Politik der USA nach dem Zweiten Weltkrieg


Facharbeit (Schule), 2000
9 Seiten

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Inhalt:

- Marshall-Plan
- NATO
- Koreakrieg
- Kubakrise
- Vietnamkrieg

Quellen:- Die Milleniumschronik

- Geschichte des 20. Jahrhunderts
- Encarta Enzyklopädie
- Weltgeschichte (Bertelsmann)
- Harenberg Lexikon
- Bertelsmann Lexikon

Der Marshall-Plan

Nach dem zweiten Weltkrieg blieben gewaltige materielle Verwüstung, zusammengebrochene Transportsysteme und zerstörte Landwirtschaft zurück. Nur die USA war relativ unbeschadet aus dem Krieg hervorgegangen und versuchte nun, im Gegensatz zu ihrer Haltung nach dem ersten Weltkrieg, ihre politische Überlegenheit zu nutzen. Der Prozeß des Wiederaufbaus der schwer angeschlagenen Wirtschaft in Europa und Japan begann in den späten vierziger Jahren sehr langsam. Nach dem Krieg kündigten die USA zunächst ihre Leih- und Pachtverträge, die sie mit ehemaligen Verbündeten geschlossen hatten (Lieferungen von Lebensmitteln und Rüstungsgütern an die Alliierten). Die betroffenen Länder - Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion - standen also nicht nur vor einer verwüsteten Infrastruktur, sondern hatten auch noch enorme Schulden. Aus Furcht, Deutschland der Sowjetunion in die Arme zu treiben, wollte man das Land nicht dem Chaos überlassen. Unter dieser Voraussetzung hätte aber jede ökonomische Bestrafung Deutschlands, die man eigentlich für gerechtfertigt hielt, letztlich die USA und Großbritannien getroffen. Die Sowjetunion lehnte jede Hilfe aus dem Marshallplan ab, da sie eine Vormachtstellung der USA befürchtete. Auch die osteuropäischen Staaten mußten auf Grund ihrer Blockbildung mit der SU jede Hilfe der USA zurückweisen. Das Europäische Wiederaufbauprogramm (European Recovery Programm: ERP) wurde benannt nach dem Außenminister der USA George Catlett Marshall. Es bewirkte in Westeuropa einen erstaunlich schnellen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Marshall-Plan wurde von der OEEC, der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit, koordiniert. Die OEEC erarbeitete ein konkretes Programm für die einzelnen Länder und empfahl die Verteilung der Marshall-Plan-Mittel. 17 Milliarden Dollar stellten die USA zur Verfügung - ein großer Teil davon bestand aus Schenkungen. Amerikanische Techniker halfen mit ihrem Know-how. Zudem beschlossen die Alliierten, die westdeutsche Wirtschaft aufzubauen, um in diesem Grenzgebiet keine unsichere politische Situation entstehen zu lassen. Als die Spannungen des Kalten Krieges ab 1949 immer stärker wurden, flossen mehr und mehr Mittel in Militärausgaben statt in den Aufbau der Wirtschaft. Als die Hilfe 1952 endete, war der Einfluß der UdSSR in Westeuropa abgewendet und die Industrie 35 Prozent über dem Vorkriegsstand.

Nordatlantikpakt

Der kommunistische Staatsstreich in der Tschechoslowakei vom Februar 1948 und die sowjetische Blockade gegen Berlin seit 1948 verstärkte in Westeuropa das Gefühl der Bedrohung durch die Sowjetunion, das führte zur Gründung der NATO. Bislang verbot die ,,Monroe-Doktrin" von 1823 jegliche Einmischung der USA außerhalb ihres Kontinents in Friedenszeiten. Am 11. Juni 1948 war mit der Verabschiedung der ,,Wandenberg-Resolution" im US-Senat der Weg frei gemacht worden, Bündnisse auch in Friedenszeiten zu schließen. Der Nordatlantikpakt (,,North Atlantic Treaty Organization: NATO") wurde am 4. April in Washington 1949 von den Staaten Belgien, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal und den Vereinigten Staaten von Amerika geschlossen. Später kamen zu diesem Bündnis 1952 Griechenland und Türkei, 1955 Deutschland und 1982 Spanien. In diesem Verteidigungspakt beschlossen die Staaten, einen Angriff auf einen der Bündnispartner als Angriff auf alle Bündnisstaaten zu werten.

Allerdings waren nur die Mutterländer und die Kolonien mit Küsten am nördlichen Atlantik oder dem Mittelmeer unter den Bündnisschutz gestellt. Die Länder verpflichteten sich, den Frieden nicht zu gefährden und die Grundsätze der Demokratie zu fördern. Der britische Außenminister bezeichnete die Einrichtung der NATO als ,,einen der wichtigsten Schritte zur Förderung des Weltfriedens und der Sicherheit". Der NATO als westliches Verteidigungsbündnis stand der sowjetisch kontrollierte Warschauer Pakt gegenüber. Das oberste Organ der NATO ist der halbjährig tagende NATO-Rat, der sich aus Vertretern aller Mitgliedsstaaten zusammensetzt. Er ist verantwortlich für die allgemeine politische Linie, die finanziellen Richtlinien und Verwaltungsaufgaben. Dem NATO-Rat ist der Militärausschuß, der sich auch zweimal im Jahr trifft, untergeordnet.

Koreakrieg

Nach langjährigem Streit über die Wiedervereinigung Koreas so wie nach dem Ausschluß Südkoreas aus dem US-amerikanischen Verteidigungsbereich im Januar 1950 drangen Truppen aus dem kommunistisch regierten Norden in den Süden ein. Der 38.Breitengrad war die Teilungslinie zwischen Nord- und Südkorea. Aufgrund von Unruhen im Süden meinte das Staatsoberhaupt Nordkoreas, Kim II Sung, er müsse die Südkoreaner befreien, indem er die Südkoreanische Regierung (unter Rhee) und die beiden koreanischen Staaten wiedervereinigte. Als am 25.Juni gegen 4 Uhr morgens nordkoreanische Truppen den 38. Breitengrad überschritten, bedrohten sie den Staat Südkorea und außerdem einen der Einflußbereiche der westlichen Mächte in Asien; der Krieg brach aus. Zwei Tage später befahl Präsident Trumann den Einsatz amerikanischer Luft- und Seestreitkräfte, welches auch vom UNO-Sicherheitsrat gebilligt wurde. Am 30.Juni befahl er außerdem noch den Einsatz amerikanischer Bodentruppen, die Errichtung einer Seeblockade und die Bombardierung Nord-Koreas. Weitere 18 UN-Mitgliedsstaaten schickten Kampf-, Versorgungs- und Sanitätseinheiten. Trotz einer massiven UN-Truppenpräsenz nahmen nordkoreanische Truppen fast ganz Südkorea und die Hauptstadt Seoul ein. Nachdem die UN-Truppen bis zur Hafenstadt Pusan im Südosten zurückgedrängt worden waren, begann am 15.September 1950 unter General MacArthur eine Gegenoffensive ungefähr 40 km westlich von Seoul. Die UN- Streitkräfte drangen bis zur nordkoreanisch- chinesischen Grenze am Fluß Yalu vor. Sie mußten am Yalu nach heftigen Kämpfen mit chinesischen freiwilligen Verbänden den Rückzug antreten. Sie gingen erneut in die Offensive, da sich die chinesischen Truppen auch zurückgezogen hatten. Den chinesischen Truppen gelang es im Januar 1959, die Armeen der Vereinten Nationen bis weit hinter den 38.Breitengrad nach Süden zurückzudrängen. Am 4. Januar eroberten sie Seoul. Die Offensive der kommunistischen Truppen wurde am 15.Januar südlich von Seoul gestoppt. Auch der Versuch der Nordkoreaner und ihrer Verbündeten einer neuen Offensive am 12. Februar 1951 brach zusammen. Schon nach kurzer Zeit konnten die Vereinten Nationen wieder Geländegewinne machen. In diesen Monaten standen 160.000 Mann in Korea, 130.000 davon Amerikaner. Am 13. März 1951 nahmen sie Seoul wieder ein, die Stadt lag in Schutt und Asche. Von den ehemals 1,5 Mio. Einwohnern waren kaum noch 200.000 übrig geblieben, da alle Männer im Alter zwischen 15-40 Jahren so wie die Frauen im Alter zwischen 16-25 Jahren von den nordkoreanischen Streitkräften verschleppt worden waren. Am 22. April hatten die UN-Streitkräfte die Front etwa nördlich des 38.Breitengrades stabilisiert. Im weiteren Kriegsverlauf blieb diese Front im wesentlichen unverändert. General MacArther wurde am 11. April 1951 durch General Matthew Ridgway ersetzt, denn er hatte eine Ausweitung des Krieges auf China und den Einsatz von Atombomben gefordert, wogegen die Alliierten massiv protestierten. Erstmals im Verlauf des Koreakrieges nahmen die gegnerischen Seiten am 10. Juli 1951 Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Kaesong auf. Von Anfang an waren die Verhandlungen aufgrund eines Streites über die Zulassung westlicher Pressevertreter schwierig und mußten bereits am 2. Tag wieder abgebrochen werden. Erst am 26. Juli 1951 konnte man sich auf eine Tagesordnung einigen. Die Verhandlungen in Kaesong dauerten mit Unterbrechung 2 Jahre. Beide Seiten gelangten in wesentlichen Punkten zu einer Einigung- mit Ausnahme der Frage der Rückführung der Kriegsgefangenen. Nordkorea weigerte sich, den UN- Vorschlag zu akzeptieren, wonach Kriegsgefangene nicht gegen ihren Willen nach Hause zurückgeschickt werden dürften. Am

23. und 24. Juni 1952 bombardierten über 500 Flugzeuge der Vereinten Nation Ziele in Nordkorea, welche verschiedene Wasserkraftwerke waren. Die USA wertete diese Aktion als rein militärische Maßnahme, die keinerlei Verbindung mit den Verhandlungen über einen Waffenstillstand hatte. Wiederholt kam es an den Fronten zu erbitterten militärischen Auseinandersetzungen. Da man sich über den Austausch von Kriegsgefangenen nicht so recht einigen konnte, verließen die Vertreter der Vereinten Nation am 8. Oktober 1952 enttäuscht Panmunjon, worauf eine Pause der seit Monaten in Panmunjon stattfindenden Verhandlungen eintrat. Die Gespräche wurden erst im April 1953 weiter geführt. Wenig später verständigten sich beide Seiten in der Kriegsgefangenenfrage und vereinbarten, innerhalb von 3 Monaten nach Abschluß eines Waffenstillstandsabkommens Friedensgespräche auf höchster Ebene aufzunehmen, welche bis April 1954 verschoben wurden und schließlich scheiterten. Am 27. Juli 1954 wurde in Panmunjon das Waffenstillstandsabkommen, der den seit 3 Jahren andauernden Koreakrieg beenden sollte, abgeschlossen. Er legte fest, das entlang des 38. Breitengrads eine 4 Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze zwischen Nord- und Südkorea sei, und es wurde eine neutrale Kommission zur Überwachung des Gefangenenaustausches eingesetzt. Die Truppen der Vereinten Nationen hatten 94.000 Tote, während auf der Kommunistischen Seite fast 1.4 Millionen Tote zu beklagen waren.

Kubakrise

Am 12. Februar übernahm der kubanische Revolutionsführer und Oberkommandierende der Rebellenarmee. Fidel Castro, das Amt des kubanischen Ministerpräsidenten. Er kündigte an, daß es zu keiner Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetunion kommen werde. Man nahm 1960 eine umfangreiche Verstaatlichung in Kuba vor und schaffte somit viele Tausende Arbeitsplätze, somit gehörte das gesamte Eigentum von US- Unternehmen in einem Wert von 700.000 Millionen US Dollar Kuba. Die USA waren gegen ein kommunistisches Kuba und versuchten mit Importverringerungen für Zucker Castro zum Einlenken zu zwingen. Am 17. April 1961 schlugen kubanische Regierungstruppen eine konterrevolutionäre Invasion in der Schweinebucht und 1200 rechtsorientierte Exilkubaner gingen am Morgen des 15. April 1961 mit der Unterstützung des US Geheimdienstes der CIA in der Schweinebucht an Land gegangen, um das Casto-Regine zu stürzen. Es gelang den Rebellen jedoch nicht die kubanische Luftwaffe wie geplant auszuschalten. Auch das kubanische Volk erhob sich nicht gegen Castro. US-amerikanische Kriegsschiffe lagen während der Kämpfe vor der Küste Kubas, griffen jedoch auf Befehl Kennedys nicht ein. Am 17. April 1961 ergaben sich die Konterrevolutionen. Am 3. und 4. Juni 1961 traf sich der sowjetische Parteichef Chruschtschow mit dem US-Präsidenten Kennedy in Wien, Chruschtschows wollte Kennedy überzeugen, die sowjetischen Forderungen in der Deutschland- und Berlinfrage zu akzeptieren. Er wollte Westberlin in eine entmilitarisierte freie Stadt umwandeln, wenn es nicht innerhalb von 6 Monaten zu einem Übereinkommen der beiden deutschen Staaten bezüglich eines Friedensvertrags komme. Kennedy war schockiert und versuchte die Berlinkrise im letzten Moment durch ein Vieraugengespräch zu verhindern, machte jedoch ebenso deutlich, daß er es nicht akzeptieren könne, wenn die Sowjetunion West-Berlin oder dessen lebenswichtige Zugangswege antasten sollte, da solche Schritte die Interessen und Rechte der Vereinigten Staaten ernsthaft verletzt würden. Chruschtschows antwortete unbeeindruckt, er werde auf jede Verletzung der ostdeutschen Grenze mit Gewalt reagieren. Am 3. Januar 1963 wurde Fidel Castro exkommuniziert, da er den Weihbischof von Havanna aus Kuba ausgewiesen, Maßnahmen gegen katholische Schulen unternommen und die katholische Kirche in ihren Pflichten behindert hatte. Somit wurden staatliche Mittel für katholische Schulen und Kirchen gestrichen, und Castro wurde aufgrund seiner Politik in katholischen Predigten als gottlos bezeichnet. Im Februar 1962 trat ein Handelsembargo gegen Kuba in Kraft. Der Import kubanischer Waren wurde vollständig untersagt. Die Begründung dafür hieß, das Kuba die Fähigkeit genommen werden solle, kommunistische Agressions- und Subversionsakte in der westlichen Hemisphäre zu unternehmen oder zu unterstützen. Bis lang lag das Handelsvolumen Kubas mit der USA bei 35 Millionen US Dollar auch auf politisch-diplomatischer Ebene waren die USA inzwischen gegen Kuba vorgegangen. Als 15 Lateinamerikaner starben, wurde auf Druck der USA die diplomatischen Beziehungen zu Kuba abgebrochen.

Im Sommer 1962 begann die Sowjetunion mit der Verschiffung von Raketen nach Kuba. Die US-amerikanische Aufklärungsflugzeuge entdeckten Mitte Oktober die ersten sowjetischen Raketen auf der Insel. Am 22. Oktober forderte US-Präsident John F. Kennedy ultimativ die Sowjetunion auf, die Raketenbasen abzubauen und die bereits stationierten Raketen abzuziehen; außerdem verhängte er eine Seeblockade über Kuba, um das Liefern weiterer Waffen zu verhindern, und bat die Organisation Amerikanischer Staaten und die UNO um Vermittlung. Der Konflikt zwischen der UdSSR und den USA spitze sich zu und drohte in einem offenen Krieg zu eskalieren; der Einsatz von Atomwaffen schien nicht ausgeschlossen. Chruschtschow erklärte sich schließlich nach intensiven Verhandlungen am 28.Oktober zum Abbau der Raketenbasen und zum Abzug der Raketen bereit. Die USA verzichteten als Gegenleistung auf eine Invasion in Kuba und zogen ihre auf Moskau gerichteten Mittelstreckenraketen aus dem NATO-Mitgliedsland Türkei ab. Der Konflikt wurde im Januar 1963 formell durch eine gemeinsame Note der USA und der Sowjetunion an den Generalsekretär der UNO beendet. Die beiden Supermächte begannen als Reaktion auf die

Kubakriese, Instrumente für ein effizientes Krisenmanagement zu entwickeln, sie richteten den ,,Heißen Draht" zwischen Washington und Moskau ein; außerdem verständigten sie sich auf dem Weg zur Rüstungskontrolle und auf eine weltweite Entspannungspolitik. Chruschtschow geriet nach Ende der Kubakriese zunehmend unter innenpolitischen Druck, denn die anderen Mitglieder machten ihn für die Katastrophe verantwortlich. Währenddessen wurde Fidel Castro mit dem Orden ,,Held der Sowjetunion" verliehen.

Vietnam Krieg

Am 2. und 4. August1964 wurden aus ungeklärten Umständen zwei US-Zerstörer von nordvitnamesischen Torpedobooten im Golf von Tonking angegriffen. Daraufhin bombardierten die USA am 5.August Nordvietnam und ein offener Krieg begann. Die ,,Tonking- Resolution" des US-Kongresses am 7.8.1964 gab die Berechtigung zum Eingreifen in den Krieg. Sie war die rechtliche Grundlage für den Krieg. Die USA befürchtete, daß gemäß der Domino Theorie ganz Südostasien, Staat für Staat, unter kommunistische Herrschaft falllen würde. Am 6. 2. 1965 begannen die USA mit systematischen Bombenangriffen auf strategisch wichtige, militärische und wirtschaftliche Ziele in Nord- Vietnam, sowie auf den Ho-Chi-Minh-Pfad in Laos und Kambodscha, über den der Vietkong weiterhin seinen Nachschub aus dem Norden erhielt. Trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit mit ihren südvietnamesischen und SEATO-Verbündeten konnten sie keine eindeutige Entscheidung zu ihren Gunsten herbeiführen. Die vietnamesische Bevölkerung hatte sehr schwer zu leiden. Die vorhandenen 23000 US-Soldaten wurden durch Marinesoldaten verstärkt. Trotz großflächigem Bombardement mit Napalmbomben und des Einsatzes des Entlaubungsmittels ,,Agent Orange" gelang es ihnen aber nicht, den Gegner militärisch zu besiegen. Seit dem Ausbruch des Krieges bis 1967 gab es in Vietnam 15085 Tote und 109527 Verletzte. Deshalb forderte man in den USA, den Krieg zu beenden. Am 30. Januar 1968 unternahmen nordvietnamesische und Vietkonggruppen die groß angelegte, überraschende ,,Tet-Offensive". Der Vietkong zeigt mit seinen Angriffen auf südvietnamesiche Städte, daß die US-Armee nicht mehr Herr der Lage war. Am 16. März 1968 erschütterte das Massaker von US-Soldaten an 507 Bewohnern des Dorfes My-Lai die moralische Glaubwürdigkeit der USA. Bis zum Frühjahr 1968 hatte sich in den USA außerdem die Erkenntnis durchgesetzt, daß der Krieg in Vietnam nicht zu gewinnen war und man war zu Verhandlungen bereit. So befahl am 31. Oktober 1968 der US-Präsident L.B. Johnson den Stopp der Luftangriffe, um die am 10.Mai begonnenen Gehe Friedensgesprächen. Am 13. Mai 1968 nahmen die USA und Nordvietnam in Paris Waffenstillstandsverhandlungen auf, am 16.1. begannen dann die offiziellen Friedensverhandlungen zwischen den vier Kriegsgegnern (USA, Nord-Vietnam, Südvietnam, Vietcong), nachdem Saigon die Beteiligung der Befreiungsbewegung FNL akzeptiert hatte. Präsident Johnsons Nachfolger Richard M. Nixon legte wenige Monate nach seinem Amtsantritt ein Programm zur ,,Vietnamisierung" des Krieges (,,Guam-Doktrin") vor. Man wollte stufenweise 90.000 US-Soldaten bis 1969 abziehen lassen, die südvietnamesischen Streitkräfte aufbauen und schließlich der südvietnamesischen Regierung die Verantwortung für den Krieg übertragen. Trotz dessen forderte Nordvietnam weiterhin den völligen Abzug der US-Truppen aus Vietnam. Am 30. April 1970 marschierten US- und südvietnamesische Truppen nach dem antikommunistischen Putsch des Generals Lon Nol zugunsten der neuen Regierung in Kambodscha ein, und 1971 bombardierten sie auch Laos, um den nordvietnamesichen Vorstoß entlang des Ho-Chi-Minh-Pfades zu unterbinden. Beide Aktionen endeten mit einem Fiasko und wurden international verurteilt. Die USA war kaum militärisch erfolgreich und amerikanische, aber auch weltweite, Proteste vermehrten sich, besonders nachdem die Einzelheiten über die amerikanische Kriegführung bekannt wurden (z.B.: das Massaker von My Lai). Außerdem erregte die Bevölkerung eine Veröffentlichung der ,,New York Times" von Geheimdokumenten über die amerikanische Kriegführung im Vietnamkrieg. Am 25. Januar 1972 legte Präsident Nixon einen Achtpunkteplan zur Wiederherstellung des Friedens in Vietnam vor, der u. a. Präsidentschaftswahlen in Südvietnam vorsah. Darauf folgte eine überarbeitete Version des Friedensplanes des Vietcong vom Juli 1971. Am 23.März wurden die Friedensverhandlungen in Paris abgebrochen. Am 29.März begannen nordvietnamesische Truppen eine breit angelegte erfolgreiche Offensive bis in die Provinz Quang Tri im Süden. Daraufhin befahl Präsident Nixon neue Bombenangriffe und die Verminung wichtiger nordvienamesischer Häfen, um die Versorgungswege zu unterbrechen. Damit wollten sie Nordvietnam unter Druck setzen und zu Zugeständnissen zwingen. Am 8. Oktober erfolgte zwischen einem amerikanischen Sicherheitsberater und einem nordvietnamesischen Unterhändler ein vertrauliches Friedensgespräch in Paris. Nordvietnam stimmte dem Friedensplan zu. Es kam später zu neuen Verhandlungen am 16. Dezember stagnierten diese jedoch erneut. Zwei Tage später wurden die bisher schwersten Angriffe gegen Hanoi und Haiphong durchgeführt, um die Verhandlungen in Paris voranzutreiben. Nachdem die Angriffe Anfang 1973 von den USA beendet worden waren, wurden die Friedensgespräche weitergeführt. Am 23.Januar 1973 gab man das offizielle Waffenstillstandsabkommen bekannt und am 27. Januar wurde von allen Vertretern das Abkommen zur Beendigung des Krieges und zur Wiederherstellung des Friedens in Vietnam unterzeichnet. ,,Das Abkommen forderte die vollständige Einstellung sämtlicher Kampfhandlungen, den Abzug der amerikanischen Truppen und ihrer Verbündeten, die Herausgabe aller Kriegsgefangenen, die Anerkennung der entmilitarisierten Zone als einer nur provisorischen Grenze, die Einsetzung einer internationalen Kontrollkommission zur Überwachung des Friedens und einen Nationalen Versöhnungsrat." Außerdem gestattete das Abkommen den weiteren Verbleib von 145000 nordvietnamesischen Soldaten in Südvietnam.

Bis Ende März hatten die USA all ihre Truppen aus Vietnam abgezogen und hatten Südvietnam noch weitere Hilfe zugesagt. Trotz des Frieden gingen in Vietnam die Kämpfe zwischen kommunistischen Einheiten und südvietnamesischen Regierungstruppen. Am 30.April wurde Saigon eingenommen, und am selben Tag kapitulierte Südvietnam vor den nordvietnamesischen Truppen. Das Land wurde unter kommunistischer Herrschaft wiedervereinigt. Etwa 500.000 Vietnamesen flüchteten mit Booten über das Südchinesische Meer (,,boat people"), doch viele kamen dabei um. 1.218.000 Vietnamesen emigrierten von 1975 bis 1982.

Es wurden insgesamt zwei Millionen Chinesen getötet, drei Millionen verwundet und Hunderttausende von Kindern als Waisen zurückgelassen. Auf amerikanischer Seite fielen etwa 57.000 Soldaten und etwa 153.000 wurden verwundet.

Der großflächige Einsatz von Napalmbomben und Entlaubungsmitteln verursachte verheerende, zum Teil irreparable ökologische Schäden.

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Details

Titel
Politik der USA nach dem Zweiten Weltkrieg
Autor
Jahr
2000
Seiten
9
Katalognummer
V100439
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vietnamkrieg, Kubakrise, NATO, Marshallplan, Koreakrieg
Arbeit zitieren
Clara Schwarz (Autor), 2000, Politik der USA nach dem Zweiten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100439

Kommentare

  • Gast am 19.10.2001

    Kubakrise.

    ich habe echt keine ahnung gehabt, was ich in mein referat zum thema: "kubakriese" schreiben sollte...
    dann habe ich über eine suchmaschine diese seite gefunden und das hat mich echt gerettet!
    da ich in erdkunde sowieso nich grade klassenbeste bin und das referat sehr wichtig für die nächste halbjahresnote is!!! DANKE!!!

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