Der Marschallplan am Beginn des europäischen Integrationsprozesses


Unterrichtsentwurf, 2001

9 Seiten


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Inhalt

1.) Das Unterrichtsthema im Kontext des Bildungsplans

2.) Pädagogische Situation

3.) Sachanalyse

4.) Didaktische Analyse

5.) Methode

6.) Lernzielbestimmung

7.) Literatur

1.) Das Unterrichtsthema im Kontext des Bildungsplans

Das Thema der Marshall-Plan, am Beginn des europäischen Integrationsprozesses verbindet die Fächer Geschichte und Gemeinschaftskunde, in der 10. Klasse Realschule. Im Fach Geschichte wird das Thema Marshall-Plan, der Lehrplaneinheit 1: Die deutsche Teilung als Spiegelbild der ideologischen Gegensätze zwischen Ost und West zugeordnet. Dieses Thema kann sinvollerweise auch in der Lehrplaneinheit 2: Europa auf dem Weg zur Einigung aufgegriffen werden, da der Marshall-Plan als grundlegende Voraussetzung für den europäischen Einigungsprozesses gewertet werden kann. An dieser Stelle wird die enge Verzahnung mit dem Fach Gemeinschaftskunde deutlich. In der Lehrplaneinheit 2 steht das Zusammenwachsen Europas thematisch im Vordergrund: „Es ist das Hauptanliegen, sie [die Schüler] als mündige Bürger der Europäischen Union zu einem europäischen Denken und Handeln zu ermutigen, das durch die Bejahung der europäischen Vielfalt geprägt ist“ (Bildungsplan Realschule 1994, S.380). Ohne den Einblick in den tieferen historischen Zusammenhang wird es kaum möglich sein Themen wie: Probleme und Hindernisse auf dem Weg zum Vereinten Europa einsichtig darzustellen.

Ohne die Berücksichtigung der zeitlichen Dimension ist es ohnedies schwierig das Thema Europa im Unterricht hinreichend zu behandeln, bedenkt man allein, dass die Rahmenthemen des Bildungsplans 1994 in Druck gegangen sind.

2.) Pädagogische Situation

Die Schüler der 10. Klasse befinden sich in einem aktiven Prozeß der Auseinandersetzung mit sich und ihrer Umwelt. Die Prüfungsvorbereitung und die Wahl der mündlichen Prüfungsfächer nehmen sie erstmals, in diesem Umfang, in die Pflicht. Darüber hinaus müssen Entscheidungen für den kommenden Lebensabschnitt getroffen werden, wie die Berufswahl, oder den Besuch einer weiterführenden Schule.

In dieser Zeit sollen fächerverbindende Themen, wie z.B. der europäische Einigungsprozeß helfen, eine Verbindung zwischen den Jugendlichen und ihrem zukünftigen Erwachsenenleben herzustellen. Außerdem soll in der Auseinandersetzung die Vermittlung der grundlegenden Werte und Normen unserer Gesellschaft erfolgen (vgl. Bildungsplan RL 1994, S.351).

Um einen Einblick in das Vorwissen der 21 Schüler der Fachpraktikumsklasse zu gewinnen, soll hier kurz das Ergebnis der Einstiegsstunde zu Europa, wiedergegeben werden. Es wurde die mindmap-Methode angewandt und die Stichworte der Gruppenpräsentationen sind im Folgenden aufgeführt:

- Abend, dunkel
- Europameisterschaft, Sport und Musik, Mode-Messen
- Verschiedene Religionen und Kulturen, Industrialisierung
- Kriege in Europa: 1. und 2. Weltkrieg
- Staaten, reicher Kontinent, Verbindung von Ländern
- Flagge, Kontinent (F, D, GB) -> Union
- Politische Demokratie ->Mehrheit entscheidet
- Euro (von allen Gruppen genannt)

Zusätzlich von einzelnen Schülern:

- Wirtschaftsmarkt, offene Grenzen, EURO = einheitliche Währung; gleiches Grundgesetz
- 15 Staaten, gemeinsames Parlament
- Europäische Zentralbank ->bald EURO, Europäischer Gerichtshof -> Den Haag
- „15 Länder mit gleicher Währung -> zusammen mehr wirtschaftliche Macht“.

Lehrerfrage: „Was denkt ihr womit wir uns beschäftigen werden?“

- Europäische Union, Politische Situation
- Gesetzgebung in den einzelnen Ländern -> Menschenrechte
- EURO als gemeinsame Währung -> „schwach durch Konjunktur in Amerika“

Im Hinblick auf Geschichte:

- Wiederaufbau Europas nach dem 2. Weltkrieg
- Wiedereingliederung des Judentums
- Anfang der EU (Kohl, Napoleon ?)

Die Vorkenntnisse der Schüler waren sehr heterogen. Einige Schüler konnten relevante Begrifflichkeiten nennen und auch mit konkreten, außerschulisch erworbenen, Kenntnissen verknüpfen. Interessant war der Stellenwert des EURO, welcher allgemein bedeutsam und bekannt erschien. Außerdem war die Begeisterung für die Historie von Napoleon bis Kohl, deutlich zu erkennen.

3.) Sachanalyse

Die Auseinandersetzung mit dem europäischen Integrationsprozess vernachlässigt häufig den Stellenwert des Marshall-Plans. Begründet in der Rede des amerikanischen Außenministers

G. Marshall, am 05.Juni 1947, liegt die Konzeption des European Recovery Program (ERP), dessen Konsequenz, am 16.April 1948, die Gründung der Organisation for European Economic Cooperation (OEEC) in Paris war.

Bedingung für die finanzielle Unterstützung durch Amerika war ein gemeinsames europäisches Wiederaufbauprogramm, welches die Teilnehmerländer zu einer möglichst raschen Produktionssteigerung und in Folge, zu einem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht führen sollte. Die Economic Cooperation Administration (ECA) wurde, im April 1948, als unabhängige washingtoner Verwaltungsbehörde eingesetzt, welche die Entwicklung in Europa verfolgen sollte und beratend eingriff. Ab Dezember 1951 übernahm die Mutual Security Agency (MSA) diese Funktion.

Die Mitglieder, der in Deutschland ab 1951 als Europäischer Wirtschaftsrat bezeichneten Organisation, waren: Belgien Dänemark, die Amerikanisch-Britische Bizone, die Französische Zone Deutschlands, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Türkei, später die Anglo-Amerikanische Zone von Triest und die Schweiz, welche keine Auslandshilfen erhielt, aber Aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung mit den europäischen Nachbarländern mitwirkte. (vgl. Auslandshilfen 1948-1952)

Die Wirtschaftspolitik sollte sechs Ziele verfolgen: „1. Steigerung der Produktion und effiziente Nutzung der Ressourcen; 2. Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, Herstellung eines multilateralen Zahlungssytems und Abbau der Restriktionen im Zahlungsverkehr und Handel; 3. Prüfung von Zollunion oder ähnlichen Arrangements wie zum Beispiel Freihandeslzonen; 4. Reduzierung von Zöllen und anderen Handelshemmnissen;

5. Stabilisierung der Währungen und der öffentlichen Finanzen sowie die Festlegung angemessener Wechselkurse und 6. umfassende und wirksame Nutzung des Arbeitskräftepotentials“ (Hardach, S.101).

Die Weltwirtschaft der Nachkriegsjahre wurde durch Amerika dominiert, was dazu führte, dass wirtschaftliche Hilfen angeboten wurden, welche mit festen Konditionen verknüpft waren (s.o.), was auch zur Stabilisierung der Demokratie in West-Europa dienen sollte.

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Details

Titel
Der Marschallplan am Beginn des europäischen Integrationsprozesses
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V100210
Dateigröße
351 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Unterrichtsentwurf
Schlagworte
Marschallplan, Beginn, Integrationsprozesses
Arbeit zitieren
Wolfgang Maier (Autor), 2001, Der Marschallplan am Beginn des europäischen Integrationsprozesses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100210

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