Autor: Simon Weßler
Fach: Chemie
Details
Jahr: 2001
Seiten: 17
Note: 11 Punkte
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 94 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-97863-7
Volltext (computergeneriert)
Akkumulatoren
Vorwort
In dieser Facharbeit möchte ich mich der elektro chemischen Stromerzeugung mit Hilfe
von Akkumulatoren widmen.
Insbesondere werde ich mich dabei mit dem Nickel Eisen Akkumulator beschäftigen.
Experimente hierzu sollen dessen Funktionsweise verdeutlichen. Im zweiten Teil der
Facharbeit, werde ich den Nickel Eisen Akku mit dem Lithium Ionen Akku
vergleichen, um eine Auswahl zwischen diesen beiden verschiedenen Technologien zu
treffen. In Bezug auf den Lithium Ionen Akku werde ich mich nur im theoretischen
Bereich äußern, da an der Schule weder die nötigen Stoffe noch die notwendigen Geräte
vorhanden sind um mit solch einem Akkumulator Experimente durchzuführen.
Da der Nickel Eisen Akku in der Praxis so gut wie keine Bedeutung hat, werde ich mich
im letzten Gebiet, nämlich beim Vergleich mit dem Li Ion Akku, auf den stärker
verbreiteten Nickel Cadmium Akku beziehen. Diesen Akku kann man ohne größere
Bedenken in Bezug auf die Funktionsweise mit dem Nickel Eisen Akku gleichsetzen, da
der einzige Unterschied darin besteht, daß am Minuspol das Eisen durch Cadmium ersetzt
worden ist.
Das Ziel meiner Facharbeit besteht darin, die elektro chemischen Vorgänge innerhalb
eines Akkumulators besser verstehen zu können und die Vor und Nachteile der
jeweiligen Technologien abzuwägen und aufzuzeigen.
1
1. Allgemeine Informationen zu Akkumulatoren
1.1. Was ist ein Akkumulator?
Nachdem das Thema für meine Facharbeit bekanntgegeben wurde, war die erste Frage, der
ich nachgehen mußte: ,,Was ist überhaupt ein Akkumulator?" Demnach ist es auch die
erste Frage, die ich im Gesamtkonsens dieses Themas beantworten möchte.
Akkumulator (im Sprachgebrauch wird dieser kurz als Akku bezeichnet) bedeutet frei
übersetzt Sammler und besteht aus Zellen, die aufgrund ihrer chemisch physikalischen
Eigenschaften in der Lage sind, elektrische Energie zu sammeln und wieder abzugeben.
Akkumulatoren werden auch als ,,Sekundärzelle" bezeichnet, im Unterschied zur
nichtaufladbaren Batterie, die als ,,Primärzelle" bezeichnet wird. Akkus gibt es in
verschiedenen Größen, wobei diese Größen in Bezug auf die Anzahl der Zellen variieren. ,,
Experten unterscheiden folgende Fachbegriffe: Eine einzelne Zelle ist nach technischer
Definition noch keine Batterie (bzw. Akku). Erst wenn man mehrere Zellen miteinander
verknüpft, erhält man eine Batterie (Akku)" (Informationsheft Varta, Alles über Akkus,
S.5). Für die unterschiedlichen Anwendungen (siehe auch Anwendungsgebiete) werden
diese verknüpften Zellen zu einem Paket zusammengefaßt und in einem gerätespezifischen
Gehäuse untergebracht.
1.2. Aufbau eines Akkumulatoren
Eine Sekundärzelle besteht prinzipiell aus zwei Elektroden, zwischen denen eine
chemische Reaktion stattfindet. Durch diese Reaktion wird elektrische Energie freigesetzt.
Es gibt eine positive und eine negative Elektrode, die je nach Technologie des Akkus
unterschiedliche Materialien enthalten. Die beiden Elektroden werden durch einen
Separator, der z.B. aus einer Art Schaumstoff besteht, gegeneinander isoliert, damit es
nicht zu einem internen Kurzschluß kommen kann, durch den die elektrische Energie in
Form von Wärme einfach verpuffen würde. Für eine elektro chemische Reaktion wird
jetzt noch ein Elektrolyt benötigt, eine Flüssigkeit, die Leitsalze enthält. Diese befindet
sich in der gesamten Zelle, also in den Elektroden und im Separator. Diese Flüssigkeit ist
auch wieder abhängig von der jeweiligen verwendeten Akku Technologie. Bei dem von
mir in Punkt 2 untersuchten Nickel Eisen Akkumulator wird Kaliumhydroxid als
2
Elektrolyt verwendet. Schließlich wird für den Akku noch ein Gehäuse benötigt, das aus
Zellgefäß und Zelldeckel besteht. Das Zellgefäß ist dabei zugleich der negative Pol, der
Zelldeckel der positive Pol der wiederaufladbaren Zelle. Heutzutage gibt es 3 weit
verbreitete Technologien: den Nickel Cadmium -, Nickel Metallhydrid - und den
Lithium Ionen Akkumulator. (Siehe dazu auch Punkt 2.3.)
1.3. Zelltypen
Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen zwei Zelltypen, nämlich zwischen den
Rundzellen und den prismatischen Zellen. Die meisten wiederaufladbaren Zellen werden
als Rundzellen (auch Wickelzellen genannt) gebaut. Separator, positive und negative
Elektrode werden in Form von Streifen übereinandergelegt und aufgewickelt. Die
Elektroden bieten bei dieser Bauweise die größtmögliche Oberfläche, was für kurze
Ladezeiten und hohe Leistungsfähigkeit sorgt.(Siehe Punkt 2.3.)
Bei den prismatischen Zellen (eckigen Zellen) bestehen die Elektroden aus flachen Platten.
Sie werden eigentlich nur in Geräten eingesetzt, die aufgrund des vorhandenen Raumes
keine Rundzellen zulassen.
1.4. Anwendungsgebiete
Die Anwendungsgebiete von Akkumulatoren sind sehr vielfältig, da normale Batterien den
Nachteil haben, daß sie nach dem Gebrauch nicht mehr regeneriert werden können. Aus
unserem täglichen Leben sind Akkus nicht mehr wegzudenken. Im Folgenden möchte ich
die wichtigsten Gebiete nennen, in denen mit Akkus gearbeitet wird.
??Haushalt
Elektrische Dosenöffner, elektrische Zahnbürsten, elektrische Rasierapparate
??Videoequipment
Tragbare Fernseher, tragbare CD Player, Walkman
??Kommunikation
Tragbare Telefone, Mobiltelefone, Notebooks
??Spielzeug
Ferngesteuerte Autos, Flugzeuge etc.
??Andere
Taschenlampen, medizinisches Material, Fotoapparate (Blitzlicht)
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2. Nickel Eisen Akkumulator
2.1. Historie
Der Erfinder des Nickel Eisen Akkus ist Thomas Alva Edison (1847 1931), seines
Zeichens amerikanischer Ingenieur und Erfinder. Weitere Erfindungen von ihm waren der
Phonograph, die Kohle Fadenlampe, die Glühemission, ein Generator zur
Stromerzeugung und einige weitere Errungenschaften.
2.2. Nickel Eisen Zellen
2.2.1. Aufbau
Die aktiven Komponenten von einem geladenen Nickel Eisen Akkumulator (im
Folgendem kurz NiFe Akku genannt) sind Nickelhydroxid in der positiven Elektrode und
Eisenpulver, das ,,in einer perforierten Metalltasche fixiert ist" in der negativen Elektrode.
Dem Eisen kann ,,zur Erhöhung seiner Lebensdauer Quecksilberoxid oder Cadmiumoxid"
(beide Zitate aus: Werner Baumann, Abfallverhalten neuartiger Batterien) zugesetzt sein.
Der Ausgangsstoff für die Elektrodenmasse ist also eine Mischung aus Eisen und
Eisenoxid, um genau zu sein Fe3O4. Der Elektrolyt besteht aus einer 31% Kalilauge
(KOH).(Siehe dazu auch Punkt 2.3.)
2.2.2. Reaktionen in der Zelle
Bei der Entladung des NiFe Akkus laufen folgende Reaktionen an den Elektroden ab:
Positiver Pol :
Fe + OH Fe(OH)2 + 2 e
Negativer Pol: 2 NiOOH + 2 H2O + 2e 2 Ni(OH)2 + 2 OH
Gesamtgleichung:
Fe + NiOOH + H2O 2 Ni(OH)2 + Fe(OH)2
In Worten formuliert kann man sagen, daß Eisen zu Eisenhydroxid oxidiert und
Nickeloxidhydroxid zu Nickelhydroxid reduziert. Die doppelseitigen Pfeile bedeuten, daß
bei der Ladung des Akkumulators die Reaktion in umgekehrter Richtung abläuft.
2.2.3. Technische Daten
Die Ruhespannung, d.h. die Spannung bei Normalbedingungen, des Nickel Eisen Akkus
beträgt 1,2 Volt. Der Wert der Energiedichte beträgt theoretisch 260 Wattstunden pro
Kilogramm(Wh/kg), die praktische Energiedichte liegt allerdings nur bei 50 Wh/kg.
4
2.2.4. Anwendung
Zeitweise wurde der Nickel Eisen Akkumulator als Alternative zum Nickel Cadmium
Akku gesehen. Die größten Vorteile gegenüber des NiCd Akkus liegen in der großen
Lebensdauer und in der Zyklenfestigkeit. Außerdem liegen die Kosten von Eisen unter
denen von Cadmium. Ein letzter, besonders in der heutigen Zeit, sehr wichtiger Punkt ist,
daß Eisen im Gegenteil von Cadmium umweltverträglich ist.
Trotz all dieser positiven Aspekte hat der NiFe Akku heutzutage keine praktische
Bedeutung mehr, was vor allem an der starken Korrosion der Eisenelektrode und der damit
verbundenen Gasung liegt. Das führt zu diesem, schon in Punkt 2.2.3. erwähnten, großem
Unterschied zwischen theoretischer und praktischer Energiedichte. Abschließend kann
man sagen, daß keine ausreichende Produktivität bei der Herstellung von Nickel Eisen
Akkumulatoren gegeben wäre.
2.3. Schematische Darstellung eines Akkumulatoren
3. Versuche zu Nickel Eisen Akkumulator
3.1. Vorwort zu den Versuchen
Die Reihenfolge in der ich die Versuche anordnen mußte war wie folgt:
I.
Herstellung von Nickelhydroxid für die positive Elektrode
II.
Herstellung von reinem Eisen für die negative Elektrode
III.
Messung der Spannung des NiFe Akkus bei Normaltemperatur
IV.
Messung der Spannung des NiFe Akkus bei niedriger Temperatur
V.
Messung der Spannung des NiFe Akkus bei hoher Temperatur
Im Weiteren werde ich jetzt jeden dieser Versuche mit Versuchsbeschreibung,
Beobachtung und Deutung dokumentieren.
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I. Versuch
Versuchsbeschreibung:
Für den Versuch werden folgende Materialien benötigt:
- ein Nickeldrahtnetz
- 50 ml Nickelnitratlösung (c = 1 mol/l)
- 0,4 ml n Butanol
- Kalilauge (c = 5 mol/l)
- Destilliertes Wasser
- Ein Föhn
Als erstes mußte ich die Nickelnitratlösung ansetzen. Aufgrund der Konzentration von c =
1 mol/l mußte ich zu 50 ml Wasser 14,536 g Nickelnitrat geben. Danach mußte ich noch
die schon in der Konzentration vorhandene Kalilauge in ein passendes Reagenzglas füllen.
Jetzt ging der Versuch in 5 Schritten vor sich.
1. Nickeldrahtnetz in Nickelnitratlösung tauchen und langsam wieder herausziehen
2. Das Nickeldrahtnetz zwei Minuten mit dem Föhn trocknen
3. Netz in Kalilauge eintauchen und langsam wieder herausziehen
4. Wiederholung von Punkt 2.
5. Netz mit destilliertem Wasser abspülen
Diese 5 Punkte mußte ich nun 4 mal wiederholen.
Beobachtung:
Das Nickeldrahtnetz war nun von einer dünnen grünlichen Schicht überzogen.
Deutung:
Das Ziel dieses Versuches war erreicht. Es hat sich das grüne Nickelhydroxid Ni(OH)2
gebildet. Die positive Elektrode des Nickel Eisen Akkus besteht nämlich aus
Nickelhydroxid (siehe auch 2.2.1.).
II. Versuch
Bei diesem Versuch gibt es nicht viel zu beschreiben, da schon reines Eisen in Form eines
langen Eisennagels vorhanden war. Ich mußte diesen Nagel nur eine Weile abschmirgeln,
da er schon etwas angerostet war. Danach hatte ich jetzt auch die negative Elektrode des
Nickel Eisen Akkus fertig präpariert.
III. Versuch
Versuchsbeschreibung:
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Folgende Materialien wurden benötigt:
1. Ein Plexiglasgefäß mit Schaumstoff in der Mitte (als Separator)
2. Eine Spannungsquelle
3. Ein Voltmeter
4. Positive und negative Elektrode
5. 800 ml Kalilauge ( 31% )
Als erstes setzte ich mit 800 ml Wasser und 248 g Kaliumhydroxid eine 31 % Kalilauge,
die in dem Akku als Elektrolyt dient, an und füllte diese in das Plexiglasgefäß. Nun
befestigte ich die beiden Elektroden, Nickelhydroxid als positive und Eisen als negative,
so, daß sie genügend in die Kalilauge eingetaucht waren. Die Elektroden wurden daraufhin
von mir mit der Spannungsquelle verbunden und ein Voltmeter wurde parallel
zwischengeschaltet, um die aus dem Akku resultierende Spannung messen zu können.
(Siehe auch Schematische Darstellung und Versuchsfotografie 1). Um das theoretische
Meßergebnis einmal zu veranschaulichen, habe ich an den Akku einen, mit einem
Elektromotor betriebenen, Schirm angeschlossen. Dieser setzte sich daraufhin auch sofort
in Bewegung und hörte erst wieder auf, als der Akku vollständig entladen war (siehe auch
Versuchsfotografie 2). Die Temperatur, die durch die Raumtemperatur bestimmt wurde,
betrug bei der die Messung ca. 20°C.
Beobachtung:
Nachdem ich den Akku mit 2 V Gleichspannung 5 Minuten aufgeladen hatte, war zu
beobachten, daß sich die Farbe, des mit Nickelhydroxid beschichteten Nickeldrahtnetz, am
Pluspol von grün nach schwarz gefärbt hatte. Nachdem ich die Spannungsquelle
abschaltete, konnte ich eine von dem Nickel Eisen Akku erzeugte Spannung am
Voltmeter ablesen. Sie pendelte sich nach einiger Zeit bei ca. 1,53 V ein.
Deutung:
Bei diesem Versuch ist es ratsam die Reaktionsgleichungen für Plus- und Minuspol, sowie
die Gesamtgleichung zu formulieren. Ich bitte hierzu den Punkt 2.2.2. noch einmal zu
betrachten.
Berechnung für diesen Fall:
Wel = 2 * 1,53 V * 96500 C = 295 KJ/mol ? GR = - 295 KJ/mol
? HR kann ich für diesen Fall nicht berechnen, da mir keine passenden Werte aus der
Literatur zur Verfügung stehen und meine Meßergebnisse spiegeln nur ? GR wieder.
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Schematische Darstellung und Versuchsfotografie
- +
Eisenelektrode Nickelnetz-
Elektrode mit
Nickelhydroxid
Kalilauge (31%)
Separator (Schaumstoff)
1. Fotografie 2. Fotografie
IV. Versuch
Versuchsbeschreibung:
Es wurde der gleiche Aufbau wie bei Versuch III verwendet, der einzige Unterschied lag
darin, daß ich die Temperatur so weit wie möglich herunterbringen mußte. Als einzig
geeignetes Material dafür erschienen mir Eis. Um dieses unterzubringen, mußte ich meinen
Akkumulator in ein etwas größeres Gefäß stellen und das, von mir schon zerkleinerte, Eis
in dem Zwischenraum zwischen den beiden Gefäßen verteilen (siehe auch
Versuchsfotografie). Der Grund weshalb ich die Eiswürfel zerkleinerte ist, daß ich eine
möglichst große ,,Angriffsfläche" des Eises auf den Akku schaffen wollte.
Beobachtung:
8
Nachdem das Eis komplett eingefüllt worden war, sank die Temperatur innerhalb des
Akkumulators mit der Zeit immer stärker ab. Den Zusammenhang zwischen Temperatur
und Spannung möchte ich mit diesem Diagramm verdeutlichen.
IV. Versuch
1,34
1,32
1,3
1,28
1,26
Spannung in Volt
1,24
1,22
15,5
15
14,5
14
13,5
13
12,5
11,7
11,5
11
10,5
10
9,5
9
8,5
Temperatur in °C
In diesem Diagramm ist meines Erachtens gut zu erkennen, daß die verminderte
Temperatur einen schlechten Einfluß auf die Spannung hat, die der Akkumulator liefert. Je
stärker die Temperatur sinkt, desto weniger Spannung liefert der Nickel Eisen Akku.
Deutung:
Wenn ich diesem Versuch die Gibbs Helmholtz Gleichung zugrunde lege und mit der
Gleichung für Wel verknüpfe, ist die Deutung des Versuches relativ leicht.
Diese Gibbs - Helmholtz Gleichung lautet wie folgt: ? GR = ? HR T * ? s
Die Gleichung für Wel lautet: Wel = n * U * Q
Daraus folgt, daß je niedriger der Wert ist, den man für T (also die Temperatur) einsetzt,
desto kleiner wird der Wert für ? GR, da ? s ein negatives Vorzeichen besitzen muß (wenn
Energie frei wird. Wie bei jeder Reaktion in einem Akku, ist die Reaktion exergonisch,
was wiederum durch ein negatives Vorzeichen gekennzeichnet wird) wobei der Wert für ?
GR mit dem für Wel gleichzusetzen ist. Weiterhin verringert sich der Wert für U, wenn der
9
Wert von Wel kleiner wird. Das ist das Ergebnis auf das ich erwartet hatte. Also verringert
sich die Spannung, wenn die Temperatur niedriger wird.
Versuchsfotografie
V. Versuch
Versuchsbeschreibung:
Der Aufbau ist wieder der gleiche wie bei den beiden vorherigen, bis auf die Tatsache daß
ich das Eis gegen heißes Wasser (ca. 60°C) austauschen mußte, um auf eine hohe
Temperatur innerhalb des Akkus zu kommen.
Beobachtung:
Nachdem ich das heiße Wasser einfüllte, stieg die Temperatur innerhalb des Akkus stetig
an. Dies hatte wieder Auswirkung auf die Spannung. Diesen Zusammenhang möchte ich
wiederum anhand dieses Diagramms verdeutlichen.
V. Versuch
1,42
1,41
1,4
1,39
1,38
1,37
1,36
1,35
Spannung in Volt 1,34
1,33
1,32
1,31
19,5
20,5
21
21,5
22,7
23
23,5
24
25
26
27
28
28,5
30,5
Temperatur in °C
Man kann auch in diesem Diagramm ablesen, daß die Spannung mit steigender Temperatur
abfällt. Am Anfang und am Ende bemerkt man, daß die Spannung etwas stärker abfällt als
im Mittelteil des Graphen.
Deutung:
10
Wenn ich diesem Versuch wieder die Gibbs Helmholtz Gleichung zugrunde lege, kann
ich diesen Versuch eigentlich nicht richtig deuten. Wenn ich in diese Gleichung (siehe
Versuch IV) höhere Werte für T einsetzte müßte ich nach gleicher Vorgehensweise wie in
der vorangegangenen Deutung auch höhere Werte für die Spannung bekommen. Das heißt,
so weit man der Formel glauben kann, und ich denke das kann man, daß meine
Meßergebnisse falsch sind. Ich kann mir das Ganze nur so erklären, daß der Akku den ich
hergestellt habe nicht besonders standfest ist. Wahrscheinlich verliert mein Nickel Eisen
Akku mehr Spannung, als durch die Erhöhung der Temperatur hervorgerufen werden kann.
3.2. Fazit zu den Versuchen
Insgesamt bin ich mit den Ergebnissen meiner Versuche sehr zufrieden. Es ist mir
gelungen einen funktionstüchtigen Nickel Eisen Akkumulator herzustellen, der bei
Normaltemperatur sogar mehr, als die in der Literatur beschriebenen, 1,3 Volt lieferte.
Dieses Phänomen kann ich mir nur so erklären, daß die Verfasser dieser Literatur sich auf
einen Durchschnittswert beziehen, der den gesamten Wirkungsbereich des Akkus zugrunde
legt. Die größten Schwierigkeiten bestanden darin, daß die Werte für die Spannung bei
Raumtemperatur nach dem Aufladen stark variierten. Der Fehler für dieses Problem ist
wahrscheinlich in der immer etwas unterschiedlichen Dauer des Aufladens zu suchen. So
war es schwierig für mich einen exakten Ausgangswert zu ermitteln. Außerdem ist der
Akku, wie schon in der letzten Deutung beschrieben, nicht besonders standfest, verliert
also in relativ kurzer Zeit relativ viel Spannung. Der Wert, den ich dann als Grundlage für
alle Versuche genommen habe, ist ein Durchschnittswert, den ich nach mehrmaligem Auf
und Entladen errechnet habe.
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4. Lithium Ionen Akkumulator
4.1. Historie und Anwendung
Die wiederaufladbare Lithium Ionen Technologie ist die jüngste der heute auf dem Markt
konkurrierenden Akku Systeme. Erstmals wurde diese Technologie Anfang des Jahres
1996 auf dem deutschen Markt angeboten. Seit damals hat sich der Absatz dieses Akku
Typs sehr positiv entwickelt. Schon im August / September 1998 lag der Absatz bei
15,2%, Tendenz stark steigend. Diesen Trend haben die starke Nachfrage nach
Mobiltelefonen und Notebooks ausgelöst, die zum überwiegendem Teil mit Lithium
Ionen Akkumulatoren (kurz Li Ion) betrieben werden ( Zu den Gründen siehe auch 5.1. )
(Die Werte sind einer Grafik aus Varta, Alles über Akkus, S.48, entnommen)
4.2. Lithium Ionen Zellen
4.2.1. Technologie
Lithium Ionen Zellen wurden vorwiegend auf dem Hintergrund entwickelt, den
Energieinhalt, bezogen auf Gewicht und Volumen, so groß wie nur irgend möglich zu
bekommen.
Vor diesem Hintergrund ist Lithium das ideale Anodenmaterial, da es ein sehr niedriges
Atomgewicht hat (6,94 g/mol) und gegenüber anderen chemischen Stoffen eine hohe
Spannung zeigt. Lithium allein ist allerdings als Anodenmaterial ungeeignet, da das
Material beim Wiederaufladen nicht als kompaktes Material, sondern als poröse, dem
Elektrolyten gegenüber hochreaktive Masse, entstehen würde. Deshalb wird das Lithium in
einer Verbindung (meistens Lithiumkobaltoxid) verwendet. Als Anodenmaterial werden
sogenannte Kohlenstoff Einlagerungselektroden aus Koks oder Graphit verwendet in die
sich die, von der Kathode kommenden, Lithium Ionen einlagern können. Da zwischen
den Elektroden eben diese Lithium Ionen ausgetauscht werden, ist die Technologie auch
nach ihnen benannt und nicht wie üblich nach dem Anoden Kathoden Materialien. Als
Elektrolyt wird ein flüssiges organisches Li Salz, das in Kohlensäureestern gelöst ist,
verwendet.
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4.2.2. Reaktionen in der Zelle
Gesamtgleichung:
LiCoO2 + Cn Li1-yCoO2 + LiyCn
(Diese Gleichung habe ich sinngemäß aus dem Varta Spezial Report 1/96, Autor: Dr. M.
G. Hake, entnommen. Für die Index Variablen y und n habe ich keine entsprechenden
Zahlenwerte gefunden)
4.2.3. Technische Daten
Die Ruhespannung beträgt bei dem Li Ion Akku bei 3,6 Volt. Die Energiedichte beträgt
bezogen auf das Gewicht 100 Wh/kg und bezogen auf das Volumen 218 Wh/l.
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5. Vergleich NickelEisen (Cadmium) - mit LithiumIonen Akkumulator
5.1. Einführung
Hier beginnt nun der schon im Vorwort beschriebene Teil meiner Facharbeit, in dem ich
mich nicht mehr direkt auf den Nickel Eisen Akku beziehen kann, da diese Technologie
in der heutigen Praxis nicht angewendet wird. Maximal ein, zwei Punkte könnte ich direkt
vergleichen, aber dann halte ich es doch für sinnvoller den ganzen Vergleich einheitlich
mit dem Nickel Cadmium Akku zu ziehen.
5.2. Vergleich
Es gibt eine Reihe von Punkte in denen sich diese beiden Technologien unterscheiden.
In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Eigenschaften der Akkus aufgeführt.
Vergleichswerte:
Lithium - Ionen Akku
Nickel -Cadmium Akku
Energie (mWh)
1800
840
Gewicht (g)
18
26
Energiedichte (Wh/l)
218
102
Spezielle Energie (Wh/kg)
100
32
Zyklenlebensdauer
500 - 1000
1000
Ruhespannung (V)
3,6
1,2
Der gravierendste Unterschied besteht wohl in dem letzten Punkt der Tabelle; die
Spannung. Sie liegt bei dem Li Ion Akku um 2,4 Volt höher als beim NiCd Akku.
Daraus resultiert auch der um ca. 2-3 mal höhere Wert bei den Energiedichten. Ein
weiterer Vorteil entsteht bei Betrachtung des Elektrolyts. Beim Li Ion System ist es
möglich, feste Polymerelektrolyte zu verwenden. Das garantiert Auslaufsicherheit und
bietet die Möglichkeit beliebige Zellformen zu realisieren. Auch in der
Umweltverträglichkeit ist der Li Ion Akku klar im Vorteil, da keine giftigen Stoffe wie
Cadmium, Quecksilber oder Blei verwendet werden. Wie schon der Name des Nickel
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Cadmium Akkus verrät, enthält dieser das eben schon erwähnte giftige Cadmium, was ein
großes Umweltrisiko darstellt.
Doch auch die NiCd Technologie bringt einige Vorteile mit sich. Das System ist um
einiges belastbarer, was sich auch in der Zyklendauer niederschlägt. Systembedingt hat der
NiCd Akku beim Elektrolyt einen Vorteil, da die Leitfähigkeit von einer wäßrigen
Kaliumhydroxid - Lösung ca. 100 mal höher ist als die des organischen Elektrolyts beim
Li Ion Akku. Der größte Vorteil liegt allerdings noch woanders. Die Kosten des NiCd
Akkus sind deutlich geringer als die des Li Ion Akkus. So ist der Preis für zwei in
Baugröße und Bauform vergleichbare Akkus beim Li Ion Akku mehr als 4mal höher.
Abschließend kann man sagen, daß doch trotz all dieser positiven Aspekte die immens
höhere Leistungsfähigkeit des Lithium Ionen Akkus den Ausschlag dafür gibt, daß dieses
der Akku der Zukunft ist und daß der Nickel Cadmium Akku dem Wettbewerb mit dem
Vergleichsakku nicht länger standhalten wird. Die Nachteile, die sich beim Li Ion Akku
ergeben, lassen sich in den Hauptanwendungsgebieten recht gut kompensieren, da z.B.
beim Mobiltelefon die Belastbarkeit dieses Akkus vollkommen ausreichend ist. Auch der
Preis scheint aufgrund der sehr hohen Energiedichten gerechtfertigt.
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Schlußwort
Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis meiner Untersuchungen in Bezug auf alle möglichen
Formen der Akkumulatoren zufrieden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der
Literaturbeschaffung ist es mir meiner Meinung nach gelungen die chemisch -
physikalischen Vorgänge, die einem Akku zugrunde liegen, objektiv und detailliert
darzustellen und einem außenstehenden Leser (mit ausreichenden chemischen
Grundkenntnissen) begreiflich zu machen
Allerdings traten nach und nach bei der Bearbeitung des Themas einige Probleme auf. Zum
einen war ein großer Teil der Fachliteratur, die ich benutzte, auf Englisch geschrieben und
da ich vor allem so spezielles Englisch nicht ohne weiteres verstehen konnte, mußte ich in
deren Übersetzung eine Menge Zeit investieren.
Außerdem liefen einige der Versuche nicht ganz nach meinen Wünschen ab (siehe dazu
auch Punkt 3.2.).
Ein weiterer Punkt der mir Schwierigkeiten bereitete, war die Untersuchung des Lithium
Ionen Akkus, da seine Funktionsweise sehr komplex ist. Ich habe mich daher nur auf die
wichtigsten Aspekte dieser Technologie beschränkt, da eine ausführliche Betrachtung wohl
den Rahmen dieser Facharbeit gesprengt hätte.
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