Eine wissenschaftliche Arbeit präsentiert nicht nur die eigene Forschung, sondern stellt immer auch einen Bezug zu vorangegangenen Untersuchungen und deren Ergebnissen her. Zum einen gibt es kein wissenschaftliches Feld, auf dem man komplettes Neuland betritt. Heutzutage sind alle Disziplinen so stark spezialisiert und vernetzt, dass man auch in neuen Forschungsfeldern auf vergangenen Erkenntnissen aufbaut. Zum anderen sollten deine Ergebnisse objektiv nachprüfbar sein. Dafür musst du grundlegende Annahmen belegen und dich zu gängigen Theorien sowie Forschungsergebnissen positionieren. Damit das gelingt, setzt du dich am besten eingehend mit der bestehenden Literatur zum Thema auseinander. Doch wie findet man die eigentlich? Wir stellen dir hier einige Methoden zur Literatursuche vor.

Du möchtest von zu Hause auf die Suche gehen? Dann findest du maßgeschneiderte Tipps in unserem Artikel Wie Sie die Online-Literaturrecherche meistern: 3 Tipps.

1. Katalog der Universitätsbibliothek

Als Erstes führt die Suche nach geeigneter Literatur in der Regel auf die Website der Universitätsbibliothek. Am besten bereitest du dich auf die Recherche dort vor, indem du wichtige Begriffe identifizierst. Um nicht den Überblick zu verlieren, solltest du systematisch vorgehen und dir ein Kapitel bzw. einen Themenbereich nach dem anderen vornehmen. Eine Mindmap oder die Seminarunterlagen können dabei helfen, alle Keywords zu finden, die mit deinem Thema in Verbindung stehen.

Im Onlinekatalog hast du dann verschiedene Möglichkeiten für deine Suchanfrage. Für den Einstieg empfehle ich dir, nach Beiträgen zu suchen, die einen oder mehrere deiner Begriffe im Titel haben. Nutze die Filtermöglichkeiten im Katalog und kombiniere deine Begriffe beziehungsweise schließe fremde Begriffe aus, die nichts mit deinem konkreten Thema zu tun haben. Solltest du in den Suchergebnissen häufiger auf denselben Autor stoßen, macht eine Autorensuche Sinn. Vielleicht hast du eine Expertin zu deinem Themengebiet gefunden, die mehrere hilfreiche Beiträge verfasst hat. Außerdem haben die meisten Universitätsbibliotheken ihre Bestände inhaltlich systematisiert, sodass du mit einer Schlagwortsuche alle Beiträge zu deinem Thema findest, auch wenn dein Suchbegriff nicht im Titel vorkommen sollte.

2. Elektronische Medien und Zeitschriftenbibliotheken

Die meisten Universitäten haben Zugänge und Lizenzen zur Nutzung von relevanten Journals sowie anderen Online-Medien. Je nach Thema findest du in solchen Publikationen die aktuellsten Beiträge, gerade bei dynamischen Themen solltest du dich hier deshalb auf jeden Fall umsehen. Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek bietet zum Beispiel ein breites Spektrum an Fachzeitschriften aus allen wissenschaftlichen Disziplinen. So findest du aktuelle Aufsätze und Studien, aber auch eine große Auswahl an vergangenen Jahrgängen.

Einige E-Journals sind auch frei zugänglich. Diese findest du nicht nur über eine Zeitschriftenbibliothek, sondern auch bei einer einfachen Internetrecherche. Je nach Forschungsbereich kann es sinnvoll sein, die Suche auf Englisch durchzuführen. Englisch ist in vielen Fächern zur Wissenschaftssprache geworden, sodass die meisten Journals und aktuellen Artikel in dieser Sprache erscheinen.

Eine Grafik, die die Top 5 Suchoperatoren für Suchmaschinen wie Google etc. zeigt

3. Recherche vor Ort

Du hast einige interessante Titel gefunden, die in einer Fachbibliothek stehen? Dann auf in die Bibliothek! Vor Ort kannst du nicht nur deine bereits recherchierten Monographien und Sammelbände zu Rate ziehen, sondern auch die Literatursuche fortsetzen. Sieh dich zum Beispiel mal links und rechts neben deinem Suchtreffer um. Die Regale in Bibliotheken sind thematisch sortiert. Wer ein bisschen in den Regalen stöbert, wird oft noch einmal fündig. Außerdem stehen in allen Fachbibliotheken auch Standard- sowie Nachschlagewerke wie zum Beispiel einschlägige Lexika. Nutze dieses Angebot, um grundlegende Begriffe zu klären und zu definieren. Vielleicht stößt du dabei auch auf neue Suchbegriffe für die Online-Suche. Gute Lexika geben in ihren Artikeln neben wichtigen Theorien und Autor:innen zum Thema auch einige Grundlagenwerke an.

4. Schneeballsystem

Sobald du begonnen hast, dich in dein Thema einzulesen, wirst du nicht nur in Lexika zahlreiche Hinweise auf weiterführende Literatur finden. Sieh dir in jedem Beitrag, den du liest, auch die verwendete Literatur an. So wirst du auf Standardwerke aufmerksam, auf die sich die meisten späteren Beiträge beziehen. Solche grundlegenden Texte, in denen zum Beispiel einschlägige Definitionen getroffen wurden, sollten auch in deiner Arbeit nicht fehlen.

Oft findest du im Literaturverzeichnis auch Hinweise auf interessante Sammelbände oder Zeitschriftenartikel zu deinem Thema. Oder du entdeckst ähnlich wie bei der Suche im Bibliothekskatalog eine:n Autor:in mit mehreren hilfreichen Beiträgen. Darüber hinaus kannst du nachsehen, ob der:die Autor:in eines hilfreichen Artikels vielleicht auch eine Monographie zum Thema geschrieben hat oder an ähnlichen Projekten beteiligt war. Doch Vorsicht: bei dieser Methode gerät man oft vom Hundertsten ins Tausendste! Ich empfehle dir, bei jedem Beitrag zu prüfen, ob er dich in deiner Recherche wirklich weiterbringt. Manchmal genügt es auch, ein bis zwei wirklich zentrale Artikel zu lesen, statt alle Beiträge zum selben Thema durchzuarbeiten.

5. Recherche bei GRIN

Auch GRIN bietet dir zahlreiche Möglichkeiten für die wissenschaftliche Recherche. Über die Suche im Shop durchstöberst du unsere 240.000 Publikationen aus über 100 Fachbereichen. Dabei macht dir unsere Suche hilfreiche Vorschläge zu weiteren Suchbegriffen. Du kannst anschließend die Suchergebnisse eingrenzen, indem du zum Beispiel nur den Titel durchsuchst oder ein bestimmtes Fach auswählst:

Der Screenshot zeigt die Filtermöglichkeiten im GRIN-Webshop.

Daneben kannst du dich auch direkt durch unsere Fächer klicken und alle Publikationen in einem Fach ansehen. Zu einigen aktuellen Themen hat unsere Redaktion eigene Infoseiten mit einer thematischen Übersicht, Definitionen und Erklärungen sowie weiterführenden Literaturhinweisen erstellt. Informiere dich direkt auf unserer Website über Trendthemen wie Digital Leadership oder Coaching. Außerdem veröffentlichen wir in unserem Magazin ebenfalls regelmäßig Artikel, die sich mit aktuell spannenden Themen auseinandersetzen. Hier findest du unter anderem einen Einstieg in die Themen Künstliche Intelligenz, Work-Life-Balance sowie Betriebliche Gesundheitsförderung im Homeoffice. Speziell für das Fach Literaturwissenschaft haben wir zudem die Top-Sekundärliteratur unserer Autorinnen und Autoren zusammengestellt. Egal zu welchem Thema du gerade arbeitest: bei GRIN wirst du garantiert fündig!

Alle Tipps im Überblick:

  • Wichtige Begriffe identifizieren
  • Schlagworte kombinieren
  • Filtermöglichkeiten und Suchoperatoren nutzen
  • In mehreren Datenbanken und Bibliotheken suchen
  • Beiträge in verschiedenen Sprachen berücksichtigen
  • Standardwerke zum Thema verwenden
  • Mit dem Schneeballsystem arbeiten