Diese Hausarbeit betrachtet die kubanische Sklaverei als geschichtlichen Aspekt und wichtigen Bestandteil in Alexander von Humboldts "Essai politique sur l‘île de Cuba", oder auch Cuba-Werk. Der Fokus liegt dabei besonders auf dem durch Sklavenarbeit geprägten wirtschaftlichen Aspekt Kubas und dem Abolitionismus.
Nicht ohne Grund zählt Alexander von Humboldt weltweit zu den bekanntesten Deutschen und gilt mit seinen umfassenden Werken als Universalgenie. Auf seinen Forschungsreisen gelangte Humboldt über Europa hinaus auch nach Lateinamerika, in die USA und ins russische Reich nach Zentralasien.
Kuba besuchte er dabei 1801 und 1804 und erfuhr hier eindrückliche Erlebnisse, die er noch viele Jahre später in seinen Schriften thematisierte. In dem 1826 veröffentlichten "Essai politique sur l‘île de Cuba", oder auch Cuba-Werk, beschrieb der Forscher die Landschaft, das Klima, die Bevölkerung und die politische Bedeutung der Insel. Gleichzeitig kritisierte er die auf Kuba gängige Sklaverei scharf und brach damit die gesellschaftlichen Normen der Eliten und Kolonialmächte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Slaverei auf Kuba
2.1 Anfänge der Slaverei auf Kuba
2.2 Entwicklung zur Massenslaverei
3 Humboldts Kuba-Reise
3.1 Biographische Einordnung
3.2 Forschungsreise
4 Das Cuba-Manuskript „Isle de Cube. Antilles en général“
5 Humboldts Cuba-Werk „Essai politique sur l’île de Cuba“
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Alexander von Humboldts kritische Haltung gegenüber der Sklaverei auf Kuba, indem sie seine persönlichen Reiseeindrücke aus dem „Cuba-Manuskript“ mit den wissenschaftlich-politischen Analysen in seinem Hauptwerk „Essai politique sur l’île de Cuba“ in Bezug setzt und auf ihre gesellschaftliche Bedeutung hin analysiert.
- Alexander von Humboldts persönliche Auseinandersetzung mit der Sklaverei.
- Die historische Entwicklung der Sklavenwirtschaft auf Kuba im 19. Jahrhundert.
- Vergleichende Analyse des „Cuba-Manuskripts“ und des „Essai politique sur l’île de Cuba“.
- Humboldts abolitionistische Position und sein Wirken als Reformer.
- Die kritische Rhetorik gegenüber kolonialen Machtstrukturen und den Eliten.
Auszug aus dem Buch
3.2 Forschungsreise
Während ihrer Amerikareise (1799 – 1804) machten Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland zwei Mal Halt auf Kuba. Der erste Aufenthalt dauerte drei Monate (19. Dezember 1800 bis 15. März 1801), der zweite dagegen nur anderthalb Monate (19. März bis 29. April 1804) (HUMBOLDT, 2008, S. 8).
Für seine Forschungsdaten verwendete Humboldt „ein vielfältiges Meßinstrumentarium“, stellte „unentwegt geodätische und meteorologische Messungen an, die er systematisch zu Datenreihen zusammenfügte“ und „[…] bemühte sich um eine exakte Erfassung […]“ (OSTERHAMMEL, 1999, S. 110). Gleichzeitig führte er oft Experimente durch, bezog sich in seinen Schriften auch auf die nachhaltige Nutzung der Natur und betrachtete bei seinen Überlegungen immer auch die einheimische Bevölkerung, die in seinen Augen keine Menschen niederer Klasse darstellten (WEINHOLD, 2012, S. 6).
Die Einfahrt in den Hafen von Havanna am 19. Dezember 1800 erlebte Humboldt als ein spektakuläres Ereignis und beschrieb es als „eine Landschaft […], in der Natur und Kultur, die Insel und die Welt, die hemisphärischen und die transozeanischen Dimensionen miteinander verbinden“ (ETTE, 2020, Abs. 3). Humboldt und sein Reisegefährte Bonpland wohnten bei unterschiedlichen wohlhabenden Kaufleuten und Plantagenbesitzern, die ihm neben einer Bleibe auch ausreichend Platz für sein umfangreiches Messinstrumentarium boten (BECK, 2018, S. 187f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in Humboldts abolitionistische Haltung ein und definiert das Ziel der Arbeit, seine Kuba-Schriften hinsichtlich der Sklaventhematik zu untersuchen.
2 Slaverei auf Kuba: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Sklavenwirtschaft von der Entdeckung Kubas bis zur Etablierung des transatlantischen Sklavenhandels.
3 Humboldts Kuba-Reise: Hier werden die biografischen Hintergründe Humboldts und seine konkreten Forschungsaufenthalte auf Kuba im Kontext seiner wissenschaftlichen Arbeit beleuchtet.
4 Das Cuba-Manuskript „Isle de Cube. Antilles en général“: Dieses Kapitel analysiert das Manuskript als erste unmittelbare, oft persönliche Aufzeichnung Humboldts zur Lage der Versklavten auf der Insel.
5 Humboldts Cuba-Werk „Essai politique sur l’île de Cuba“: Es erfolgt eine Betrachtung des publizierten Hauptwerks als politisches Manifest gegen die Sklaverei und als ökonomische Analyse Kubas.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Humboldt durch seine Aufzeichnungen als einflussreicher intellektueller Reformer auftrat, der die Sklaverei wissenschaftlich und moralisch als unhaltbar entlarvte.
Schlüsselwörter
Alexander von Humboldt, Sklaverei, Kuba, Abolitionismus, Kolonialwirtschaft, Essai politique, Cuba-Manuskript, transatlantischer Sklavenhandel, Plantagenwirtschaft, Aufklärung, Humanismus, Sozialkritik, Kolonialismus, 19. Jahrhundert, Forschungsreise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die kritische Auseinandersetzung Alexander von Humboldts mit dem Sklavensystem auf Kuba anhand seiner Reiseaufzeichnungen und seines publizierten Hauptwerks.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die historische Situation der Sklaven auf Kuba, Humboldts humanistische Weltanschauung sowie seine methodische Analyse der kolonialen Wirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Humboldt seine Beobachtungen vor Ort in politische Argumente gegen die Sklaverei übersetzte und wie er dabei sein Ansehen als Wissenschaftler nutzte.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine literatur- und geschichtswissenschaftliche Analyse, die primäre Reiseaufzeichnungen Humboldts mit zeitgenössischen wissenschaftlichen Werken vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Sklaverei, die biografische und forschungspraktische Darstellung der Kuba-Reisen sowie die detaillierte Analyse der beiden zentralen Kuba-Schriften.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Alexander von Humboldt, Abolitionismus, Sklaverei, Kuba, Kolonialgeschichte und humanistische Aufklärung.
Inwiefern unterschied sich Humboldts Haltung von der Sichtweise damaliger Plantagenbesitzer?
Während Plantagenbesitzer Sklaven als Wirtschaftsgut und "Vieh" betrachteten, verurteilte Humboldt dies als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und setzte sich für eine menschenwürdige Behandlung ein.
Welche Rolle spielt das „Cuba-Manuskript“ im Vergleich zum späteren Buch?
Das „Cuba-Manuskript“ enthält unmittelbare, teils emotionalere Reiseeindrücke, während das publizierte Werk „Essai politique“ die Erkenntnisse systematischer, sachlicher und rhetorisch geschärfter präsentiert.
Warum wird Humboldt im Fazit nicht als Revolutionär, sondern als Reformer bezeichnet?
Obwohl Humboldt die Sklaverei ablehnte, setzte er nicht auf militärischen Umsturz, sondern auf intellektuelle Überzeugungsarbeit und reformerische Ansätze innerhalb der damaligen gesellschaftlichen Strukturen.
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- Fiona Wink (Author), 2020, Alexander von Humboldt und die Sklaverei auf Kuba. Analyse anhand des Cuba-Manuskripts und des Cuba-Werkes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000317