souveränität verständigten,

waren im Zuge des weltpolitischen Kontextes zum Scheitern verurteilt. In der koreanischen

Öffentlichkeit stieß die Konzeption einer Treuhänderschaft auf breite Ablehnung, die sich in

der amerikanischen Besatzungszone in Massendemonstrationen mit tausenden von

Teilnehmern niederschlug19, da sie eine erneute Fremdherrschaft über Korea bedeutet hätte.

15 Vgl. Cumings 1998, S.219.

16 Vgl. Cumings 1998, S.220.

17 Vgl. Cumings/Halliday 1988, S.36ff.

18 zit. in: Oh 1999. S.36.

19 Vgl. Weathersby 1993, S.21.

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