A-D-S = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom


Ausarbeitung, 2001
3 Seiten

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Der Begriff A-D-S ist eine Anlehnung an die amerikanische Bezeichnung ADD

= Attention Defizit Disorder

Die zwei A-D-S Typen:

A-D-S mit Hyperaktivität (A-S-D + H)

Stellvertretend für diesen Typ steht der „Zappelphilipp“

A-D-S ohne Hyperaktivität (A-D-S – H)

Stellvertretend für diesen Typ steht die „Träumerin“

Bei dem Zappelphilipp geht es immer hoch her – bei der Träumerin geht es ruhig und verträumt zu. Beide aber sorgen zu Hause und in der Schule ständig für Stress und Aufregung - jeder auf seine Weise.

Ca. 8% aller Kinder in Deutschland haben ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom

Das sind über 1 Million Kinder in Deutschland bzw. 2 Kinder in jeder Schulklasse

Bei Menschen mit einem A-D-S stößt man oft auf mögliche Auffälligkeiten wie Lern- und Entwicklungs- Probleme aufgrund von Wahrnehmungs- Verarbeitungs- Störungen zum Beispiel:

- Auffällige Körper- Wahrnehmung mit Auffälligkeiten in der Motorik

(Schrift, Balancieren, Feinabstimmungen)

- Auffällige Seh- Wahrnehmung mit Lese- und Schreibproblemen
- Auffällige Hör- Wahrnehmung mit Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung und Sprachverarbeitung und/oder Rechtschreibstörungen

Wie können wir das Verhalten erklären?

Nach dem heutigen Wissensstand ist davon auszugehen, dass es sich um eine Veranlagung des Kindes handelt, die in den ersten fünf Lebensjahren erkennbar wird,

nämlich unruhig, unkonzentriert, impulsiv und leicht erregbar zu sein – das

steht offensichtlich im Zusammenhang mit Besonderheiten der biologischen Reifung von Hirnfunktionen, die deren Steuerung von Aufmerksamkeit und motorischer Aktivität bestimmen, aber welche Ursachen dafür ausschlaggebend sind, ist allerdings noch unklar

Die Aufmerksamkeitsstörung erklärt man sich mit einer „Filterschwäche“ des Gehirns in der Verarbeitung von Informationen.

Diese Störung führt bei Menschen mit einem A-D-S zu einströmende Umweltreize die sie weniger gut filtern können als andere Menschen.

Diese Filterfunktion des Gehirns, ist ganz besonders wichtig für die Steuerung von Verhalten.

Sie ermöglicht es, Wichtiges vom Unwichtigem zu unterscheiden, sich auf eine Sache zu konzentrieren, ohne von einem anderen Reiz abgelenkt zu werden, und

bei der Erledigung einer Aufgabe einen Schritt nach dem anderen zu tun.

Auch die Fähigkeit seine motorische Aktivität zu steuern und Überaktivität zu beherrschen, ist abhängig von der biologischen Reifung.

Auch die Impulsivität ist reifungsabhängig. Im Kind reift die Fähigkeit des Gehirns heran, Gedanken und Impulse zu überprüfen, bevor das Kind sie in die Tat

umsetzt.

Diese Fähigkeit scheint bei Kindern mit A-D-S ebenfalls weniger ausgereift. Sie handeln daher wie ein 1-2 jähriges Kind – sehr spontan und können eigene Bedürfnisse schlecht zurückstellen.

Sie wirken so, als würden sie schneller handeln als denken, so dass sie auch Dinge tun die sie selber nicht wollen die ihnen Nachteile bringen, und es entsteht der Eindruck, dass sie aus Strafen und Regeln nicht lernen können. Dies hat aber nichts mit unzureichender Erziehung, mangelnder Einsicht, bösem Willen oder fehlender Begabung zu tun, sondern mit der Schwäche, Gedanken und Impulse zurückzuhalten und zunächst zu überprüfen und zu beherrschen.

Die 10 wichtigsten Symptome bei A-D-S!

1) Unaufmerksam und ablenkbar
- Driftet mit der Aufmerksamkeit ab
- Wechselt den Brennpunkt des Interesses

2) Hyperaktiv und/oder verträumt
- Immer auf dem Sprung
- Schaut Löcher in die Luft und träumt

3) Impulsiv
- Handelt, ohne nachzudenken
- Lebt Gefühle sofort aus
- Abwarten fällt schwer

4) Vergesslich und schlechtes Kurzzeitgedächtnis
- Vergisst schnell, besonders alltägliche Dinge
- Alles, was nicht spannend ist, ist schnell aus dem Sinn
- Verliert oft seine Sachen

5) Wirkt zerstreut oder chaotisch
- Wenig Überblick und geringe Eigenorganisation

6) Regeln einhalten – eine der schwersten Übungen
- Eigensinnig
- Will nur seinen Willen durchsetzen
- Alles und nichts wird endlos diskutiert

7) Arbeitsverhalten lässt zu wünschen übrig
- Kein Überblick und wenig Strategie
- Anfang ist schwer – lieber alles auf die lange Bank schieben

8) Stimmungslabil: Berg-und-Tal-Fahrt der Emotionen
- Schnell gereizt und auf 180 oder zu Tode betrübt
- Stehaufmännchen: Kann auch schnell vergessen und Enttäuschungen wegstecken

9) Selbstwertgefühl im Keller
- Manchmal nach außen „Powermann“ oder Clown- allerdings mit hochsensiblem Kern

10) Sozialverhalten- oft eine Katastrophe
- Mangelnde Einschätzung von sich und den anderen
- Integration in eine Gruppe – meist schwierig
- Bekommt schnell die Rolle eines Außenseiters zugeschrieben

Entscheidend für eine Diagnose ist ein Gesamtbild:

- Die bisherige Lebensgeschichte
- Das Verhalten in verschiedenen Situationen
- Das Wie und Wann der Entwicklungs- Schritte
- Die Arbeits- Strategien beim Lösen von Aufgaben
- Das Ergebnis- Profil der psychologischen Testung
- Die neurologische und körperliche Untersuchung und eventuell ergänzend:
- Die neurophysiologischen Untersuchungen mit Messung der elektrischen Hirnaktivität und der evozierten Potentiale

Wie sieht die Behandlung aus?

Die Behandlung beinhaltet regelhaft vier Ansatzpunkte:

- Beratung und Psychotherapie mit dem Kind
- Elternberatung
- Beratung von Kindergarten, Schule oder Arbeit (wenn das A-D-S zum Problem geworden ist)
- Medikamentöse Behandlung
- Beratung beinhaltet die Aufklärung von Informationsvermittlung zum A-D-S sowie pädagogische Hilfestellungen für Eltern, Lehrern etc.
- Die Psychotherapie des A-D-S umfasst verhaltenstherapeutische Trainingsprogramme in Einzel oder Gruppensitzungen zur Steigerung der Selbststeuerungsfähigkeit, der Aufmerksamkeitsleistung und der Impulskontrolle.
- Für medikamentöse Behandlung werden Medikamente, die eine Verhaltenskontrolle bei Menschen mit einem A-D-S unterstützen, eingesetzt.

3 von 3 Seiten

Details

Titel
A-D-S = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V100072
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
A-D-S, Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
Arbeit zitieren
Diana Zibell (Autor), 2001, A-D-S = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100072

Kommentare

  • Gast am 21.3.2001

    ADS.

    Habe mich riesig gefreut, als ich genau dieses Thema fand. Bin aber nun tottraurig, da ich nicht in der Lage bin, es nach dem Download zu lesen.

    Vielleicht kann mir irgendjemand da draußen helfen ?! :o)

    Danke jedenfalls schon im Voraus!

    MfG

    Swantje

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Titel: A-D-S = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom


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