Fragen zu einem Sachtext beantworten. Ein Unterrichtsentwurf für die Grundschule


Unterrichtsentwurf, 2021

20 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1 Die Grundschule Dietenheim
1.2 Lerngruppenanalyse

2. Sachanalyse
2.1 Sachtexte
2.2 Lesestrategien
2.3 Lesekompetenz

3. Didaktische Überlegungen
3.1 Bezug zum Bildungsplan
3.1.1 Prozessbezogene Kompetenzen
3.1.2 Inhaltsbezogene Kompetenzen
3.2 Ziele
3.3 Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit

4. Didaktische Analyse
4.1 Bedeutung des Themas für das Kind
4.2 Exemplarische Bedeutung
4.3 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
4.4 Didaktische Reduktion

5. Methodische Analyse

6. Quellenangaben

Anmerkung der Redaktion: Der Anhang wurde aus urheberrechtlichen Gründen entfernt.

1. Bedingungsanalyse

1.1. Die Grundschule Dietenheim

Die Grundschule ist eine Ganztagesschule in Wahlform. Das bedeutet, dass man sich zwischen einem Ganztagesangebot und einem Halbtagesangebot entscheiden kann. Die verschiedenen Nachmittagsangebote, die die Grundschule bietet, können nur von Ganztageskindern in Anspruch genommen werden. Diese umfassen neben zusätzlicher Lernzeit auch eine Reihe von AGs und Projekten. In der hauseigenen Mensa können die Kinder von Montag bis Donnerstag Mittagessen.

Insgesamt besuchen 187 Schülerinnen und Schüler die Grundschule. Die Schule ist zweizügig.

Das Fundament der Grundschule bezieht sich auf das Leitbild „Wir begleiten unsere Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen. Der Umgang miteinander, die Entfaltung und Stärkung der Persönlichkeit sowie die Vermittlung von Fachwissen und Arbeitsweise sind wichtige Grundlagen unserer Schule." Das Leitbild der Grundschule spiegelt die gemeinsamen Werte wider.

1.2. Lerngruppenanalyse

Die Klasse 3a setzt sich aus insgesamt 23 Schülerinnen und Schülern zusammen. Davon sind 13 Mädchen und 10 Jungen. 10 Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a sprechen Deutsch als Zweitsprache. Zu Hause sprechen diese Schülerinnen und Schüler weitestgehend oder gar ausschließlich ihre Muttersprache. Die Klasse 3a charakterisiert sich somit durch eine hohe Sprachenvielfalt. Schwierigkeiten treten besonders im Bereich der Grammatik und des Wortschatzes auf. Dies überträgt sich auf den Bereich des Leseverständnisses. Im Folgenden möchte ich auf besondere Schülerinnen und Schüler eingehen. Dies ist für einen differenzierten Unterricht notwendig.

A., F., J,. S., M., P., und L.,sind strake Schülerinnen und Schüler, die sich immer rege am Unterrichtsgeschehen beteiligen und durch aktive Beteiligung auffallen. Diese Schülerinnen und Schüler benötigen qualitatives Zusatzmaterial, um gefordert zu werden. Daher steht ein Zusatzblatt zur Verfügung, welches die genannte Forderung leistet.

1., R., O., und A., arbeiten im Vergleich zu anderen Schülerinnen und Schüler langsamer. Außerdem sind diese Schülerinnen und Schüler leistungsschwach, weshalb sie bei vielen Aufgaben Hilfe benötigen. Besonders R. und I. beschäftigen sind häufig anderweitig im Unterricht und brauchen deshalb das Gefühl, von der Lehrkraft ständig unter beobachtendem Blick zu stehen. Um die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, stelle ich eine Hilfestation bereit, bei der sie sich Tipps zum Lösen der Aufgaben nehmen können.

5., A., L., und A., verfügen über einen sehr geringen Wortschatz. Gerade im Bereich der Grammatik und des Leseverstehens brauchen sie noch viel Unterstützung und qualitativ differenziertes Material. Deshalb bekommen sie einen differenzierten Lesetext. Außerdem ist es für sie wichtig, nicht verstandene Wörter zu klären. So kann überhaupt erst das sinnentnehmende Lesen zustande kommen.

A-M. ist der auffälligste Schüler in der Klasse. Extreme Unlust, Konzentrationsschwäche und lautes Verhalten kennzeichnen diesen Schüler. Seine Verhaltensauffälligkeiten erstrecken sich ebenfalls in den sozialen Bereich der Klasse hinein. Durch seine ausfällige Sprache gegenüber seinen Mitschülern musste A-M mehrmals vom Sportunterricht ausgeschlossen werden, da andere pädagogische Maßnahmen nicht geholfen haben. Auch ist es keine Überraschung, wenn er erst gar nicht mit den Aufgaben im Unterricht beginnt, sondern seine Mitschüler ablenkt. Sollte er die Klasse stören, greift die Lehrperson auf die Lernampel zurück. Zeigt dies keine Wirkung, wird er in den Nebenraum verwiesen, um dort weiter zu arbeiten. Es benötigt viel Zeit, ihn zum Arbeiten zu motivieren, was nicht immer gelingt, da sonst der Unterricht stagnieren würde.

Die Klasse als Gesamtheit:

Betrachtet man die Klasse als Gesamtheit, so fällt auf, dass es sich um eine angenehme Klasse handelt, in der einzelne Störungen schnell unterbunden werden müssen, um ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. So muss die Lehrkraft stets präsent im Klassenzimmer sein, damit es erst gar nicht zu diesen Störungen kommt. Durch eingeführte Rituale und Regeln lässt sich das Unterrichtsgeschehen größtenteils reibungslos durchführen. Die Klasse fordert die Rituale ein, was ihnen Struktur im Alltag gibt. Die Klassenregeln werden nicht von allen Schülerinnen und Schülern eingehalten, weshalb die Lehrperson öfters auf die Lernampel zurückgreifen muss, was dazu führen kann, dass ein Kind eine Strafarbeit machen muss. Durch dieses Bestrafungssystem lernen die Schülerinnen und Schüler langfristig die Regeln einzuhalten. Es gibt zusätzlich im Deutschunterricht ein Belohnungssystem. Hier kann sich die Klasse durch gutes Verhalten, ruhige und zügige Mitarbeit einen Stern verdienen. Bei einer bestimmten Anzahl von Sternen gibt es eine Belohnung für die Klasse. So versucht die Lehrperson auch gutes Verhalten wertzuschätzen und zu belohnen.

2. Sachanalyse

2.1. Sachtexte

Im Alltag haben wir es mit Sachtexten verschiedener Art zu tun. Wir lesen Zeitungen, schlagen Begriffe im Lexikon nach oder lesen Plakate. „Der Begriff „Sachtext" bezeichnet die Kategorie der nicht literarischen, nicht poetischen, der pragmatischen, expositorischen Texte.1 Im Unterschied zu nicht literarischen Texten zielen Sachtexte darauf ab, „Informationen über die reale Welt zu vermitteln."2 Laut Lenhard kann sich die mittels eines Sachtextes angestrebte Informationsvermittlung dabei auf die Vermittlung von Fakten- und Handlungswissen beziehen bzw. auch darauf abzielen, den Leser von etwas zu überzeugen.3

Außerdem können Sachtexte verschiedene Absichten verfolgen. So können sie informieren, appellieren, instruieren oder argumentieren. In dieser Stunde handelt es sich um einen informativen Text. Der Text zielt auf die Informationsvermittlung und -entnahme über den Igel ab.

Die erfolgreiche Informationsentnahme aus Texten setzt dabei eine aktive Auseinandersetzung mit dem jeweils vorliegenden Text voraus. Der Leser muss beim Lesen den Inhalt des Textes mit dem von ihm bereits verinnerlichten Wissen abgleichen, textinterne, aber auch über den Text hinausgehende Schlussfolgerungen ziehen sowie das Gelesene bewerten.4

Um Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, Texte zu verstehen und Informationen zu entnehmen, existieren zahlreiche Lesestrategien, die den Schülerinnen und Schüler den erfolgreichen Umgang mit Sachtexten ermöglichen bzw. erleichtern sollen. Der Begriff Lesestrategien wird im Folgenden näher erläutert.

2.2. Lesestrategien

Lesestrategien sind Methoden, die helfen sollen, einen Text zu gliedern und zu verstehen. Sie werden als „mentale Werkzeuge" angesehen5, um lesebezogene Probleme zu lösen und in aller Regel das Ziel des Lesens zu erreichen. Dies ist oftmals das Textverstehen. Man wählt sie in aller Regel gezielt zur Bewältigung lesebezogener Aufgaben aus und kann sie gezielt steuern. Solche Strategien sind nicht angeboren, sondern man erwirbt sie langfristig. Man kann sich vorstellen, dass ein Leser, der über Strategiewissen beim Lesen verfügt, einen „mentalen" Werkzeugkasten zur Verfügung hat, der voller verschiedener Strategien ist und in den entscheidenden Situationen darauf zurückgreifen kann. Es gibt viele unterschiedliche Lesestrategien, für deren Aufzählung der Platz hier nicht reicht.6

Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden, mir eine Einteilung der Lesestrategien herauszunehmen, die auf meine im Unterricht behandelnden Strategien passt. Die vorliegenden Lesestrategien orientieren sich am Bildungsplan Baden-Württemberg 2016 des Faches Deutsch. Diese lassen sich wie folgt in vor, während und nach dem Lesen einteilen.

- Vor dem Lesen:

1. Strategie: Ich betrachte die Bilder und Überschriften.

Worum könnte es im Text gehen?

- Während dem Lesen:

2. Strategie: Ich lese den Text für mich.

Welche Wörter/ Stellen verstehe ich nicht? Diese gilt es zu klären.

3. Strategie: Ich lese Abschnitt für Abschnitt.

Worum geht es in den einzelnen Abschnitten?

- Nach dem Lesen:

4. Strategie: Ich lese die Frage zum Text mehrmals durch.

Kenne ich die Antwort schon?

In welchem Abschnitt steht die Antwort?

5. Strategie: Ich markiere Textstellen mit Hinweisen auf die Antwort.

Manchmal muss ich mehrere Textstellen kombinieren.

6. Strategie: Ich schreibe einen vollständigen Antwortsatz.

2.3. Lesekompetenz

Im Folgenden wird der Begriff Lesekompetenz erläutert.

Lesekompetenz ist mehr als einfach nur lesen zu können. Nach Pisa wird Lesen als die Fähigkeit beschrieben, unterschiedliche Texte in ihrer Aussage, Absicht und formalen Struktur zu verstehen. Die Schülerinnen und Schüler können so Texte in einen Zusammenhang bringen und Informationen sachgerecht nutzen. Mit diesem Verständnis von Lesekompetenz wird das Wahrnehmen und Verstehen von Texten als konstruktiver, wissensgesteuerter Prozess aufgefasst. „Lesen ist also kein reines Dekodieren auf der Buchstaben-, Wort- und Satzebene, sondern ist ein Prozess, der durch organisiertes Wissen gesteuert wird."7 Lesen ist Konzentration auf das Verstehen.8 Schülerinnen und Schüler, die über diese Form von Lesekompetenz verfügen, sind in der Lage, eine bewusste Haltung zum eigenen Lesevorgang einzunehmen. Sie lesen z. B. einen Abschnitt nochmals, wenn sie ihn nicht verstanden haben und haben Strategien an der Hand, mit denen man solchem Nichtverstehen abhelfen kann. Gute und schlechte Leserinnen und Leser unterscheiden sich daher vor allem hinsichtlich des flexiblen Einsatzes dieser Lesestrategien. Leseförderung muss dementsprechend die Vermittlung und Übung solcher Lesestrategien sein, denn ein wesentlicher Teil von Lesekompetenz ist die Kenntnis unterschiedlicher Lesestrategien.

[...]


1 Vgl. Klute 2006, S. 8

2 Vgl. Lenhard 2013, S. 29

3 Vgl. ebd., S. 28

4 Vgl. ebd., S. 27

5 Vgl. Rosebrock/ Nix 2008, S. 59

6 Vgl. Philipp 2019, S. 8-9

7 Vgl. Hurrelmann/ Groeben 2009, S. 7

8 Vgl. ebd., S. 3

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Fragen zu einem Sachtext beantworten. Ein Unterrichtsentwurf für die Grundschule
Autor
Jahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1001644
ISBN (eBook)
9783346410955
ISBN (Buch)
9783346410962
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fragen, sachtext, unterrichtsentwurf, grundschule
Arbeit zitieren
Gloria Di Pumpo (Autor:in), 2021, Fragen zu einem Sachtext beantworten. Ein Unterrichtsentwurf für die Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001644

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