Es gibt einige Kriterien, die einen guten Hinweis darauf geben, ob eine Quelle seriös und zitierfähig ist oder nicht. Es müssen nicht immer alle erfüllt sein, um einen wissenschaftlichen Text zu kennzeichnen, aber zur Orientierung helfen sie auf jeden Fall. Hier sind acht solcher Eigenschaften zusammengefasst, um dir bei der Entscheidung zu helfen, ob du eine Quelle in deiner Hausarbeit, deinem Referat oder deiner Abschlussarbeit verwenden solltest.

Relevanz: Ist die Quelle relevant für mein Thema?

Die erste Frage, die du dir immer stellen solltest, wenn du eine potenzielle Quelle gefunden hast, ist: Sind die Informationen, die hier stehen, für meine Arbeit relevant? Manchmal merkt man auch erst später im Schreibprozess, ob die Quelle tatsächlich nötig ist, aber es ist besonders am Anfang besser, sich zu viele Quellen zu merken als zu wenige. Trotzdem sollten alle deine Quellen einem gewissen Standard entsprechen.

Erster Eindruck: Wie kommt dir die Quelle auf den ersten Blick vor?

Wenn der Text beispielsweise viele Rechtschreibfehler beinhaltet und aussieht, als hätte er überhaupt keine nachvollziehbare Struktur, solltest du eher die Finger davon lassen. Vertraue hier deinem Bauchgefühl, denn wenn dir eine Quelle komisch vorkommt, ist sie das wahrscheinlich auch.

Herkunft: Wo wurde der Text veröffentlicht?

Eine wissenschaftliche Zeitschrift oder ein renommierter Verlag sind zum Beispiel immer vertrauenswürdiger als ein persönlicher Blog. Die hier veröffentlichten Texte basieren auch meistens auf Peer-Review, also der Prüfung durch unabhängige Gutachter:innen aus dem gleichen Fachgebiet. Achte darauf, ob die Webseite oder der Verlag seriös wirken und was für Texte des:der Herausgeber:in sonst noch veröffentlicht werden.

Autor:in: Ist ein:e Autor:in angegeben?

Die Angabe von Urheber:innen ist enorm wichtig. Bei Webseiten sind im Impressum normalerweise Informationen darüber angegeben, wer für den Inhalt verantwortlich ist. Am besten ist es, wenn es auch noch Belege dafür gibt, dass sich die Person sich mit dem Thema auskennt, über das sie schreibt. Das kannst du zum Beispiel an einem akademischen Titel sowie einer Beschäftigung an einer Universität oder Forschungseinrichtung erkennen, oder auch wenn sie schon mehrere Veröffentlichungen auf dem Gebiet hat, die seriös wirken.

Wenn kein:e Autor:in genannt wird, ist das eher ein schlechtes Zeichen, außer es wird angegeben, dass die Person anonym bleiben will. Das ist auch in der akademischen Welt valide, ein Name spricht jedoch mehr für die Vertrauenswürdigkeit des Textes.

Aktualität: Wie alt ist der Text?

Je älter ein Text ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es mittlerweile neue Erkenntnisse auf dem Gebiet gibt. Die Wissenschaft entwickelt sich schnell und es gibt ständig neue Entdeckungen und Aktualisierungen älterer Werke. Manchmal reicht es schon, die aktuelle Ausgabe eines Buches zu finden, da viel Fachliteratur alle paar Jahre angepasst wird. Auch Webseiten sollten aktualisiert und gepflegt werden. Wenn du merkst, dass seit Jahren nichts mehr geändert wurde, ist es – außer bei allgemeingültigen Informationen – wahrscheinlich keine gute Quelle.

Adressat:innen: An wen ist der Text gerichtet?

Oft merkt man, ob der Text an andere Fachwissenschaftler:innen gerichtet ist, wenn ein gewisses Vorwissen vorausgesetzt wird. Das unterscheidet „echte“ Forschungsliteratur von beispielsweise Lehrbüchern, die zwar auch von Wissenschaftler:innen verfasst wurden, aber nicht immer zitierfähig sind. Auch eine gewisse Formalität und wissenschaftliche Ausdrucksweise helfen dabei, gute Quellen zu erkennen.

Nachprüfbarkeit: Sind Quellen im Text angegeben und gibt es ein Quellen- oder Literaturverzeichnis?

Belege sind wichtig für die Nachprüfbarkeit des Textes und beweisen die Informationskompetenz des:der Autor:in. Quellen können in Fußnoten oder direkt im Text vorhanden sein. Alle Zitate oder Daten, die nicht selber erhoben wurden, müssen gekennzeichnet sein. Auch Bilder sollten Quellenangaben besitzen. Ein Quellen- oder Literaturverzeichnis ist ebenfalls ein Muss. Auch wenn keine direkten Zitate im Text sind, muss zumindest erkennbar sein, woher die Fakten der Verfasser:innen stammen.

Objektivität: Werden verschiedene Standpunkte beleuchtet?

Wenn ein Text sehr meinungsstark und argumentativ ist, ist das oft ein Zeichen für eine eher weniger zitierbare Quelle. Wenige Zitate und ein spärliches Quellenverzeichnis sind oft ein Hinweis auf eine eher subjektive Abhandlung. Allerdings muss auch gesagt werden, dass keine Quelle komplett objektiv sein kann, da kein Mensch 100% objektiv denkt. Trotzdem sollte ein gewisses Maß an Wissenschaftlichkeit und Objektivität gewährleistet sein.

Mit diesen Tipps fällt es dir bei deiner nächsten Recherche bestimmt leichter, gute und schlechte Quellen voneinander zu unterscheiden. Viel Erfolg!

Quellen: