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Subtitle: Verschiedenen Möglichkeiten der Präsentationen von Risikoinformationen
Scholary Paper (Seminar), 2008, 26 Pages
Author: Anita Huber
Subject: Psychology - Cognition
Details
Institution/College: University of Zurich
Tags: Risikokommunikation, Darstellung, Risiken, Risikokommunikation
Year: 2008
Pages: 26
Bibliography: ~ 41 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-07269-4
File size: 99 KB
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Abstract
Connelly und Knuth (1998) machen darauf aufmerksam, dass viele Faktoren Einfluss darauf nehmen, wie Risikoinformationen schlussendlich bei einer Zielgruppe angelangen. Zum einen können es Eigenschaften der Zielgruppe sein, wie beispielsweise persönliche Erfahrungen mit einer Gefahr oder die individuell wahrgenommene Wichtigkeit. Andere Faktoren können Eigenschaften des Informanten, wie zum Beispiel seine Glaubwürdigkeit sein oder das Format in dem eine Risikoinformation präsentiert wird. Auch Rothman und Kiviniemi (1999) zeigen auf, dass neben der Art und Weise der Informationspräsentation auch das Wissen, die Persönlichkeit und Ziele verschiedener Personen die Interpretation und Verwendung von Risikoinformationen beeinflussen können. In dieser Arbeit werden die verschiedenen Möglichkeiten der Präsentationen von Risikoinformationen den Schwerpunkt darstellen. Ergebnisse aus der Forschung zeigen, dass insbesondere das Format (verbal, numerisch, grafisch) in dem eine Häufigkeit oder eine Wahrscheinlichkeit angegeben wird, das Verständnis beziehungsweise die Interpretation einer Risikoinformation beeinflusst (Burkell, 2004; Lipkus, 2007). Verschiedene Darstellungsformen können zu unterschiedlichen Interpretationen und schliesslich zu unterschiedlichen Entscheidungen führen (Edwards et al., 2006). Es stellen sich also die Fragen, welche Informationen präsentiert werden sollen und wie diese Informationen dargestellt werden sollen. Dabei müssen auch verschiedenste kognitive Prozesse berücksichtigt werden. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, in dieser Arbeit zusätzlich auf die menschliche Informationsverarbeitung einzugehen.
Excerpt (computer-generated)
Literaturarbeit der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich
Psychologisches Institut
Sozialpsychologie
Darstellung von Risiken
Eingereicht von:
Anita Huber
Mai 2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Theorie 5
2.1 Textliche Risikodarstellung 6
2.1.1 Verbale Risikodarstellung 6
2.1.2 Numerische Risikodarstellung 7
2.2 Grafische Risikodarstellung 8
2.2.1 Risk Ladders 10
2.2.2 Liniendiagramme 10
2.2.3 Sektordiagramme 11
2.2.4 Balkendiagramme 11
2.2.5 Piktogramme 11
3. Leitlinien, um die Wirksamkeit von Grafiken zu maximieren - nach Lipkus und Hollands
(1999) 13
4. Verschiedene Darstellungsformate im empirischen Vergleich 15
4.1 Quantitative Studie: Genauigkeit und Geschwindigkeit 15
4.2 Qualitative Studie: Bewertungen durch Fokusgruppen 16
4.3 Internetbasierte Studie: Quantitative und qualitative Auswertung 17
5. Diskussion 19
6. Literaturverzeichnis 23
1. Einleitung
Nach Edwards et al. (2002, S. 827) wird unter Risikokommunikation beispielsweise ,,ein
wechselseitiger Prozess" verstanden, ,,wobei Experten und Laien Informationen und
Meinungen über Risiken austauschen" [Übersetzung v. Verf.]. Eine weitere Definition
stammt zum Beispiel von Plough und Krimsky (1987, S. 6), wonach die
Risikokommunikation ,,jegliche öffentliche oder private Kommunikation, welche Individuen
über die Existenz, Beschaffenheit, Art, Ernsthaftigkeit und Akzeptanz eines Risikos
informiert" [Übersetzung v. Verf.] darstellt.
Connelly und Knuth (1998) machen darauf aufmerksam, dass viele Faktoren Einfluss darauf
nehmen, wie Risikoinformationen schlussendlich bei einer Zielgruppe angelangen. Zum einen
können es Eigenschaften der Zielgruppe sein, wie beispielsweise persönliche Erfahrungen mit
einer Gefahr oder die individuell wahrgenommene Wichtigkeit. Andere Faktoren können
Eigenschaften des Informanten, wie zum Beispiel seine Glaubwürdigkeit sein oder das
Format in dem eine Risikoinformation präsentiert wird. Auch Rothman und Kiviniemi (1999)
zeigen auf, dass neben der Art und Weise der Informationspräsentation auch das Wissen, die
Persönlichkeit und Ziele verschiedener Personen die Interpretation und Verwendung von
Risikoinformationen beeinflussen können.
In dieser Arbeit werden die verschiedenen Möglichkeiten der Präsentationen von
Risikoinformationen den Schwerpunkt darstellen. Ergebnisse aus der Forschung zeigen, dass
insbesondere das Format (verbal, numerisch, grafisch) in dem eine Häufigkeit oder eine
Wahrscheinlichkeit angegeben wird, das Verständnis beziehungsweise die Interpretation einer
Risikoinformation beeinflusst (Burkell, 2004; Lipkus, 2007). Verschiedene
Darstellungsformen können zu unterschiedlichen Interpretationen und schliesslich zu
unterschiedlichen Entscheidungen führen (Edwards et al., 2006). Es stellen sich also die
Fragen,
welche
Informationen präsentiert werden sollen und
wie
diese Informationen
dargestellt werden sollen. Dabei müssen auch verschiedenste kognitive Prozesse
berücksichtigt werden. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, in dieser Arbeit zusätzlich auf
die menschliche Informationsverarbeitung einzugehen.
Insbesondere im Gesundheitswesen, wo es um Krankheits- und Behandlungsrisiken geht,
spielt zum Beispiel das Verständnis von Risikoinformationen eine grosse Rolle (Burkell,
2004; Schapira, 2001). Informationen über die Folgen von Krankheiten sind vor allem für das
4
Treffen von Entscheidungen relevant. Um beispielsweise zwischen zwei
Behandlungsmethoden entscheiden zu können, muss die Wahrscheinlichkeit möglicher
negativer und positiver Folgen verstanden worden sein (Burkell, 2004).
Es stellt sich nun die Frage, wie Risikoinformationen präsentiert werden müssen, damit
Betrachter sie richtig interpretieren und verstehen. Welche Darstellungsformen von Risiken
sind unter welchen Bedingungen, bei welchen Kommunikationszielen am sinnvollsten zu
verwenden?
2. Theorie
Empirische Daten zeigen, dass Informationen über Risiken schwer zu verstehen sind,
zumindest weil die Interpretationen unter anderem erhebliche quantitative Fähigkeiten
erfordern (Borgardus et al., 1999; Woloshin et al., 2001). Eine Person braucht also gewisse
Fähigkeiten, um Informationen über mögliche Risiken adäquat zu verstehen und zu
verwenden (Peters et al., 2007). Oftmals müssen Berechnungen gemacht und
Schlussfolgerungen gezogen werden. Zudem müssen unter anderem Faktoren gewichtet und
mit individuellen Bedürfnissen und Werten in Verbindung gebracht werden. Nach Lipkus et
al. (2001) besitzen viele Menschen ungenügende rechnerische Fähigkeiten, um
Risikoinformationen richtig zu interpretieren. Somit sind diese Informationen für viele
Personen unzugänglich. Im Umgang mit quantitativen Informationen haben auch Menschen
mit einem hohen Bildungsgrad erhebliche Mühe. Insbesondere die in diesem Bereich häufig
verwendeten Brüche und Verhältnisse bereiten vielen Personen grosse Schwierigkeiten
(Burkell, 2004). Zudem ist bekannt, dass das Verständnis von sehr kleinen
Wahrscheinlichkeiten vielen grosse Mühe bereiten kann; oftmals werden diese überbewertet
oder hingegen auf Null abgerundet (Cosmides & Tooby, 1996). Verschiedenste kognitive
Limitationen und Barrieren rufen also bei der Interpretation von numerischen
Risikoinformationen Verzerrungen hervor (Tversky & Kahneman, 1974).
Ziel soll es sein, präzise, unverzerrte und adäquate Risikokommunikation zu betreiben (Baker
& Manbeck, 2002; zit. nach Burkell, 2004, S. 200). Risikoinformationen müssen daher in
einem Format präsentiert werden, durch welches fehlerfreie und unverzerrte Interpretationen
ermöglicht werden (Burkell, 2004). Nach Peters et al. (2007) ist weniger oft mehr: Personen
erfassen ihrer Meinung nach mehr, wenn das Darstellungsformat die wichtigsten
Informationen klar heraushebt und somit wenig kognitiver Aufwand erforderlich ist.
Das
5
Ausdrücken von quantitativen Informationen in einer einfach verständlichen Form stellt somit
eine der grössten Herausforderungen in der Risikokommunikation dar (Ancker et al., 2006).
Allgemein kann festgehalten werden, dass es keinen Konsens darüber gibt, welches
Darstellungsformat das am besten geeignetste Präsentationsformat darstellt (Schapira et al.,
2001). Nach Lee und Mehta (2003) scheint die Wirksamkeit vieler Risikodarstellungen vom
Kontext, der Beschaffenheit und vom Zweck einer Risikobotschaft, sowie von der Zielgruppe
abhängig zu sein.
In den folgenden Abschnitten werden verschiedene textliche und grafische
Präsentationsformate vorgestellt, wobei zudem auf verschiedene Vor- und Nachteile dieser
möglichen Darstellungsformate von Risikoinformationen eingegangen wird.
2.1 Textliche Risikodarstellung
Unter der textlichen Risikodarstellung kann die verbale, wie auch die numerische Darstellung
von Risiken verstanden werden. Zunächst werden unter anderem mögliche Vor- und
Nachteile der verbalen Risikodarstellung präsentiert, wobei schliesslich die Vor- und
Nachteile der numerischen Risikodarstellung aufgezeigt werden.
2.1.1 Verbale Risikodarstellung
Die Wahrscheinlichkeit ist hauptsächlich ein numerisches Konzept. Trotzdem existieren
verschiedenste verbale Bezeichnungen, welche für die Kommunikation von Risiken
verwendet werden (Burkell, 2004). Ein wesentlicher Vorteil der verbalen Risikodarstellung -
im Gegensatz zur numerischen - ist allgemein die einfachere Verwendung und das bessere
Verständnis von verbalen Begriffen (Wallsten et al., 1993; Lipkus, 2007). Es besteht jedoch
der erhebliche Nachteil der inkonsistenten Interpretationen (Burkell, 2004). Bezüglich der
Zuordnung einer verbalen Bezeichnung zu einem Zahlenwert herrscht Uneinigkeit (Theil,
2002) und jede verbale Bezeichnung kann sich auf einen grossen Bereich von numerischen
Wahrscheinlichkeiten beziehen (Mazur & Merz, 1994). Somit kann ein verbaler
Risikoausdruck von verschiedenen Personen je nach Kontext jeweils unterschiedlich
interpretiert werden (Edwards et al., 2002; Lipkus, 2007).
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