Es gibt sehr viele verschiedene Gründe, warum Schülerinnen und Schüler manchmal bewusst dem Unterricht fernbleiben. Wenn man die verschiedenen Schularten miteinander vergleicht, müssten einige Unterschiede zu erkennen sein. Um dies herauszufinden, habe ich einen Fragebogen erstellt, mit dem ich Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe im Gymnasium, in der Realschule und in der Mittelschule zu diesem Thema befragt habe.
Ziel war es herauszufinden, ob man im Vergleich zwischen diesen drei verschiedenen Schularten Unterschiede in Bezug auf das Vermeidungsverhalten der befragten Schülerinnen und Schülern erkennen kann. Für die Befragung wurden Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe an städtischen Schulen in Nürnberg befragt. Es wurden je Schulart 35 Fragebögen ausgewertet, insgesamt 105. Die Fragebögen wurden in jeder Schulart in mehreren Klassen der achten Jahrgangsstufe ausgeteilt. Die Befragungen fanden kurz vor Schulschluss in den jeweiligen Klassenzimmern statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Auswertung des Fragebogens
2.1 Allgemeine Auswertung
2.2 Auswertung im Vergleich zwischen den Schularten
2.2.1 Anzahl der Schwänzenden Schüler
2.2.2 Häufigkeit des Schwänzens
2.2.3 Angegebene Gründe, um den Schulbesuch zu vermeiden
2.2.4 „Wahre“ Gründe, warum der Schulbesuch vermieden wurde
2.2.5 Wer wurde am häufigsten erwischt?
2.2.6 Hat das Schwänzen zum erwünschten Effekt geführt?
2.2.7 „Gutes“ oder „Schlechtes“ Gewissen beim Schwänzen?
3 Schlussfolgerungen und daraus resultierende Handlungskonzepte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Vermeidungsverhalten (Schulschwänzen) von Schülern der 8. Jahrgangsstufe in Bayern. Das Ziel der Untersuchung ist es, durch eine Befragung an verschiedenen Schultypen (Mittelschule, Realschule, Gymnasium) Unterschiede in den Ursachen, der Häufigkeit und dem Umgang mit dem Fernbleiben vom Unterricht aufzuzeigen.
- Gesetzliche Grundlagen der Schulpflicht in Bayern
- Statistische Auswertung des Vermeidungsverhaltens an verschiedenen Schulformen
- Analyse der Beweggründe für das Schulschwänzen
- Vergleich des Entdeckungsrisikos und der Konsequenzen für die Schüler
- Entwicklung von Handlungskonzepten zur Prävention
Auszug aus dem Buch
2.2.4 „Wahre“ Gründe, warum der Schulbesuch vermieden wurde (Frage 7)
Der größten Unterschied innerhalb der drei Schultypen, bei der Intention zum Schule schwänzen, konnte man erkennen, wenn man die „wahren“ Gründe der befragten Achtklässler näher anschaut, warum sie den ganzen Aufwand betreiben, um nicht in die Schule gehen zu müssen.
Betrachtet man oben dargestelltes Säulendiagramm, fällt sofort auf, dass die befragten Schülerinnen und Schüler der Mittelschule und Realschule am häufigsten die Schule schwänzen, weil sie einfach keine Lust darauf haben. Andere Gründe werden hier viel seltener genannt. Die Befragung im Gymnasium hat im Gegensatz dazu ganz andere Intentionen ergeben. Hier geben die Schülerinnen und Schüler an, am meisten daheim zu bleiben, um einer Leistungserhebung entgehen zu können. Außerdem nennen sie als zweithäufigsten Grund die Zeit zum Lernen nutzen zu wollen. Dieser Grund wurde von den befragten Achtklässlern der Mittelschule nicht angegeben. Keine Lust auf Schule steht bei den Gymnasiasten erst an letzter Stelle der genannten Gründe.
Auffällig ist außerdem, dass der prozentuale Anteil der Schüler und Schülerinnen der Mittelschule und der Realschule, die im Fragebogen angaben, nicht die Schule zu besuchen, um an einer Leistungserhebung nicht teilnehmen zu müssen, relativ ausgeglichen ist (bei beiden etwa 21%).
Im Gymnasium wurde dieser Grund mit 41,7% sehr viel häufiger angegeben. Die Gründe, aus denen die befragten Schülerinnen und Schüler die Schule schwänzen, hängen also stark von der besuchten Schulart ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen der Schulpflicht in Bayern und führt in die Thematik des Schulschwänzens als ein verbreitetes schulisches Problem ein.
2 Auswertung des Fragebogens: Hier werden die Ergebnisse der empirischen Erhebung präsentiert, wobei zunächst eine allgemeine Übersicht gegeben und anschließend der detaillierte Vergleich zwischen Mittelschule, Realschule und Gymnasium vollzogen wird.
3 Schlussfolgerungen und daraus resultierende Handlungskonzepte: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse und schlägt pädagogische Ansätze sowie Netzwerkarbeit zur Stärkung der Schülermotivation und Prävention vor.
Schlüsselwörter
Schulpflicht, Schulschwänzen, Vermeidungsverhalten, 8. Jahrgangsstufe, Mittelschule, Realschule, Gymnasium, Leistungserhebung, Schulunlust, Motivationsförderung, Prävention, Fehlzeiten, Schulerfolg, Bildungsauftrag, Pädagogische Intervention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Schulschwänzens von Schülern der 8. Klasse und analysiert, wie sich dieses Verhalten in verschiedenen Schularten darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Einhaltung der Schulpflicht, die Beweggründe für schulisches Vermeidungsverhalten sowie die Unterschiede zwischen den Schulformen Mittelschule, Realschule und Gymnasium.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist zu klären, ob es signifikante Unterschiede im Vermeidungsverhalten von Achtklässlern gibt, wenn man verschiedene Schularten direkt miteinander vergleicht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Zur Datengewinnung wurde ein anonymer Fragebogen eingesetzt, der an Schülern der 8. Jahrgangsstufe an städtischen Schulen in Nürnberg ausgeteilt und anschließend quantitativ ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Auswertung der erhobenen Daten und einen spezifischen Vergleich der Ergebnisse zwischen Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien unter Berücksichtigung von Häufigkeit, Gründen und Gewissensfragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Schulpflicht, Vermeidungsverhalten, Schulschwänzen und die Differenzierung nach Schulformen charakterisiert.
Warum schwänzen Mittelschüler laut der Studie häufiger aus "Lustlosigkeit"?
Die Studie deutet darauf hin, dass dies auf eine potenziell geringere schulische Motivation zurückzuführen sein könnte, die oft mit einem Mangel an außerschulischer Anerkennung einhergeht.
Welche Rolle spielt die Angst vor Leistungserhebungen an Gymnasien?
Im Vergleich zu anderen Schularten gaben Gymnasiasten signifikant häufiger an, die Schule zu meiden, um sich einer Prüfung oder Leistungserhebung zu entziehen.
Welche Rolle spielen Eltern bei der Entdeckung von Schulschwänzern?
Die Eltern sind laut der Umfrage die wichtigste Instanz, da rund 72 % der Schüler, die beim Schwänzen erwischt wurden, von ihren Eltern auf das Fehlverhalten aufmerksam gemacht wurden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Warum schwänzen Schüler? Vermeidungsverhalten von Kindern und Jugendlichen an Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002076