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Was wir in der Schule lernen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1997, 29 Pages
Author: Bianka Rademacher
Subject: Pedagogy - School Pedagogics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 1997
Pages: 29
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V9873
ISBN (E-book): 978-3-638-16469-6

File size: 239 KB


Excerpt (computer-generated)

Was wir in der Schule lernen

von Bianka Rademacher



INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Definition von Schule

3. Sinn von Schule

4. Vorstellungen eines Schullebens aus dem Jahre 1906

5. "Wachsen braucht Ruhe. Auf einem Saatfeld,
das täglich umgepflügt wird, gedeiht kein Weizen."

6. Die Schule ist ein Ort für das Jugendleben

7. Kann Schule leisten, was die Gesellschaft von ihr fordert?

8. "Kinder sind keine Fässer, die gefüllt,
sondern Feuer, die entzündet werden wollen." (Rabelais)

9. Lehrpläne

10. Leistungsmessung zwischen Anspruch und Wirklichkeit

11. Was wir in der Schule lernen

12. "Unterstützen statt erziehen" Hubertus von Schoenebeck

13. Fragen, die bleiben

Literaturverzeichnis

 



1. EINLEITUNG

In meiner Hausarbeit befaßte ich mich mit der Frage, was wir in der Schule lernen.
Ich fand diese Frage ganz spannend und für meinen späteren Lehrberuf elementar. So fragte ich mich selbst, wie Schule damals auf mich wirkte und was ich wirklich an Gelerntem hineinnehmen konnte, in mein derzeitiges Berliner Studentenleben. Eine Frage warf eine nächste Frage auf. In meiner Hausarbeit versuchte ich Antworten darzulegen, die nur meine Antworten sein können oder Antworten derer, die sich mit der Problematik "Schule" auseinandersetzen. Und schon hier mußte auch ich mir Grenzen in meiner Themenbearbeitung setzen, um nicht in Oberflächlichkeit alles zu beleuchten, was "Schule" und "Lernen" umfaßt.

Das Gesamtthema des Seminars lautete: "Die Sozialorganisation der Schule".
In diesem Zusammenhang war es schwierig für mich die Randthemen wie Lehrplan einer Unterrichtsstunde, Aufbau der Familie als kleinste und stärkste Grundeinheit von Sozialorganisation, Schulgeschichte, bedeutende Reformpädagogen, bauliche Planung einer Schule, das Grundgesetz im Bildungssystem, schulpädagogisches Handeln und die Schülerhilfe als Alternative nur anzureißen oder ganz wegzulassen.
Am Wesentlichsten erschien es mir, mich in der Arbeit dem Problem zu stellen, was die Mehrheit an Eltern als Aufgabe der Schule ansieht, und was dennoch im "heimlichen Lehrplan" am Schüler verwirklicht wird. Als "heimlicher Lehrplan" wird alles bezeichnet, was den Schüler mitprägt, ohne das es im Rahmenlehrplan enthalten ist. Denn diese zwei Grundgedanken gehen nicht Hand in Hand, wie meine Arbeit aufzeigen wird. Und genau hier greift die Frage: Was lernen wir in der Schule?
Ich beginne meine Arbeit mit der Definition des Begriffes "Schule" aus dem Bereich der Soziologie und füge dann noch die Dudendefinition bei. Anschließend erkläre ich das Wesen der Schule. Dann möchte ich den Sinn von Schule aufzeigen, wie ihn Jakob Muth verstand und hier auch meine eigenen Ansichten darlegen. Im Anschluß daran gehe ich kurz auf die Pädagogikgeschichte und die Schulentwicklungstendenzen ein. Dies halte ich für unabdingbar, denn um Schule zu verstehen, wie sie sich selbst heute sieht und gesehen wird, muß man sich immer mit den Wurzeln dieser Problematik befassen.
Spiegelt sich also das was Schule erreichen will, wider in den Fähigkeiten eines Schülers, der ins Berufsleben tritt? Hier sehen wir schon einen Grundpfeiler meiner Thematik, daß Schule einen Übergang darstellt vom Elternhaus ins Berufsleben, d.h. auch in die Erwachsenenwelt hinein sichtbar wird.
Deshalb versuchte ich meine Arbeit von zwei Seiten zu beleuchten, zum einen aus der Sicht des Schülers und zum anderen aus der Sicht der Lehrenden. Hierzu gebe ich Textpassagen mit Aussagen Lehrender wider und halte einen Ausschnitt, aus einer Veranstaltung in der Berliner Katholischen Akademie der Guardini Stiftung fest, die ich im November 1995 besuchte. Anschließend daran stelle ich die Staatsschule und die Schule der Waldorfpädagogik einander gegenüber, um aufzuzeigen, welchen unterschiedlichen Rahmen des Unterrichts sich beide setzen. An dieser Stelle füge ich an, daß ich im Juni 1997 die 5. Sommertagung der Waldorfpädagogik Berlin besuchte, um mich noch direkter mit der Praxis und den Unterrichtsmethoden einer Waldorfschule auseinanderzusetzen. Und schon bin ich in meiner Arbeit bei der kontroversen Diskussion der Notengebung angelangt, die Dreh- und Angelpunkt zwischen Staatsschule und Waldorfpädagogik darzustellen scheint.
Da ich im Seminar bereits ein 4stündiges Referat hielt zur Problematik: "Was wir in der Schule lernen" und mich dabei mit R. Dreebens Aufzeichnungen beschäftigte, will ich in meiner Arbeit nur noch soweit darauf eingehen, als daß ich das Referat hier nochmals festhalte und im Anschluß daran, aufkommende Seminarfragen nicht außer Acht lassen möchte. Abschließen werde ich mit Textpassagen aus H.v. Schoenebecks Literatur: "Unterstützen statt erziehen", da ich mich auch durch diese Texte noch viel eingehender als angehende Lehrerin mit der Problematik des "Schulstundenhaltens" konfrontiert sah und ins Nachdenken geriet. Und ich denke, mit Fragen aus dieser Arbeit herauszugehen, ist nicht die schlechteste Bilanz einer Auseinandersetzung.
Zum Schluß füge ich einen kopierten Text an, der all′ meine Theorie auch mit Praxis untermauert.
Zum Verständnis beim Lesen dieser Arbeit muß ich noch sagen, daß die Verwendung des Wortes Schüler auch für Schülerin steht. Die geschlechtsspezifische Sozialisation grenze ich zum Vorteil der Themenbehandlung aus. "Schüler" hebt sich vom Begriff "Kind" deutlich ab, da ich mehr Verantwortung und eine Rollenfunktion in dem Wort "Schüler" sehe. Jedoch schließt Schülersein für mich auch immer noch Kindsein mit ein.

2. DEFINITION VON SCHULE

[...]


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