Als Volontariat wird im eigentlichen Sinne ein freiwilliger, zeitlich beschränkter Einsatz in einer Organisation oder einem Institut bezeichnet. Spezifischer ist es aber auch ein Begriff, mit dem wir eine gesetzlich nicht genau geregelte Ausbildung beschreiben. Diese dauert zwischen 12 und 24 Monaten.

In der Medienbranche ist es üblich, vor der Festanstellung ein Volontariat zu absolvieren. Dazu ist mindestens ein Abiturabschluss gefragt, meistens sogar ein abgeschlossenes Studium. In dieser Zusatzausbildung nach dem (zumeist geisteswissenschaftlichen) Studium wird man dann in die Einzelheiten des Berufes eingelernt.

Volontariat ist nicht gleich Volontariat

Doch aufgepasst: Obwohl Volontariate üblich sind, gibt es nicht immer einheitliche Regelungen. Im Bereich Journalismus sind Volontariate mit einem Tarifvertrag vergütet. Da es jedoch z. B. bei PR-Agenturen und Buchverlagen keine gesetzliche Regelung gibt, können hier Dauer und Gehalt der Volontariate stark variieren.

Deshalb ist es wichtig, sich bei Interesse an einem Volontariat genau über die Rahmenbedingungen zu informieren, um eine gute Stelle zu bekommen.

Gütesiegel als Orientierungshilfe

Eine Orientierung bei der Bewerbung liefert beispielsweise das Gütesiegel der Jungen Verlagsmenschen e. V. (JVM). Um dieses Siegel zu erhalten, müssen Verlage verschiedene Kriterien in der Art ihrer Ausbildungen erfüllen, wie beispielsweise ein Ausbildungsplan, Feedbackgespräche und Überstundenregelungen. Diese Kriterien richten sich auch nach den Standards der tarifvertraglichen Volontariate, wie sie im Journalismusbereich gängig sind. Unternehmen, die nach einer Prüfung mit einem solchen Gütesiegel ausgezeichnet werden, bieten ihren Volontär:innen also eine gute Zusatzausbildung, in der wichtige Ausbildungspunkte gewährleistet sind.

Wir freuen uns, dass auch wir diese Auszeichnung erhalten haben! Um Ihnen einen Einblick in unsere Volontariate zu geben, haben wir die Meinungen von GRIN-Mitarbeitern eingeholt.

Volontariate aus Unternehmenssicht

Was denken der Geschäftsführer und die Redaktionsleitung von GRIN über Volontariate? Was möchten sie Volontären bieten? Wir haben bei Kirsten Sörries und Sabrina Neidlinger nachgefragt.

Kirsten, was ist deiner Meinung nach das Wichtigste in der Volontärsausbildung?

Kirsten Sörries: Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dem Volontär eine umfassende und fundierte Ausbildung mit einem tollen Praxisbezug geben zu können. Auch ist es mir immer wichtig, dass ein Volontär die verschiedenen Disziplinen und Tätigkeiten kennenlernen kann. Auf diese Weise haben wir bei GRIN auch schon viele Talente für Spezialthemen wie SEO oder Online Marketing entdecken können.

Sabrina, du hast selbst als Volontärin bei GRIN angefangen, inzwischen bist du Redaktionsleiterin. Hast du das Gefühl, dass deine eigenen Erfahrungen deine Art neue Volontäre auszubilden beeinflussen?

Sabrina Neidlinger: Mein Volontariat bei GRIN hat mir sehr viel Spaß gemacht, es war abwechslungsreich und ich habe sehr viel gelernt. Außerdem habe ich einen Einblick in alle Bereiche des Unternehmens bekommen und konnte mich selbst an den unterschiedlichsten Aufgaben versuchen. Das sind Aspekte, die mir auch in der Ausbildung neuer Volontäre wichtig sind. Ich achte darauf, dass sie von Anfang an eine gute Mischung aus verschiedenen Aufgaben erhalten und auch die Freiheit, sich diese selbst einzuteilen. Von mir selbst kenne ich es gut, dass man zum Beispiel manchmal keinen Kopf für kreative Aufgaben hat. Eine Aufgabe, bei der man einfach etwas abarbeitet, kommt dann gerade recht. 

Außerdem sind unsere Volontäre bei allen Team-Meetings dabei und können jederzeit Fragen zu GRIN sowie unseren Arbeitsabläufen stellen. Ich selbst habe es sehr geschätzt, von Anfang an ein fester Teil des Teams zu sein und dass ich auf jeden Kollegen mit Fragen zukommen konnte. So fühlt man sich gleich aufgehoben und hat auch die Gelegenheit, etwas über die Unternehmensgeschichte zu erfahren. Viele Prozesse sind ja nicht in Stein gemeißelt, sondern können kontinuierlich optimiert werden. Damit daran jeder teilhaben kann, erkläre ich nie nur, wie wir etwas machen, sondern auch warum wir es so machen. 

Insgesamt kommt es bei einem Volontariat meiner Meinung nach auf eine gute Balance zwischen einer soliden Ausbildung und der Möglichkeit, eigene Projekte und Verantwortung zu übernehmen, an. Das war mir wichtig, als ich selbst auf der Suche nach einem Volontariat war, und das möchte ich auch zukünftigen Volontären bieten. GRIN ist ein sehr dynamisches Unternehmen, in dem sich jeder Mitarbeiter vom ersten Tag an aktiv einbringen kann. 

Vielen Dank für diese Einblicke!

Wichtig ist aber natürlich auch, wie Volontäre selbst die Ausbildung empfinden. Was läuft gut und wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten? Auch das haben wir für Sie herausgefunden.

Volontariate aus Sicht von Volontärinnen

Ihr habt alle durch ein Volontariat begonnen und seid mittlerweile festangestellt bzw. kurz davor. Wie habt ihr die Zeit des Volontariats empfunden?

Sandra: Für mich war es eine aufregende Zeit. Ich habe in der Pandemie mit meinem Volo angefangen. Dabei hat mich das gesamte Team von GRIN herzlich aufgenommen und sich gut um mich gekümmert, damit ich trotz Home Office den Anschluss finde. Das hat auch super funktioniert. Außerdem habe ich sehr viel gelernt. Die Projekte waren immer spannend, meine Ideen immer willkommen und ich durfte früh Verantwortung übernehmen.

Andrea: Mein Volontariat bei GRIN hat mir viel Spaß gemacht und ich habe mich hier direkt sehr gut aufgenommen gefühlt. Als Volontärin hat man von Anfang an viel Mitspracherecht, auch bei größeren Entscheidungen wie der Umgestaltung der GRIN-Cover. Das war eine sehr positive Erfahrung für mich, man fühlt sich einfach integriert und wertgeschätzt. Außerdem ist das gesamte Volontariat wirklich gut organisiert: man bekommt viele verschiedene Aufgaben, hat aber immer genug Zeit, sich in alles einzufinden und kann jederzeit Fragen stellen, sodass es nicht stressig wird.  

Adriana: Meine Zeit als Volontärin bei GRIN habe ich als sehr angenehm und bereichernd empfunden. Das Volontariat ist sehr gut organisiert und ich habe mich gleich zu Beginn im Team sehr aufgehoben gefühlt. Wenn ich Fragen hatte, war immer jemand da, der mir weiterhelfen konnte. Außerdem habe ich sehr viel gelernt und vielfältige Aufgaben in den Bereichen Redaktion, Marketing, SEO, HTML und EPUB übernommen. Dabei konnte ich meine Ideen immer einbringen und wurde auch bei größeren Entscheidungsprozessen miteinbezogen.  

Gab es auch Punkte, die euch nicht so gut gefallen haben?

Sandra: Aufgrund der vielen Projekte blieb manchmal kaum Zeit für externe Weiterbildungen, die wir während des Jahres machen dürfen. Aber man kann solche Thematiken eigentlich immer ansprechen und meist wird dann auch eine Lösung bzw. Zeit dafür gefunden.

Andrea: Das GRIN-Team teilt sich ein Büro mit den Teams von Bilandia und Open Publishing, die ebenfalls in der Verlagsbranche tätig sind. Ein Austausch mit den anderen Teams fand allerdings nur sporadisch in einzelnen Meetings statt. Das ist schade, denn es ist immer hilfreich, hin und wieder auch andere Perspektiven kennenzulernen.  

Was ratet ihr Studierenden, die überlegen, ein Volontariat zu beginnen?

Sandra: Ich rate allen Studierenden, die ein Volo machen möchten, sich bei vielen Stellen zu bewerben. Zum einen hat man dann Auswahlmöglichkeiten und zum anderen kann man die Stellen vergleichen und weiß, welche Angebote unterdurchschnittlich oder überragend sind. Außerdem rate ich immer dazu, einen Ausbildungsplan zu verlangen. So kann man sehen, ob man diese Inhalte erlernen möchte und ob diese auch ausreichend sind.

Andrea: Mit einem Volontariat erhaltet ihr tiefe Einblicke in viele verschiedene Bereiche: Redaktion, Marketing, Social Media, SEO, HTML und EPUB, Covergestaltung mit Photoshop usw. Gerade die Vielfalt der Aufgaben lässt nie Langeweile aufkommen. Ich kann daher nur jedem dazu raten, ein Volontariat zu beginnen. Selbst wenn ihr eure Zukunft nicht (nur) in der Verlagsbranche seht, werden euch viele der Fähigkeiten, die ihr in einem Volo lernt, auch in anderen Berufen helfen.  

Adriana: Ich kann ein Volontariat nur jedem empfehlen. Es macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern man sammelt darüber hinaus wertvolle Erfahrungen und gewinnt einen guten Einblick in die Verlagsbranche. Man erwirbt viel technisches Know-how, das auch für andere Branchen wichtig ist, wie beispielsweise im Bereich SEO oder HTML. Aber auch Skills wie Eigenverantwortung oder Zeit- und Projektmanagement werden während des Volontariats aktiv gefördert. 

Hanna, du hast dein Volontariat gerade erst begonnen. Was erwartest du dir von deiner Zeit bei GRIN?

Hanna: Ich erwarte eine spannende Zeit mit vielen neuen Aufgaben und Menschen. Ich möchte gerne neue Bereiche kennenlernen und dabei weiter herausfinden, wo meine Interessen und Stärken liegen. Ich hoffe, das Volontariat bietet mir die Möglichkeit, Verschiedenes auszuprobieren und natürlich ganz viel für mich und meine berufliche Zukunft zu lernen.

Vielen Dank für eure Einblicke und Tipps!

Quellen:

  • https://www.jungeverlagsmenschen.de/das-neue-guetesiegel-fuer-volontariate-in-der-buchbranche/
  • https://www.trainee.de/ratgeber/volontariat/
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Volontariat